Wissensdatenbank · Automatisierung · LLMOps-Plattform

Vellum – die Werkbank für LLM-Anwendungen vom Prototyp bis zum Betrieb.

Vellum ist keine klassische Automatisierungsplattform, sondern eine spezialisierte Umgebung für den gesamten Lebenszyklus von Anwendungen rund um große Sprachmodelle: Prompts entwickeln und vergleichen, mehrstufige KI-Abläufe in einem Workflow-Builder zusammensetzen, deren Qualität systematisch testen und schließlich in den produktiven Betrieb mit Überwachung bringen. Die Plattform will damit die Lücke zwischen erstem Experiment und verlässlichem Produktivbetrieb schließen – und wirft dabei eigene Fragen bei Reifegrad, Kosten und Datenschutz auf.

19 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
Vellum
Vellum AI, Inc. · USA
Gegründet
2023, San Francisco
Kategorie
LLMOps-Plattform
Betriebsmodell
SaaS (Cloud)
Schwerpunkt
Prompt bis Betrieb
Abrechnung
Plan-basiert
Stärke
Test & Evaluierung
INAGRO Eignung Mittelstand
Kapitel 01 · Überblick

Was ist Vellum – die LLMOps-Werkbank für KI-Anwendungen

Vellum ist eine Plattform für die Entwicklung, das Testen und den Betrieb von Anwendungen, die auf großen Sprachmodellen (englisch: Large Language Models, kurz LLMs) beruhen. Sie richtet sich an Teams, die mehr wollen als ein einmaliges Experiment im Chatfenster: Wer eine KI-Funktion zuverlässig in einen Geschäftsprozess bringen möchte, steht vor Fragen, die ein einfacher Prompt nicht beantwortet – Wie gut ist die Antwort wirklich? Bleibt die Qualität stabil, wenn wir das Modell wechseln? Was passiert im Fehlerfall? Genau an diesen Fragen setzt Vellum an.

Die Kategorie, in die Vellum fällt, hat sich in den letzten Jahren als eigener Begriff etabliert: LLMOps, angelehnt an das bekannte „DevOps“ und „MLOps“. Gemeint ist die Disziplin, LLM-Anwendungen nicht nur zu bauen, sondern sie über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg beherrschbar zu machen – von der ersten Idee über systematisches Testen bis zum überwachten Produktivbetrieb. Vellum positioniert sich als durchgängige Werkbank für genau diesen Zyklus: eine Umgebung, in der Prompt-Entwicklung, Workflow-Bau, Qualitätsmessung, Deployment und Monitoring zusammenkommen, statt über viele einzelne Werkzeuge verstreut zu sein.
Anders als reine Automatisierungswerkzeuge, die vor allem Systeme miteinander verbinden, dreht sich bei Vellum alles um die Qualität und Verlässlichkeit der KI-Komponente selbst. Das Verbinden von Apps ist Mittel zum Zweck; im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine Sprachmodell-gestützte Funktion so gebaut, getestet und überwacht wird, dass man sie einem Kunden oder einem geschäftskritischen Prozess anvertrauen kann. Damit besetzt Vellum eine Nische, die zwischen reiner Automatisierung und klassischer Softwareentwicklung liegt.

Drei Eigenschaften, die Vellum definieren

  • Durchgängigkeit von Prototyp bis Produktion – Vellum will nicht nur beim Bauen helfen, sondern über den gesamten Lebenszyklus hinweg: entwickeln, vergleichen, testen, ausrollen, überwachen. Der Anspruch ist, dass eine KI-Funktion die Plattform nicht verlassen muss, um vom Experiment in den verlässlichen Betrieb zu wechseln.
  • Evaluierung als Kern – die vielleicht wichtigste Idee: Vellum stellt das systematische Messen der Antwortqualität in den Mittelpunkt. Statt sich auf ein Bauchgefühl zu verlassen, lassen sich Prompts und Modelle anhand definierter Testfälle vergleichbar und wiederholbar bewerten. Das ist der Unterschied zwischen Basteln und Ingenieurarbeit.
  • Zusammenarbeit über Rollen hinweg – Vellum ist so gebaut, dass nicht nur Entwicklerinnen, sondern auch fachliche Rollen an Prompts und Abläufen mitarbeiten können. Die Plattform will die Brücke schlagen zwischen denen, die den Fachinhalt kennen, und denen, die die technische Anbindung verantworten.

Für wen ist Vellum gemacht?

Aus unserer Projektpraxis lässt sich die Zielgruppe klar umreißen. Vellum ist gemacht für Teams, die über den einmaligen Prototyp hinaus wollen – die also eine KI-Funktion dauerhaft und verlässlich betreiben möchten und deshalb einen strukturierten Umgang mit Prompts, Tests und Betrieb brauchen. Besonders wertvoll ist die Plattform überall dort, wo die Qualität der KI-Antworten geschäftlich zählt: in der Kundenkommunikation, bei der Verarbeitung sensibler Dokumente, in Prozessen, deren Fehler sichtbar wären. Dort, wo es auf Nachvollziehbarkeit und Messbarkeit ankommt, spielt Vellum seine Stärke aus.
Weniger geeignet ist Vellum für Unternehmen, die lediglich eine einfache, einmalige Verbindung zwischen zwei Systemen suchen oder ein reines No-Code-Automatisierungswerkzeug für Fachabteilungen benötigen. Für solche Fälle sind schlankere Werkzeuge zugänglicher und günstiger. Auch als reines Cloud-Angebot eines Nicht-EU-Anbieters ist Vellum kritisch zu prüfen, wenn hohe Souveränitätsanforderungen bestehen oder sehr sensible Daten verarbeitet werden – ein Punkt, den wir in Kapitel 09 ausführlich behandeln.

Warum der Lebenszyklus-Gedanke einen Unterschied macht

Der Kern der Sache lässt sich an einem typischen Projektmoment festmachen. In fast jedem KI-Vorhaben funktioniert der erste Prototyp verblüffend gut – ein cleverer Prompt liefert im Test überzeugende Antworten, und die Begeisterung ist groß. Der schwierige Teil kommt danach: Bleibt die Qualität auch bei ungewöhnlichen Eingaben stabil? Was passiert, wenn ein neues, günstigeres Modell erscheint – ist es wirklich besser oder nur anders? Wie merkt man im Betrieb, dass die Antworten schleichend schlechter werden? Genau hier scheitern viele KI-Projekte, weil ihnen die Werkzeuge fehlen, um diese Fragen sauber zu beantworten.
Vellum verschiebt den Fokus vom einmaligen Bauen auf das dauerhafte Beherrschen. Die Plattform nimmt Unternehmen dabei nicht die inhaltliche Denkarbeit ab – gute Testfälle und sinnvolle Qualitätskriterien muss weiterhin ein Mensch definieren –, aber sie gibt eine strukturierte Umgebung, in der aus Bauchgefühl messbare Ingenieurarbeit wird. Ob dieser Ansatz zum Vorteil wird, hängt wie bei jeder Plattform von der Disziplin ab: Nur wer bereit ist, Qualität wirklich zu messen und Prozesse zu etablieren, holt aus einer LLMOps-Plattform ihren Wert heraus.
INAGRO-Einschätzung

Vellum adressiert ein Problem, das viele Unternehmen erst spät erkennen: Der Prototyp ist leicht, der verlässliche Betrieb ist schwer. Wo eine KI-Funktion geschäftlich zählt und ihre Qualität messbar sein muss, ist eine strukturierte LLMOps-Plattform ein echter Gewinn. Unsere Erfahrung ist aber auch: Vellum entfaltet seinen Wert nur, wenn ein Team wirklich bereit ist, Qualität zu messen und den Betrieb ernst zu nehmen. Für einen einfachen einmaligen Anwendungsfall ist die Plattform überdimensioniert. Wer Vellum einführt, sollte deshalb von Beginn an klären, ob der eigene Anspruch an Verlässlichkeit den Aufwand rechtfertigt – und wer die entstehenden Prompts und Abläufe fachlich verantwortet.

Kapitel 02 · Ökosystem & Positionierung

Aufbau und Positionierung am Markt

Vellum ist keine Sammlung loser Funktionen, sondern folgt einem klaren Gedanken: Es begleitet eine KI-Anwendung entlang ihres gesamten Lebenswegs. Wer die Plattform bewerten will, sollte ihre vier großen Bausteine und deren jeweilige Rolle kennen – denn sie greifen bewusst ineinander.

Im Zentrum steht die Idee, dass die vier Phasen einer LLM-Anwendung – Entwickeln, Testen, Ausrollen und Überwachen – nicht in getrennten Werkzeugen ablaufen, sondern in einer zusammenhängenden Umgebung. Was in der Entwicklung gebaut wird, lässt sich unmittelbar testen; was getestet und für gut befunden wurde, lässt sich ausrollen; was im Betrieb auffällt, fließt zurück in die Entwicklung. Diese Rückkopplung ist der eigentliche Kern der Positionierung.
Prompt-Engineering
Entwickeln

Eine Umgebung, in der Prompts entwickelt, versioniert und direkt gegeneinander verglichen werden. Verschiedene Formulierungen und Modelle lassen sich nebeneinander testen, um zu sehen, welche Variante die besten Ergebnisse liefert.

ZweckPrompts bauen
VergleichSeite an Seite
VersionierungEingebaut
ModelleAnbieterübergreifend
Workflows
Zusammensetzen

Ein visueller Builder, in dem mehrstufige KI-Abläufe aus einzelnen Schritten zusammengesetzt werden – etwa erst Daten abrufen, dann ein Modell befragen, dann das Ergebnis prüfen. So entstehen komplexe Abläufe jenseits eines einzelnen Prompts.

AufbauSchritt-Kette
ErstellungVisuell + Code
LogikVerzweigungen
ZweckMehrstufige KI
Evaluierung
Testen

Das Herzstück der Qualitätssicherung: Prompts und Workflows werden gegen definierte Testfälle geprüft und anhand messbarer Kriterien bewertet. So wird sichtbar, welche Variante wirklich besser ist – statt es nur zu vermuten.

ZweckQualität messen
GrundlageTestfälle
BewertungDefinierte Kriterien
WiederholbarJa
Deployment & Monitoring
Betreiben

Fertige Prompts und Workflows lassen sich als Schnittstelle bereitstellen und im Betrieb überwachen. Aufrufe, Antworten und Auffälligkeiten werden protokolliert, sodass schleichende Qualitätsverluste erkennbar werden.

BereitstellungÜber API
ÜberwachungProtokolle
RückkopplungIn Entwicklung
ZielStabiler Betrieb

Wie sich Vellum im Markt positioniert

Vellum besetzt bewusst eine Position zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite stehen reine Entwickler-Frameworks wie LangChain, mit denen sich LLM-Anwendungen frei programmieren lassen – mächtig, aber vollständig code-getrieben und ohne fertige Oberfläche für Tests und Betrieb. Auf der anderen Seite stehen einfache visuelle KI-Baukästen, die den schnellen Prototyp erleichtern, aber beim Thema Qualitätssicherung und Produktivbetrieb schnell an Grenzen stoßen. Vellum positioniert sich dazwischen: eine grafische, kollaborative Plattform, die den gesamten Lebenszyklus abdeckt und dabei die für den Betrieb entscheidenden Themen – Evaluierung und Monitoring – in den Vordergrund rückt.
Diese Positionierung erklärt, warum Vellum vor allem bei Teams beliebt ist, die eine KI-Funktion ernsthaft und dauerhaft betreiben wollen und dabei fachliche und technische Rollen zusammenbringen müssen. Der Fokus auf Zusammenarbeit ist bewusst gewählt: Wer den Fachinhalt kennt, soll an Prompts mitwirken können, ohne selbst programmieren zu müssen; wer die technische Anbindung verantwortet, behält gleichzeitig die Kontrolle über Betrieb und Qualität. Vellum will damit ausdrücklich mehr sein als ein Entwicklerwerkzeug – es will die gemeinsame Werkbank eines interdisziplinären Teams sein.

Betriebsmodell: Cloud-Plattform mit Enterprise-Fokus

Ein wichtiger Punkt der Einordnung: Vellum ist im Kern ein gehostetes Cloud-Angebot eines US-amerikanischen Anbieters. Die Plattform läuft auf der Infrastruktur des Herstellers; Prompts, Testdaten und Betriebsprotokolle liegen damit zunächst in dessen Cloud. Für größere Organisationen bietet der Anbieter in der Regel erweiterte Enterprise-Optionen – etwa in Bezug auf Sicherheit, Rollen und Verwaltung. Ob und in welcher Form eine Verarbeitung in einer EU-Region möglich ist, sollte im Einzelfall direkt beim Anbieter geprüft werden. Für Unternehmen mit strengen Souveränitätsanforderungen ist diese Unterscheidung zentral – wir kommen darauf in Kapitel 07 und 09 ausführlich zurück.
Kapitel 03 · Funktionsumfang

Kernfähigkeiten: Prompt-Vergleich, Workflows, Tests & Monitoring

Wer Vellum verstehen will, braucht nur eine Handvoll Begriffe – aber sie unterscheiden sich deutlich von denen klassischer Automatisierungswerkzeuge. Statt Trigger und Aktionen zum Verbinden von Apps stehen hier Prompts, Testfälle und Qualitätsmetriken im Mittelpunkt. Hier die wichtigsten Bausteine im Detail.

Prompt-Vergleich
Kern

Mehrere Prompt-Varianten und Modelle lassen sich mit denselben Eingaben nebeneinander ausführen. Der direkte Vergleich der Ergebnisse zeigt, welche Formulierung und welches Modell für die Aufgabe am besten passen.

VergleichSeite an Seite
VariablenPlatzhalter
ModelleMehrere parallel
HistorieVersioniert
Workflow-Builder
Abläufe

Ein visueller Editor, in dem mehrstufige Abläufe entstehen: Datenabruf, Modellaufruf, Bedingungen, Weiterverarbeitung. Für anspruchsvolle Logik lassen sich einzelne Schritte mit eigenem Code hinterlegen.

BausteineSchritte
LogikVerzweigung
CodeWo nötig
WiederverwendungMöglich
Test & Evaluierung
Qualität

Testfälle mit erwarteten Ergebnissen bilden die Grundlage, um Antwortqualität messbar zu machen. Bewertungen können automatisch oder durch Menschen erfolgen und liefern eine vergleichbare Kennzahl pro Variante.

GrundlageTestdatensätze
BewertungAuto + manuell
ErgebnisKennzahlen
RegressionErkennbar
Monitoring
Betrieb

Im Produktivbetrieb werden Aufrufe, Antworten, Laufzeiten und Kosten protokolliert. So lassen sich Nutzung nachvollziehen, Fehler eingrenzen und schleichende Qualitätsverluste frühzeitig erkennen.

ErfassungPro Aufruf
KennzahlenKosten/Latenz
AnalyseNachvollziehbar
ZielStabilität

Prompt-Engineering und -Vergleich als Ausgangspunkt

Der praktische Einstieg in Vellum beginnt fast immer beim Prompt. In einem klassischen Chatfenster probiert man Formulierungen nacheinander aus und behält bestenfalls im Kopf, welche Variante gut war. Vellum macht diesen Prozess strukturiert und vergleichbar: Man legt eine Aufgabe fest, definiert Platzhalter für die variablen Eingaben und lässt dann mehrere Prompt-Varianten – gegebenenfalls mit verschiedenen Modellen – nebeneinander mit denselben Beispieldaten laufen. Das Ergebnis steht Seite an Seite und macht Unterschiede sofort sichtbar. Diese Vergleichbarkeit ist der erste große Mehrwert gegenüber dem Ausprobieren im Chatfenster.
Ebenso wichtig ist die Versionierung: Jede Prompt-Fassung bleibt nachvollziehbar erhalten. Wer eine bewährte Variante versehentlich verschlechtert, kann zur früheren zurückkehren; wer eine Änderung vornimmt, kann sie belegbar gegen die alte messen. Damit verlässt das Prompt-Engineering die Ebene des Bastelns und wird zu einer dokumentierten, wiederholbaren Tätigkeit – eine Voraussetzung dafür, dass mehrere Personen sinnvoll zusammenarbeiten können.

Der Workflow-Builder für mehrstufige Abläufe

Kaum eine ernsthafte KI-Anwendung besteht aus einem einzelnen Prompt. Meist müssen mehrere Schritte zusammenspielen: erst relevante Informationen beschaffen, dann ein Modell mit diesem Kontext befragen, das Ergebnis prüfen, gegebenenfalls verzweigen und schließlich weiterverarbeiten. Für solche mehrstufigen Abläufe bietet Vellum einen visuellen Workflow-Builder, in dem sich diese Schritte als nachvollziehbare Kette anordnen lassen. Bedingungen und Verzweigungen ermöglichen es, unterschiedliche Fälle unterschiedlich zu behandeln – etwa eine einfache Anfrage anders als eine komplexe.
Wichtig ist, dass der visuelle Ansatz nicht bedeutet, auf Ausdrucksstärke zu verzichten: Wo ein Schritt eigene Logik erfordert, lässt sich Code hinterlegen. Damit bleibt die Plattform auch für technisch anspruchsvolle Abläufe offen, ohne dass Fachanwender von der ersten Minute an programmieren müssen. Diese Mischung aus visueller Übersicht und der Möglichkeit, punktuell Code einzusetzen, ist typisch für Vellums Anspruch, verschiedene Rollen an einen Tisch zu bringen.

Evaluierung und Monitoring – der eigentliche Unterschied

Der Baustein, der Vellum von einfacheren Werkzeugen abhebt, ist die systematische Evaluierung. Statt eine Prompt- oder Workflow-Änderung nur an einem Beispiel zu prüfen, definiert man einen Satz von Testfällen mit erwarteten Ergebnissen. Jede Variante wird gegen diesen Satz geprüft und erhält eine vergleichbare Bewertung. So wird nicht nur sichtbar, ob eine Änderung besser ist, sondern auch, ob sie an anderer Stelle etwas verschlechtert – eine Art Regressionstest für KI-Antworten. Das ist der Punkt, an dem KI-Entwicklung von der Kunst zur Ingenieurarbeit wird.
Ergänzt wird dies durch das Monitoring im Betrieb. Sobald eine KI-Funktion produktiv läuft, protokolliert Vellum die Aufrufe – mit Eingaben, Antworten, Laufzeiten und den anfallenden Kosten. Das erfüllt zwei Zwecke: Zum einen erlaubt es, im Fehlerfall genau zu sehen, was passiert ist; zum anderen macht es schleichende Verschlechterungen sichtbar, die sonst lange unbemerkt blieben. Gemeinsam schließen Evaluierung und Monitoring den Kreis von der Entwicklung zurück zum Betrieb und wieder zur Verbesserung.
Worauf es beim Funktionsumfang ankommt

Der eigentliche Wert von Vellum liegt nicht im Bauen von Prompts oder Abläufen – das können viele Werkzeuge –, sondern im Messen und Überwachen. Wer diese Bausteine nicht nutzt, zahlt für eine LLMOps-Plattform, ohne ihren Kern zu verwenden. Wir empfehlen deshalb, von Anfang an Testfälle zu definieren und Qualität als Kennzahl zu behandeln. Erst dann rechtfertigt sich der Mehraufwand gegenüber einem einfacheren Werkzeug.

Kapitel 04 · KI- & Agenten-Funktionen

KI-Funktionen: mehrstufige Workflows, RAG & Agenten

Da Vellum selbst eine Plattform für KI-Anwendungen ist, sind KI-Fähigkeiten hier nicht ein Zusatz, sondern der Kern. Der interessante Blick gilt daher weniger der Frage, ob KI eingebaut ist, sondern wie fortgeschrittene Muster wie mehrstufige Abläufe, wissensgestützte Antworten und Agenten unterstützt werden – und wo im Betrieb Vorsicht geboten ist.

Die anspruchsvollen KI-Fähigkeiten von Vellum lassen sich grob in drei Bereiche gliedern: mehrstufige LLM-Workflows, bei denen mehrere Modellaufrufe und Verarbeitungsschritte zusammenwirken; wissensgestützte Antworten über das Muster der abrufgestützten Generierung (englisch: Retrieval-Augmented Generation, kurz RAG); sowie agentische Ansätze, bei denen ein Modell eigenständig Werkzeuge einsetzt. Allen gemeinsam ist das Ziel, über einen einzelnen Prompt hinauszugehen und verlässlichere, kontextbezogene Ergebnisse zu erzeugen.

Mehrstufige LLM-Workflows

Der naheliegendste fortgeschrittene Einsatz ist das Zerlegen einer komplexen Aufgabe in mehrere Schritte. Statt ein Modell mit einer einzigen, überladenen Anweisung zu überfordern, teilt man die Aufgabe auf: Ein erster Schritt bereitet die Eingabe auf, ein zweiter befragt das Modell, ein dritter prüft oder formatiert das Ergebnis. Diese Zerlegung erhöht in der Praxis oft die Verlässlichkeit erheblich, weil jeder Schritt eine klar umrissene, überschaubare Aufgabe hat – und weil sich Fehler leichter einem einzelnen Schritt zuordnen lassen. Vellums Workflow-Builder ist genau für dieses Muster gemacht.
Aus unserer Sicht ist das der praxisnaheste Weg zu robusten KI-Anwendungen. Ein einzelner, riesiger Prompt mag im Test glänzen, wird im Betrieb aber schnell unübersichtlich und schwer zu verbessern. Ein sauber zerlegter Ablauf ist dagegen wartbar: Jeder Schritt lässt sich einzeln testen, austauschen und überwachen. Der Preis ist ein höherer anfänglicher Gestaltungsaufwand – der sich aber gerade bei geschäftskritischen Anwendungen auszahlt.

Wissensgestützte Antworten (RAG)

Ein zentrales Muster moderner KI-Anwendungen ist RAG: Bevor das Sprachmodell antwortet, werden passende Informationen aus einer eigenen Wissensquelle – etwa aus Dokumenten, Handbüchern oder einer Datenbank – herausgesucht und dem Modell als Kontext mitgegeben. So beantwortet das Modell Fragen nicht aus seinem allgemeinen Training, sondern auf Basis der tatsächlichen Unternehmensinhalte. Das reduziert erfundene Antworten und macht KI überhaupt erst für viele fachliche Anwendungsfälle brauchbar. Vellum unterstützt dieses Muster, indem sich der Abruf relevanter Inhalte als Schritt in einen Workflow einbauen lässt.
In der Praxis ist RAG mächtig, aber nicht trivial: Die Qualität der Antworten steht und fällt damit, wie gut die richtigen Informationen gefunden werden. Genau hier zahlt sich Vellums Fokus auf Evaluierung aus – man kann die Güte einer wissensgestützten Anwendung messbar machen, statt sie nur zu erhoffen. Wir empfehlen, RAG-Anwendungen von Anfang an mit realistischen Testfragen zu evaluieren, weil sich Schwächen sonst erst im Betrieb und dann oft peinlich zeigen.

Agenten und der nüchterne Umgang damit

Der jüngste und ehrgeizigste Bereich sind Agenten: KI-Systeme, die nicht nur antworten, sondern eigenständig entscheiden, welche Schritte oder Werkzeuge sie einsetzen, um ein Ziel zu erreichen. Vellum erlaubt es, solche agentischen Muster zu gestalten und – das ist entscheidend – auch zu testen und zu überwachen. Denn gerade Agenten sind schwer beherrschbar: Je mehr Autonomie ein System hat, desto größer ist die Gefahr unerwarteten Verhaltens. Eine Plattform, die agentische Abläufe messbar und nachvollziehbar macht, ist deshalb wertvoller als eine, die nur ihren Bau erleichtert.
Wir raten in Projekten zu einem betont nüchternen Umgang mit Agenten. Sie verführen dazu, mehr Autonomie zuzulassen, als ein Geschäftsprozess verträgt. Unser Rat: agentische Ansätze zunächst in unkritischen, gut überwachbaren Szenarien einsetzen, bei denen ein Mensch die Ergebnisse kontrolliert, bevor sie wirksam werden. Vellums Stärke ist hier nicht die Autonomie an sich, sondern die Möglichkeit, sie kontrolliert und messbar einzuführen.
INAGRO-Empfehlung zu KI-Mustern

Mehrstufige Workflows und RAG sind die beiden Muster, mit denen aus einem beeindruckenden Prototyp eine verlässliche Anwendung wird – und beide profitieren enorm von Vellums Evaluierung. Agenten sind faszinierend, aber im geschäftlichen Einsatz noch mit Vorsicht zu behandeln. Beachten Sie außerdem: Jeder Modellaufruf verursacht in der Regel Kosten beim jeweiligen Modell-Anbieter und übermittelt Daten an diesen. Beides ist gesondert zu bewerten – fachlich beim Kostenblick, datenschutzrechtlich in Kapitel 09. Setzen Sie KI gezielt dort ein, wo eine Aufgabe wirklich Sprachverständnis verlangt, und niemals mit ungeprüft weitergegebenen sensiblen Daten.

Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Das Ökosystem: Modelle, Datenquellen & API/SDK

Eine LLMOps-Plattform lebt von ihren Anbindungen – aber anders als bei klassischen Automatisierungswerkzeugen zählt hier nicht die schiere Zahl der App-Verbindungen, sondern die Breite bei Modellen, die Anbindung eigener Wissensquellen und die Einbettung in die eigene Software über Schnittstellen. Diese drei Ebenen bestimmen, wie gut Vellum in eine bestehende Landschaft passt.

Auf der ersten Ebene ist die Anbieterunabhängigkeit bei Modellen ein zentrales Merkmal. Vellum ist darauf ausgelegt, Sprachmodelle verschiedener Anbieter anzusprechen, statt an ein einzelnes Modell gebunden zu sein. Für Unternehmen ist das ein doppelter Vorteil: Zum einen lässt sich für jede Aufgabe das passende Modell wählen – ein günstiges für einfache, ein leistungsfähiges für anspruchsvolle Aufgaben. Zum anderen sinkt die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter, weil sich Modelle im Prinzip austauschen lassen. Genau hier greift der Prompt-Vergleich: Man kann messen, ob ein Modellwechsel die Qualität hält, bevor man ihn produktiv vollzieht.

Anbindung eigener Datenquellen

Die zweite Ebene ist die Verbindung zu den eigenen Wissensquellen – die Voraussetzung für wissensgestützte Anwendungen. Damit ein Modell auf Basis der tatsächlichen Unternehmensinhalte antworten kann, müssen diese Inhalte auffindbar gemacht werden: Dokumente, Handbücher, Datenbanken. Vellum unterstützt die Anbindung solcher Quellen als Grundlage für RAG-Anwendungen. Für den Mittelstand ist das oft der entscheidende Punkt, denn der geschäftliche Nutzen entsteht meist erst dann, wenn die KI nicht allgemeines Weltwissen, sondern konkrete firmeneigene Informationen verarbeitet.
Wichtig ist dabei das Bewusstsein, dass genau hier oft sensible Daten ins Spiel kommen. Firmendokumente und interne Datenbanken enthalten regelmäßig Vertrauliches oder Personenbezogenes. Die Anbindung eigener Quellen ist deshalb nicht nur eine technische, sondern immer auch eine datenschutzrechtliche Frage – wir vertiefen das in Kapitel 09. Als Faustregel gilt: Je wertvoller die angebundene Wissensquelle für die Anwendung ist, desto sorgfältiger muss geprüft werden, welche Daten dabei wohin fließen.

Einbettung über API und SDK

Die dritte Ebene ist die Einbettung in die eigene Software. Eine in Vellum entwickelte und getestete KI-Funktion soll am Ende nicht in der Plattform selbst bedient werden, sondern in einer eigenen Anwendung, einem Kundenportal oder einem internen Werkzeug wirken. Dafür stellt Vellum Programmierschnittstellen (API) und Software-Bausteine (SDK) bereit, über die sich die fertige Funktion ansprechen lässt. Der Charme dieses Modells: Fachliche Rollen entwickeln und pflegen Prompts und Abläufe in Vellum, während die eigene Anwendung diese über eine stabile Schnittstelle nutzt – ohne dass jede Prompt-Änderung ein neues Software-Release erfordert.

Wenn eine Anbindung fehlt

Auch bei einer LLMOps-Plattform gibt es Systeme oder Modelle, für die keine fertige Anbindung existiert. Für diese Fälle sind die Code-Möglichkeiten in Workflow-Schritten und die offenen Schnittstellen der Ausweg: Über einen generischen Aufruf lässt sich in der Regel jede offene Programmierschnittstelle ansprechen. Das verlässt allerdings die reine Konfigurationswelt und erfordert technisches Verständnis – ein Punkt, den wir vor jeder Empfehlung klar benennen. Insgesamt gilt: Vellums Ökosystem ist auf die KI-Kette ausgerichtet, nicht auf die Breite eines universellen Integrationswerkzeugs. Wer hunderte Fachanwendungen verbinden will, kombiniert Vellum sinnvoll mit einer dedizierten Automatisierungsplattform.
Vorsicht: Datenflüsse zu Modellen und Quellen

Die Anbieterunabhängigkeit bei Modellen ist ein großer Vorteil – bedeutet aber auch, dass Daten je nach Konfiguration an unterschiedliche Modell-Anbieter fließen können. Ebenso werden bei der Anbindung eigener Wissensquellen möglicherweise sensible Firmeninhalte verarbeitet. Wir empfehlen, für jede Anbindung genau zu dokumentieren, welche Daten an welchen Anbieter gehen, und die Wahl der Modelle auch unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes zu treffen – bis hin zur Prüfung EU-basierter oder lokal betriebener Modelle für besonders sensible Anwendungsfälle.

Kapitel 06 · Abgrenzung

Vellum vs. LangChain, Langflow & Dify

Vellum ist nicht allein am Markt. Die wichtigsten Alternativen verfolgen unterschiedliche Philosophien – vom reinen Code-Framework über den visuellen Baukasten bis zur offenen, teils selbst-hostbaren Plattform. Genau diese Unterschiede entscheiden, welches Werkzeug für welche Situation passt. Hier die ehrliche Abgrenzung aus unserer Beratungspraxis.

Kriterium Vellum LangChain Langflow Dify
Grundansatz LLMOps-Plattform Code-Framework Visueller Baukasten Offene Plattform
Einfachheit (Nicht-Techniker) Hoch (grafisch) Gering (nur Code) Hoch Hoch
Evaluierung/Testing Kernfunktion Über Zusatz Begrenzt Teilweise
Monitoring/Betrieb Eingebaut Selbst zu bauen Begrenzt Vorhanden
Zusammenarbeit (Rollen) Ausgeprägt Entwicklerzentriert Mittel Gut
Selbst-Hosting Nein (SaaS) Ja (Bibliothek) Ja, möglich Ja, möglich
Flexibilität/Freiheit Hoch, im Rahmen Maximal Mittel Mittel
Betriebsmodell Cloud-SaaS Open-Source-Code Open Source Open Source + Cloud

LangChain – das Code-Framework als Gegenpol

Der wichtigste konzeptionelle Gegensatz besteht zu LangChain. LangChain ist kein fertiges Produkt mit Oberfläche, sondern ein Programmier-Framework: eine Sammlung von Bausteinen, mit denen Entwicklerinnen LLM-Anwendungen im eigenen Code zusammensetzen. Das bietet maximale Freiheit und Kontrolle, verlangt aber vollständige Entwicklungsarbeit – inklusive der Themen, die Vellum als fertige Funktionen mitbringt: Prompt-Vergleich, Evaluierung, Monitoring, Zusammenarbeit über Rollen hinweg. Wer diese Bausteine mit LangChain haben möchte, muss sie selbst bauen oder um weitere Werkzeuge ergänzen.
Die Faustregel aus unserer Praxis: LangChain passt für Teams mit starker Entwicklungskompetenz, die volle Kontrolle über jeden Aspekt wollen und den Aufbau von Test- und Betriebsstrukturen selbst leisten können. Vellum passt für Teams, die genau diesen Aufbau nicht selbst leisten wollen, sondern eine fertige, kollaborative Umgebung bevorzugen – und die bereit sind, dafür etwas Freiheit gegen Struktur und Geschwindigkeit einzutauschen. Nicht selten ergänzen sich beide Welten sogar: manche Organisationen entwickeln in Code und nutzen daneben eine Plattform für Test und Betrieb.

Langflow und Dify – die visuellen Verwandten

Näher an Vellum stehen die visuellen Werkzeuge Langflow und Dify. Beide bieten – wie Vellum – eine grafische Oberfläche, um KI-Abläufe zusammenzusetzen, ohne alles programmieren zu müssen. Der entscheidende Unterschied liegt in Reifegrad, Betriebsmodell und Schwerpunkt: Langflow und Dify sind quelloffen und lassen sich in der Regel selbst hosten, was für Datenschutz und Souveränität ein starkes Argument ist. Vellum ist dagegen ein kommerzielles Cloud-Angebot, das seinen Schwerpunkt bewusst auf die für den Produktivbetrieb entscheidenden Themen Evaluierung, Zusammenarbeit und Monitoring legt.
In unseren Projekten formulieren wir die Orientierung gern so: LangChain für maximale Freiheit im Code, Langflow und Dify für den visuellen Einstieg mit der Option auf Selbst-Hosting, Vellum für die durchgängige, kollaborative Werkbank mit starkem Fokus auf Qualitätsmessung und Betrieb. Wer vor allem Datenhoheit braucht, wird bei den selbst-hostbaren Optionen genauer hinsehen; wer die geführte Zusammenarbeit und den Betriebskomfort einer gemanagten Plattform schätzt und den US-Cloud-Charakter datenschutzrechtlich sauber klären kann, findet in Vellum ein durchdachtes Werkzeug.
Kein „besser“ oder „schlechter“

Diese Werkzeuge sind keine Konkurrenten im Sinne von gut und schlecht, sondern Antworten auf unterschiedliche Fragen, Teamzusammensetzungen und Datenschutzanforderungen. Die häufigste Fehlentscheidung, die wir sehen, ist nicht die Wahl des „falschen“ Werkzeugs, sondern der Griff zu einer umfangreichen Plattform, ohne ihre Kernfunktionen – bei Vellum die Evaluierung – überhaupt zu nutzen. Eine ehrliche Analyse von Anwendungsfall, vorhandenen Kompetenzen und Datenschutzlage steht deshalb vor jeder Werkzeug-Entscheidung.

Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Einführung und Betrieb als Cloud-Plattform mit Enterprise-Fokus

Vellum ist ein gehostetes Cloud-Angebot mit ausgeprägtem Enterprise-Fokus. Das vereinfacht den Betrieb erheblich – es gibt keine eigene Infrastruktur aufzusetzen. Zugleich bedeutet es, dass Prompts, Testdaten und Betriebsprotokolle auf der Infrastruktur des Anbieters liegen. Dieses Kapitel skizziert, wie eine saubere Einführung aussieht und worauf im laufenden Betrieb zu achten ist.

Der große Vorteil des Cloud-Modells ist der schnelle Start. Es genügt ein Zugang, um sofort mit Prompt-Vergleich, Workflow-Bau und Evaluierung zu beginnen; Rechenzeit, Skalierung, Verfügbarkeit und Aktualisierung der Plattform übernimmt der Anbieter. Für Teams, die sich auf die eigentliche KI-Arbeit konzentrieren wollen und nicht auf den Betrieb einer Plattform, ist das ein echter Gewinn. Der Enterprise-Fokus zeigt sich darin, dass der Anbieter typischerweise erweiterte Funktionen für Sicherheit, Rollenverwaltung und Governance bereitstellt – wichtig für größere Organisationen mit entsprechenden Anforderungen.

Ein pragmatischer Einführungspfad

Aus unserer Projektpraxis hat sich ein schrittweises Vorgehen bewährt, das den besonderen Charakter einer LLMOps-Plattform berücksichtigt – bei der die Qualitätsmessung im Mittelpunkt steht – und trotzdem beherrschbar bleibt.
01
Anwendungsfall und Qualitätsanspruch klären
Zuerst klären wir, welche KI-Funktion einen echten Mehrwert bietet und wie hoch der Anspruch an ihre Verlässlichkeit ist. Nur wenn Qualität geschäftlich zählt und messbar sein soll, rechtfertigt sich eine LLMOps-Plattform. Diese Ehrlichkeit steht am Anfang.
02
Testfälle definieren, bevor gebaut wird
Wir legen früh fest, woran gute Antworten erkennbar sind, und sammeln realistische Testfälle mit erwarteten Ergebnissen. Diese Grundlage macht jede spätere Prompt- oder Modelländerung messbar – und verhindert, dass Qualität dem Zufall überlassen bleibt.
03
Datenschutz und Datenflüsse vorab prüfen
Weil Prompts und Testdaten oft sensible Unternehmensinhalte enthalten, klären wir vor dem produktiven Einsatz Serverstandort, Datentransfer, AVV und die Wahl der Modelle – gemeinsam mit der Datenschutzbeauftragten. Das gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
04
Pilot mit klar umrissenem Anwendungsfall
Statt breit zu starten, setzen wir eine erste, gut abgegrenzte KI-Funktion um – idealerweise eine, deren Nutzen sichtbar und deren Fehler unkritisch ist. So entsteht Erfahrung mit der Plattform, ohne Risiko für geschäftskritische Abläufe.
05
Deployment, Monitoring und Rückkopplung
Erst wenn die Qualität in der Evaluierung stimmt, geht die Funktion in den Betrieb – mit aktivem Monitoring. Auffälligkeiten fließen zurück in neue Testfälle und Verbesserungen. So entsteht der geschlossene Kreis, der eine KI-Funktion dauerhaft verlässlich hält.

Was im laufenden Betrieb zählt

Nach dem Start verschiebt sich der Fokus vom Bauen auf das Betreiben. Zentrale Themen sind die Beobachtung der Aufrufe, das Erkennen von Qualitätsverschlechterungen und die bewusste Pflege der Prompts und Testfälle. Weil Vellum Aufrufe protokolliert und Qualität messbar macht, ist die Überwachung vergleichsweise komfortabel – man sieht, wie sich Nutzung, Kosten und Ergebnisqualität entwickeln. Besonders wertvoll ist, dass sich neue, im Betrieb aufgetauchte Problemfälle als zusätzliche Testfälle aufnehmen lassen: So wird das Testset mit der Zeit immer aussagekräftiger.
Gleichzeitig gilt: Auch eine gemanagte Plattform enthebt niemanden der Verantwortung für die eigene Anwendung. Ein Modell kann sich beim Anbieter ändern; ein neuer Datentyp kann Prompts aus dem Tritt bringen; Kosten können bei steigender Nutzung wachsen. Wir empfehlen, für geschäftskritische KI-Funktionen von Beginn an festzulegen, wer die fachliche Qualität verantwortet, wer im Fehlerfall reagiert und in welchem Rhythmus die Evaluierung wiederholt wird. Ohne diese Betriebsdisziplin verpufft der Vorteil einer LLMOps-Plattform.
Kapitel 08 · Praxis

Einsatz im deutschen Mittelstand

Hier die Szenarien, in denen INAGRO Vellum in Kundenprojekten am sinnvollsten eingesetzt sieht – jeweils dort, wo die Qualität einer KI-Funktion geschäftlich zählt und messbar sein muss. Allen gemeinsam: Sie gehen über den einmaligen Prototyp hinaus und verlangen verlässlichen Betrieb.

Kundenanfragen verstehen und einordnen

Eingehende Nachrichten werden per Sprachmodell klassifiziert, zusammengefasst und mit Antwortentwürfen versehen. Weil die Qualität hier sichtbar ist, zahlt sich die messbare Evaluierung besonders aus.

Schnellere, konsistente Antworten
Wissensgestützte Auskunft (RAG)

Eine Anwendung beantwortet Fragen auf Basis firmeneigener Dokumente – Handbücher, Richtlinien, Produktinformationen. Vellums Evaluierung macht messbar, wie zuverlässig die Antworten wirklich sind.

Wissen ohne langes Suchen
Dokumente auswerten und strukturieren

Aus Freitext, E-Mails oder Formularen werden strukturierte Felder extrahiert und geprüft. Ein mehrstufiger Workflow trennt Extraktion und Kontrolle, sodass Fehler auffangbar bleiben.

Struktur aus unstrukturiertem Text
Textentwürfe und Inhalte erzeugen

Produktbeschreibungen, Zusammenfassungen oder Entwürfe entstehen mit Modellunterstützung – nach festen Vorgaben. Der Prompt-Vergleich hilft, die zuverlässigste Formulierung zu finden.

Entwürfe in Sekunden statt Stunden
KI-Funktion im eigenen Produkt

Über API und SDK wird eine in Vellum entwickelte Funktion in die eigene Software eingebettet – ohne dass jede Prompt-Änderung ein neues Release erzwingt. Fachrollen pflegen die Inhalte, die Software nutzt sie.

KI als Produktmerkmal
Modellwechsel abgesichert vollziehen

Erscheint ein neues, günstigeres Modell, lässt sich per Evaluierung messen, ob die Qualität hält – bevor der Wechsel produktiv erfolgt. So werden Kosten gesenkt, ohne Verlässlichkeit zu riskieren.

Weniger Kosten, gleiche Qualität

Was diese Szenarien gemeinsam haben

Auffällig ist ein Muster: Vellum glänzt dort, wo die Qualität der KI-Antwort geschäftlich zählt und über die Zeit stabil bleiben muss. Sobald eine Aufgabe über eine einmalige Spielerei hinausgeht und in einen dauerhaften Prozess einzieht, spielt die Plattform ihre Stärke aus. Der Mehrwert entsteht weniger durch das reine Erzeugen von Text als durch die Sicherheit, dass die Funktion messbar gut ist und es auch bleibt. Für einfache, einmalige Aufgaben ohne Qualitätsanspruch ist die Plattform hingegen überdimensioniert.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Der Nutzen realisiert sich nur, wenn ein Team bereit ist, Qualität wirklich zu messen. Eine schlecht durchdachte KI-Funktion wird durch eine Plattform nicht besser – nur professioneller verwaltet. Und ein aufwendig aufgesetztes Testset, das niemand pflegt, ist verschwendete Mühe. Deshalb steht in unseren Projekten immer die ehrliche Frage nach Anwendungsfall, Qualitätsanspruch und den nötigen Kompetenzen vor dem Bau der ersten Funktion.

Vom Prototyp zur betriebenen KI-Landschaft

Ein typischer Verlauf: Es beginnt mit einer einzelnen KI-Funktion, die ein konkretes Problem löst. Schnell folgen weitere, weil der Nutzen sichtbar wird. Nach einigen Monaten existiert eine ganze Sammlung von Prompts, Workflows und Testsets – oft verteilt über mehrere Personen und Fachbereiche. Genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob KI zum verlässlichen Werkzeug oder zur unübersichtlichen Baustelle wird. Vellums Fokus auf Versionierung, Evaluierung und Zusammenarbeit ist genau für diese Skalierung gedacht.
Wir empfehlen daher, schon früh eine einfache Übersicht zu führen: Welche KI-Funktion erfüllt welchen Zweck, welche Datenquellen und Modelle nutzt sie, welche Daten verarbeitet sie, wer verantwortet ihre fachliche Qualität und in welchem Rhythmus wird sie evaluiert. Diese schlanke Dokumentation kostet wenig Aufwand, ist aber die Grundlage, um eine wachsende KI-Landschaft beherrschbar und datenschutzkonform zu halten – und um später fundiert über Konsolidierung oder Werkzeugwechsel zu entscheiden.
Stärken
  • Durchgängige Werkbank von Prototyp bis Betrieb
  • Systematische Evaluierung als Kernfunktion
  • Prompt-Vergleich über Modelle und Varianten
  • Anbieterunabhängigkeit bei Sprachmodellen
  • Visueller Workflow-Builder mit Code-Option
  • Monitoring von Aufrufen, Kosten und Qualität
  • Zusammenarbeit fachlicher und technischer Rollen
  • Einbettung ins eigene Produkt über API/SDK
  • Kein eigener Server nötig – gemanagte Cloud
  • Enterprise-Funktionen für Sicherheit und Governance
Einschränkungen
  • Für einfache Einzelfälle überdimensioniert
  • Kein Selbst-Hosting – reines Cloud-SaaS
  • US-Anbieter – Schrems-II-Restrisiko bleibt
  • Prompts/Testdaten oft mit sensiblen Inhalten
  • Modellkosten fallen zusätzlich beim Anbieter an
  • Nutzen nur mit gepflegter Evaluierung realisierbar
  • Keine breite Fach-App-Integration wie iPaaS
  • Betriebsdisziplin und klare Verantwortung nötig
  • Reifegrad des jungen Marktes bedenken
  • Kostenlogik will vor dem Skalieren kalkuliert sein
Kapitel 09 · Kosten & Datenschutz

Kosten, DSGVO und Datenhoheit

Zwei Themen entscheiden häufig über die Werkzeugwahl: die Kostenlogik und der Datenschutz. Bei Vellum ist beides eng mit dem Charakter als US-amerikanischer Cloud-Plattform verknüpft – und beim Datenschutz kommt erschwerend hinzu, dass Prompts und Testdaten oft sensible Unternehmensinhalte enthalten. Dieses Kapitel ordnet beides nüchtern ein – ohne konkrete Preiszahlen, die ohnehin schnell veralten.

Zur Kostenlogik zuerst: Vellum ist eine kommerzielle Plattform mit plan-basierter Abrechnung, typischerweise mit Stufen für unterschiedliche Nutzungsumfänge und Funktionsbedarfe. Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht, weil der Anbieter Pläne, Kontingente und Konditionen regelmäßig anpasst; sie sollten direkt beim Anbieter geprüft werden. Entscheidend ist ein zweiter, oft unterschätzter Punkt: Zur Plattformgebühr kommen die Kosten der eigentlichen Modellaufrufe beim jeweiligen Modell-Anbieter hinzu. Die Gesamtkosten einer KI-Anwendung setzen sich also aus mindestens zwei Bausteinen zusammen – der Plattform und der Modellnutzung.
Einstieg / Test
Begrenzt · zum Erproben
Kleiner Rahmen, um die Plattform kennenzulernen
  • Ideal, um Prompt-Vergleich und Evaluierung an einem ersten Anwendungsfall auszuprobieren. Umfang und Konditionen beim Anbieter prüfen.
Team-Plan
Plan-basiert · monatlich
Für kleinere Teams mit produktiven Anwendungen
  • Zusammenarbeit mehrerer Personen, Versionierung und Evaluierung im laufenden Betrieb. Modellkosten kommen separat hinzu.
Professional
Höheres Paket · monatlich
Mehr Durchsatz, erweiterte Funktionen
  • Für den produktiven Einsatz mit mehreren Anwendungen, höherem Volumen und erweiterten Betriebs- und Monitoring-Funktionen.
Enterprise
Individuell · auf Anfrage
Sicherheit, Rollen, Governance, ggf. EU-Optionen
  • Für Organisationen mit hohen Anforderungen an Sicherheit, Verwaltung und Datenschutz. Serverstandort, EU-Region und Vertragsdetails beim Anbieter klären.

Wie die Kosten entstehen

Der wichtigste Mechanismus: Die Gesamtkosten skalieren mit Nutzungsumfang und Modellwahl. Die Plattformgebühr richtet sich nach Plan und Funktionsbedarf; die Modellkosten steigen mit der Zahl und Länge der Aufrufe und mit der Wahl eines leistungsstärkeren – und damit teureren – Modells. Für den Mittelstand heißt das: Bei überschaubarem Volumen und bewusster Modellwahl bleiben die Kosten kalkulierbar; bei hohem Durchsatz oder dem reflexhaften Griff zum stärksten Modell können sie deutlich wachsen. Wir erstellen in Projekten daher standardmäßig eine Hochrechnung – erwartete Aufrufe, multipliziert mit den typischen Kosten pro Aufruf – und prüfen mithilfe der Evaluierung, ob ein günstigeres Modell die nötige Qualität ebenfalls erreicht. Genau hier wird die Qualitätsmessung zum unmittelbaren Kostenhebel.
Keine Rechtsberatung

Dieser Abschnitt liefert eine allgemeine Orientierung aus technischer und organisatorischer Sicht und stellt keine Rechtsberatung dar. Die konkrete datenschutzrechtliche Bewertung für Ihr Unternehmen kann nur Ihre Datenschutzbeauftragte oder eine fachkundige juristische Beratung vornehmen. Ziehen Sie für verbindliche Aussagen stets qualifizierten Rat hinzu.

Datenschutzrechtlich ist der zentrale Ausgangspunkt: Vellum ist eine Cloud-Plattform eines US-amerikanischen Anbieters. Bei der Nutzung fließen Daten durch dessen Cloud – und potenziell durch die Clouds der angebundenen Modell-Anbieter. Besonders heikel ist dabei, dass die verarbeiteten Inhalte hier selten harmlos sind: Prompts, angebundene Wissensquellen und Testdatensätze enthalten regelmäßig sensible Unternehmensdaten – interne Dokumente, Kundeninformationen, personenbezogene Angaben. Wo solche Daten verarbeitet werden, wird Vellum zum Auftragsverarbeiter, und es gelten die entsprechenden Anforderungen der DSGVO. Diese besondere Sensibilität verlangt größere Sorgfalt als bei einem reinen App-Verbinder.
Die wichtigsten Prüfpunkte

Wer Vellum datenschutzkonform einsetzen will, sollte die folgenden Punkte systematisch klären – idealerweise gemeinsam mit der Datenschutzbeauftragten, bevor produktive Anwendungen mit sensiblen oder personenbezogenen Daten laufen:

AVV abschließen
Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter prüfen und abschließen, bevor personenbezogene Daten verarbeitet werden
Serverstandort & EU-Region
Beim Anbieter klären, wo verarbeitet und gespeichert wird und ob eine EU-Region verfügbar ist – als datenschutzfreundlichere Option
US-Datentransfer
Übermittlung in die USA und die rechtliche Grundlage dafür bewerten – Schrems-II-Restrisiko bleibt
Prompts & Testdaten prüfen
Kritisch bewerten, welche sensiblen Inhalte in Prompts, Testfälle und Wissensquellen fließen – Datensparsamkeit konsequent anwenden
Modellwahl datenschutzbewusst
Anbindung an EU-basierte oder lokal betriebene Modelle als DSGVO-konformere Option prüfen, besonders bei sensiblen Daten
Datenflüsse kartieren
Lückenlos dokumentieren, welche Daten durch Plattform, angebundene Quellen und Modell-Anbieter fließen – Kette vollständig betrachten

Der US-Anbieter-Faktor und die Souveränitätsfrage

Als Unternehmen mit Sitz in den USA unterliegt Vellum grundsätzlich US-amerikanischem Recht. Auch wenn der Anbieter Schutzmaßnahmen und vertragliche Zusicherungen bietet, bleibt – wie bei allen US-Cloud-Diensten – ein rechtliches Restrisiko hinsichtlich behördlicher Zugriffsmöglichkeiten bestehen. Weil bei Vellum jedoch typischerweise sensiblere Inhalte im Spiel sind als bei einem einfachen App-Verbinder, wiegt dieser Punkt schwerer. Für viele Mittelständler ist das Risiko bei nicht hochsensiblen Daten, einer verfügbaren EU-Region und sauberer vertraglicher Grundlage tragbar. Für besonders schützenswerte Datenkategorien, für Berufsgeheimnisträger oder für Unternehmen mit hohen Souveränitätsanforderungen ist es dagegen ein gewichtiges Gegenargument – zumal Vellum als reine Cloud-Plattform kein Selbst-Hosting vorsieht.

Datenschutzfreundlichere Optionen und die Souveränitätsentscheidung

Es gibt mehrere Hebel, um Vellum datenschutzfreundlicher zu betreiben. Erstens die Nutzung einer EU-Region, falls der Anbieter sie anbietet – das verkürzt die Übermittlungswege und vereinfacht die rechtliche Bewertung. Zweitens ein sauberer Auftragsverarbeitungsvertrag als vertragliche Grundlage. Drittens – und oft am wirksamsten – die bewusste Wahl der Modelle: Wo es die Aufgabe erlaubt, kann die Anbindung an EU-basierte oder lokal betriebene Modelle verhindern, dass Inhalte an einen weiteren US-Dienst fließen. Viertens konsequente Datensparsamkeit: nur die wirklich nötigen Inhalte in Prompts und Testfälle aufnehmen und personenbezogene Angaben wo möglich anonymisieren oder weglassen.
Wenn Datenhoheit und Souveränität im Vordergrund stehen, ist die reine Cloud-Natur von Vellum ein struktureller Nachteil – ein Selbst-Hosting ist nicht vorgesehen. In solchen Fällen prüfen wir mit Kunden gezielt selbst-hostbare Alternativen wie Langflow oder Dify, bei denen die Plattform und die Daten in der eigenen Infrastruktur bleiben können. Das verlagert zwar den Aufwand auf Betrieb und Wartung, kann aber die datenschutzrechtliche Bewertung erheblich vereinfachen. Die Entscheidung ist letztlich eine Abwägung zwischen dem Betriebskomfort und den Betriebsfunktionen einer gemanagten Plattform und der Kontrolle über die eigenen Daten – und sollte gerade wegen der oft sensiblen Prompts und Testdaten bewusst und mit der Datenschutzbeauftragten getroffen werden.
Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu Vellum

Diese Fragen tauchen in unseren Beratungs­gesprächen am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet.

Was ist Vellum in einem Satz?
Vellum ist eine LLMOps-Plattform für die Entwicklung, das Testen und den Betrieb von Anwendungen mit großen Sprachmodellen: Sie vereint Prompt-Engineering und -Vergleich, einen Workflow-Builder für mehrstufige KI-Abläufe, die systematische Evaluierung der Antwortqualität sowie Deployment und Monitoring in einer durchgängigen Werkbank – von Prototyp bis Produktion.
Was bedeutet „LLMOps“ konkret?
LLMOps steht für die Disziplin, Anwendungen mit großen Sprachmodellen nicht nur zu bauen, sondern über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg beherrschbar zu machen – analog zu „DevOps“ in der Softwareentwicklung. Dazu gehören das strukturierte Entwickeln von Prompts, das messbare Testen der Qualität, das kontrollierte Ausrollen und die laufende Überwachung im Betrieb. Vellum will genau diesen Zyklus in einer Umgebung abbilden.
Brauche ich Programmierkenntnisse für Vellum?
Für viele Aufgaben nicht: Prompt-Vergleich, Evaluierung und der visuelle Workflow-Builder sind grafisch bedienbar, sodass auch fachliche Rollen mitarbeiten können. Für anspruchsvolle Abläufe oder eigene Logik in einzelnen Schritten sowie für die Einbettung in die eigene Software über API und SDK ist technisches Wissen von Vorteil. Der bewusste Anspruch von Vellum ist, fachliche und technische Rollen zusammenzubringen.
Wie unterscheidet sich Vellum von LangChain, Langflow und Dify?
LangChain ist ein reines Code-Framework für Entwickler – maximale Freiheit, aber alles selbst zu bauen, inklusive Test- und Betriebsstrukturen. Langflow und Dify sind visuelle, quelloffene und meist selbst-hostbare Baukästen. Vellum ist eine kommerzielle Cloud-Plattform, die den gesamten Lebenszyklus abdeckt und ihren Schwerpunkt bewusst auf Evaluierung, Zusammenarbeit und Monitoring legt. Die Wahl hängt von Kompetenzen, Betriebswunsch und Datenschutzanforderungen ab.
Was macht die Evaluierung so wichtig?
Sie ist der Unterschied zwischen Basteln und Ingenieurarbeit. Statt eine Prompt- oder Modelländerung nur an einem Beispiel zu prüfen, misst man sie gegen einen Satz definierter Testfälle. So wird sichtbar, ob eine Änderung wirklich besser ist – und ob sie an anderer Stelle etwas verschlechtert. Erst diese Messbarkeit macht eine KI-Funktion geschäftlich verlässlich und erlaubt es zum Beispiel, einen Modellwechsel abgesichert zu vollziehen.
Was ist RAG und unterstützt Vellum es?
RAG steht für abrufgestützte Generierung: Bevor das Modell antwortet, werden passende Informationen aus einer eigenen Wissensquelle – etwa Dokumenten oder Datenbanken – herausgesucht und dem Modell als Kontext mitgegeben. So antwortet es auf Basis der tatsächlichen Unternehmensinhalte statt aus allgemeinem Training. Vellum unterstützt dieses Muster über den Workflow-Builder; die Qualität lässt sich mit der Evaluierung messbar machen.
Kann ich Vellum selbst hosten?
Nein. Vellum ist eine gehostete Cloud-Plattform; ein Selbst-Hosting im eigenen Rechenzentrum ist nicht vorgesehen. Für größere Organisationen gibt es in der Regel erweiterte Enterprise-Optionen, und es lohnt sich, beim Anbieter zu klären, ob eine EU-Region verfügbar ist. Wenn Selbst-Hosting aus Souveränitäts- oder Datenschutzgründen zwingend ist, kommen eher selbst-hostbare Alternativen wie Langflow oder Dify in Frage.
Wie steht es um den Datenschutz bei Vellum?
Vellum ist eine Cloud-Plattform eines US-amerikanischen Anbieters, durch die Prompts, Testdaten und angebundene Inhalte fließen – oft sensible Unternehmensdaten. Für einen DSGVO-konformen Einsatz sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag, die Prüfung von Serverstandort und EU-Region, die Bewertung des US-Datentransfers, eine datenschutzbewusste Modellwahl und konsequente Datensparsamkeit zentral. Wichtig: Das ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung – ziehen Sie für verbindliche Aussagen Ihre Datenschutzbeauftragte hinzu.
Warum sind Prompts und Testdaten datenschutzrechtlich heikel?
Weil sie selten harmlos sind. Ein guter Prompt enthält oft konkrete fachliche Beispiele, angebundene Wissensquellen bestehen aus internen Dokumenten, und Testfälle bilden reale Situationen ab – all das kann Kunden- oder personenbezogene Daten enthalten. Anders als beim reinen Verbinden zweier Apps landen hier also regelmäßig schützenswerte Inhalte in der Cloud. Deshalb empfehlen wir besondere Sorgfalt: Datensparsamkeit, Anonymisierung wo möglich und eine bewusste Prüfung jedes Testsets.
Wie werden die Kosten bei Vellum berechnet?
Vellum rechnet plan-basiert ab, meist mit Stufen für unterschiedliche Nutzungsumfänge und Funktionsbedarfe. Wichtig: Zur Plattformgebühr kommen die Kosten der eigentlichen Modellaufrufe beim jeweiligen Modell-Anbieter hinzu. Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht, da der Anbieter sie regelmäßig anpasst; sie sollten direkt beim Anbieter geprüft werden. Vor dem Skalieren lohnt eine Hochrechnung – und die Evaluierung hilft zu prüfen, ob ein günstigeres Modell dieselbe Qualität erreicht.
Was kostet eine Vellum-Einführung mit INAGRO?
Das hängt vom Umfang ab. Eine fokussierte Einführung mit Anwendungsfall- und Qualitätsanalyse, Aufbau der ersten KI-Funktion samt Testfällen, Datenschutz-Check, Kosten-Hochrechnung und Wissenstransfer an Ihr Team ist deutlich schlanker als ein umfassendes KI-Programm über mehrere Anwendungen hinweg. Statt einer pauschalen Zahl machen wir Ihnen nach einem Erstgespräch ein konkretes, transparentes Angebot – inklusive einer ehrlichen Einschätzung, ob Vellum für Ihren Anwendungsfall das passende Werkzeug ist oder ob eine Alternative besser passt.

KI strategisch angehen

Bereit, aus dem KI-Prototyp eine verlässliche Anwendung zu machen?

Von der Anwendungsfall-Analyse über Prompt-Design und Evaluierung bis zum überwachten Produktivbetrieb – INAGRO begleitet Sie auf jedem Schritt. Mit ehrlicher Beratung, klarem Erwartungsmanagement bei Kosten und Datenschutz und der Erfahrung, wann Vellum passt und wann eine Alternative besser ist. Pragmatisch, strukturiert und mit messbarem Ergebnis.

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