Wissensdatenbank · Automatisierung · No-Code

Make – visual automation for complex processes.

Make (formerly Integromat) is a visual, no-code automation platform where entire business processes can be created as graphical flows – step by step, from left to right, without any programming. Where simple trigger-action tools reach their limits, Make demonstrates its strength: branched logic, loops, data transformations, and hundreds of app integrations all on a single workspace. For mid-sized businesses, positioned between an entry-level tool and a full-fledged developer platform, Make is often the perfect middle ground.

18 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juni 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
Make (ehemals Integromat)
Make / Celonis · Prag, Tschechien (EU)
Ursprung
Integromat (2016), Rebrand 2022
Typ
Visuelle No-Code-Automatisierung
Abrechnung
Operations-basiert (Tarif-Stufen)
App-Anbindungen
2.000+ plus generisches HTTP/API
EU-Datenresidenz
EU-Region wählbar
Betrieb
SaaS (Cloud)
INAGRO Eignung Mittelstand
Kapitel 01 · Überblick

Was ist Make – und für wen lohnt es sich?

Make ist eine visuelle No-Code-Automatisierungsplattform, mit der Unternehmen Aufgaben zwischen verschiedenen Anwendungen automatisch ablaufen lassen – ohne eine Zeile Code zu schreiben. Statt Programmcode zu tippen, ziehen Anwenderinnen und Anwender sogenannte Module auf eine Arbeitsfläche, verbinden sie mit Linien und legen so fest, was wann passieren soll. Die Plattform ging 2016 als Integromat an den Start und wurde 2022 unter dem Namen „Make“ neu positioniert; betrieben wird sie heute aus der EU heraus, mit dem Mutterhaus im Umfeld von Celonis.

Der entscheidende Unterschied zu einfacheren Werkzeugen: Make denkt in Abläufen, nicht in einzelnen Regeln. Ein klassisches „Wenn dies, dann das“ lässt sich überall bauen. Sobald ein Prozess aber mehrere Schritte, Bedingungen, Schleifen oder Datenumwandlungen umfasst, brauchen viele Werkzeuge Workarounds – bei Make ist das der Normalfall. Genau hier liegt die Positionierung: Make ist mächtiger und flexibler als die einfachsten Trigger-Aktion-Tools, aber zugänglicher als eine reine Entwickler- oder Integrationsplattform, die Programmierkenntnisse voraussetzt.
Drei Eigenschaften definieren Make:
  • Visueller Szenario-Editor – jeder Ablauf wird als grafisches Diagramm sichtbar. Module, Verzweigungen und Datenflüsse sind auf einen Blick erkennbar, was komplexe Prozesse nachvollziehbar und wartbar macht – auch für Personen, die den Ablauf nicht selbst gebaut haben.
  • Tiefe statt nur Breite – Make bietet nicht nur viele App-Anbindungen, sondern auch echte Logik: Router für Verzweigungen, Iteratoren und Aggregatoren für Listen, Filter, Fehlerbehandlung und eine eigene Formel- und Funktionssprache zum Umformen von Daten.
  • Operations-basierte Abrechnung – Make rechnet nicht pro Nutzer, sondern pro ausgeführter Aktion (Operation). Das macht die Plattform für viele Szenarien günstig, verlangt aber ein bewusstes Erwartungsmanagement, weil die Kosten mit dem Datenvolumen mitwachsen.

Für welche Unternehmen Make besonders passt

Aus unserer Projekterfahrung profitieren vor allem mittelständische Unternehmen, die bereits mehrere Cloud-Anwendungen im Einsatz haben – etwa ein CRM, ein E-Mail-Marketing-Tool, eine Buchhaltungssoftware und einen Cloud-Speicher – und diese Systeme miteinander sprechen lassen wollen. Wo Daten heute noch manuell von einem System ins andere kopiert werden, setzt Make an. Die Plattform eignet sich besonders dort, wo die Abläufe zu komplex für ein simples Verknüpfungstool, aber nicht groß genug für ein eigenes Entwicklungsprojekt sind.

Wo Make an Grenzen stößt

Make ist kein Allheilmittel. Bei sehr großen Datenmengen, bei extrem niedrigen Latenzanforderungen oder bei Prozessen, die eng an interne Systeme ohne API gekoppelt sind, kommen klassische Integrations- oder Entwicklungslösungen ins Spiel. Auch wer eine Plattform vollständig selbst betreiben (on-premises hosten) möchte, findet bei Make als reinem SaaS-Angebot keine Standardlösung – hier sind quelloffene Alternativen näher dran. Die Plattform ist also bewusst als Werkzeug für die „mittlere Komplexität“ zu verstehen, in der sie ihre Stärken voll ausspielt.
INAGRO-Einschätzung

Für mittelständische Unternehmen mit gewachsener Cloud-Landschaft ist Make häufig der pragmatische Mittelweg zwischen einem zu simplen Verknüpfungstool und einer überdimensionierten Integrationsplattform. Wer mehrstufige Abläufe mit Verzweigungen und Datenumwandlungen braucht, bekommt mit Make sehr viel Mächtigkeit zu überschaubaren Einstiegskosten. Der typische Stolperstein ist nicht die Technik, sondern die Erwartungshaltung: Die operations-basierte Abrechnung wird unterschätzt, und komplexe Szenarien werden ohne Fehlerbehandlung gebaut. Beides lässt sich mit einer sauberen Erstkonzeption vermeiden – und genau dort setzen wir in unseren Projekten an.

Kapitel 02 · Kernkonzepte

Die Bausteine von Make verstehen

Wer Make einschätzen will, muss seine Grundbegriffe kennen. Anders als bei reinen Trigger-Aktion-Tools besteht Make aus mehreren klar benannten Bausteinen, die zusammen die Mächtigkeit der Plattform ausmachen. Diese Konzepte sind die gemeinsame Sprache jedes Make-Projekts.

Szenario
Grundeinheit

Das Szenario ist der komplette Ablauf – vergleichbar mit einem Workflow oder einer Pipeline. Es startet mit einem Auslöser und führt die nachfolgenden Schritte automatisch aus. Ein Unternehmen betreibt typischerweise viele Szenarien parallel.

RolleKompletter Ablauf
StartAuslöser-Modul
SichtbarkeitGrafisch auf Canvas
AnzahlBeliebig viele
Modul
Einzelschritt

Jeder einzelne Schritt im Szenario ist ein Modul – etwa „neue Zeile in Tabelle anlegen“ oder „E-Mail senden“. Module gehören jeweils zu einer angebundenen App und werden als runde Knoten auf der Arbeitsfläche dargestellt.

RolleEinzelne Aktion
TypenAuslöser, Aktion, Suche
VerbindungPer Linie verknüpft
ZählungVerbraucht Operations
Router
Verzweigung

Der Router teilt einen Ablauf in mehrere Pfade auf – ähnlich einer Weiche. Mit Filtern an jedem Pfad lässt sich steuern, welcher Zweig wann durchläuft. So entstehen Wenn-dann-Verzweigungen mit beliebig vielen Ausgängen.

RolleMehrere Pfade
SteuerungFilter pro Pfad
AnwendungBedingte Logik
KomplexitätMittel
Iterator & Aggregator
Listen

Der Iterator zerlegt eine Liste in einzelne Elemente und verarbeitet sie nacheinander – etwa jede Position einer Bestellung. Der Aggregator fasst Ergebnisse wieder zusammen. Zusammen bilden sie Schleifenlogik ab, die einfache Tools nicht beherrschen.

IteratorListe aufteilen
AggregatorDaten bündeln
AnwendungMengen verarbeiten
BesonderheitEchte Schleifen
Filter & Datenstrukturen
Logik

Filter sitzen zwischen Modulen und lassen nur passende Daten weiterfließen. Datenstrukturen, Variablen und Mapping bestimmen, wie Informationen von Modul zu Modul übergeben und umgeformt werden – das Rückgrat jeder sauberen Automatisierung.

FilterBedingtes Weiterleiten
MappingFelder zuordnen
FunktionenText, Zahlen, Datum
LernkurveSpürbar vorhanden
Operation
Abrechnung

Jede Ausführung eines Moduls zählt als eine Operation – die zentrale Abrechnungseinheit von Make. Wie viele Operations ein Szenario verbraucht, hängt von der Zahl der Module und der verarbeiteten Datensätze ab. Das Verständnis dieser Einheit ist für die Kostenplanung entscheidend.

Definition1 Modul-Ausführung
TreiberModule × Datensätze
RelevanzKostenrelevant
PlanungVorab abschätzbar

Wie die Bausteine zusammenspielen

In der Praxis entsteht ein Szenario fast immer nach demselben Muster: Ein Auslöser-Modul startet den Ablauf – etwa eine neue Formularzusendung oder eine eingehende Bestellung. Danach folgen Aktions- und Suchmodule, die Daten holen, anlegen oder verändern. Dazwischen sorgen Filter dafür, dass nur relevante Datensätze weiterlaufen, und ein Router verzweigt den Ablauf, wenn unterschiedliche Fälle unterschiedlich behandelt werden müssen. Wo Listen verarbeitet werden, kommen Iterator und Aggregator ins Spiel. Das macht den entscheidenden Unterschied: Komplexe Geschäftslogik, die anderswo mehrere verkettete Mini-Automatisierungen erfordert, lässt sich bei Make in einem einzigen, übersichtlichen Szenario abbilden.

Datentransformation als unterschätzte Stärke

Ein oft übersehener Vorteil ist die eingebaute Funktionssprache von Make. Texte zusammensetzen, Datumsformate umrechnen, Zahlen runden, Felder bedingt befüllen, JSON parsen – all das geschieht direkt im Mapping, ohne externe Hilfsmittel. Damit lassen sich Daten zwischen Systemen sauber anpassen, deren Formate eigentlich nicht zueinander passen. Diese „Klebeschicht“ zwischen unterschiedlichen Anwendungen ist in vielen Mittelstandsprojekten der eigentliche Mehrwert: Sie ersetzt manuelle Nachbearbeitung und vermeidet Datenfehler bei der Übergabe.
Kapitel 03 · Visueller Editor

Der Editor: komplexe Flows sichtbar machen

Das Herzstück von Make ist sein visueller Editor. Während viele Konkurrenzprodukte Abläufe als Liste von Schritten von oben nach unten darstellen, arbeitet Make mit einer freien Arbeitsfläche, auf der Module als Knoten platziert und mit Linien verbunden werden. Dieser Unterschied klingt kosmetisch, ist aber der zentrale Grund, warum Make komplexe Prozesse besser handhabbar macht.

Knoten-Logik statt Liste

Module liegen frei auf dem Canvas und sind durch Linien verbunden. Verzweigungen, parallele Pfade und Schleifen werden räumlich dargestellt – wie eine Landkarte des Prozesses. Das macht auch verschachtelte Abläufe nachvollziehbar.

Komplexität bleibt lesbar
Live-Ausführung sichtbar

Beim Testlauf zeigt Make, wie Daten durch die Module fließen – mit Blasen, die den Durchlauf visualisieren. Jeder Schritt lässt sich einzeln inspizieren: Welche Daten kamen rein, welche gingen raus. Das beschleunigt die Fehlersuche erheblich.

Debugging in Minuten
Drag-and-drop-Aufbau

Neue Module werden per Klick angehängt, App-Verbindungen über geführte Dialoge eingerichtet. Felder werden per Mapping-Panel aus vorherigen Schritten übernommen. Der Aufbau ist visuell und erfordert keine Syntaxkenntnisse.

Ohne Code nutzbar

Stärke: Was der Editor besser kann als die Konkurrenz

Der große Vorteil des Make-Editors zeigt sich bei mehrstufigen Prozessen mit Bedingungen. Stellen Sie sich einen Bestellprozess vor, bei dem je nach Bestellwert, Land und Kundentyp unterschiedliche Schritte folgen: Rechnung erstellen, Lager benachrichtigen, bei hohem Wert eine manuelle Freigabe anstoßen, bei Auslandsbestellungen zusätzliche Dokumente erzeugen. In einem listenbasierten Tool entsteht daraus ein unübersichtliches Geflecht aus verketteten Einzelautomatisierungen. Im Make-Editor ist derselbe Prozess ein einziges Diagramm, in dem ein Router die Pfade aufteilt und jeder Zweig sichtbar seine eigene Logik trägt. Wer den Prozess später anpassen muss, sieht sofort, wo er ansetzen muss.

Lernkurve und Praxistauglichkeit

Ehrlich gesagt hat die Mächtigkeit ihren Preis: Make ist nicht das einfachste Werkzeug am Markt. Wer nur eine simple Benachrichtigung einrichten will, ist mit einem reinen Trigger-Aktion-Tool schneller. Die Konzepte von Router, Iterator, Aggregator und Mapping wollen verstanden werden, und die Funktionssprache verlangt etwas Einarbeitung. In unseren Projekten zeigt sich aber: Nach einer kurzen Schulung sind auch Mitarbeitende ohne IT-Hintergrund in der Lage, eigene Szenarien zu pflegen und kleinere Anpassungen vorzunehmen. Die visuelle Darstellung senkt die Hürde deutlich, weil der Prozess eben sichtbar bleibt und nicht in Code versteckt ist. Für den Mittelstand bedeutet das: Eine Fachabteilung kann nach der Einführung viele Automatisierungen selbst betreuen, ohne dauerhaft auf externe Entwickler angewiesen zu sein.

Versionierung, Wartung und Zusammenarbeit

Mit zunehmender Zahl von Szenarien wird die Pflege zum Thema. Make bietet hierfür Ordnerstrukturen, eine Klon-Funktion zum Wiederverwenden von Vorlagen sowie Mechanismen zum Exportieren und Importieren von Szenarien. In Team-Tarifen lassen sich Rollen und Zugriffsrechte vergeben, sodass nicht jede Person jedes Szenario verändern kann. Für eine saubere Governance empfehlen wir, von Anfang an Namenskonventionen, eine klare Ordnerstruktur und dokumentierte Verantwortlichkeiten festzulegen – sonst entsteht über die Zeit ein Wildwuchs an Szenarien, den niemand mehr überblickt. Diese organisatorische Disziplin ist in der Praxis genauso wichtig wie die technische Umsetzung.
Kapitel 04 · App-Ökosystem & API

App-Anbindungen und der HTTP/API-Joker

Eine Automatisierungsplattform ist nur so gut wie die Systeme, die sie verbinden kann. Make bringt mehrere tausend vorgefertigte App-Anbindungen mit – und für alles, was darüber hinausgeht, einen universellen HTTP-Baustein, der praktisch jede webbasierte Schnittstelle erreichbar macht. Diese Kombination aus Breite und Flexibilität ist eines der stärksten Argumente für die Plattform.

Vorgefertigte Konnektoren

Für gängige Anwendungen – CRM, E-Mail-Marketing, Buchhaltung, Projektmanagement, Cloud-Speicher, Datenbanken, Messenger – stehen fertige Module bereit. Die Authentifizierung läuft über geführte Dialoge, ohne dass man sich um technische Details kümmern muss.

Schneller Standardanschluss
HTTP-Modul als Universalschlüssel

Gibt es für eine Anwendung keinen fertigen Konnektor, schlägt das generische HTTP-Modul die Brücke: Es spricht jede REST- oder Web-API direkt an. Damit lassen sich auch Nischen- und Branchensysteme einbinden, solange sie eine Schnittstelle bereitstellen.

Praktisch grenzenlos
Webhooks in beide Richtungen

Make kann eingehende Webhooks empfangen, um sofort auf Ereignisse anderer Systeme zu reagieren, und ausgehende Anfragen senden. So entstehen Echtzeit-Abläufe statt zeitgesteuerter Abfragen – wichtig für reaktionsschnelle Prozesse.

Echtzeit-Auslöser

Warum das HTTP-Modul den Unterschied macht

Die Zahl der vorgefertigten Konnektoren ist bei allen großen Automatisierungsplattformen hoch und ändert sich laufend – sie allein ist kaum ein belastbares Unterscheidungsmerkmal. Entscheidend ist, was passiert, wenn der gesuchte Konnektor fehlt. Genau hier punktet Make: Das HTTP-Modul macht jede offene Web-Schnittstelle erreichbar, und mit etwas API-Verständnis lassen sich damit auch Systeme einbinden, für die es nie einen fertigen Baustein geben wird. In Mittelstandsprojekten ist das oft der entscheidende Faktor, denn gerade Branchen- und Speziallösungen werden selten von Automatisierungsanbietern offiziell unterstützt. Wer das HTTP-Modul beherrscht, ist nicht auf die Roadmap des Anbieters angewiesen.

Eigene Bausteine und Wiederverwendbarkeit

Über das HTTP-Modul hinaus erlaubt Make das Bauen wiederverwendbarer Strukturen: häufig genutzte Teilabläufe lassen sich als Vorlagen ablegen, Datenstrukturen einmal definieren und mehrfach einsetzen, und über Datenspeicher (Data Stores) können Szenarien Zustände und Zwischenergebnisse über Läufe hinweg festhalten. Für wiederkehrende Muster – etwa eine standardisierte Fehlerbenachrichtigung oder eine einheitliche Adressprüfung – bedeutet das weniger Doppelarbeit und konsistentere Ergebnisse über alle Szenarien hinweg. Diese Wiederverwendbarkeit ist es, die Make von einem Bastelwerkzeug zu einer tragfähigen Automatisierungsbasis macht.
Praxis-Tipp

Bevor Sie ein Tool nach der reinen Konnektor-Liste auswählen, prüfen Sie die zwei oder drei Systeme, die für Ihren Prozess wirklich zählen. Oft entscheidet nicht die Gesamtzahl der Anbindungen, sondern ob ausgerechnet Ihr Branchensystem unterstützt wird – und falls nicht, ob es eine offene API hat, die sich über das HTTP-Modul ansprechen lässt. Genau diese Vorabprüfung übernehmen wir in unseren Automatisierungsprojekten, bevor eine Plattformentscheidung fällt.

Kapitel 05 · Marktvergleich

Make im Vergleich zu Zapier, Power Automate und n8n

Make bewegt sich in einem dicht besetzten Markt. Die wichtigste Abgrenzung verläuft entlang einer einzigen Achse: Mächtigkeit gegen Einfachheit. Diese Übersicht ordnet die vier am häufigsten verglichenen Plattformen herstellerneutral ein – ohne die Behauptung, dass eine davon pauschal „die beste“ wäre.

Kriterium Make Zapier Power Automate n8n
Visueller Editor Knoten-Canvas Linear/listenartig Schritt-Liste Knoten-Canvas
Komplexe Logik Sehr stark Begrenzt Stark Sehr stark
Einsteigerfreundlich Mittlere Kurve Sehr einfach Mittel Eher technisch
Microsoft-365-Nähe Über Konnektor Über Konnektor Nativ integriert Über Konnektor
Selbst-Hosting SaaS only SaaS only Cloud (MS) Self-Host möglich
HTTP/eigene API Universalmodul Eingeschränkt HTTP-Aktion Code & HTTP
EU-Datenresidenz EU-Region wählbar Eingeschränkt EU-Region Self-Host = volle Kontrolle
Abrechnungslogik Operations Tasks (pro Aktion) Pro Nutzer/Flow Ausführungen / Self-Host
Typische Stärke Mächtigkeit & Preis-Leistung Einfachheit & App-Breite M365-Ökosystem Kontrolle & Souveränität

Make gegen Zapier: Mächtigkeit gegen Einfachheit

Der klassischste aller Vergleiche. Zapier ist der Inbegriff der Einfachheit: Wer eine geradlinige „Wenn dies, dann das“-Automatisierung in wenigen Minuten einrichten will, ist dort oft schneller und intuitiver unterwegs. Sobald aber Verzweigungen, Schleifen oder umfangreiche Datenumwandlungen ins Spiel kommen, stößt dieser Ansatz an Grenzen – und Make spielt seine Stärken aus. Vereinfacht gesagt: Zapier ist die bessere Wahl für viele einfache Automatisierungen, Make für wenige, aber komplexe. Auch wirtschaftlich verschiebt sich das Bild: Bei datenintensiven, mehrstufigen Abläufen ist Make durch das operations-basierte Modell häufig günstiger, während Zapier bei wenigen, einfachen Aufgaben sehr attraktiv bleibt.

Make gegen Power Automate und n8n

Power Automate ist Microsofts Automatisierungswerkzeug und spielt seine Stärke dort aus, wo ein Unternehmen ohnehin tief im Microsoft-365-Ökosystem steckt: Die Integration in Teams, SharePoint, Outlook und die übrige Microsoft-Welt ist nativ und nahtlos. Wer dagegen viele Nicht-Microsoft-Systeme verbindet, empfindet Make oft als flexibler und den Editor als angenehmer. n8n ist Make am ähnlichsten – ein ebenfalls knotenbasierter Editor mit hoher Mächtigkeit. Der entscheidende Unterschied: n8n lässt sich selbst hosten und ist quelloffen, was für Unternehmen mit hohen Souveränitäts- oder Datenschutzanforderungen attraktiv ist. Dafür ist n8n technischer und verlangt mehr IT-Kompetenz im Betrieb. Make nimmt dem Kunden den Betrieb als SaaS vollständig ab – ein Komfort, der gerade kleineren Mittelständlern ohne eigene IT-Mannschaft entgegenkommt.

Die ehrliche Einordnung

Es gibt keine pauschal richtige Wahl. Aus unserer Beratungspraxis ergibt sich eine grobe Faustregel: Zapier für maximale Einfachheit und viele kleine Automatisierungen, Power Automate bei starker Microsoft-365-Bindung, n8n bei Bedarf an Selbst-Hosting und Datensouveränität, und Make als Mittelweg für anspruchsvolle, mehrstufige Abläufe mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und ohne Betriebsaufwand. Welche Plattform am Ende passt, hängt weniger vom Funktionsumfang als vom konkreten Prozess, der vorhandenen IT-Kompetenz und der Systemlandschaft ab.
Kapitel 06 · Praxis

Anwendungsfälle im deutschen Mittelstand

Hier die sechs Szenarien, in denen INAGRO Make in Kundenprojekten am häufigsten erfolgreich eingesetzt hat – jeweils mit realistischer Einordnung des Nutzens. Die genannten Wirkungen sind Erfahrungswerte, keine Garantie; der tatsächliche Effekt hängt vom Ausgangsprozess ab.

Datensynchronisation zwischen Systemen

Neue Kontakte aus dem CRM landen automatisch im E-Mail-Marketing-Tool, in der Buchhaltung und in der Projektsoftware – konsistent und ohne manuelles Übertragen. Bei jeder Änderung gleicht Make die Systeme ab und vermeidet doppelte oder veraltete Datensätze.

Schluss mit Copy-Paste
Lead- und Anfrage-Verarbeitung

Formularzusendungen von der Website werden geprüft, dem richtigen Vertriebsmitarbeiter zugeordnet, ins CRM geschrieben und mit einer automatischen Eingangsbestätigung beantwortet – sekundengenau und rund um die Uhr, ohne dass eine Anfrage liegen bleibt.

Reaktionszeit drastisch kürzer
Auftrags- und Rechnungsworkflows

Eingehende Bestellungen lösen automatisch Folgeschritte aus: Rechnung erstellen, Lager benachrichtigen, Auftragsbestätigung versenden, Eintrag im Dashboard. Per Router werden Sonderfälle wie Auslandsaufträge oder hohe Beträge getrennt behandelt.

Weniger Medienbrüche
Benachrichtigungen & Eskalationen

Wichtige Ereignisse – ein verzögerter Auftrag, ein kritisches Ticket, ein unterschrittener Lagerbestand – lösen gezielte Meldungen an die richtigen Personen aus, über E-Mail, Chat oder Messenger. Eskalationsstufen sorgen dafür, dass nichts untergeht.

Nichts fällt durchs Raster
Dokumenten- und Dateiverarbeitung

Eingehende Dokumente werden umbenannt, in die richtige Cloud-Ablage sortiert, in Tabellen erfasst und an Folgesysteme übergeben. Mit dem Iterator lassen sich auch Stapel von Dateien strukturiert abarbeiten – etwa Monats-Belege oder Lieferdokumente.

Ordnung ohne Handarbeit
Zeitgesteuerte Routine-Aufgaben

Wiederkehrende Aufgaben laufen nach Zeitplan: nächtlicher Datenexport, wöchentlicher Reporting-Versand, monatliche Bereinigung von Datenbeständen, regelmäßige Synchronisation mit Partnersystemen. Make übernimmt sie zuverlässig und protokolliert jeden Lauf.

Routine läuft von selbst

Vom Einzelfall zur Prozessautomatisierung

In der Praxis beginnt fast jedes Make-Projekt mit einem einzelnen, klar umrissenen Schmerzpunkt – etwa der manuellen Übertragung von Leads. Sobald dieser erste Ablauf läuft, entsteht schnell der Wunsch nach weiteren. Genau hier liegt die Chance und das Risiko zugleich: Make skaliert hervorragend von der einzelnen Automatisierung hin zu einem ganzen Netz aufeinander abgestimmter Szenarien. Damit daraus kein unkontrollierter Wildwuchs wird, empfehlen wir, von Beginn an in Prozessen statt in Einzelautomatisierungen zu denken und die wichtigsten Abläufe gemeinsam zu priorisieren.

Realistische Erwartung an den Nutzen

Make spart dort am meisten, wo heute viel manuell zwischen Systemen hin- und herkopiert wird, wo Daten mehrfach erfasst werden oder wo Reaktionszeiten leiden, weil niemand permanent ein Postfach im Blick hat. Der Nutzen liegt nicht nur in der eingesparten Zeit, sondern auch in der gestiegenen Datenqualität und der Verlässlichkeit: Automatisierte Abläufe vergessen nichts und machen keine Tippfehler. Weniger geeignet ist Make für Prozesse, die viel menschliches Urteilsvermögen, Verhandlung oder kreative Arbeit erfordern – hier unterstützt Automatisierung höchstens am Rand.
Kapitel 07 · Datenstandort

Datenstandort und EU-Hosting

Für deutsche und europäische Unternehmen ist die Frage, wo ihre Daten verarbeitet und gespeichert werden, oft entscheidend. Make hat hier einen relevanten Vorteil gegenüber manchen rein US-amerikanischen Anbietern: Es lässt sich eine EU-Region als Datenstandort wählen, und das Unternehmen selbst ist in der EU beheimatet.

Datenstandort im Überblick

Die folgenden Punkte fassen die wesentlichen Aspekte rund um Datenstandort und Hosting zusammen. Sie ersetzen keine individuelle Prüfung, geben aber eine fundierte Orientierung für die Plattformbewertung.

EU-Region wählbar
Make bietet die Möglichkeit, eine europäische Region als Verarbeitungs- und Speicherort zu wählen
Firmensitz EU
Das Unternehmen ist in Tschechien und damit innerhalb der EU beheimatet
Betriebsmodell
Reiner SaaS-Betrieb – kein Selbst-Hosting beim Kunden vorgesehen
Auftragsverarbeitung
Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist Grundlage für den DSGVO-konformen Einsatz
Datentransit
Daten fließen durch alle angebundenen Apps – deren Standorte sind separat zu prüfen
Region prüfen
Die konkrete Region wird bei der Konto-Einrichtung festgelegt und sollte bewusst gewählt werden

Warum die EU-Region allein nicht alles ist

Die Wahl einer EU-Region für Make ist ein wichtiger Baustein – aber sie betrifft zunächst nur die Verarbeitung innerhalb der Make-Plattform selbst. Entscheidend ist zu verstehen, dass eine Automatisierung naturgemäß Daten zwischen mehreren Systemen bewegt. Wenn Make Kundendaten aus einem CRM liest und in ein US-amerikanisches E-Mail-Tool schreibt, dann verlassen diese Daten am Ende den europäischen Raum – unabhängig davon, in welcher Region Make selbst läuft. Der Datenschutz einer Automatisierung ist immer nur so stark wie das schwächste Glied der Kette. Die EU-Region von Make ist also eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für einen durchgehend europäischen Datenfluss.

Was das für die Praxis bedeutet

In der Beratung betrachten wir deshalb nie nur die Automatisierungsplattform isoliert, sondern den gesamten Datenfluss: Welche personenbezogenen Daten werden bewegt? Durch welche Systeme laufen sie? Wo sitzen diese Systeme, und welche Verträge bestehen mit ihren Anbietern? Erst diese Gesamtsicht erlaubt eine belastbare Aussage zur Datenschutzkonformität. Die gute Nachricht: Mit der EU-Region als Ausgangspunkt und einer bewussten Auswahl der angebundenen Apps lässt sich für viele Mittelstandsprozesse ein weitgehend europäischer Datenfluss erreichen. Genau diese Architektur-Entscheidung sollte am Anfang eines Projekts stehen, nicht am Ende.
Kapitel 08 · Lizenzierung & Kosten

Lizenzierung und operations-basierte Kosten

Die Kostenlogik von Make unterscheidet sich grundlegend von vielen anderen Werkzeugen: Abgerechnet wird nicht pro Nutzer, sondern pro ausgeführter Operation. Das eröffnet Chancen, verlangt aber ein bewusstes Erwartungsmanagement. Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht, weil sich Tarife laufend ändern – maßgeblich ist die Logik dahinter.

Kostenloser Einstieg
0 € / mit Operations-Kontingent
Eingeschränktes Operations-Kontingent pro Monat
  • Ideal zum Ausprobieren und für sehr kleine Automatisierungen. Funktionsumfang reicht aus, um die Plattform und erste Szenarien kennenzulernen, bevor man investiert.
Einsteiger-/Profi-Stufen
gestaffelt / je nach Operations
Monats- oder Jahresabo mit definiertem Operations-Volumen
  • Mehr Operations, kürzere Ausführungsintervalle und zusätzliche Funktionen. Die Stufen unterscheiden sich vor allem im enthaltenen Operations-Kontingent und im Funktionsumfang.
Team-Stufe
gestaffelt / mit Zusammenarbeit
Operations-Kontingent plus Team-Funktionen
  • Rollen, Rechte und gemeinsame Arbeit an Szenarien für Abteilungen, die Automatisierungen zentral betreuen wollen. Sinnvoll, sobald mehrere Personen beteiligt sind.
Enterprise-Stufe
individuell / nach Vereinbarung
Maßgeschneidertes Operations-Volumen und Zusatzleistungen
  • Erweiterte Sicherheits-, Governance- und Support-Optionen für größere Organisationen mit hohem Automatisierungsvolumen und besonderen Compliance-Anforderungen.

Was eine Operation kostet – und warum das wichtig ist

Der zentrale Hebel der Kosten ist die Operation: Jede Ausführung eines Moduls zählt. Ein Szenario mit fünf Modulen verbraucht bei einem Durchlauf grob fünf Operations – läuft es hundertmal am Tag, sind das mehrere hundert Operations täglich. Verarbeitet ein Modul zudem eine Liste mit vielen Einträgen, vervielfacht sich der Verbrauch entsprechend. Daraus folgt eine einfache, aber oft übersehene Wahrheit: Nicht die Zahl der Nutzer treibt die Kosten, sondern das Datenvolumen und die Komplexität der Szenarien. Ein Unternehmen mit wenigen, aber sehr aktiven Automatisierungen kann mehr verbrauchen als eines mit vielen kleinen.

Erwartungsmanagement: die typischen Kostenfallen

Aus unserer Projekterfahrung kennen wir die wiederkehrenden Stolpersteine bei der Kostenplanung:
  • Unterschätztes Volumen: Ein Szenario, das harmlos aussieht, kann durch häufige Auslösung oder große Datenlisten unerwartet viele Operations verbrauchen. Vor dem Produktivbetrieb sollte das Volumen geschätzt werden.
  • Ineffiziente Szenarien: Wer unnötig viele Module einsetzt oder Daten mehrfach durchläuft, zahlt drauf. Sauber konzipierte Abläufe mit Filtern an der richtigen Stelle sparen spürbar Operations.
  • Polling statt Webhooks: Szenarien, die in kurzen Intervallen ständig nach Neuigkeiten fragen, verbrauchen auch dann Operations, wenn es nichts zu tun gibt. Ereignisgesteuerte Webhooks sind oft sparsamer.
  • Fehlende Fehlerbehandlung: Läuft ein Szenario wegen eines Fehlers wiederholt fehl und startet neu, summieren sich die Operations. Eine durchdachte Fehlerbehandlung ist auch ein Kostenthema.
  • Tarifsprünge: Wer das Kontingent regelmäßig überschreitet, muss in eine höhere Stufe wechseln. Der Übergang sollte vorab eingeplant und nicht von der monatlichen Abrechnung überrascht werden.

Realistische Wirtschaftlichkeit

Trotz dieser Fallstricke ist Make für viele Mittelstandsszenarien wirtschaftlich sehr attraktiv. Weil nicht pro Kopf abgerechnet wird, profitieren besonders Unternehmen, bei denen wenige Personen viele Automatisierungen betreuen. Der eigentliche Wert entsteht jedoch nicht durch die niedrige Lizenzgebühr, sondern durch die eingesparte Arbeitszeit und die vermiedenen Fehler bei manueller Datenübertragung. Wir empfehlen, vor der Einführung den Ist-Aufwand der zu automatisierenden Prozesse grob zu beziffern und ihm die zu erwartenden Operations-Kosten gegenüberzustellen. In den allermeisten Fällen, in denen heute spürbar manuell zwischen Systemen kopiert wird, fällt diese Rechnung klar zugunsten der Automatisierung aus – vorausgesetzt, die Szenarien sind sauber und sparsam gebaut.
Kapitel 09 · DSGVO & Einführung

DSGVO und Einführung im Mittelstand

Make bietet mit der wählbaren EU-Region und dem EU-Firmensitz eine gute Ausgangslage für den datenschutzkonformen Einsatz. Entscheidend ist jedoch, den gesamten Datenfluss zu betrachten und die Einführung strukturiert anzugehen. Die folgenden Hinweise sind eine fachliche Einordnung und ausdrücklich <strong>keine Rechtsberatung</strong> – für die rechtliche Bewertung Ihres konkreten Falls ziehen Sie bitte fachkundige Beratung hinzu.

Der EU-Hosting-Vorteil und seine Grenzen

Gegenüber rein US-amerikanischen Anbietern hat Make einen handfesten Vorteil: Die Verarbeitung lässt sich in eine EU-Region legen, und das Unternehmen unterliegt als EU-Gesellschaft europäischem Recht. Das reduziert die Komplexität rund um internationale Datentransfers erheblich. Aber – und das ist die zentrale Botschaft dieses Kapitels – eine Automatisierungsplattform verarbeitet selten Daten in Isolation. Sie ist die Drehscheibe, durch die Informationen zwischen vielen Systemen fließen. Für die DSGVO-Bewertung zählt daher nicht nur, wo Make liegt, sondern wo alle angebundenen Systeme liegen und wie die Daten zwischen ihnen wandern.
Datenflüsse vor der Technik klären

Bevor das erste Szenario gebaut wird, sollte für jeden geplanten Ablauf klar sein, welche personenbezogenen Daten durch welche Systeme fließen. Eine Automatisierung, die europäische Kundendaten unbemerkt in ein außereuropäisches System schreibt, kann trotz EU-Region von Make zum Datenschutzproblem werden. Diese Datenfluss-Analyse ist die wichtigste Vorarbeit – wichtiger als jede technische Detailfrage. Wir erstellen sie zu Projektbeginn gemeinsam mit dem Kunden und seinem Datenschutzverantwortlichen.

Strukturierte Einführung in fünf Schritten

Eine erfolgreiche Make-Einführung folgt einem bewährten Muster, das Technik, Datenschutz und Befähigung verbindet:
01
Prozesse erfassen und priorisieren
Gemeinsam identifizieren wir die Abläufe mit dem größten manuellen Aufwand und dem klarsten Nutzen. Statt sofort zu automatisieren, wird zuerst festgehalten, welche Prozesse sich überhaupt lohnen und in welcher Reihenfolge sie angegangen werden.
02
Datenfluss- und Datenschutz-Analyse
Für jeden priorisierten Prozess wird dokumentiert, welche Daten bewegt werden und durch welche Systeme. EU-Region wählen, AVV mit Make und den angebundenen Anbietern prüfen, Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten aktualisieren – in Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten.
03
Pilot-Szenario sauber bauen
Wir setzen den ersten, gut abgegrenzten Ablauf um – mit Filtern, Fehlerbehandlung und sparsamem Operations-Verbrauch von Anfang an. Dieser Pilot dient als Referenz für Qualität, Namenskonventionen und Dokumentation aller weiteren Szenarien.
04
Testen, überwachen, absichern
Vor dem Produktivbetrieb wird das Szenario gründlich getestet und das Operations-Volumen geprüft. Überwachung und Benachrichtigungen bei Fehlern werden eingerichtet, damit Probleme früh auffallen und kein Ablauf unbemerkt stehen bleibt.
05
Befähigen und schrittweise ausweiten
Die zuständigen Mitarbeitenden werden geschult, sodass sie Szenarien selbst pflegen und kleinere Anpassungen vornehmen können. Danach werden weitere Prozesse nach Priorität ergänzt – mit klarer Governance, um Wildwuchs zu vermeiden.

Governance: Automatisierung braucht Ordnung

Je mehr Szenarien entstehen, desto wichtiger wird die Governance. Ohne klare Regeln weiß nach einem Jahr niemand mehr, welches Szenario wofür zuständig ist, wer es geändert hat und ob es noch gebraucht wird. Wir empfehlen feste Namenskonventionen, eine durchdachte Ordnerstruktur, dokumentierte Verantwortlichkeiten pro Szenario und regelmäßige Reviews, in denen ungenutzte oder fehleranfällige Abläufe ausgemustert werden. Diese organisatorische Disziplin entscheidet langfristig stärker über den Erfolg als die technische Raffinesse einzelner Szenarien. Eine Automatisierungsplattform ist ein lebendes System, das gepflegt werden will – kein einmaliges Projekt.
Realistische Zeitplanung

Ein erstes produktives Make-Szenario lässt sich oft in wenigen Wochen umsetzen, inklusive Datenfluss-Analyse und Tests. Der Aufbau einer breiteren Automatisierungslandschaft mit sauberer Governance ist dagegen ein fortlaufender Prozess über Monate. Der Fehler, den wir am häufigsten korrigieren: zu schnell zu viele Szenarien ohne Konzept und ohne Fehlerbehandlung. Wer mit einem sauberen Pilot startet und von dort kontrolliert ausweitet, baut eine tragfähige Basis statt einer fragilen Sammlung von Schnelllösungen.

Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu Make

Diese Fragen tauchen in unseren Beratungs­gesprächen am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet, ohne Marketing-Versprechen.

Ist Make dasselbe wie Integromat?
Im Kern ja. Make ist der Nachfolger von Integromat – die Plattform wurde 2022 unter dem neuen Namen Make neu aufgestellt, mit überarbeitetem Editor und erweitertem Funktionsumfang. Wer früher Integromat kannte, findet die vertrauten Konzepte wie Szenarien, Module und Operations wieder, nur unter modernerer Oberfläche. Bestehende Integromat-Inhalte wurden im Zuge des Übergangs migriert.
Brauche ich Programmierkenntnisse, um Make zu nutzen?
Nein, Make ist eine No-Code-Plattform – Szenarien werden visuell per Drag-and-drop gebaut, ohne eine Zeile Code. Allerdings ist Make nicht das einfachste Werkzeug am Markt: Konzepte wie Router, Iterator, Aggregator und die eingebaute Funktionssprache verlangen etwas Einarbeitung. Für komplexere Anbindungen über das HTTP-Modul hilft ein Grundverständnis von APIs. Nach einer kurzen Schulung kommen aber auch Mitarbeitende ohne IT-Hintergrund gut zurecht.
Wann ist Make besser als Zapier?
Make spielt seine Stärken aus, sobald Abläufe komplex werden – mit Verzweigungen, Schleifen und Datenumwandlungen. Hier ist der visuelle Editor von Make überlegen, und durch die operations-basierte Abrechnung ist die Plattform bei datenintensiven Prozessen oft auch günstiger. Zapier dagegen punktet bei vielen einfachen „Wenn dies, dann das“-Automatisierungen und ist für Einsteiger intuitiver. Die Faustregel: Zapier für viele einfache, Make für wenige, aber anspruchsvolle Automatisierungen.
Was bedeutet die operations-basierte Abrechnung für meine Kosten?
Make rechnet nicht pro Nutzer ab, sondern pro ausgeführter Operation – also pro Modul-Ausführung. Die Kosten hängen damit vom Datenvolumen und der Komplexität Ihrer Szenarien ab, nicht von der Zahl der Mitarbeitenden. Das ist günstig für Unternehmen, bei denen wenige Personen viele Automatisierungen betreuen, verlangt aber bewusste Planung: Häufig auslösende oder datenintensive Szenarien können das Kontingent schneller aufbrauchen als erwartet. Eine Volumenschätzung vor dem Produktivbetrieb verhindert Überraschungen.
Kann ich Make DSGVO-konform einsetzen?
Make bietet gute Voraussetzungen: eine wählbare EU-Region für die Verarbeitung, einen EU-Firmensitz und einen Auftragsverarbeitungsvertrag als Grundlage. Entscheidend ist aber der gesamte Datenfluss – denn eine Automatisierung bewegt Daten durch mehrere Systeme. Werden personenbezogene Daten an außereuropäische Apps übergeben, kann trotz EU-Region von Make ein Datenschutzthema entstehen. Eine Datenfluss-Analyse vor dem Aufbau ist daher Pflicht. Wichtig: Dies ist eine fachliche Einordnung und keine Rechtsberatung – die rechtliche Bewertung Ihres Falls gehört in fachkundige Hände.
Kann ich Make selbst hosten (on-premises)?
Nein, Make ist ein reines SaaS-Angebot und wird vom Anbieter in der Cloud betrieben; ein Selbst-Hosting beim Kunden ist nicht vorgesehen. Wer aus Souveränitäts- oder Datenschutzgründen zwingend selbst hosten möchte, sollte quelloffene Alternativen wie n8n prüfen, die sich auf eigener Infrastruktur betreiben lassen. Der Vorteil von Make ist im Gegenzug, dass der gesamte Betrieb – Verfügbarkeit, Updates, Skalierung – beim Anbieter liegt und keine eigene IT-Mannschaft erfordert.
Was passiert, wenn ein Szenario fehlschlägt?
Make protokolliert jeden Lauf und zeigt, an welchem Modul ein Fehler auftrat und welche Daten beteiligt waren. Für robuste Abläufe lassen sich Fehlerbehandlungsrouten definieren, die etwa eine Benachrichtigung auslösen oder einen erneuten Versuch starten. Diese Fehlerbehandlung ist nicht nur eine Frage der Zuverlässigkeit, sondern auch der Kosten – unbehandelte Fehler können dazu führen, dass Szenarien wiederholt fehlschlagen und unnötig Operations verbrauchen. Wir richten Überwachung und Fehlerbehandlung in unseren Projekten standardmäßig ein.
Wie unterstützt INAGRO bei der Einführung von Make?
Wir begleiten den gesamten Weg: von der Erfassung und Priorisierung der lohnendsten Prozesse über die Datenfluss- und Datenschutz-Analyse bis zum sauberen Aufbau der Szenarien inklusive Fehlerbehandlung und Überwachung. Anschließend befähigen wir Ihre Mitarbeitenden, Automatisierungen selbst zu pflegen, und etablieren eine Governance, die Wildwuchs verhindert. Den Umfang stimmen wir auf Ihre Systemlandschaft und Ziele ab – in einem unverbindlichen Erstgespräch klären wir, ob und wie Make für Sie sinnvoll ist.

Prozesse automatisieren mit Make

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Von der Prozessanalyse über die Datenfluss- und Datenschutz-Prüfung bis zum produktiven Szenario – INAGRO begleitet Sie auf jedem Schritt. Mit ehrlicher, herstellerneutraler Beratung, sauberer Konzeption und dem Blick fürs Wesentliche. Pragmatisch, strukturiert und mit messbarem Ergebnis.

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