Wissensdatenbank · Dokumentenmanagement · DMS/ECM

agorum core – das Open-Source-DMS aus Deutschland.

agorum core ist ein Dokumentenmanagement- und ECM-System aus Ostfildern bei Stuttgart, das einen quelloffenen Kern (agorum core open) mit einer erweiterten pro-Edition kombiniert. Charakteristisch sind die tiefe Integration als Netzlaufwerk, eine flexible Workflow- und Automatisierungsschicht sowie die Wahl zwischen On-Premises und Cloud. Dieser Fachartikel ordnet Editionen, Funktionen und die Frage der Datenhoheit herstellerneutral ein – und ersetzt keine Rechtsberatung.

25 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
agorum core
INAGRO Wissensdatenbank · 08 Dokumentenmanagement
Typ
DMS / ECM
Anbieter
agorum · Ostfildern (DE)
Modell
Open-Source-Kern + pro
Betrieb
On-Premises & Cloud
Stärke
Netzlaufwerk-Integration
Markt / Bezug
DACH · GoBD · DSGVO
Wichtiger Hinweis
Kapitel 01 · Grundlagen

Was ist agorum core?

agorum core ist ein Dokumentenmanagement- und Enterprise-Content-Management-System des deutschen Herstellers agorum mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart. Es verwaltet Dokumente, E-Mails und beliebige Dateien zentral, archiviert sie revisionssicher und stellt Suche, Workflows und Automatisierung bereit. Die Besonderheit liegt in der Kombination aus einem quelloffenen Kern und einer kommerziellen pro-Edition – ein Ansatz, der agorum core im DACH-Markt eine eigene Nische verschafft.

Wer sich mit Dokumentenmanagement befasst, stößt schnell auf eine grundsätzliche Weichenstellung: Setzt man auf ein proprietäres System eines etablierten Herstellers, auf eine reine Open-Source-Lösung ohne kommerziellen Support – oder auf eine Mischform, die beides verbindet? agorum core steht seit vielen Jahren für die dritte Variante. Der Kern des Systems ist quelloffen und frei nutzbar, während erweiterte Funktionen, professioneller Support und ergänzende Module über die pro-Edition kommerziell angeboten werden.
Diese Positionierung ist kein Marketing-Detail, sondern hat unmittelbare praktische Folgen. Sie beeinflusst, wie ein Unternehmen einsteigen kann, wie es die Lösung betreibt, wie es mit dem Anbieter zusammenarbeitet und – besonders wichtig für DACH-Unternehmen – wie es um die Kontrolle über die eigenen Daten bestellt ist. Genau diese Aspekte arbeitet dieser Beitrag heraus, ohne in Produktwerbung zu verfallen.

Der Kerngedanke: Dokumente als zentrale Wissensbasis

Im Zentrum von agorum core steht die Idee, alle geschäftsrelevanten Informationen an einem Ort zusammenzuführen. Dazu zählen klassische Office-Dokumente ebenso wie eingescannte Belege, E-Mails, PDF-Dateien oder Bilder. Statt Informationen in verteilten Netzlaufwerken, Mail-Postfächern und lokalen Ordnern zu belassen, sollen sie in einem gemeinsamen, durchsuchbaren und zugriffsgesteuerten Repository liegen. Aus einer unstrukturierten Dateiablage wird so ein strukturiertes, auffindbares Wissenssystem.
Ein zentrales Element dabei ist die Volltextsuche: agorum core indexiert die abgelegten Dokumente inhaltlich, sodass Anwender nicht nur nach Dateinamen, sondern nach dem tatsächlichen Inhalt suchen können. In Verbindung mit Metadaten, Kategorien und Berechtigungen entsteht daraus eine Umgebung, in der Informationen schnell wiederauffindbar sind – ein häufig unterschätzter Produktivitätsfaktor im Büroalltag.

Herkunft und Reifegrad des Systems

agorum core wird seit vielen Jahren aus Deutschland heraus entwickelt und hat in dieser Zeit eine breite Funktionsbasis aufgebaut. Der Reifegrad zeigt sich weniger in spektakulären Einzelfunktionen als in der Durchgängigkeit: von der Ablage über die Verschlagwortung und Suche bis zu Workflows und Archivierung. Für den DACH-Mittelstand ist zudem relevant, dass Entwicklung, Support und Vertragspartner im deutschsprachigen Raum angesiedelt sind – ein Punkt, der bei der Auswahl oft schwerer wiegt, als es die reine Funktionsliste vermuten lässt.
INAGRO-Einordnung

agorum core ist kein „Nischenprodukt für Bastler“, sondern ein ausgereiftes DMS/ECM mit einer bewussten Doppelstrategie aus Open Source und kommerzieller Edition. In unseren Auswahlprojekten kommt es vor allem dann in die engere Wahl, wenn Unternehmen Wert auf Datenhoheit, Self-Hosting-Option und die Vermeidung eines vollständigen Hersteller-Lock-ins legen. Ob es im konkreten Fall die beste Wahl ist, hängt von Anforderungen, IT-Kompetenz und Budget ab – und lässt sich seriös nur nach einer strukturierten Bedarfsanalyse beurteilen.

Wichtig für die weitere Lektüre: Dieser Beitrag beschreibt agorum core qualitativ und herstellerneutral. Er nennt bewusst keine tagesaktuellen Preise, keine erfundenen Benchmarks und keine Nutzerzahlen, weil sich solche Angaben ändern und im Einzelfall zu prüfen sind. Konkrete Konditionen, Lizenzmodelle und der jeweils aktuelle Funktionsstand sollten stets direkt beim Anbieter erfragt werden.
Kapitel 02 · Editionen & Positionierung

Editionen und Positionierung: open vs. pro

Das prägendste Merkmal von agorum core ist die Zweiteilung in eine quelloffene Basis und eine kommerzielle Erweiterung. Wer diese Logik versteht, versteht das Produkt – und kann besser einschätzen, welcher Weg für das eigene Unternehmen passt. Dieser Abschnitt ordnet die Editionen und ihre strategische Bedeutung ein, ohne konkrete Preisangaben zu machen.

Grundsätzlich gilt: agorum core open ist die frei verfügbare, quelloffene Variante. Sie bildet den funktionalen Kern des Systems ab und lässt sich ohne Lizenzkosten selbst betreiben. agorum core pro baut auf demselben Kern auf, ergänzt ihn aber um zusätzliche Funktionen, Module und – ganz entscheidend – um professionellen Support, Wartung und vertragliche Zusagen. Beide teilen sich dieselbe technologische Grundlage, unterscheiden sich aber in Funktionsumfang, Betreuung und wirtschaftlichem Modell.

agorum core open: der quelloffene Einstieg

Die offene Edition richtet sich an Organisationen, die selbst über ausreichende IT-Kompetenz verfügen und die den Kern eines vollwertigen DMS ohne Lizenzkosten nutzen möchten. Sie erlaubt einen niedrigschwelligen Einstieg: Man kann das System installieren, ausprobieren, Prozesse testen und ein Gefühl dafür entwickeln, ob agorum core zu den eigenen Anforderungen passt – bevor eine kommerzielle Entscheidung fällt. Genau diese Möglichkeit, „erst zu testen und dann zu entscheiden“, ist ein wesentlicher Vorteil des Open-Source-Ansatzes.
Der quelloffene Charakter bedeutet auch eine gewisse Unabhängigkeit: Der Quellcode ist einsehbar, das System lässt sich auf eigener Infrastruktur betreiben, und ein Unternehmen ist nicht zwingend an einen einzelnen Anbieter gebunden, um die Software überhaupt nutzen zu können. Für Organisationen mit hohem Anspruch an Transparenz und Kontrolle ist das ein gewichtiges Argument.

agorum core pro: Support, Module und Verlässlichkeit

Für die meisten produktiven Unternehmenseinsätze führt der Weg zur pro-Edition – und das aus nachvollziehbaren Gründen. Ein geschäftskritisches Dokumentenmanagement ohne verlässlichen Support zu betreiben, ist für viele Mittelständler keine tragfähige Option. Die pro-Edition liefert genau das: professionelle Unterstützung, gepflegte Updates, erweiterte Funktionsmodule und die vertragliche Sicherheit, im Problemfall einen Ansprechpartner zu haben. Wer ein DMS als Rückgrat seiner Prozesse einsetzt, bezahlt hier weniger für „mehr Software“ als für Verlässlichkeit und Zukunftssicherheit.
agorum core open
Open Source

Quelloffene Basis-Edition ohne Lizenzkosten. Ideal zum Testen, für Eigenbetrieb mit vorhandener IT-Kompetenz und für Organisationen, die maximale Transparenz und Unabhängigkeit wünschen.

LizenzOpen Source
SupportCommunity
BetriebSelf-Hosting
ZielgruppeIT-affin
agorum core pro
Kommerziell

Kommerzielle Edition auf gleicher Basis mit erweiterten Modulen, professionellem Support, Wartung und vertraglichen Zusagen. Der übliche Weg für produktive, geschäftskritische Einsätze.

Lizenzkommerziell
Supportprofessionell
BetriebOn-Prem / Cloud
ZielgruppeUnternehmen
On-Premises
Eigenbetrieb

Betrieb im eigenen Rechenzentrum oder auf eigener Infrastruktur. Maximale Kontrolle über Daten und Umgebung, dafür eigene Verantwortung für Betrieb, Updates und Sicherung.

Datenlageim Haus
Kontrollemaximal
Aufwandeigener Betrieb
Souveränitäthoch
Cloud / gehostet
Managed

Betrieb als gehostete Variante, bei der der Anbieter oder ein Partner Infrastruktur und Betrieb übernimmt. Weniger eigener Aufwand, dafür Abhängigkeit vom gewählten Hosting-Modell.

Datenlagebeim Betreiber
Kontrollemittel
Aufwandgering
Standortprüfen

Open Core als Geschäftsmodell – Chancen und Grenzen

Das Modell hinter agorum core wird oft als „Open Core“ bezeichnet: Ein quelloffener Kern bildet die Basis, kommerzielle Erweiterungen und Dienstleistungen finanzieren die Weiterentwicklung. Für Anwender hat das klare Vorteile – niedrige Einstiegshürde, Transparenz, Testbarkeit und die Option zum Eigenbetrieb. Zugleich sollte man realistisch bleiben: Wer die volle Funktionsbreite und professionelle Betreuung will, landet in der Regel bei der kommerziellen Edition. „Open Source“ heißt hier also nicht automatisch „kostenlos für alles“, sondern beschreibt einen offenen, kontrollierbaren Kern mit kommerziellen Ausbaustufen.
Editionen praktisch verstehen

Die entscheidende Frage lautet nicht „open oder pro?“, sondern „welchen Weg wählen wir für Einstieg und Betrieb?“. Ein gängiges Muster ist: mit der offenen Edition testen und Anforderungen schärfen, für den produktiven Betrieb in die pro-Edition wechseln. Welche Module, Konditionen und Support-Stufen aktuell verfügbar sind, klären Sie bitte direkt beim Anbieter – diese Angaben ändern sich und gehören in ein konkretes Angebot.

Kapitel 03 · Funktionsumfang

Funktionsumfang und Kernfähigkeiten

Ein DMS beweist sich in der Breite und Durchgängigkeit seiner Funktionen. agorum core deckt die zentralen Fähigkeiten eines vollwertigen Dokumentenmanagements ab: Ablage und Archivierung, die tiefe Integration als Netzlaufwerk, Verschlagwortung und Suche, Workflows sowie Vorlagen und Vorgangsbearbeitung. Dieser Abschnitt erklärt die wichtigsten Bausteine qualitativ.

Netzlaufwerk-Integration als Alleinstellungsmerkmal

Ein Merkmal, das agorum core im Alltag besonders zugänglich macht, ist die Integration als Netzlaufwerk. Anwender können auf das DMS zugreifen, als wäre es ein gewohntes Laufwerk im Dateisystem – Dokumente lassen sich per Drag-and-drop ablegen, öffnen und speichern, ohne dass man zwingend eine separate Oberfläche bedienen muss. Das senkt die Einstiegshürde erheblich: Mitarbeitende arbeiten in ihrer vertrauten Umgebung weiter, während im Hintergrund Versionierung, Indexierung und Berechtigungen des DMS greifen.
Dieser Ansatz löst ein reales Akzeptanzproblem vieler DMS-Einführungen. Wenn ein System zu stark von den gewohnten Arbeitsweisen abweicht, sinkt die Nutzung – und ein DMS, das niemand füttert, bringt keinen Nutzen. Die Netzlaufwerk-Metapher erlaubt einen sanften Übergang von der klassischen Dateiablage zum strukturierten Dokumentenmanagement, ohne die Belegschaft zu überfordern.

Revisionssichere Ablage und Archivierung

Zu den Kernaufgaben eines DMS gehört die geordnete, nachvollziehbare und langfristig verlässliche Aufbewahrung von Dokumenten. agorum core bietet dafür Funktionen wie Versionierung, Protokollierung und eine strukturierte Ablage mit Metadaten. Für steuerlich und rechtlich relevante Unterlagen ist das Stichwort revisionssichere Archivierung zentral: Dokumente sollen unveränderbar, vollständig, geordnet und über die Aufbewahrungsfrist auffindbar bleiben. Ein DMS wie agorum core ist genau darauf ausgelegt, diese Anforderungen technisch zu unterstützen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen technischer Fähigkeit und rechtlicher Bewertung: Ein System kann die technischen Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Archivierung schaffen, ob der konkrete Einsatz im Einzelfall den geltenden Vorgaben genügt, ist jedoch eine Frage der Organisation, der Verfahrensdokumentation und der fachkundigen Prüfung. Details zur GoBD-konformen Archivierung behandelt ein eigener Beitrag der Wissensdatenbank.
Ablage & Archiv

Zentrale, versionierte Ablage aller Dokumente mit Metadaten, Protokollierung und den technischen Voraussetzungen für revisionssichere Archivierung.

Struktur & Nachvollziehbarkeit
Netzlaufwerk

Zugriff auf das DMS wie auf ein gewohntes Laufwerk. Ablegen, öffnen und speichern in vertrauter Umgebung – mit Versionierung und Berechtigungen im Hintergrund.

Hohe Anwender-Akzeptanz
Volltextsuche

Inhaltliche Indexierung der Dokumente, sodass sich nach Inhalt und nicht nur nach Dateinamen suchen lässt – kombiniert mit Metadaten und Kategorien.

Schnelles Wiederfinden
Workflows

Abbildung wiederkehrender Abläufe wie Freigaben, Prüfungen oder Umlaufverfahren – mit klaren Zuständigkeiten und nachvollziehbarem Status.

Prozesse statt E-Mail-Chaos

Workflows, Vorlagen und Vorgangsbearbeitung

Über die reine Ablage hinaus versteht sich agorum core als Plattform für dokumentenbasierte Prozesse. Mit Workflows lassen sich wiederkehrende Abläufe abbilden – etwa die Freigabe von Eingangsrechnungen, die Prüfung von Verträgen oder Umlaufverfahren für Dokumente. Statt Zuständigkeiten per E-Mail hin und her zu schieben, steuert das System, wer wann welche Aufgabe erhält, und dokumentiert den Fortschritt nachvollziehbar.
Vorlagen und strukturierte Vorgänge ergänzen dieses Bild: Standardisierte Dokumente lassen sich aus Vorlagen erzeugen, wiederkehrende Vorgänge nach einem festen Muster bearbeiten. In Summe entsteht daraus mehr als eine Dateiablage – nämlich eine Umgebung, in der Dokumente Teil geregelter, wiederholbarer Geschäftsprozesse werden. Wie weit ein Unternehmen diese Möglichkeiten ausschöpft, hängt von seinen Anforderungen und seiner Bereitschaft ab, Prozesse sauber zu definieren.
Funktion folgt Prozess

Die Funktionsbreite von agorum core ist beachtlich – doch der Nutzen entsteht erst, wenn Funktionen an definierten Prozessen ausgerichtet werden. In unseren Projekten beginnen wir nie mit der Frage „Was kann das Tool?“, sondern mit „Welche Dokumentenprozesse wollen wir verbessern?“. Erst daraus ergibt sich, welche Funktionen tatsächlich relevant sind und welche man getrost ignorieren kann.

Kapitel 04 · KI & Automatisierung

KI- und Automatisierungsfunktionen

Modernes Dokumentenmanagement lebt zunehmend von Automatisierung: Dokumente sollen nicht nur abgelegt, sondern erkannt, klassifiziert und den richtigen Prozessen zugeführt werden – möglichst ohne manuelles Zutun. agorum core adressiert dieses Feld mit Funktionen für OCR, Klassifikation und Automatisierung. Dieser Abschnitt beschreibt sie qualitativ, ohne konkrete Erkennungsraten oder Benchmarks zu behaupten.

OCR und Texterkennung als Fundament

Am Anfang jeder dokumentenbasierten Automatisierung steht die Texterkennung (OCR). Eingescannte Papierdokumente oder Bild-PDFs sind für einen Computer zunächst nur Pixel – ohne OCR lässt sich ihr Inhalt weder durchsuchen noch automatisch verarbeiten. agorum core bindet Texterkennung ein, damit gescannte Belege durchsuchbar werden und ihr Inhalt für weitere Automatisierungsschritte zur Verfügung steht. Erst dadurch wird aus einem Bild ein maschinell nutzbarer Datensatz.
Die Qualität der OCR bestimmt maßgeblich, wie gut nachgelagerte Schritte funktionieren. Saubere Scans, gute Vorlagenqualität und ein durchdachter Erfassungsprozess sind daher ebenso wichtig wie die Software selbst. Grundlagen und Grenzen der Texterkennung behandelt ein eigener OCR-Beitrag der Wissensdatenbank ausführlicher.

Klassifikation und automatische Zuordnung

Aufbauend auf der Texterkennung geht es um die Klassifikation: Das System soll erkennen, um welche Art von Dokument es sich handelt – etwa Rechnung, Lieferschein, Vertrag oder Korrespondenz – und es entsprechend einordnen. Idealerweise werden relevante Informationen wie Absender, Datum oder Belegnummer automatisch ausgelesen und als Metadaten hinterlegt. Dokumente landen so mit den richtigen Attributen am richtigen Ort und in den passenden Workflows, ohne dass ein Mensch jedes Feld von Hand füllt.
Solche Funktionen reduzieren manuelle Erfassungsarbeit und Fehlerquellen erheblich. Realistisch bleibt jedoch: Automatische Klassifikation erreicht selten hundertprozentige Trefferquoten, insbesondere bei heterogenen oder schlecht strukturierten Dokumenten. In der Praxis bewährt sich ein Modell, bei dem die Software den Großteil automatisch verarbeitet und der Mensch nur Zweifelsfälle prüft – eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Automatik und Kontrolle.
Realismus bei KI-Versprechen

Rund um KI im Dokumentenmanagement kursieren viele Versprechen. Seriös ist es, Automatisierung als spürbare Entlastung zu verstehen, nicht als vollständigen Ersatz menschlicher Prüfung. Konkrete Erkennungsraten hängen stark von Dokumentenqualität und Konfiguration ab und lassen sich nicht pauschal beziffern. Testen Sie die Funktionen mit Ihren eigenen Dokumenten, statt sich auf allgemeine Aussagen zu verlassen.

Automatisierung von Prozessen und Regeln

Über die Erkennung einzelner Dokumente hinaus lässt sich agorum core als Automatisierungsplattform nutzen. Regeln und Skripte können definieren, was mit einem Dokument geschieht, sobald es bestimmte Kriterien erfüllt: Es kann automatisch abgelegt, verschlagwortet, an einen Workflow übergeben oder benachrichtigt werden. Durch die offene, programmierbare Grundlage lassen sich individuelle Automatisierungen umsetzen, die über Standardfunktionen hinausgehen – ein Vorteil für Unternehmen mit spezifischen Anforderungen und entsprechender IT-Kompetenz.
Diese Flexibilität ist eine Stärke, will aber verantwortungsvoll genutzt werden. Jede Automatisierung sollte nachvollziehbar dokumentiert und getestet sein, damit sie im Alltag verlässlich funktioniert und im Fehlerfall wartbar bleibt. Automatisierung entfaltet ihren Wert dann, wenn sie an klar definierten, stabilen Prozessen ansetzt – nicht, wenn sie unausgereifte Abläufe lediglich beschleunigt.
Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Integrationen und Ökosystem

Ein DMS steht selten allein: Es muss sich in eine bestehende Systemlandschaft aus Office-Anwendungen, E-Mail, ERP und Fachsoftware einfügen. Der Wert von agorum core hängt maßgeblich davon ab, wie gut es sich mit diesen Systemen verbindet. Dieser Abschnitt beschreibt die Integrationsmöglichkeiten und die Rolle offener Schnittstellen – qualitativ und ohne Anspruch auf Vollständigkeit im Detail.

Microsoft, Office und E-Mail

Für die meisten Unternehmen im DACH-Raum ist die Nähe zur Microsoft- und Office-Welt ein wesentliches Kriterium. agorum core lässt sich so einbinden, dass Dokumente aus gewohnten Office-Anwendungen heraus abgelegt und bearbeitet werden können, und dass die Ablage sich in vertraute Arbeitsweisen einfügt. In Verbindung mit der bereits beschriebenen Netzlaufwerk-Integration entsteht ein Arbeitsfluss, der sich für Anwender natürlich anfühlt: Sie speichern und öffnen Dokumente wie gewohnt, während das DMS im Hintergrund für Struktur sorgt.
Ebenso wichtig ist die E-Mail-Integration. Geschäftskorrespondenz enthält oft geschäftskritische Informationen und Belege, die ansonsten in individuellen Postfächern verstreut liegen. Die Möglichkeit, E-Mails samt Anhängen strukturiert im DMS abzulegen, sie einem Vorgang zuzuordnen und wiederauffindbar zu machen, ist ein realer Mehrwert – gerade in Unternehmen, in denen viel per Mail läuft.

ERP-Anbindung und Fachsysteme

In vielen Mittelstandsunternehmen ist das ERP-System das führende System für kaufmännische Prozesse. Ein DMS entfaltet seinen Nutzen besonders dann, wenn es sich mit dem ERP verbindet: Belege lassen sich Vorgängen zuordnen, archivierte Dokumente aus dem ERP heraus aufrufen, und dokumentenbasierte Prozesse wie die Rechnungsfreigabe greifen über Systemgrenzen hinweg ineinander. agorum core ist darauf ausgelegt, sich in solche Landschaften einzufügen – der konkrete Integrationsaufwand hängt jedoch stark vom jeweiligen ERP und den Anforderungen ab.
Integration ist ein Projekt, kein Schalter

Ob eine Integration „out of the box“ funktioniert oder individuell umgesetzt werden muss, hängt vom Zielsystem ab. Klären Sie früh, welche Ihrer Systeme angebunden werden sollen und mit welchem Aufwand – das ist oft der aufwendigere, aber wertvollere Teil einer DMS-Einführung. Konkrete Konnektoren und ihren aktuellen Reifegrad erfragen Sie am besten direkt beim Anbieter oder Integrationspartner.

Offene Schnittstellen und API als strategischer Vorteil

Ein zentraler Vorteil des offenen Ansatzes von agorum core sind seine Schnittstellen und die programmierbare Grundlage. Über eine API lassen sich das DMS und seine Funktionen in andere Anwendungen einbinden, individuelle Erweiterungen bauen und Automatisierungen umsetzen, die über den Standard hinausgehen. Für Unternehmen mit spezifischen Anforderungen oder eigener Entwicklungskompetenz ist das ein gewichtiges Argument: Sie sind nicht darauf beschränkt, was der Hersteller vorgesehen hat, sondern können das System an ihre Prozesse anpassen.
Diese Offenheit ist zugleich ein Baustein gegen den gefürchteten Hersteller-Lock-in. Wo Schnittstellen offen und der Kern quelloffen sind, bleibt ein Unternehmen beweglicher – bei Integrationen, bei Erweiterungen und bei der Frage, wer das System künftig betreut. Wie viel dieser Flexibilität ein Unternehmen tatsächlich nutzt, hängt von seinen Ressourcen ab; die Option allein ist jedoch ein strategischer Wert, den nicht jedes DMS in dieser Form bietet.
Kapitel 06 · Abgrenzung

Abgrenzung zu Wettbewerbern

agorum core steht in einem lebendigen Markt aus DMS- und ECM-Lösungen. Um seine Position zu verstehen, hilft ein fairer Vergleich mit vier häufig genannten Alternativen: ecoDMS, Paperless-ngx, d.velop und ELO. Ziel ist keine Rangliste, sondern eine sachliche Einordnung der jeweiligen Charakteristika – mit besonderem Blick auf den Open-Source-Aspekt.

Vorweg ein wichtiger Hinweis: „Besser“ oder „schlechter“ gibt es bei DMS-Lösungen nicht absolut, sondern nur bezogen auf konkrete Anforderungen. Ein System, das für den einen Betrieb ideal ist, kann für den anderen überdimensioniert oder zu einfach sein. Der folgende Vergleich beschreibt Tendenzen und typische Profile, nicht eine allgemeingültige Wertung.

agorum core im Vergleich zu ecoDMS und Paperless-ngx

ecoDMS ist ebenfalls ein DMS aus dem deutschsprachigen Raum und für seinen günstigen Einstieg bekannt. Es adressiert vor allem kleinere Unternehmen, die eine solide, bezahlbare Archivierungs- und Ablagelösung suchen. Im Vergleich positioniert sich agorum core breiter – als Plattform mit umfangreichen Workflow-, Automatisierungs- und Integrationsmöglichkeiten sowie einem quelloffenen Kern. Wer primär eine schlanke, preisbewusste Archivlösung sucht, findet in ecoDMS einen starken Kandidaten; wer eine erweiterbare Plattform mit Prozess- und Automatisierungsanspruch will, schaut eher zu agorum core.
Paperless-ngx ist eine populäre Open-Source-Lösung, die vor allem im technisch versierten Umfeld und bei kleineren Setups beliebt ist. Sie glänzt beim Digitalisieren und Verschlagworten von Dokumenten und ist vollständig quelloffen und kostenfrei nutzbar. Der Unterschied zu agorum core liegt im Anspruch: Paperless-ngx ist bewusst fokussiert und stützt sich auf eine Community, während agorum core als kommerziell unterstützte Plattform mit professionellem Support und breiterem Funktionsumfang auftritt. Für Unternehmen, die verlässliche Betreuung und Enterprise-Funktionen brauchen, ist dieser Unterschied entscheidend.
Aspekt agorum core ecoDMS Paperless-ngx d.velop / ELO
Open-Source-Kern Ja (open) Nein Voll quelloffen Proprietär
Professioneller Support Ja (pro) Ja Community Ja
Self-Hosting-Option Ja Ja Ja Modellabhängig
Funktionsbreite / Plattform Hoch Fokussiert Fokussiert Hoch
Typische Zielgruppe KMU bis gehobener Mittelstand Kleine Unternehmen Technisch versierte / kleine Setups Mittelstand bis Konzern
Anbieterherkunft Deutschland Deutschland Open-Source-Community Deutschland

agorum core im Vergleich zu d.velop und ELO

d.velop und ELO zählen zu den etablierten, größeren Anbietern von DMS- und ECM-Lösungen im deutschsprachigen Raum. Sie bringen umfangreiche Funktionslandschaften, ausgereifte Partnernetzwerke und eine starke Marktdurchdringung mit – gerade im gehobenen Mittelstand und bei größeren Organisationen. Ihre Systeme sind in der Regel proprietär; der Quellcode ist nicht offen, und der Betrieb folgt den Modellen der jeweiligen Anbieter.
Hier liegt die zentrale Differenzierung von agorum core: Es bietet vergleichbare Plattform-Ambitionen, ergänzt sie aber um einen quelloffenen Kern und ausgeprägte Self-Hosting-Optionen. Für Unternehmen, denen Transparenz, Datenhoheit und Unabhängigkeit vom einzelnen Hersteller besonders wichtig sind, ist das ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den rein proprietären Wettbewerbern. Umgekehrt punkten die etablierten Anbieter mit sehr breiten Partner-Ökosystemen und langjähriger Präsenz in bestimmten Branchen. Die Wahl ist letztlich eine Abwägung zwischen Offenheit und Kontrolle einerseits und maximaler Marktbreite andererseits.
Fairer Vergleich statt Sieger-Kür

Jedes der genannten Systeme hat berechtigte Einsatzfelder. agorum core sticht heraus, wenn ein quelloffener Kern, Self-Hosting und Datenhoheit zusammen mit professionellem Support gefragt sind. ecoDMS und Paperless-ngx überzeugen im kleineren, preisbewussten oder technisch versierten Umfeld; d.velop und ELO in breiten, etablierten Enterprise-Landschaften. Welche Lösung passt, entscheidet Ihr Anforderungsprofil – nicht der lauteste Marktauftritt.

Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Einführung und Betrieb: On-Prem, Self-Hosting, Cloud

Ein DMS ist nur so gut wie seine Einführung und sein laufender Betrieb. Bei agorum core stehen mehrere Betriebsmodelle zur Wahl – vom vollständigen Eigenbetrieb über Self-Hosting bis zu gehosteten Varianten. Dieser Abschnitt beschreibt, worauf es bei Auswahl, Einführung und Betrieb ankommt, damit aus der Software ein verlässliches Arbeitsmittel wird.

Die Betriebsmodelle im Überblick

Beim On-Premises-Betrieb läuft agorum core auf eigener Infrastruktur im Unternehmen oder im eigenen Rechenzentrum. Das Unternehmen behält die volle Kontrolle über Daten, Umgebung und Zugriffe – trägt aber auch die Verantwortung für Betrieb, Updates, Sicherung und Verfügbarkeit. Für Organisationen mit eigener IT und hohen Anforderungen an Datenhoheit ist dies oft die bevorzugte Variante.
Self-Hosting ist die logische Konsequenz des Open-Source-Ansatzes: Wer die offene Edition nutzt oder die pro-Edition selbst betreiben möchte, hostet das System auf eigener oder angemieteter Infrastruktur. Das bietet maximale Unabhängigkeit, setzt aber IT-Kompetenz und Betriebsdisziplin voraus. Die Cloud- bzw. gehostete Variante schließlich verlagert Infrastruktur und Betrieb an den Anbieter oder einen Partner. Der Aufwand im Unternehmen sinkt, dafür sollte man Standort, Vertragsgestaltung und Datenverarbeitung genau prüfen.

Ein bewährter Einführungs-Fahrplan

Unabhängig vom Betriebsmodell folgt eine erfolgreiche Einführung einem strukturierten Vorgehen. In unseren Projekten hat sich ein Fahrplan bewährt, der Prozess vor Technik stellt und die Belegschaft früh einbindet:
01
Anforderungen und Prozesse klären
Bevor Software installiert wird, gehört die Frage geklärt, welche Dokumentenprozesse verbessert werden sollen. Erfassen Sie Ist-Zustand, Schmerzpunkte und Ziele. Definieren Sie, welche Dokumentarten, Workflows und Integrationen wirklich relevant sind – das verhindert überladene Projekte.
02
Betriebsmodell und Edition wählen
Entscheiden Sie, ob On-Premises, Self-Hosting oder eine gehostete Variante zu Ihrer IT-Strategie passt, und ob Sie mit der offenen Edition testen oder direkt in die pro-Edition einsteigen. Beziehen Sie Datenhoheit, vorhandene IT-Kompetenz und Support-Bedarf in die Abwägung ein.
03
Pilot aufsetzen und testen
Starten Sie mit einem überschaubaren Pilotbereich – etwa einer Abteilung oder einem klar abgegrenzten Prozess. Testen Sie Ablage, Suche, Workflows und Integrationen mit echten Dokumenten. So sammeln Sie Erfahrungen, bevor Sie unternehmensweit ausrollen.
04
Migration, Integration und Schulung
Binden Sie die relevanten Systeme an, migrieren Sie bestehende Bestände strukturiert und schulen Sie die Anwender. Die Netzlaufwerk-Integration hilft bei der Akzeptanz, ersetzt aber kein durchdachtes Change-Management. Gute Schulung entscheidet über Erfolg oder Ablehnung.
05
Ausrollen, betreiben und weiterentwickeln
Rollen Sie nach erfolgreichem Pilot schrittweise aus. Etablieren Sie einen verlässlichen Betrieb mit Updates, Sicherung und Monitoring – im Eigenbetrieb ebenso wie im gehosteten Modell. Entwickeln Sie das System entlang neuer Anforderungen weiter, statt es einmalig einzuführen und dann sich selbst zu überlassen.
Self-Hosting ist kein Selbstläufer

Der Eigenbetrieb einer offenen Lösung wirkt zunächst kostengünstig, verlangt aber laufende Pflege: Updates, Sicherheit, Backups und Verfügbarkeit sind Ihre Verantwortung. Rechnen Sie den internen Aufwand ehrlich ein. Für viele Mittelständler ist die pro-Edition mit Support oder ein betreutes Hosting am Ende wirtschaftlicher und risikoärmer als ein reiner Eigenbetrieb ohne dedizierte Ressourcen.

Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

Einsatz im Mittelstand

Der DACH-Mittelstand hat spezifische Anforderungen an ein DMS: pragmatische Einführung, überschaubarer Betrieb, deutschsprachiger Support, regulatorische Sicherheit und ein Auge auf die Kosten. Dieser Abschnitt betrachtet, für welche Konstellationen sich agorum core besonders eignet – und wo Grenzen liegen. Er benennt Stärken und Schwächen fair.

Mittelständische Unternehmen stehen oft vor demselben Ausgangspunkt: Dokumente liegen verteilt auf Netzlaufwerken, in Mail-Postfächern und Aktenordnern. Die Suche kostet Zeit, Wissen hängt an einzelnen Personen, und bei Prüfungen oder Rückfragen wird es hektisch. Ein DMS wie agorum core setzt genau hier an – es zentralisiert, strukturiert und macht auffindbar, was zuvor im Verborgenen lag.

Typische Einsatzszenarien

Im Mittelstand bewährt sich agorum core in mehreren wiederkehrenden Szenarien. Erstens als zentrales Dokumentenarchiv, das die chaotische Dateiablage ablöst und eine durchsuchbare, geordnete Basis schafft. Zweitens in der Belegverarbeitung, wo eingehende Dokumente erfasst, klassifiziert und in Freigabeprozesse überführt werden. Drittens in der Vorgangsbearbeitung, wenn Dokumente Teil geregelter Abläufe wie Projekt-, Kunden- oder Personalakten werden.
Besonders attraktiv ist das System für Unternehmen, die den offenen Charakter schätzen: Sie können klein und kostengünstig starten, das System testen und schrittweise ausbauen. Die Netzlaufwerk-Integration senkt die Akzeptanzhürde, während die Plattform genug Tiefe bietet, um mit den Anforderungen zu wachsen. Diese Skalierbarkeit vom einfachen Archiv bis zur prozessgetriebenen Plattform ist im Mittelstand ein echter Vorteil.
Stärken
  • Quelloffener Kern – testbar und transparent
  • Self-Hosting-Option für hohe Datenhoheit
  • Deutscher Anbieter, deutschsprachiger Support
  • Netzlaufwerk-Integration fördert Akzeptanz
  • Skaliert vom Archiv bis zur Prozessplattform
  • Offene Schnittstellen gegen Hersteller-Lock-in
  • Wächst mit steigenden Anforderungen mit
Einschränkungen
  • Self-Hosting verlangt IT-Kompetenz und Pflege
  • Voller Nutzen meist erst mit pro-Edition
  • Integrationen können projekthaften Aufwand bedeuten
  • Kleinere Betriebe brauchen ggf. eine schlankere Lösung
  • Prozesse müssen sauber definiert werden
  • Kein Ersatz für durchdachtes Change-Management
  • Etablierte Anbieter bieten breitere Partnernetze

Für wen es sich lohnt – und für wen weniger

agorum core spielt seine Stärken besonders bei mittelständischen Unternehmen aus, die Wert auf Datenhoheit, Flexibilität und Unabhängigkeit legen und die über ein Mindestmaß an IT-Ressourcen oder einen kompetenten Partner verfügen. Wer eine erweiterbare Plattform sucht, die vom einfachen Archiv bis zu automatisierten Prozessen wachsen kann, findet hier eine passende Grundlage.
Weniger geeignet ist die Lösung tendenziell für sehr kleine Betriebe, die lediglich eine minimalistische Archivablage ohne jeglichen Betriebsaufwand wünschen – hier können schlankere Werkzeuge ausreichen. Und Unternehmen, die ausschließlich auf ein möglichst großes Partner- und Branchen-Ökosystem eines etablierten Herstellers setzen, wägen die Offenheit von agorum core gegen die Marktbreite der Wettbewerber ab. Diese Einordnung ersetzt keine individuelle Analyse, gibt aber eine realistische Orientierung.
Kapitel 09 · Kosten & DSGVO

Kosten, DSGVO und Datenhoheit

Zwei Themen entscheiden bei DMS-Projekten im DACH-Raum oft mit über die Wahl: die Kostenstruktur und die Frage, wo und wie die Daten verarbeitet werden. Bei agorum core verbinden sich beide Aspekte zu einem der stärksten Argumente – der Datenhoheit. Dieser Abschnitt ordnet Kosten qualitativ ein und beleuchtet Datenschutz und Souveränität. Er ist ausdrücklich keine Rechtsberatung.

Wie sich die Kosten zusammensetzen

Die Kostenstruktur von agorum core lässt sich nicht auf eine einzige Zahl reduzieren, weil sie vom gewählten Weg abhängt. Die offene Edition verursacht keine Lizenzkosten, dafür fallen Aufwände für Betrieb, Pflege und gegebenenfalls externe Unterstützung an. Die pro-Edition ist kommerziell lizenziert und bringt dafür Support, Wartung und erweiterte Module mit. Hinzu kommen je nach Betriebsmodell Kosten für Infrastruktur oder Hosting sowie einmalige Aufwände für Einführung, Migration, Integration und Schulung.
Bewusst nennen wir hier keine konkreten Beträge: Preise, Lizenzmodelle und Konditionen ändern sich und hängen von Nutzerzahl, Modulen und Vertragsgestaltung ab. Wer belastbare Zahlen braucht, holt ein individuelles Angebot beim Anbieter oder einem Partner ein. Entscheidend für eine ehrliche Bewertung ist ohnehin nicht der Lizenzpreis allein, sondern die Gesamtbetrachtung über die Nutzungsdauer – inklusive Betrieb, Pflege und internem Aufwand.
Lizenz (open)
keine  Lizenzkosten
Quelloffene Edition, Eigenbetrieb
  • Keine Lizenzgebühr, dafür eigener Aufwand für Betrieb, Updates und Support. Ideal zum Testen und für IT-affine Organisationen.
Lizenz (pro)
kommerziell  beim Anbieter prüfen
Support, Wartung, Module
  • Kommerzielle Lizenz mit professionellem Support und erweiterten Funktionen. Konditionen abhängig von Nutzern, Modulen und Vertrag.
Betrieb / Hosting
variabel  je Modell
On-Prem, Self-Hosting oder gehostet
  • Infrastruktur- oder Hosting-Kosten je nach gewähltem Betriebsmodell. Eigenbetrieb spart Hosting, bindet dafür interne Ressourcen.
Einführung (einmalig)
projektabhängig  individuell
Migration, Integration, Schulung
  • Einmalige Aufwände für Konzeption, Datenmigration, Systemanbindung und Anwenderschulung. Höhe abhängig von Umfang und Komplexität.

Datenhoheit und EU-Souveränität als besondere Stärke

Hier liegt ein Kernargument für agorum core im DACH-Raum: die Datenhoheit. Als deutscher Anbieter mit ausgeprägter Self-Hosting-Option ermöglicht agorum core Konstellationen, in denen ein Unternehmen seine Dokumente vollständig auf eigener Infrastruktur behält. Die Daten verlassen dann weder das Haus noch den gewünschten Rechtsraum – ein gewichtiger Vorteil für alle, die sensible Informationen verwalten oder für die digitale Souveränität ein strategisches Ziel ist.
In einer Zeit, in der viele Cloud-Dienste außerhalb der EU betrieben werden und Fragen nach Zugriffsmöglichkeiten Dritter aufwerfen, ist die Kombination aus EU-Anbieter und Self-Hosting ein starkes Argument. Sie erlaubt es, Datenschutzanforderungen konsequent umzusetzen und die Kontrolle über die eigenen Informationen zu behalten. Auch bei einem gehosteten Betrieb lässt sich auf einen Standort innerhalb der EU und auf transparente Vertragsgestaltung achten. Diese Wahlmöglichkeit ist Teil dessen, was agorum core von rein cloudbasierten oder außereuropäischen Angeboten abhebt.
Datenhoheit & DSGVO im Blick

Als deutscher Anbieter mit Self-Hosting-Option unterstützt agorum core Szenarien mit hoher Datenhoheit und EU-Souveränität. Das erleichtert die Umsetzung von Datenschutzanforderungen – ersetzt aber weder eine datenschutzrechtliche Prüfung noch eine Rechtsberatung. Die folgenden Aspekte sind Orientierung, keine abschließende Bewertung.

Anbieter
Deutschland / EU-Raum
Betrieb
Self-Hosting möglich
Datenlage
im eigenen Haus wählbar
Prüfung
im Einzelfall nötig

Regulatorik: revisionssicher, aber im Einzelfall zu prüfen

agorum core bietet die technischen Voraussetzungen für eine revisionssichere, ordnungsgemäße Archivierung – etwa Unveränderbarkeit, Protokollierung und geordnete Ablage. Ob der konkrete Einsatz die geltenden Anforderungen, etwa die GoBD, erfüllt, ist jedoch keine reine Softwarefrage, sondern hängt von Organisation, Verfahrensdokumentation und korrekter Konfiguration ab. Ein System schafft die Basis; die ordnungsgemäße Nutzung liegt beim Unternehmen.
Deshalb gilt für alle regulatorischen Aspekte dieses Beitrags derselbe Grundsatz: Er liefert Orientierung, aber keine Rechtsberatung. Die verbindliche Bewertung Ihrer Aufbewahrungs-, Datenschutz- und Compliance-Anforderungen gehört in die Hände fachkundiger Beraterinnen und Berater. Wir empfehlen, technische Auswahl und rechtliche Bewertung von Anfang an gemeinsam zu denken – so vermeiden Sie teure Nachbesserungen.
Kosten und Compliance zusammen denken

Die günstigste Lizenz nützt wenig, wenn Betrieb, Integration oder Compliance-Nacharbeit die Rechnung sprengen. Betrachten Sie die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer und binden Sie Datenschutz- und Aufbewahrungsfragen früh ein. Konkrete Preise erfragen Sie beim Anbieter; rechtliche Bewertungen holen Sie bei fachkundiger Stelle ein. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu agorum core

Diese Fragen tauchen in unseren Beratungsgesprächen zu agorum core am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet. Alle Antworten sind allgemeine Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall. Konkrete Preise und der aktuelle Funktionsstand sind stets beim Anbieter zu prüfen.

Was ist agorum core und woher kommt es?
agorum core ist ein Dokumentenmanagement- und ECM-System des deutschen Herstellers agorum aus Ostfildern bei Stuttgart. Es verwaltet Dokumente, E-Mails und Dateien zentral, archiviert sie revisionssicher und bietet Suche, Workflows und Automatisierung. Charakteristisch ist die Kombination aus einem quelloffenen Kern (agorum core open) und einer kommerziellen pro-Edition.
Ist agorum core wirklich Open Source oder kostet es etwas?
Beides trifft zu, je nach Edition. agorum core open ist ein quelloffener Kern ohne Lizenzkosten, der sich selbst betreiben lässt. agorum core pro baut auf derselben Basis auf, ergänzt sie um erweiterte Module und professionellen Support und ist kommerziell lizenziert. „Open Source“ heißt hier also nicht, dass alles kostenlos ist, sondern dass der Kern offen und testbar ist. Konkrete Konditionen der pro-Edition erfragen Sie beim Anbieter.
Was ist der Unterschied zwischen open und pro?
agorum core open ist die frei verfügbare, quelloffene Basis für Eigenbetrieb und zum Testen – ideal für Organisationen mit eigener IT-Kompetenz. agorum core pro nutzt denselben Kern, bietet aber zusätzliche Funktionen, Module sowie professionellen Support, Wartung und vertragliche Zusagen. Für produktive, geschäftskritische Einsätze führt der Weg meist zur pro-Edition, weil dort Verlässlichkeit und Betreuung im Vordergrund stehen.
Kann ich agorum core selbst hosten?
Ja. agorum core lässt sich On-Premises im eigenen Rechenzentrum oder als Self-Hosting auf eigener beziehungsweise angemieteter Infrastruktur betreiben. Das bietet maximale Kontrolle und Datenhoheit, setzt aber IT-Kompetenz für Betrieb, Updates und Sicherung voraus. Alternativ gibt es gehostete Varianten, bei denen der Anbieter oder ein Partner den Betrieb übernimmt. Welches Modell passt, hängt von Ihrer IT-Strategie und Ihren Anforderungen ab.
Wie unterscheidet sich agorum core von ecoDMS und Paperless-ngx?
ecoDMS ist ebenfalls ein deutsches DMS mit günstigem Einstieg, das vor allem kleinere Unternehmen mit einer schlanken Archivlösung adressiert. Paperless-ngx ist eine vollständig quelloffene Community-Lösung, beliebt im technisch versierten und kleineren Umfeld. agorum core positioniert sich breiter als erweiterbare Plattform mit Workflows, Automatisierung, Integrationen und professionellem Support bei gleichzeitig quelloffenem Kern. Welche Lösung passt, entscheidet Ihr Anforderungsprofil.
Wie schlägt sich agorum core gegen d.velop und ELO?
d.velop und ELO sind etablierte, größere Anbieter mit sehr breiten Funktionslandschaften, starken Partnernetzen und hoher Marktdurchdringung – ihre Systeme sind in der Regel proprietär. agorum core bietet vergleichbare Plattform-Ambitionen, ergänzt sie aber um einen quelloffenen Kern und ausgeprägte Self-Hosting-Optionen. Wer Transparenz, Datenhoheit und Unabhängigkeit priorisiert, findet darin ein Alleinstellungsmerkmal; wer maximale Marktbreite sucht, wägt die Offenheit gegen das größere Ökosystem der etablierten Anbieter ab.
Welche KI- und Automatisierungsfunktionen bietet agorum core?
agorum core bindet Texterkennung (OCR) ein, damit gescannte Dokumente durchsuchbar und maschinell nutzbar werden. Darauf aufbauend unterstützt es die Klassifikation und automatische Zuordnung von Dokumenten sowie regel- und skriptbasierte Automatisierung von Prozessen. Realistisch bleibt: Automatische Erkennung erreicht selten hundert Prozent, weshalb sich ein Modell aus Automatik und menschlicher Prüfung von Zweifelsfällen bewährt. Testen Sie die Funktionen mit Ihren eigenen Dokumenten.
Lässt sich agorum core in Microsoft Office und ERP integrieren?
Ja. agorum core lässt sich in die Office-Welt einbinden und über die Netzlaufwerk-Integration in vertraute Arbeitsweisen einfügen; E-Mails und Anhänge lassen sich strukturiert ablegen. Über offene Schnittstellen und eine API sind Anbindungen an ERP- und Fachsysteme möglich. Ob eine Integration standardmäßig verfügbar ist oder individuell umgesetzt werden muss, hängt vom Zielsystem ab und sollte früh im Projekt geklärt werden.
Ist agorum core DSGVO-konform und GoBD-tauglich?
agorum core bietet als deutscher Anbieter mit Self-Hosting-Option gute Voraussetzungen für Datenhoheit und Datenschutz sowie die technischen Grundlagen für revisionssichere Archivierung. Ob der konkrete Einsatz DSGVO- und GoBD-Anforderungen erfüllt, hängt jedoch von Organisation, Verfahrensdokumentation und Konfiguration ab und ist im Einzelfall fachkundig zu prüfen. Dieser Beitrag liefert Orientierung, aber keine Rechtsberatung.
Wie unterstützt INAGRO bei der Auswahl und Einführung?
Wir begleiten herstellerneutral: von der Analyse Ihrer Dokumentenprozesse über den fairen Vergleich von agorum core mit Alternativen bis zu Betriebsmodell, Pilot, Integration und Einführung. Wir helfen, Anforderungen und Datenhoheitsziele zu klären, und binden bei regulatorischen Fragen fachkundige Stellen ein. Im Erstgespräch klären wir unverbindlich, wo Sie stehen und welche nächsten Schritte sinnvoll sind – ohne Produktbindung.

Dokumentenmanagement strategisch einsetzen

Bereit für ein DMS mit Datenhoheit?

Von der Analyse Ihrer Dokumentenprozesse über den fairen Vergleich von agorum core mit Alternativen bis zu Betriebsmodell, Integration und Einführung – INAGRO begleitet Sie herstellerneutral auf jedem Schritt. Pragmatisch, strukturiert und mit Blick auf Datenhoheit und EU-Souveränität. Dieser Beitrag und unsere Beratung ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Seit 2006 am Markt

Erfahrung aus über 100 Digitalprojekten

DSGVO & Souveränität

Datenschutz von Anfang an mitgedacht

Rückmeldung in 24 h

Schnell, direkt, unverbindlich