Nintex — die Low-Code-Plattform für Prozessautomatisierung.
Nintex zählt zu den etablierten Anbietern für Low-Code-Workflow-Automatisierung und hat sich vom SharePoint-Workflow-Werkzeug zu einer breiten Prozessplattform entwickelt. Unter dem Dach der Nintex Process Platform verbinden sich heute Workflow-Automatisierung, Formulare, Dokumentenerstellung, die erweiterte Anwendungsentwicklung aus K2, Robotic Process Automation und Process Discovery aus der Kryon-Übernahme. Für den DACH-Mittelstand, der Genehmigungs-, Dokumenten- und Fachprozesse ohne großes Entwicklerteam automatisieren will, ist Nintex besonders im Microsoft-365-Umfeld relevant. Diese ehrliche Praxiseinordnung zeigt, wann sich die Plattform lohnt und wann nicht.
Nintex ist eine etablierte Plattform für Low-Code-Prozessautomatisierung. Der Anbieter hat seine Wurzeln in der Automatisierung von Abläufen innerhalb der Microsoft-Welt – insbesondere in SharePoint – und sich von dort über Jahre zu einer breiten Prozessplattform entwickelt, die Workflow-Automatisierung, Formulare, Dokumentenerstellung, erweiterte Anwendungsentwicklung, Robotic Process Automation (RPA) und Process Discovery unter einem Dach bündelt. Der rote Faden ist der Low-Code-Ansatz: Prozesse werden weitgehend visuell gestaltet, sodass Fachbereiche und sogenannte Power-User Automatisierungen bauen können, ohne für jeden Schritt auf klassische Softwareentwicklung angewiesen zu sein.
Für Organisationen, die viele mittelkomplexe Genehmigungs-, Dokumenten- und Fachprozesse ohne großes Entwicklerteam automatisieren wollen – besonders im Microsoft-365-Umfeld – ist Nintex in vielen Fällen eine sehr tragfähige Wahl. Die ehrliche Kehrseite: Nintex ist eine kommerzielle Plattform eines US-Anbieters, die neben Lizenzkosten auch Governance und ein Betriebskonzept verlangt. Wer bereits stark in die Microsoft Power Platform investiert hat, sollte den Mehrwert von Nintex gegenüber Power Automate sauber abwägen. Und wer den Schwerpunkt auf tiefes, skaliertes RPA legt, gehört zu spezialisierten Anbietern in den Vergleich. Die richtige Wahl folgt dem Anwendungsziel, nicht dem Bekanntheitsgrad.
Nintex ist keine einzelne Anwendung, sondern eine über Jahre und mehrere Zukäufe gewachsene Produktfamilie, die unter dem Dach der Nintex Process Platform zusammengefasst wird. Von der cloudbasierten Workflow-Automatisierung über die erweiterte Anwendungsentwicklung aus K2 bis zu RPA und Process Discovery decken die Bausteine sehr verschiedene Bedarfe ab. Wichtig für die Auswahl: Produktnamen, Bündelungen und Leistungsumfänge ändern sich im Zeitverlauf – der konkrete Zuschnitt sollte stets beim Anbieter geprüft werden.
Der Herzschlag der Plattform: visuelle Low-Code-Workflows, die Genehmigungen, Benachrichtigungen und mehrstufige Abläufe automatisieren. Verfügbar als cloudbasiertes Angebot sowie in Varianten für die Microsoft-365- und SharePoint-Welt.
Aus der K2-Übernahme stammende Bausteine für anspruchsvollere Prozess-Apps und Fachanwendungen mit umfangreicher Logik, Datenanbindung und Formularen. Adressiert komplexere Automatisierungen jenseits einfacher Freigaben.
Robotic Process Automation für die Automatisierung von Aufgaben über Benutzeroberflächen hinweg – etwa dort, wo Systeme keine offene Schnittstelle bieten. Softwareroboter übernehmen wiederkehrende, regelbasierte Klick- und Eingabearbeit.
Prozessverständnis von zwei Seiten: Process Discovery aus der Kryon-Übernahme erhebt reale Abläufe datenbasiert, das Prozessmanagement aus Promapp macht Prozesse in Prozesslandkarten kollaborativ sichtbar und pflegbar.
Weil sich Produktzuschnitte, Bündel und Betriebsoptionen bei Nintex regelmäßig ändern und die Plattform aus mehreren Zukäufen besteht, ist die wichtigste Empfehlung: Nicht von einer alten Broschüre oder einem Forenbeitrag ausgehen, sondern den aktuellen Zuschnitt direkt beim Anbieter oder über einen Partner klären – entlang des eigenen konkreten Bedarfs. Aus INAGRO-Sicht beginnt eine gute Auswahl nicht mit der Frage „Welches Nintex-Produkt?“, sondern mit „Welche Prozesse wollen wir automatisieren und welche Fähigkeiten brauchen wir dafür wirklich?“.
Der Kern von Nintex lässt sich in vier zusammenwirkende Bereiche gliedern: den Workflow-Designer, die Formulare, die Dokumentenerstellung und die Low-Code-Anwendungsentwicklung. Erst im Zusammenspiel entsteht die durchgängige Automatisierung von Büro- und Fachprozessen, für die die Plattform steht.
Der visuelle Baukasten für Abläufe: Aktionen werden per Drag-and-drop zu mehrstufigen Workflows verkettet, mit Verzweigungen, Bedingungen, Genehmigungen und Benachrichtigungen. Das Ziel ist, Prozesslogik ohne klassischen Code abzubilden.
Digitale Formulare, die Daten strukturiert erfassen und einen Workflow auslösen oder speisen. Von einfachen Anträgen bis zu mehrseitigen Fachformularen mit Logik und Validierung – die Eingangsseite vieler automatisierter Prozesse.
Automatisches Erzeugen von Dokumenten aus Vorlagen und Daten – etwa Angebote, Verträge oder Bescheide. In Kombination mit elektronischer Signatur entsteht ein durchgängiger Weg vom Datensatz zum unterschriebenen Dokument.
Über die K2-Bausteine lassen sich anspruchsvollere Prozess-Apps mit Oberflächen, Datenanbindung und komplexer Logik bauen – dort, wo ein einfacher Workflow nicht mehr ausreicht, aber keine vollständige Eigenentwicklung nötig ist.
Der größte praktische Hebel von Nintex ist selten eine einzelne Funktion, sondern die Kombination aus Formular, Workflow und Dokumentenerstellung für die vielen mittelkomplexen Prozesse, die heute manuell in Büroanwendungen ablaufen. Aus unserer Projekterfahrung entsteht der Mehrwert vor allem dann, wenn zuerst der Prozess durchdacht und verschlankt und erst danach automatisiert wird. Ein schlechter Prozess wird durch Automatisierung nicht besser, sondern nur schneller falsch – Nintex ist hier ein wirksames Werkzeug, aber kein Ersatz für sauberes Prozessdesign.
Über die reine Workflow-Automatisierung hinaus umfasst Nintex Bausteine, die den Kreis von der Analyse bis zur Ausführung schließen: Robotic Process Automation, Process Discovery aus der Kryon-Übernahme sowie zunehmend KI- und GenAI-gestützte Assistenz. Weil sich dieser Bereich schnell weiterentwickelt, sind die folgenden Funktionsgruppen qualitativ beschrieben – konkrete Verfügbarkeiten und Ausbaustufen sind beim Anbieter zu prüfen.
Softwareroboter übernehmen wiederkehrende, regelbasierte Aufgaben über Benutzeroberflächen hinweg – besonders dort, wo Systeme keine offene Schnittstelle bieten. Nintex RPA ergänzt die Workflow-Welt um die Automatisierung von Klick- und Eingabearbeit in Altsystemen.
Altsysteme anbindenAus der Kryon-Übernahme stammende Fähigkeiten, reale Abläufe datenbasiert zu erheben. Statt Prozesse nur zu vermuten, werden tatsächliche Arbeitsschritte sichtbar gemacht – die Grundlage, um Automatisierungspotenziale gezielt zu identifizieren und zu priorisieren.
Potenziale findenWie viele Plattformen erweitert Nintex seine Funktionen um KI-Assistenz – etwa um Workflows schneller zu entwerfen, Inhalte für Dokumente zu formulieren oder Auffälligkeiten in Prozessen leichter zu erkennen. Der Nutzen liegt in der Beschleunigung von Routinearbeit.
Schnellerer EntwurfDie Besonderheit von Nintex ist der kurze Weg von der erkannten Optimierung zur Umsetzung: Was Process Discovery sichtbar macht, lässt sich innerhalb derselben Plattform in Workflows oder RPA-Automatisierungen überführen. So wird aus der Erkenntnis unmittelbar eine laufende Automatisierung.
Kurzer Weg zur UmsetzungKI- und Automatisierungsfunktionen entwickeln sich derzeit rasch weiter, und Marketingversprechen laufen der Praxis oft voraus. Unsere Empfehlung: Funktionen anhand des eigenen konkreten Nutzens bewerten, nicht anhand der Demonstration. Die Frage lautet nicht „Kann das Tool KI und RPA?“, sondern „Automatisiert diese Funktion einen Prozess, der uns heute tatsächlich Zeit kostet – und bleibt sie wartbar?“. Weil KI und Discovery mit realen Prozessdaten arbeiten, gelten für sie dieselben Datenschutz-Leitplanken wie für Process Mining insgesamt.
Eine Automatisierungsplattform ist nur so nützlich wie ihre Anbindung an die reale Systemlandschaft. Nintex lebt von der Verbindung zu den Systemen, in denen die täglichen Geschäftsvorfälle verarbeitet werden – allen voran Microsoft 365 und SharePoint, aber auch CRM-Systemen wie Salesforce sowie einer breiten Konnektoren- und Schnittstellenwelt. Diese Anbindung entscheidet darüber, wie tief sich die Plattform in den Unternehmensalltag einfügt.
In unseren Projekten wird der Aufwand für die Systemanbindung regelmäßig unterschätzt. Wir empfehlen, die Integration von Anfang an als eigenständigen Arbeitsstrom zu planen – mit Verantwortlichen aus IT und Fachbereich, mit einer ehrlichen Bewertung der vorhandenen Schnittstellen und mit einem klar abgegrenzten ersten Anwendungsfall. Wer hier sauber startet, vermeidet die häufigste Ursache für verzögerte oder enttäuschende Automatisierungsinitiativen: die Erkenntnis, dass die vermeintlich einfache Anbindung in Wahrheit ein eigenes kleines Projekt ist.
Nintex ist etabliert, aber nicht der einzige relevante Anbieter. Wie ordnet sich die Plattform gegenüber Microsoft Power Automate, UiPath und Appian ein? Diese Übersicht macht die unterschiedlichen Schwerpunkte transparent – mit dem ehrlichen Fazit, wann Nintex die stärkste Wahl ist und wann ein anderer Weg besser passt.
| Kriterium | Nintex | Power Automate | UiPath | Appian |
|---|---|---|---|---|
| Low-Code-Workflow | Sehr stark | Sehr stark | Ergänzend | Stark |
| Microsoft-365-Nähe | Historisch stark | Nativ (Microsoft) | Über Konnektoren | Über Konnektoren |
| Dokumentenautomatisierung | Ausgeprägt (DocGen) | Vorhanden | Vorhanden | Vorhanden |
| RPA-Tiefe | Solide, integriert | Über Plattform | Marktführend | Über Plattform |
| Process Discovery / Mining | Über Kryon | Process Mining | Task & Process Mining | Prozess-orientiert |
| Komplexe Prozess-Apps | Über K2 | Power Apps nötig | Apps-Modul | Kernstärke |
| Betriebsmodelle | Cloud & On-Premise | Cloud (Azure) | Cloud & On-Premise | Cloud & On-Premise |
| DACH-/EU-Bezug | US-Anbieter | US-Konzern | US-Anbieter | US-Anbieter |
| Einstiegshürde / Komplexität | Mittel | Mittel | Höher | Höher |
| Schwerpunkt | Low-Code-Automatisierung | Microsoft-integrierte Automatisierung | RPA & Automatisierung | Prozess- & App-Plattform |
INAGRO bewertet Werkzeuge nach Fit, nicht nach Markenglanz. Nintex ist eine breite Low-Code-Automatisierungsplattform mit ausgeprägter Dokumenten- und Workflow-Stärke und historischer Microsoft-Nähe. In reinen Microsoft-Szenarien gehört Power Automate fair in den Vergleich, in RPA-getriebenen UiPath, in Szenarien mit sehr komplexen Prozessanwendungen Appian. Die richtige Wahl folgt aus Anwendungsziel, vorhandenem Stack und Betriebsanforderungen – wir prüfen das im Zweifel ergebnisoffen.
Eine erfolgreiche Nintex-Einführung folgt einem bewährten Muster – mit klarem Fokus auf einen ersten Anwendungsfall, saubere Governance und die frühe Klärung des Betriebsmodells. Wer „nur die Plattform kauft“ und ohne Konzept startet, riskiert einen Wildwuchs unkontrollierter Workflows, der später schwer zu warten ist.
Unsere Empfehlung für den Mittelstand: mit einem klar abgegrenzten Prozess und einem eindeutigen Nutzenversprechen starten, den Prozess vor der Automatisierung verstehen und verschlanken, das Betriebsmodell entlang der Datenschutzanforderungen wählen und von Beginn an Governance-Regeln und Verantwortliche festlegen. Dieser fokussierte Pfad senkt das Risiko, liefert schnell einen sichtbaren Erfolg und schafft die Grundlage für eine fundierte Skalierungsentscheidung.
Nintex entfaltet seinen Wert nicht abstrakt, sondern an konkreten Aufgaben. Hier die Szenarien, in denen die Plattform im DACH-Mittelstand – und im Kerngebiet von INAGRO, der Prozessoptimierung – am häufigsten sinnvoll eingesetzt wird, mit realistischer Einordnung des Nutzens aus unserer Projektpraxis.
Urlaubsanträge, Beschaffungsfreigaben, Rechnungsprüfung, Investitionsanträge: Die klassische Domäne von Nintex. Ein Formular startet den Prozess, der Workflow leitet ihn durch die richtigen Instanzen, dokumentiert Entscheidungen und beschleunigt den gesamten Ablauf spürbar.
Schnellere EntscheidungenAngebote, Verträge, Bescheinigungen und Bescheide werden aus Vorlagen und Daten automatisch erzeugt und bei Bedarf elektronisch signiert. Gerade im Zusammenspiel mit CRM-Systemen verkürzt das den Weg vom Datensatz zum unterschriftsreifen Dokument erheblich.
Weniger HandarbeitWo Prozesse heute umständlich über SharePoint-Listen, E-Mail-Ketten und manuelle Zwischenschritte laufen, ersetzt Nintex sie durch strukturierte, nachvollziehbare Workflows. Ein häufiger Einstiegspunkt für Organisationen, die bereits in der Microsoft-Welt arbeiten.
Struktur statt E-Mail-ChaosWo ältere Fachanwendungen keine Schnittstelle bieten, übernehmen Softwareroboter die regelbasierte Eingabe- und Übertragungsarbeit. So werden auch Systeme in die Automatisierung eingebunden, die sich sonst nur mit hohem Aufwand modernisieren ließen.
Medienbrüche schließenDas Einstellen neuer Mitarbeitender berührt viele Abteilungen: IT-Ausstattung, Zugänge, Dokumente, Schulungen. Ein Workflow orchestriert diese Schritte, sorgt dafür, dass nichts vergessen wird, und macht den Fortschritt transparent – ein dankbarer, wiederkehrender Anwendungsfall.
Nichts fällt durchs RasterMit dem Prozessmanagement aus Promapp werden Abläufe kollaborativ dokumentiert und für alle sichtbar gemacht. So entsteht ein gemeinsames Prozessverständnis – die Grundlage, um überhaupt zu entscheiden, welche Prozesse sich für eine Automatisierung lohnen.
Gemeinsames VerständnisFür uns ist Nintex kein Selbstzweck, sondern ein Instrument der Prozessoptimierung. Der größte Mehrwert entsteht, wenn Prozessverständnis, gezielte Verschlankung und Automatisierung zusammenkommen – mit Verantwortlichen und messbaren Zielen. Genau diese Brücke vom durchdachten Prozess zur gelebten, gepflegten Automatisierung ist erfahrungsgemäß der Punkt, an dem Automatisierungsinitiativen entweder dauerhaft Wert schaffen oder als unübersichtliche Ansammlung halbfertiger Workflows versanden.
Zwei Fragen entscheiden in der Praxis oft über die Machbarkeit: Was kostet Nintex realistisch, und wie steht es um Datenschutz und Datenhoheit bei einem US-Anbieter? Beides hängt eng zusammen – denn Betriebsmodell und Funktionsumfang beeinflussen sowohl die Gesamtkosten als auch die datenschutzrechtliche Bewertung.
Nintex ist ein US-amerikanischer Anbieter. Das macht die Fragen von Datenverarbeitungsort, Datentransfer und vertraglicher Absicherung besonders wichtig. Diese Punkte sollten bei jeder Nintex-Einführung sauber aufgesetzt und dokumentiert werden – sie bilden das Fundament einer DSGVO-konformen Nutzung:
Die Hinweise in diesem Kapitel sind eine praxisorientierte Orientierung aus unseren Projekten und ersetzen keine Rechtsberatung. Die konkrete datenschutzrechtliche Bewertung – insbesondere zu Cloud-Verarbeitung bei einem US-Anbieter, zum Drittlandtransfer, zur Datenschutz-Folgenabschätzung und zur Mitbestimmung bei RPA und Process Discovery – sollte stets mit dem eigenen Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls fachkundiger juristischer Beratung erfolgen.
Diese Fragen tauchen in unseren Beratungsgesprächen am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet.
Prozesse pragmatisch automatisieren
Von der Abgrenzung zu Power Automate über die Auswahl der passenden Bausteine und das Datenschutz-Setup bei einem US-Anbieter bis zum belegten Nutzen – INAGRO begleitet Sie herstellerunabhängig auf jedem Schritt. Wir prüfen, ob und wo sich Nintex für Ihr Unternehmen rechnet, und sagen ehrlich, wenn ein anderer Weg besser passt. Pragmatisch, strukturiert und mit messbarem Ergebnis.
Seit 2006 am Markt
Erfahrung aus über 100 Digitalprojekten
DSGVO & Souveränität
Datenschutz von Anfang an mitgedacht
Rückmeldung in 24 h
Schnell, direkt, unverbindlich