Wissensdatenbank · RPA & Process Mining

MEHRWERK ProcessMining — Qlik-basiertes Process Mining vom deutschen Anbieter.

MEHRWERK ProcessMining (MPM) ist die Process-Mining-Lösung des deutschen Softwarehauses MEHRWERK. Sie setzt auf die etablierte Analyse-Plattform Qlik auf und verbindet Prozessanalyse, Conformance-Checking, interaktive Dashboards und Prozessoptimierung in einer Anwendung. Der Anbieter richtet sich klar an den DACH-Markt und adressiert sowohl den gehobenen Mittelstand als auch Enterprise-Kunden. Diese herstellerneutrale Praxiseinordnung zeigt, für wen sich der Qlik-Weg lohnt, wo seine Stärken liegen und wie sich MPM gegen die großen Namen der Kategorie behauptet.

21 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
MEHRWERK ProcessMining
MEHRWERK GmbH · Deutschland (DACH)
Anbieter
MEHRWERK · deutsches Softwarehaus
Typ
Process Mining (Qlik-basiert)
Plattform-Basis
Qlik Analytics
Kernfunktionen
Analyse · Conformance · Dashboards
Zielmarkt
DACH · Mittelstand & Enterprise
Hauptwettbewerb
Celonis · Signavio · ARIS
INAGRO Eignung Qlik-Umfeld & Mittelstand
Kapitel 01 · Überblick

Was ist MEHRWERK ProcessMining – und für wen lohnt es sich?

MEHRWERK ProcessMining, meist als MPM abgekürzt, ist eine Process-Mining-Lösung aus dem Haus des deutschen Softwareanbieters MEHRWERK. Die Besonderheit steckt schon im technischen Fundament: Statt eine vollständig eigene Analyse-Engine zu betreiben, setzt MPM auf die verbreitete Business-Analytics-Plattform Qlik auf und bringt deren assoziatives Datenmodell, die interaktiven Visualisierungen und die Governance-Funktionen als Basis mit. Process Mining wird damit zu einer Erweiterung einer Analyse-Umgebung, die in vielen Unternehmen bereits im Einsatz ist.

Process Mining ist die Disziplin, reale Geschäftsprozesse nicht aus Workshops, Interviews und Annahmen abzuleiten, sondern aus den digitalen Datenspuren der eigenen IT-Systeme zu rekonstruieren. Jede Buchung, jede Freigabe, jeder Statuswechsel hinterlässt in ERP-, CRM- oder Fachsystemen einen Datensatz. MPM liest diese Ereignisprotokolle aus, setzt sie zu vollständigen Prozessverläufen zusammen und macht sichtbar, wie ein Prozess tatsächlich abläuft – inklusive aller Schleifen, Nacharbeiten und Ausnahmen, die kein sauber gemaltes Flussdiagramm je zeigt.
Drei Eigenschaften prägen MPM und erklären seine Position im Markt:
  • Qlik als Fundament – MPM nutzt die Qlik-Plattform als Analyse- und Visualisierungsschicht. Wer Qlik bereits als BI-Werkzeug betreibt, kann Process Mining in eine vertraute Umgebung integrieren, statt eine völlig neue Plattform einzuführen. Das senkt die Einstiegshürde spürbar und ist einer der zentralen Unterschiede zu eigenständigen Process-Mining-Suiten.
  • Deutscher Anbieter mit DACH-Fokus – MEHRWERK ist ein in Deutschland ansässiges Softwarehaus. Ansprache, Support, Vertragspraxis und Datenschutzverständnis sind auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtet. Für mittelständische Unternehmen, die Wert auf einen greifbaren, europäischen Ansprechpartner legen, ist das ein relevanter Faktor.
  • Breite an Kernfunktionen in einer Lösung – MPM bündelt Prozessanalyse, Conformance-Checking, Dashboards und Ansätze zur Prozessoptimierung. Es ist damit kein reines Visualisierungswerkzeug, sondern eine Analyse-Suite, die von der Prozessentdeckung bis zur laufenden Überwachung reicht.
INAGRO-Einschätzung

MPM ist besonders dann eine überlegenswerte Wahl, wenn ein Unternehmen bereits auf Qlik setzt oder eine BI-Plattform sucht, die Process Mining gleich mit abdeckt. Der Qlik-Unterbau, der DACH-Bezug und die geringere Einstiegsschwelle gegenüber den großen Enterprise-Suiten sprechen für den Mittelstand. Die ehrliche Kehrseite: MPM ist nicht der reichweitenstärkste Kategorie-Marktführer, und wer die maximale Analysetiefe, ein sehr großes Partner-Ökosystem oder objektzentrierte Modellierung auf Spitzenniveau sucht, sollte den Vergleich mit den größeren Anbietern bewusst führen. Die Tool-Wahl folgt dem Use Case, dem vorhandenen Stack und der Umsetzungskapazität.

Der Qlik-Ansatz als Unterscheidungsmerkmal

Der wichtigste konzeptionelle Unterschied von MPM zu vielen Wettbewerbern liegt darin, dass Process Mining hier nicht als isolierte Speziallösung, sondern als Bestandteil einer allgemeinen Analyse-Plattform verstanden wird. Die assoziative Engine von Qlik erlaubt es, Prozessdaten frei zu durchdringen: Nutzer können filtern, kombinieren und Zusammenhänge erkunden, ohne vorab jede Auswertung zu definieren. Für Fachanwender, die Qlik-Dashboards ohnehin gewohnt sind, verkürzt das die Lernkurve erheblich. Prozesskennzahlen lassen sich zudem im selben Kontext mit anderen Geschäftsdaten – Umsatz, Kosten, Kundendaten – kombinieren, was in einer reinen Process-Mining-Insel schwieriger wäre.

Für welche Unternehmen MPM gedacht ist

MPM zielt auf datenreiche, prozessgetriebene Organisationen im deutschsprachigen Raum – vom größeren Mittelständler mit gewachsener ERP-Landschaft bis zum Konzernbereich, der einen pragmatischen Einstieg in Process Mining sucht. Besonders anschlussfähig ist die Lösung dort, wo Qlik als Analyse-Standard bereits verankert ist oder bewusst als solcher eingeführt werden soll. Weniger naheliegend ist MPM für Unternehmen, die eine strikt herstellerunabhängige, plattformübergreifende Process-Intelligence-Schicht mit sehr großem Ökosystem suchen, oder für sehr kleine Organisationen ohne relevantes Prozessvolumen, für die jede Process-Mining-Investition schwer zu rechtfertigen ist.
Kapitel 02 · Positionierung & Plattform

Positionierung und die Qlik-Basis von MPM

Um MPM richtig einzuordnen, muss man zwei Ebenen trennen: die Analyse-Plattform Qlik als technisches Fundament und die von MEHRWERK darauf aufgesetzte Process-Mining-Fachlichkeit. Aus dem Zusammenspiel ergibt sich eine Positionierung, die sich bewusst von den großen, eigenständigen Suiten abgrenzt.

Warum Qlik als Fundament?

Qlik ist eine seit Langem etablierte Plattform für Business Analytics mit einem charakteristischen assoziativen Datenmodell. Statt Daten in starre, vordefinierte Berichtspfade zu zwingen, hält Qlik sie in einem verknüpften In-Memory-Modell, in dem Anwender frei navigieren können. Für Process Mining ist dieses Prinzip ein gut passendes Fundament: Prozessdaten sind naturgemäß vielschichtig, und die Fähigkeit, spontan zwischen Prozesssicht, Kennzahlen und Detaildaten zu wechseln, entspricht genau der explorativen Arbeitsweise, die eine gute Prozessanalyse braucht. MEHRWERK nutzt diese Basis, ergänzt sie um die spezifische Logik des Process Mining – Fall-IDs, Aktivitäten, Zeitstempel, Prozessgraphen – und liefert so eine Lösung, die technisch auf einem bewährten, breit verbreiteten Unterbau steht.
Warum das in der Praxis zählt

Der Qlik-Unterbau ist Chance und Rahmenbedingung zugleich. Chance, weil bestehende Qlik-Lizenzen, -Kompetenzen und -Governance mitgenutzt werden können und die Einführung dadurch schlanker ausfällt. Rahmenbedingung, weil die konkreten Möglichkeiten – Bereitstellungsmodell, Skalierung, Lizenzlogik – von der eingesetzten Qlik-Umgebung mitbestimmt werden. Aus INAGRO-Sicht sollte man MPM deshalb nie losgelöst vom Qlik-Kontext bewerten, sondern beides zusammen betrachten. Die genauen Konditionen sind beim Anbieter zu prüfen.

Marktpositionierung: der DACH-Herausforderer

Im Markt der Process-Mining-Werkzeuge positioniert sich MPM nicht als globaler Kategorie-Marktführer, sondern als spezialisierter, im deutschsprachigen Raum verwurzelter Anbieter mit einem klaren Alleinstellungsmerkmal: der Qlik-Integration. Während die bekanntesten Wettbewerber eigene, große Plattform-Ökosysteme aufbauen, adressiert MEHRWERK gezielt Unternehmen, die Pragmatismus, Nähe und die Verbindung zu einer vorhandenen Analyse-Landschaft schätzen. Diese Positionierung ist kein Nachteil, sondern eine bewusste Fokussierung – sie macht MPM für den passenden Anwenderkreis besonders anschlussfähig, verlangt aber eine ehrliche Einordnung dort, wo Reichweite, Partnerdichte oder Analyse-Spitzenfunktionen den Ausschlag geben.

Deutscher Anbieter: Nähe, Sprache, Vertragspraxis

Dass MEHRWERK ein deutsches Softwarehaus ist, wirkt sich in mehreren praktischen Dimensionen aus. Beratung und Support erfolgen im deutschsprachigen Raum und in der Zeitzone der Kunden. Die Vertrags- und Datenschutzpraxis ist an europäischen Anforderungen orientiert. Und die Nähe zum DACH-Mittelstand zeigt sich oft in einer pragmatischeren, weniger konzernlastigen Herangehensweise. Für Unternehmen, die einen greifbaren Ansprechpartner und kurze Wege bevorzugen, ist das ein qualitativer Vorteil, der sich schwer in einer Funktionsliste abbilden lässt, im Projektalltag aber spürbar wird. Konkrete Angaben zu Unternehmensgröße, Referenzen oder Marktanteilen sollten direkt beim Anbieter erfragt werden, statt sich auf pauschale Zahlen zu verlassen.

Der Rohstoff bleibt derselbe: Event Logs

Unabhängig von der Plattform gilt für jedes Process Mining dieselbe Grundlage: Es lebt von Ereignisprotokollen. Ein solches Event Log besteht im Kern aus drei Angaben je Ereignis – einer Fall-ID (welcher Vorgang, etwa eine bestimmte Bestellung), einer Aktivität (was geschah, etwa „Rechnung freigegeben“) und einem Zeitstempel (wann). MPM extrahiert diese Logs aus den Quellsystemen, verknüpft sie über das Qlik-Datenmodell und rekonstruiert daraus den Prozessfluss. Die Qualität dieser Datengrundlage entscheidet über die Aussagekraft jeder späteren Analyse – ein Punkt, der unabhängig vom gewählten Werkzeug gilt und in Kapitel 07 vertieft wird.
Kapitel 03 · Funktionsumfang

Der Funktionsumfang von MPM im Überblick

MPM deckt die zentralen Bausteine einer Process-Mining-Lösung ab: die Entdeckung des realen Prozesses, den Abgleich mit dem Soll (Conformance), interaktive Dashboards für Fach- und Führungsebene sowie Ansätze zur Prozessoptimierung. Hier die wichtigsten Funktionsbereiche mit konkretem Praxisbezug.

Prozessanalyse & Discovery
Kern

Rekonstruiert den real gelebten Prozess aus den Event Logs und stellt ihn als Prozessgraph dar – mit Häufigkeiten, Durchlaufzeiten und Varianten. Sichtbar wird, welche Pfade tatsächlich vorkommen und wo Zeit verloren geht.

ErgebnisProzessgraph & Varianten
KennzahlenDurchlaufzeit, Frequenz
BasisQlik-Datenmodell
ZweckProzesswahrheit sichtbar
Conformance-Checking
Compliance

Vergleicht den real gelebten Prozess mit dem definierten Soll oder mit Regeln und deckt Abweichungen auf: übersprungene Freigaben, verletztes Vier-Augen-Prinzip, nachträgliche Änderungen. Grundlage für interne Kontrolle und Revision.

PrinzipSoll-Ist-Abgleich
FindetRegelverstöße, Abweichungen
NutzenCompliance & Kontrolle
GrenzePersonenbezug beachten
Interaktive Dashboards
Analyse

Nutzt die Visualisierungs- und Interaktionsstärke von Qlik: frei filterbare Dashboards, in denen Prozesskennzahlen mit anderen Geschäftsdaten kombiniert werden. Fach- und Führungsebene erhalten je passende Sichten.

BasisQlik-Visualisierung
BedienungAssoziativ, frei filterbar
ZielgruppeFach- & Führungsebene
VorteilKontext mit Geschäftsdaten
Prozessoptimierung
Wirkung

Über die reine Analyse hinaus unterstützt MPM die Identifikation von Optimierungshebeln: Engpässe, Nacharbeiten, Automatisierungskandidaten. Aus Erkenntnissen sollen priorisierte Verbesserungen und Monitoring werden.

FokusHebel priorisieren
FindetEngpässe, Nacharbeit
ZielMessbare Verbesserung
HinweisUmsetzung entscheidet

Prozessanalyse: den realen Ablauf sichtbar machen

Der Ausgangspunkt jeder Arbeit mit MPM ist die Prozessentdeckung. Aus den extrahierten Event Logs entsteht ein Prozessgraph, der jeden real vorgekommenen Pfad zeigt – nicht das Soll-Diagramm, sondern die gelebte Wirklichkeit. Anwender erkennen auf einen Blick, welche Varianten häufig sind, wo sich Schleifen und Rücksprünge häufen und an welchen Stellen die Durchlaufzeit auseinanderläuft. Weil die Darstellung auf Qlik aufsetzt, lässt sie sich frei filtern: nach Zeitraum, Werk, Kundengruppe oder beliebigen anderen Dimensionen. Der Aha-Moment ist in fast jedem Projekt derselbe – der reale Prozess ist deutlich verzweigter und schleifenreicher als jede Powerpoint-Darstellung vermuten lässt.

Conformance-Checking: Abweichungen und Compliance

Während die Prozessanalyse zeigt, wie es läuft, prüft das Conformance-Checking, ob es so laufen darf. MPM vergleicht den real gelebten Prozess mit einem definierten Soll oder mit hinterlegten Regeln und deckt jede Abweichung auf: die Rechnung, die ohne die vorgesehene Freigabe bezahlt wurde; die Bestellung, die nachträglich verändert wurde; den Auftrag, der eine Kontrollstufe übersprungen hat. Für die interne Revision und das interne Kontrollsystem ist das ein objektiver, datengestützter Prüfblick, der über klassische Stichproben hinausgeht. Wichtig: Sobald Bearbeiterkennungen Teil der Auswertung sind, entsteht Personenbezug – ein Thema, das in Kapitel 09 datenschutzseitig aufgegriffen wird.

Dashboards und Prozessoptimierung

Die Stärke von Qlik als Visualisierungsplattform kommt bei den Dashboards zum Tragen. Prozesskennzahlen lassen sich nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit anderen Geschäftsdaten betrachten – etwa Durchlaufzeiten neben Umsatz, Kosten oder Kundenzufriedenheit. Führungskräfte erhalten verdichtete Übersichten, Fachbereiche detaillierte, frei explorierbare Sichten. Auf dieser Grundlage setzt die Prozessoptimierung an: MPM hilft, Engpässe, wiederkehrende Nacharbeiten und Automatisierungskandidaten zu identifizieren und nach Wirkung zu priorisieren. Entscheidend – und das gilt für jedes Process-Mining-Werkzeug – bleibt, dass aus den Erkenntnissen tatsächlich umgesetzte Maßnahmen werden. Ein Dashboard allein verbessert keinen Prozess.
Praxis-Hinweis

Die Kombination aus frei filterbaren Qlik-Dashboards und Prozessgraph ist im Alltag ein starker Hebel für die Akzeptanz: Fachanwender, die Qlik ohnehin kennen, finden sich schnell zurecht und stellen ihre eigenen Fragen an den Prozess. Aus unserer Erfahrung steigt die Nutzung – und damit der Wert – deutlich, wenn die Analyse nicht bei wenigen Spezialisten bleibt, sondern in die Fachbereiche wandert.

Kapitel 04 · KI & Automatisierung

KI- und Automatisierungsfunktionen in MPM

Wie die gesamte Kategorie entwickelt sich auch MPM in Richtung mehr Automatisierung und KI-Unterstützung. Der Anspruch: Analysen leichter zugänglich machen, Auffälligkeiten schneller erkennen und den Weg von der Erkenntnis zur Maßnahme verkürzen. Was dabei konkret verfügbar ist, sollte im Detail beim Anbieter geprüft werden – die Funktionslandschaft entwickelt sich rasch.

KI-gestützte Analyse und Assistenz

Der Trend im Process Mining geht dahin, dass Anwender nicht mehr jede Auswertung manuell aufbauen müssen. KI- und Assistenzfunktionen sollen Auffälligkeiten hervorheben, Muster erkennen und Vorschläge machen, wo sich ein genauerer Blick lohnt. Für MPM bedeutet das, dass die Analyse für Fachanwender ohne tiefes Methodenwissen zugänglicher wird – gestützt durch die ohnehin explorative Qlik-Oberfläche. Weil KI-Funktionen in der gesamten Branche derzeit stark ausgebaut werden, ist der jeweils aktuelle Funktionsstand ein bewegliches Ziel; verlässlich ist er nur in der aktuellen Produktdokumentation und im Gespräch mit dem Anbieter zu klären. Erfundene Feature-Versprechen helfen bei der Entscheidung nicht weiter.
Realistische Erwartung an KI im Process Mining

KI im Process Mining ersetzt weder die Fachkenntnis der Prozessverantwortlichen noch eine saubere Datengrundlage. Sie beschleunigt das Auffinden von Auffälligkeiten und senkt die Einstiegshürde – aber die Qualität jeder KI-Auswertung folgt der Qualität der zugrunde liegenden Event Logs. Aus INAGRO-Sicht gilt: erst die Datenbasis, dann die Intelligenz darauf. Wer diese Reihenfolge umdreht, erzeugt beeindruckende, aber unzuverlässige Ergebnisse.

Von der Analyse zur Automatisierung

Process Mining und Automatisierung gehören zunehmend zusammen. Der typische Ablauf: MPM deckt auf, welche Prozessschritte hohen manuellen Aufwand verursachen, häufig vorkommen und stabilen Regeln folgen – genau die Kandidaten, bei denen sich eine Automatisierung (etwa per RPA) am ehesten lohnt. Damit wird Process Mining zum Priorisierungsinstrument für Automatisierungsvorhaben: Das Budget fließt dorthin, wo der Hebel nachweislich am größten ist, statt in Lieblingsprojekte. Ob und wie MPM Maßnahmen direkt anstoßen oder an nachgelagerte Automatisierungswerkzeuge übergeben kann, hängt von der konkreten Ausbaustufe und den angebundenen Systemen ab und sollte projektspezifisch geklärt werden.

Monitoring als kontinuierlicher Regelkreis

Ein oft unterschätzter Wert entsteht nach der ersten Analyse: das laufende Monitoring. Statt einer einmaligen Momentaufnahme kann MPM Prozesse dauerhaft beobachten und Abweichungen oder eintretende Verbesserungen sichtbar machen. So entsteht ein Regelkreis aus Messen, Handeln und Nachmessen – die eigentliche Grundlage kontinuierlicher Verbesserung. Kombiniert mit den Qlik-Dashboards lässt sich dieser Regelkreis in bestehende Steuerungsroutinen einbetten, sodass Prozesskennzahlen neben anderen Steuerungsgrößen laufend im Blick bleiben. Der Nutzen von Automatisierung und KI zeigt sich gerade hier: Je mehr die Überwachung automatisiert erfolgt, desto eher wird aus einem Projekt eine dauerhafte Fähigkeit.
Funktionsstand beim Anbieter prüfen

KI- und Automatisierungsfunktionen sind in der gesamten Process-Mining-Branche in rascher Entwicklung. Konkrete Fähigkeiten, Verfügbarkeit und die Frage, wie generative KI eingebunden ist und wo die Daten dabei verarbeitet werden, sollten stets anhand der aktuellen Produktdokumentation und im direkten Gespräch mit MEHRWERK geklärt werden – nicht anhand allgemeiner Marktversprechen.

Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Integrationen und das Ökosystem rund um MPM

Eine Process-Mining-Lösung ist nur so gut wie ihre Fähigkeit, an die Quellsysteme anzudocken und sich in die vorhandene IT-Landschaft einzufügen. Bei MPM steht die Qlik-Anbindung im Zentrum, ergänzt um die Extraktion aus ERP- und Fachsystemen sowie die Einbettung in bestehende Analyse- und Automatisierungslandschaften.

Qlik als Herzstück der Integration

Die engste und wichtigste Integration von MPM ist die zu Qlik selbst. MPM lebt auf der Qlik-Plattform und nutzt deren Datenintegrations-, Modellierungs- und Visualisierungsfähigkeiten. Das hat einen doppelten Effekt: Zum einen erben Unternehmen, die Qlik bereits betreiben, viele Integrationsmöglichkeiten, die Qlik ohnehin mitbringt – von Datenbank-Konnektoren bis zu Schnittstellen in andere Systeme. Zum anderen bedeutet es, dass die Qlik-Umgebung selbst ein zentraler Bestandteil der Architektur ist und in Planung, Betrieb und Lizenzierung mitgedacht werden muss. Wer Qlik neu einführt, führt faktisch zwei zusammenhängende Bausteine ein; wer Qlik schon hat, baut auf Vorhandenem auf.

ERP- und Datenquellen-Anbindung

Der eigentliche Rohstoff für Process Mining liegt in den operativen Systemen. MPM zieht seine Event Logs typischerweise aus ERP-Systemen wie SAP und anderen, aus CRM-Plattformen sowie aus Fach- und Branchenanwendungen. Über die Datenintegrationsschicht werden die relevanten Tabellen und Felder extrahiert und zu Prozessdaten aufbereitet. Entscheidend ist dabei weniger die schiere Zahl der Konnektoren als die Fähigkeit, die für den jeweiligen Prozess passenden Daten sauber zu erschließen. Welche Systeme konkret unterstützt werden und in welcher Tiefe – etwa bei SAP – ist ein Punkt, der projektspezifisch und beim Anbieter zu klären ist. Als Faustregel gilt: Was sich als Ereignisprotokoll mit Fall-ID, Aktivität und Zeitstempel abbilden lässt, ist grundsätzlich für Process Mining zugänglich.
Integrations-Fokus statt Konnektoren-Zählen

Aus unserer Projekterfahrung ist nicht die Länge einer Konnektoren-Liste entscheidend, sondern ob die für Ihre Kernprozesse relevanten Systeme sauber und wartbar angebunden werden können. Eine funktionierende, gepflegte Anbindung an zwei zentrale Quellsysteme ist mehr wert als eine theoretische Unterstützung für dutzende Systeme, die im Alltag nie genutzt werden. Klären Sie die Anbindung an Ihre konkreten Quellsysteme früh und konkret.

Einbettung in die vorhandene IT-Landschaft

Der strategische Vorteil des Qlik-Ansatzes liegt in der Einbettung. Weil Qlik in vielen Unternehmen als Analyse-Plattform bereits etabliert ist, fügt sich MPM in eine vorhandene Governance-, Rechte- und Betriebsstruktur ein, statt eine weitere Insel zu schaffen. Prozessdaten werden Teil derselben Analyse-Landschaft wie andere Geschäftsdaten, was Redundanzen vermeidet und die Datenlandschaft konsolidiert. Zugleich lässt sich MPM in eine breitere Automatisierungs- und Prozessarchitektur einordnen: Die Analyseergebnisse können als Grundlage für Verbesserungs- und Automatisierungsinitiativen dienen, deren Umsetzung dann in spezialisierten Werkzeugen erfolgt. Diese Rolle als analytischer Ausgangspunkt eines größeren Prozessprogramms ist typisch für Process Mining insgesamt und gilt auch für MPM.

Das Partner- und Beratungsumfeld

Rund um jede Process-Mining-Lösung entsteht ein Umfeld aus Implementierungspartnern, Beratern und Schulungsangeboten. Bei einem fokussierten DACH-Anbieter wie MEHRWERK ist dieses Ökosystem enger und regionaler als bei den globalen Marktführern – was Nähe und kurze Wege bedeutet, aber auch, dass die Auswahl an spezialisierten Dienstleistern kleiner ausfallen kann. Für Unternehmen, die ohnehin eine Qlik-Landschaft betreiben, ist die Schnittmenge mit dem Qlik-Partnerumfeld ein zusätzlicher Anknüpfungspunkt. INAGRO begleitet solche Vorhaben herstellerunabhängig und bewertet im Einzelfall, welche Kombination aus Werkzeug, Partnern und interner Kapazität zum jeweiligen Unternehmen passt.
Kapitel 06 · Abgrenzung

MPM im Vergleich zu Celonis, Signavio und ARIS

MEHRWERK ProcessMining bewegt sich in einem Markt mit prominenten Namen. Um MPM realistisch einzuordnen, lohnt der herstellerneutrale Vergleich mit den drei häufigsten Alternativen im DACH-Raum: Celonis als Kategorie-Marktführer, SAP Signavio als SAP-naher Anbieter und ARIS Process Mining aus dem Hause Software AG mit BPM-Erbe.

Kriterium MEHRWERK MPM Celonis SAP Signavio ARIS Process Mining
Technisches Fundament Qlik-basiert Eigene Plattform SAP-integriert BPM-/ARIS-Welt
Analysetiefe / Reife Solide Marktführend Sehr gut Sehr gut
Einstiegshürde Niedriger (v. a. mit Qlik) Hoch Mittel Mittel
BI-/Dashboard-Integration Nativ (Qlik) Eigene Sichten SAP-Analytics Eigene Sichten
SAP-Nähe Über Anbindung Sehr stark Nativ (SAP) Über Anbindung
BPM-Modellierung Ergänzend Ergänzend Stark Sehr stark (ARIS-Erbe)
Ökosystem / Reichweite Fokussiert (DACH) Sehr groß Groß (SAP) Groß
DACH-/EU-Bezug Deutscher Anbieter Deutsche Herkunft Deutsche Herkunft Deutsche Herkunft
Preissegment Mittel · beim Anbieter prüfen Oberes Enterprise Mittel–hoch (SAP-Vertrag) Mittel–hoch

Gegenüber Celonis: Fokus statt Maximalreichweite

Celonis ist der bekannteste und reichweitenstärkste Anbieter der Kategorie, mit eigener, sehr tiefer Plattform, ausgeprägter Wertquantifizierung und einem großen Partner-Ökosystem. MPM tritt hier nicht als Kopie an, sondern mit einer anderen Philosophie: pragmatischer Einstieg, Qlik-Integration und DACH-Nähe. Für Unternehmen mit sehr großen, komplexen Prozesslandschaften und dem Wunsch nach maximaler Analysetiefe und einem breiten Ökosystem ist Celonis häufig die naheliegende Wahl. Für Organisationen, die eine schlankere, in eine vorhandene Qlik-Landschaft integrierte Lösung suchen und keinen Enterprise-Schwergewicht-Aufwand betreiben wollen, kann MPM der wirtschaftlichere und schneller wirksame Weg sein.

Gegenüber SAP Signavio: Qlik-Welt statt SAP-Welt

SAP Signavio verbindet Process Mining mit BPM-Modellierung und ist nativ in die SAP-Welt eingebettet – oft ist es bereits Teil bestehender SAP-Verträge. Für Unternehmen, deren Prozessuniversum stark SAP-zentriert ist und die ohnehin in die SAP-Analytics-Landschaft investieren, ist Signavio dadurch besonders anschlussfähig. MPM spielt seine Stärke spiegelbildlich dort aus, wo die Analyse-Landschaft auf Qlik statt auf SAP-Analytics beruht. Die Leitfrage ist also weniger „welches Tool ist besser“, sondern „in welche vorhandene Datenwelt fügt sich Process Mining am natürlichsten ein“.

Gegenüber ARIS Process Mining: das BPM-Erbe

ARIS Process Mining steht in der Tradition der starken Prozessmodellierung der ARIS-Welt und ist besonders dort attraktiv, wo formale Prozessmodellierung und -dokumentation einen hohen Stellenwert haben. MPM legt den Schwerpunkt stärker auf die datengetriebene Analyse und die Visualisierung über Qlik, weniger auf das umfassende BPM-Modellierungserbe. Unternehmen, die vor allem ihre real gelebten Prozesse datenbasiert verstehen und optimieren wollen, finden in MPM einen direkten Weg; wer eine tief integrierte BPM-Suite mit Modellierungsschwerpunkt sucht, sollte ARIS und Signavio gezielt gegenüberstellen.
Herstellerneutrale Einordnung

INAGRO bewertet Werkzeuge nicht nach Markenglanz, sondern nach Fit. MPM ist eine ernstzunehmende Option für Qlik-affine Mittelständler im DACH-Raum, die einen pragmatischen Process-Mining-Einstieg suchen. Wo maximale Reichweite, tiefste Analysefunktionen, native SAP-Integration oder ein starkes BPM-Erbe gefragt sind, gehören Celonis, Signavio und ARIS fair in den Vergleich. Wir prüfen im Zweifel ergebnisoffen, welche Lösung zu Ihrem Stack, Use Case und Budget passt.

Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

MPM strukturiert einführen und betreiben

Eine erfolgreiche MPM-Einführung folgt demselben bewährten Muster wie jedes Process-Mining-Vorhaben – mit einer Besonderheit: Die Qlik-Umgebung ist Teil der Gleichung. Wer sie schon hat, startet leichter; wer sie neu aufbaut, plant beides zusammen. Der Fokus liegt stets auf Use-Case-Auswahl, sauberer Datenanbindung und nachweisbarem Wert.

01
Use-Case-Auswahl mit Wertziel
Welcher Prozess ist hochvolumig, datenreich und hat ein klares Verbesserungspotenzial? Häufig Purchase-to-Pay oder Order-to-Cash. Den Use Case mit konkretem Ziel, Verantwortlichem und Erfolgskriterien definieren – und die Datenschutzanforderungen früh klären.
02
Qlik-Umgebung klären
Ist Qlik bereits im Einsatz oder muss es bereitgestellt werden? Bereitstellungsmodell, Lizenzlogik, Governance und Betriebsverantwortung für die Plattform klären, auf der MPM aufsetzt. Dieser Schritt unterscheidet MPM von rein eigenständigen Suiten und sollte früh sauber geregelt sein.
03
Datenanbindung & Datenmodell
Die Quellsysteme (ERP, CRM, Fachanwendungen) anbinden, Event Logs sauber aufsetzen und das Datenmodell durchdenken. Dieser Schritt ist Know-how-intensiv und entscheidet über die Aussagekraft aller späteren Analysen. Datenqualität prüfen, Felder minimieren, Personenbezug bewusst steuern.
04
Pilot & Wertnachweis
Am abgegrenzten Use Case die Hebel identifizieren, erste Maßnahmen ableiten und – entscheidend – die Wirkung messen. Der belegte Wert ist die Grundlage für jede weitere Investitionsentscheidung und für die interne Akzeptanz der Lösung.
05
Rollout, Betrieb & Skalierung
Schrittweise weitere Prozesse erschließen, Fachbereiche schulen, Governance für Zugriffe und Aufbewahrung etablieren und die Datenanbindung bei Änderungen der Quellsysteme zuverlässig warten. So wird aus einem Projekt eine dauerhafte Verbesserungsfähigkeit.

Die Besonderheit: Qlik in der Planung mitdenken

Anders als bei einer vollständig eigenständigen Process-Mining-Suite ist bei MPM die Qlik-Plattform ein integraler Bestandteil der Architektur. Das ist die zentrale Weichenstellung jeder Einführung. Für Unternehmen mit vorhandener, gut betriebener Qlik-Landschaft ist das ein echter Beschleuniger: Lizenzen, Kompetenzen, Governance und Betriebsroutinen existieren bereits, und Process Mining wird zur Erweiterung des Bekannten. Für Unternehmen ohne Qlik-Erfahrung kommt die Einführung der Plattform als zusätzlicher Baustein hinzu, der in Aufwand, Kosten und Betrieb einzuplanen ist. Diese Weiche sollte ganz am Anfang bewusst gestellt und nicht implizit übergangen werden.

Der Wertnachweis ist der eigentliche Meilenstein

In unseren Projekten ist nicht der technische Go-live der kritische Punkt, sondern der erste belastbare Wertnachweis. Erst wenn ein Prozessverantwortlicher sieht, dass eine Durchlaufzeit messbar gesunken oder eine Nacharbeitsquote spürbar zurückgegangen ist, kippt die Stimmung von „interessantes Werkzeug“ zu „strategischer Hebel“. Deshalb planen wir jeden Piloten so, dass am Ende eine umgesetzte Maßnahme und eine gemessene Wirkung stehen – nicht nur eine hübsche Analyse. Dieser Nachweis trägt anschließend die Entscheidung für die Skalierung in die Breite.
Pragmatischer Einstieg

Unsere Empfehlung für den Mittelstand: mit einem einzigen wertstarken Kernprozess starten, die Qlik-Frage früh klären, Daten sauber anbinden, Hebel identifizieren, eine erste Maßnahme umsetzen und die Wirkung nachmessen – Datenschutz und Mitbestimmung von Beginn an eingebunden. Dieser fokussierte Pfad senkt das Risiko und schafft die belastbare Grundlage für eine fundierte Skalierungsentscheidung.

Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

MPM im deutschen Mittelstand

Der Mittelstand ist die natürliche Zielgruppe von MPM. Hier treffen der pragmatische Qlik-Ansatz, die DACH-Nähe und ein handhabbares Kostenprofil auf reale Bedürfnisse. Diese Einsatzszenarien und die ehrliche Stärken-Grenzen-Bilanz zeigen, wo MPM im Mittelstand überzeugt.

Purchase-to-Pay (P2P)

Vom Bedarf über Bestellung und Rechnungsprüfung bis zur Zahlung: MPM macht verpasste Skonti, manuelle Nacharbeiten und Prozessschleifen sichtbar. Einer der reifsten Einstiegs-Use-Cases, weil die Hebel unmittelbar greifbar sind.

Skonto & Working Capital
Order-to-Cash (O2C)

Vom Auftragseingang bis zum Geldeingang: MPM findet Engpässe in Auftragsbearbeitung, Lieferung und Fakturierung und deckt Ursachen verspäteter Zahlungseingänge auf – mit Wirkung auf Liquidität und Durchlaufzeit.

DSO & Liquidität
Produktion & Logistik

Fertigungs- und Logistikprozesse mit vielen Zwischenschritten profitieren von der datengetriebenen Sicht: Wo entstehen Wartezeiten, wo häufen sich Rückläufer? MPM macht die reale Prozesskette transparent.

Durchlaufzeit & Bestände
Compliance & interne Kontrolle

Conformance-Checking deckt Regelverstöße systematisch auf: übersprungene Freigaben, verletztes Vier-Augen-Prinzip. Für Revision und internes Kontrollsystem ein objektiver Prüfblick statt Stichproben.

Abweichungen sichtbar
Automatisierungs-Priorisierung

Bevor RPA-Bots gebaut werden, zeigt MPM, welche Schritte sich lohnen: hoher manueller Aufwand, hohes Volumen, stabile Regeln. So fließt das Automatisierungsbudget dorthin, wo der Hebel am größten ist.

RPA-Roadmap nach Wert
Laufendes Monitoring

Nach den ersten Maßnahmen misst MPM fortlaufend, ob die erwartete Wirkung eintritt. Über die Qlik-Dashboards fügt sich das in bestehende Steuerungsroutinen ein – ein dauerhafter Regelkreis statt einmaliger Folien.

Kontinuierlicher Regelkreis

Warum der Mittelstand zu MPM passt

Der gehobene Mittelstand steht bei Process Mining vor einem typischen Dilemma: Die großen Enterprise-Suiten sind oft mächtiger, als es der eigene Bedarf verlangt, und ihr Einführungs- und Kostenaufwand kann abschreckend wirken. Gleichzeitig ist der Prozessbedarf real – gewachsene ERP-Landschaften, manuelle Nacharbeiten und intransparente Abläufe kosten Geld. Genau in diese Lücke zielt MPM: pragmatischer Einstieg, Nutzung einer möglicherweise vorhandenen Qlik-Basis, ein deutscher Ansprechpartner auf Augenhöhe. Für Unternehmen, die Process Mining ausprobieren und schrittweise ausbauen wollen, ohne sofort ein Großprogramm aufzusetzen, ist das ein anschlussfähiger Weg.

Stärken und Grenzen ehrlich abgewogen

Stärken
  • Qlik-Basis: Nutzung vorhandener BI-Landschaft möglich
  • Niedrigere Einstiegshürde als große Enterprise-Suiten
  • Deutscher Anbieter mit DACH- und Sprach-Nähe
  • Prozesskennzahlen im Kontext anderer Geschäftsdaten
  • Starke, frei filterbare Dashboards über Qlik
  • Analyse, Conformance und Optimierung in einer Lösung
  • Betrieb in eigener Qlik-Umgebung möglich (Datenhoheit)
  • Pragmatisch für den gehobenen Mittelstand
Einschränkungen
  • Kein globaler Kategorie-Marktführer bei Reichweite
  • Kleineres Partner- und Beratungs-Ökosystem
  • Qlik als Voraussetzung bzw. mit einzuplanen
  • Analysetiefe im Spitzenbereich prüfen und vergleichen
  • Wert entsteht nur bei tatsächlicher Umsetzung der Hebel
  • Setzt brauchbare Event-Logs und Datenqualität voraus
  • SAP-zentrierte Fälle: Signavio ggf. anschlussfähiger
  • Konkrete Funktionsstände beim Anbieter zu verifizieren
Realistische Empfehlung

MPM ist die überlegenswerte Wahl, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: eine vorhandene oder gewünschte Qlik-Landschaft, ein pragmatischer Anspruch statt Maximal-Enterprise, und der Wille, aus Erkenntnissen Maßnahmen zu machen. Fehlt der Qlik-Bezug oder sind maximale Reichweite und Analysetiefe entscheidend, gehören die großen Anbieter fair in den Vergleich. Die Tool-Wahl folgt dem Use Case – nicht umgekehrt.

Kapitel 09 · Kosten & DSGVO

Kosten, DSGVO und Datenhoheit bei MPM

Zwei Fragen entscheiden über die Wirtschaftlichkeit und Zulässigkeit jeder Process-Mining-Einführung: Was kostet sie realistisch – und wie steht es um Datenschutz und Datenhoheit? Bei MPM spielt der deutsche Anbieter mit DACH-Fokus datenschutzseitig eine Stärke aus, während bei den Kosten die Qlik-Basis mitzudenken ist.

Lizenzierung MPM
auf Anfrage · beim Anbieter prüfen
Kein öffentlicher Pauschalpreis; individuelles Angebot
  • Die Lizenzierung hängt von Umfang, Nutzung und Ausbaustufe ab. Seriöse Pauschalangaben sind ohne Scoping nicht möglich – konkrete Konditionen sind direkt bei MEHRWERK zu erfragen.
Qlik-Plattform
separat · vorhanden oder neu
Qlik-Lizenzen und -Betrieb als eigener Kostenblock
  • Da MPM auf Qlik aufsetzt, gehört die Qlik-Umgebung zur Gesamtrechnung. Wer Qlik bereits betreibt, spart hier; wer neu einführt, plant Lizenzen und Betrieb zusätzlich ein.
Datenanbindung & Implementierung
Projektaufwand · einmalig + laufend
Anbindung, Datenmodell, Dashboards konfigurieren
  • Der oft unterschätzte Block: ERP-/CRM-Anbindung, saubere Event-Logs, Datenmodellierung und Anpassung an die eigene Prozesswelt. Erfordert Fach- und Technik-Know-how.
Betrieb & Enablement
laufend · Team & Wartung
Schulung, Pflege der Anbindung, Governance
  • Damit der Wert dauerhaft entsteht, braucht es Betriebsstrukturen: Schulung der Fachbereiche und laufende Pflege der Datenanbindung, denn Quellsysteme ändern sich mit der Zeit.

Warum es keine seriösen Pauschalpreise gibt

Wie bei nahezu jeder Process-Mining-Lösung lässt sich MPM nicht mit einem einzigen Eurobetrag beziffern. Die Kosten hängen von Datenvolumen, Anzahl und Komplexität der Prozesse, der Ausbaustufe und – als Besonderheit – von der Qlik-Konstellation ab. Jeder im Internet kursierende „Listenpreis“ ist deshalb mit Vorsicht zu genießen. Seriös ist nur eine individuelle Kalkulation nach einem Scoping. Was sich verlässlich sagen lässt: MPM positioniert sich preislich zugänglicher als die großen Enterprise-Suiten, und die Qlik-Basis ist der entscheidende Faktor, der die Gesamtkosten in die eine oder andere Richtung verschiebt. Konkrete Zahlen gehören ins Angebot des Anbieters, nicht in einen Ratgeberartikel.

Datenschutz: Personenbezug in Event Logs

Process Mining wertet reale Prozessdaten aus – und die enthalten häufig personenbezogene Informationen. Event Logs beantworten oft die Frage „wer hat wann was getan“ und werden damit potenziell zu einer Leistungs- und Verhaltenskontrolle der Beschäftigten. Das berührt nicht nur die DSGVO, sondern in Deutschland regelmäßig die betriebliche Mitbestimmung. Die zentralen Leitplanken sind deshalb Datensparsamkeit (nur die für den Use Case nötigen Felder extrahieren), Pseudonymisierung von Bearbeiterkennungen, wo der Personenbezug nicht zwingend ist, ein rollenbasiertes Berechtigungskonzept sowie die frühzeitige Einbindung von Datenschutzbeauftragtem und Betriebsrat. Wer diese Punkte von Anfang an mitdenkt, verhindert teure Nacharbeit und schafft Akzeptanz.
Datenschutz & Datenhoheit bei MPM

Als deutscher Anbieter mit DACH-Fokus bringt MEHRWERK ein europäisch geprägtes Datenschutzverständnis mit. Ein besonderer Vorteil: Weil MPM auf Qlik aufsetzt, ist – je nach Bereitstellungsmodell – ein Betrieb in der eigenen Qlik-Umgebung, auch on-premises, möglich. Das kann die Datenhoheit deutlich stärken. Bei Cloud-Betrieb sind Serverstandort und EU-Region zu klären und vertraglich festzuhalten.

Betriebsmodell & Datenhoheit
On-premises bzw. Betrieb in eigener Qlik-Umgebung je nach Modell möglich – stärkt die Kontrolle über die Daten
Cloud: Standort & EU-Region
Bei Cloud-Betrieb Serverstandort und EU-Region prüfen und vertraglich festhalten
Auftragsverarbeitung (AVV)
AVV/DPA abschließen, sofern personenbezogene Daten durch den Anbieter verarbeitet werden
Datenminimierung
Nur die für den Use Case nötigen Felder extrahieren; auf Klarnamen wo möglich verzichten
Pseudonymisierung
Bearbeiterkennungen in Logs pseudonymisieren, wo der Personenbezug nicht zwingend ist
Betriebsrat & Mitbestimmung
Bei bearbeiterbezogenen Auswertungen frühzeitig einbinden und transparent kommunizieren

Datenhoheit als Stärke des Qlik-Ansatzes

Ein Aspekt hebt MPM datenschutzseitig positiv hervor: Weil die Lösung auf Qlik aufsetzt, hängt der Verarbeitungsort maßgeblich davon ab, wie die Qlik-Umgebung betrieben wird. Wo diese in der eigenen Infrastruktur oder in einer kontrollierten, EU-seitigen Umgebung läuft, bleibt die Kontrolle über die Prozessdaten weitgehend im Haus – ein klarer Vorteil für Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datenhoheit, etwa bei sensiblen Beständen. Wird dagegen ein Cloud-Betrieb gewählt, gelten die üblichen Sorgfaltspflichten: Serverstandort und EU-Region benennen, den Auftragsverarbeitungsvertrag sauber aufsetzen und etwaige Subprozessoren prüfen. Das konkrete Betriebsmodell und dessen Konditionen sind beim Anbieter zu verifizieren.
Keine Rechtsberatung

Die Hinweise in diesem Kapitel sind eine praxisorientierte Orientierung aus unseren Projekten und ersetzen keine Rechtsberatung. Die konkrete datenschutzrechtliche Bewertung – insbesondere zu Betriebsmodell, Auftragsverarbeitung, etwaigen Drittlandbezügen, Datenschutz-Folgenabschätzung und Mitbestimmung – sollte stets mit dem eigenen Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls fachkundiger juristischer Beratung erfolgen.

Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu MEHRWERK ProcessMining

Diese Fragen tauchen in unseren Beratungsgesprächen zu MPM am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet.

Was ist MEHRWERK ProcessMining?
MEHRWERK ProcessMining (MPM) ist eine Process-Mining-Lösung des deutschen Softwareanbieters MEHRWERK. Sie setzt auf die Analyse-Plattform Qlik auf und rekonstruiert reale Geschäftsprozesse aus den Event Logs von ERP-, CRM- und Fachsystemen. MPM bietet Prozessanalyse, Conformance-Checking, interaktive Dashboards und Ansätze zur Prozessoptimierung in einer Lösung und richtet sich an den DACH-Markt, vom gehobenen Mittelstand bis zu Enterprise-Kunden.
Was bedeutet es, dass MPM auf Qlik aufsetzt?
MPM nutzt die Business-Analytics-Plattform Qlik als technisches Fundament – für Datenmodellierung, das assoziative Datenmodell und die Visualisierung. Wer Qlik bereits betreibt, kann Process Mining in eine vertraute Umgebung integrieren und vorhandene Lizenzen, Kompetenzen und Governance mitnutzen. Wer Qlik nicht hat, muss die Plattform als eigenen Baustein einplanen. Die Qlik-Konstellation ist damit die zentrale Weichenstellung bei Kosten, Betrieb und Datenhoheit.
MPM oder Celonis – was ist die richtige Wahl?
Celonis ist der reichweitenstärkste Marktführer mit eigener, sehr tiefer Plattform und großem Ökosystem – naheliegend bei sehr großen, komplexen Prozesslandschaften und maximalem Analyseanspruch. MPM ist der pragmatischere, Qlik-integrierte DACH-Weg mit niedrigerer Einstiegshürde – naheliegend für Qlik-affine Mittelständler. Die Wahl folgt dem Use Case, dem vorhandenen Stack und dem Budget, nicht dem Markennamen.
Eignet sich MPM für den Mittelstand?
Ja, der Mittelstand ist die natürliche Zielgruppe. Der pragmatische Ansatz, die mögliche Nutzung einer vorhandenen Qlik-Basis, die DACH-Nähe und ein zugänglicheres Kostenprofil passen gut zu Unternehmen, die Process Mining ausprobieren und schrittweise ausbauen wollen, ohne sofort ein Enterprise-Großprogramm aufzusetzen. Voraussetzung bleiben datenreiche Prozesse mit brauchbaren Event-Logs und die Bereitschaft, aus Erkenntnissen Maßnahmen zu machen.
Was kostet MPM?
Es gibt keinen öffentlichen Pauschalpreis. Die Kosten hängen von Umfang, Prozessanzahl, Datenvolumen und Ausbaustufe ab – und, als Besonderheit, von der Qlik-Konstellation: Wer Qlik bereits betreibt, spart diesen Block, wer neu einführt, plant ihn zusätzlich ein. Hinzu kommen Datenanbindung, Implementierung und Betrieb. Seriöse Zahlen liefert nur ein individuelles Angebot nach einem Scoping. Die Konditionen sind direkt beim Anbieter zu erfragen.
Ist MPM DSGVO-konform und wie steht es um die Datenhoheit?
Bei sorgfältiger Konfiguration ja. Als deutscher Anbieter bringt MEHRWERK ein europäisch geprägtes Datenschutzverständnis mit. Weil MPM auf Qlik aufsetzt, ist je nach Modell ein Betrieb in der eigenen Umgebung, auch on-premises, möglich – das kann die Datenhoheit stärken. Bei Cloud-Betrieb sind Serverstandort/EU-Region und ein AVV zu klären. Da Event Logs Personenbezug enthalten können, sind Datensparsamkeit, Pseudonymisierung, ein Berechtigungskonzept und die Einbindung von Betriebsrat wichtig. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.
Welche Systeme kann MPM anbinden?
MPM zieht seine Event Logs typischerweise aus ERP-Systemen wie SAP und anderen, aus CRM-Plattformen und aus Fach- und Branchenanwendungen – über die Datenintegrationsschicht von Qlik. Entscheidend ist weniger die Zahl der Konnektoren als die saubere, wartbare Anbindung der für Ihre Kernprozesse relevanten Systeme. Grundsätzlich gilt: Was sich als Ereignisprotokoll mit Fall-ID, Aktivität und Zeitstempel abbilden lässt, ist für Process Mining zugänglich. Die konkrete Unterstützung sollte projektspezifisch geprüft werden.
Wie unterstützt INAGRO bei MPM?
Wir beraten herstellerunabhängig: von der Frage, ob und wo sich MPM für Ihr Unternehmen rechnet, über die Klärung der Qlik-Konstellation, die Use-Case- und Wertziel-Definition, die Datenanbindung und das Datenschutz-Setup bis zum Pilot mit belegtem Wertnachweis und der anschließenden Skalierung. Wo Celonis, Signavio, ARIS oder ein anderer Weg besser passt, sagen wir das ehrlich. Im 30-minütigen Erstgespräch klären wir Fit, Kosten und Umsetzungs-Pfad – unverbindlich und kostenlos.

Process Mining pragmatisch einsetzen

Brauchen Sie eine ehrliche MPM-Einschätzung?

Von der Frage, ob MPM und der Qlik-Weg zu Ihnen passen, über die Datenanbindung und das Datenschutz-Setup bis zum belegten Wertnachweis – INAGRO begleitet Sie herstellerunabhängig auf jedem Schritt. Wir prüfen, ob und wo sich MEHRWERK ProcessMining für Ihr Unternehmen rechnet, und sagen ehrlich, wenn ein anderer Weg besser passt. Pragmatisch, strukturiert und mit messbarem Ergebnis.

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