Celonis — der Process-Intelligence-Marktführer aus München.
Celonis ist die weltweit bekannteste Process-Mining-Plattform und ein Münchner Vorzeige-Unternehmen mit zweitem Hauptsitz in New York. Die Plattform rekonstruiert reale Prozesse aus den Datenspuren Ihrer ERP- und CRM-Systeme, deckt Engpässe und Abweichungen auf, beziffert deren Wertpotenzial in Euro und stößt über die Action Engine konkrete Verbesserungen an. Für den DACH-Mittelstand mit SAP-Kern ist Celonis besonders relevant — diese ehrliche Praxiseinordnung zeigt, wann sich der Marktführer lohnt und wann nicht.
Celonis ist die weltweit bekannteste Plattform für Process Mining – jene Disziplin, die reale Geschäftsprozesse nicht aus Workshops und Annahmen, sondern aus den digitalen Datenspuren der eigenen IT-Systeme rekonstruiert. Gegründet 2011 aus einem Forschungsprojekt der Technischen Universität München heraus, hat sich das Unternehmen mit Doppel-Hauptsitz in München und New York zum Kategorie-prägenden Anbieter entwickelt und gilt als eines der wertvollsten Technologie-Unternehmen deutscher Herkunft.
Für Unternehmen mit großen, datenreichen Kernprozessen – Einkauf, Vertrieb, Finanzen – und einer gewissen Daten- und Umsetzungsreife ist Celonis in vielen Fällen die wirtschaftlich richtige Wahl: Die Tiefe der Analyse, die Wertquantifizierung und die Action Engine sind am Markt kaum zu schlagen. Die ehrliche Kehrseite: Celonis ist kein leichtgewichtiges Reporting-Tool. Für kleine, SAP-zentrierte Bedarfe ist SAP Signavio (oft im SAP-Vertrag enthalten) häufig wirtschaftlicher, und ohne klares Wertziel sowie Umsetzungsbereitschaft bleibt selbst der beste Marktführer wirkungslos.
Um Celonis richtig einzuordnen, muss man verstehen, woraus die Plattform ihr Wissen zieht. Process Mining ist keine Magie und kein klassisches Reporting – es ist eine systematische Rekonstruktion der Prozesswirklichkeit aus Daten, die in Ihren Systemen ohnehin schon anfallen.
Die Qualität jeder Process-Mining-Analyse steht und fällt mit der Qualität der Event Logs. Sind Zeitstempel ungenau, Aktivitäten uneinheitlich benannt oder Datensätze lückenhaft, liefert auch der beste Algorithmus ein verzerrtes Bild. Aus INAGRO-Sicht ist die saubere Datenanbindung deshalb nicht der langweilige Vorlauf, sondern der eigentliche Erfolgsfaktor – der OCPM-Ansatz erhöht die Aussagekraft, erhöht aber auch die Anforderungen an Datenmodellierung und Fachwissen.
Celonis ist heute keine einzelne Anwendung mehr, sondern eine modulare Plattform. Im Zentrum steht das Datenmodell, darum gruppieren sich Analyse-, Aktions- und KI-Funktionen sowie vorgefertigte Apps für Standardprozesse. Hier die wichtigsten Bausteine mit konkretem Praxisbezug.
Das digitale Abbild der Prozess- und Datenlandschaft eines Unternehmens. Verknüpft Objekte (Bestellungen, Rechnungen, Lieferanten, Aufträge) und ihre Beziehungen objektzentriert – die Grundlage für alle Analysen und der Bezugspunkt für die KI-Funktionen.
Wandelt Erkenntnisse in Handlungen um. Statt nur ein Dashboard zu zeigen, schlägt die Action Engine priorisierte Maßnahmen vor, weist sie Verantwortlichen zu und kann nachgelagerte Systeme oder Automatisierungen anstoßen – der Schritt von der Analyse zur Wirkung.
Vorkonfigurierte Anwendungen für Standardprozesse wie Purchase-to-Pay und Order-to-Cash. Sie bringen typische Kennzahlen, Analysen und Maßnahmen-Vorlagen mit und verkürzen die Zeit bis zum ersten Ergebnis erheblich.
Sprachgestützte Auswertung und Assistenz: Anwender können Prozessfragen in natürlicher Sprache stellen, KI hebt Auffälligkeiten hervor und schlägt Maßnahmen vor. Die Process Intelligence als Graph dient dabei als verlässlicher Kontext für die KI.
Die Action Engine ist nur so wirksam wie die nachgelagerten Prozesse und Verantwortlichkeiten. Eine Maßnahme, die niemandem zugewiesen ist oder auf die keine Reaktion erfolgt, erzeugt keinen Wert – egal wie präzise die Analyse war. Aus unserer Projekterfahrung ist die Frage „Wer handelt auf welche Erkenntnis hin?“ mindestens so wichtig wie die Technik selbst.
Process Mining entfaltet seinen Wert nicht abstrakt, sondern an konkreten Kernprozessen. Hier die Szenarien, in denen Celonis im DACH-Markt – und im Kerngebiet von INAGRO, der Prozessoptimierung – am häufigsten erfolgreich eingesetzt wird, mit realistischen Wirkungs-Indikatoren aus unserer Projektpraxis.
Vom Bedarf über Bestellung, Wareneingang und Rechnungsprüfung bis zur Zahlung: Celonis deckt verpasste Skonti, doppelte Zahlungen, manuelle Nacharbeiten und Maverick Buying auf und beziffert die Hebel. Einer der reifsten und wertstärksten Use Cases überhaupt.
Skonto-Quote & Working CapitalVom Auftragseingang bis zum Geldeingang: Celonis findet Engpässe in Auftragsbearbeitung, Lieferung und Fakturierung, deckt Ursachen verspäteter Zahlungseingänge auf und verkürzt die Durchlaufzeit – mit direkter Wirkung auf Liquidität und Days Sales Outstanding.
DSO senken, Liquidität hebenÜber die Standardprozesse hinaus lassen sich beliebige datenreiche Abläufe analysieren – Reklamationsbearbeitung, Stammdatenpflege, Service-Tickets. Celonis macht den real gelebten Prozess sichtbar und priorisiert die Verbesserungen nach Wirkung statt nach Bauchgefühl.
Durchlaufzeit & NacharbeitConformance Checking deckt systematisch Regelverstöße auf: übersprungene Genehmigungen, verletztes Vier-Augen-Prinzip, nachträgliche Bestelländerungen. Für interne Revision und das interne Kontrollsystem ein objektiver, datengestützter Prüfblick statt Stichproben.
Abweichungen lückenlos sichtbarBevor RPA-Bots gebaut werden, zeigt Celonis (oft mit Task Mining), welche Schritte sich wirklich lohnen: hoher manueller Aufwand, hohes Volumen, stabile Regeln. So fließt das Automatisierungsbudget dorthin, wo der Hebel am größten ist – statt in Lieblingsprojekte.
RPA-Roadmap nach WertNach der Umsetzung von Maßnahmen misst Celonis fortlaufend, ob die erwartete Wirkung eintritt. Statt einmaliger Berater-Folien entsteht ein dauerhafter Regelkreis: messen, handeln, nachmessen – die Grundlage für echte kontinuierliche Verbesserung.
Kontinuierlicher RegelkreisProcess Mining ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein Instrument der Prozessoptimierung. Der größte Mehrwert entsteht, wenn die Celonis-Erkenntnisse in eine konkrete Verbesserungs-Roadmap überführt werden – mit Maßnahmen, Verantwortlichen und messbaren Zielen. Genau diese Brücke von der Analyse zur Umsetzung ist erfahrungsgemäß der Punkt, an dem die meisten Programme entweder Wert schaffen oder versanden.
Celonis ist Marktführer, aber nicht der einzige relevante Anbieter. Wie schlägt sich die Plattform gegen SAP Signavio, UiPath Process Mining und Microsoft? Diese Übersicht ordnet die Stärken ein – mit dem ehrlichen Fazit, wann Celonis gewinnt und wann nicht.
| Kriterium | Celonis | SAP Signavio | UiPath Process Mining | Microsoft |
|---|---|---|---|---|
| Process-Mining-Tiefe | Marktführend | Sehr gut | Solide | Solide |
| Wertquantifizierung & Aktion | Action Engine | Vorhanden | Auf RPA fokussiert | Im Aufbau |
| SAP-Nähe | Sehr stark | Nativ (SAP) | Über Connectoren | Über Connectoren |
| BPM-Modellierung | Ergänzend | Stark (BPM-Erbe) | Kein Fokus | Eingeschränkt |
| RPA-/Automatisierungs-Anbindung | Offen, breit | Vorhanden | Nativ (UiPath) | Power Platform |
| Object-Centric Process Mining | Vorreiter | Im Aufbau | Eingeschränkt | Eingeschränkt |
| DACH-/EU-Bezug | Deutsche Herkunft | Deutsche Herkunft | US/EU | US-Konzern |
| Einstiegshürde / Komplexität | Hoch | Mittel | Mittel | Mittel |
| Preissegment | Oberes Enterprise | Mittel–hoch (SAP-Vertrag) | Mittel | Verbrauch/Lizenz |
INAGRO bewertet Werkzeuge nicht nach Markenglanz, sondern nach Fit. Celonis ist die Referenz für wertorientiertes, strategisches Process Mining – aber die richtige Wahl folgt aus Use Case, vorhandenem Stack und Umsetzungskapazität. In SAP-zentrierten Szenarien gehört Signavio fair in den Vergleich, in RPA-getriebenen das tool-eigene Process Mining. Wir prüfen das im Zweifel ergebnisoffen.
Process Mining lebt von Daten aus den operativen Systemen – und genau das macht Datenschutz zum zentralen Thema. Event Logs können personenbezogene Daten enthalten, und die ERP-Extraktion berührt sensible Geschäftsinformationen. Hier die wichtigsten Punkte für eine saubere, DSGVO-konforme Einführung.
Diese Punkte sollten bei jeder Celonis-Einführung sauber aufgesetzt und dokumentiert werden – sie bilden das Fundament einer DSGVO-konformen Nutzung:
Die Hinweise in diesem Kapitel sind eine praxisorientierte Orientierung aus unseren Projekten und ersetzen keine Rechtsberatung. Die konkrete datenschutzrechtliche Bewertung – insbesondere zu Drittlandtransfers, Datenschutz-Folgenabschätzung und Mitbestimmung – sollte stets mit dem eigenen Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls fachkundiger juristischer Beratung erfolgen.
Celonis liegt im oberen Enterprise-Preissegment und wird nicht über einen simplen Pro-Nutzer-Preis verkauft. Wichtigster Punkt für eine ehrliche Kalkulation: Die Lizenz ist nur ein Teil der Gesamtkosten – Datenanbindung und Umsetzung sind oft der größere Block.
Starten Sie mit einem einzigen, wertstarken Kernprozess und einem klaren Wertziel. So bleiben Datenanbindung und Implementierungsaufwand überschaubar, der Wertnachweis ist sauber führbar, und die Investitionsentscheidung für die Breite beruht auf belegten Zahlen statt auf Annahmen. Für kleine, SAP-zentrierte Bedarfe lohnt der Vergleich mit SAP Signavio (oft im SAP-Vertrag enthalten).
Eine ehrliche Einschätzung aus unserer Beratungspraxis. Celonis ist für datenreiche Kernprozesse in den meisten Fällen die mächtigste verfügbare Lösung – aber Mächtigkeit hat ihren Preis in Komplexität, Datenanforderungen und Kosten.
Celonis ist die richtige Wahl, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: datenreiche, wertstarke Kernprozesse; ausreichende Daten- und Umsetzungsreife; und der Wille, aus Erkenntnissen Maßnahmen zu machen. Fehlt eine dieser Bedingungen, ist eine leichtgewichtigere oder SAP-native Lösung oft die ehrlichere Antwort. Die Tool-Wahl folgt dem Use Case – nicht umgekehrt.
Eine erfolgreiche Celonis-Einführung folgt einem bewährten Muster – mit klarem Fokus auf Use-Case-Auswahl, saubere Datenanbindung und vor allem den nachweisbaren Wert. Wer „nur die Plattform kauft“ und breit ausrollt, riskiert teure Dashboards ohne Wirkung.
Unsere Empfehlung für den Mittelstand: mit einem wertstarken Kernprozess starten, ERP-/SAP-Daten sauber anbinden, Hebel quantifizieren, Maßnahmen über die Action Engine verankern, Wirkung nachmessen – und Datenschutz sowie Betriebsrat von Beginn an einbinden. Dieser fokussierte Pfad senkt das Risiko, sichert den Wertnachweis und schafft die Grundlage für eine fundierte Skalierungsentscheidung.
Diese Fragen tauchen in unseren Beratungsgesprächen am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet.
Process Mining strategisch einsetzen
Von der Use-Case-Auswahl über die Datenanbindung und das Datenschutz-Setup bis zum belegten Wertnachweis – INAGRO begleitet Sie herstellerunabhängig auf jedem Schritt. Wir prüfen, ob und wo sich Celonis für Ihr Unternehmen rechnet, und sagen ehrlich, wenn ein anderer Weg besser passt. Pragmatisch, strukturiert und mit messbarem Ergebnis.
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