MEHRWERK ProcessMining — Qlik-basiertes Process Mining vom deutschen Anbieter.
MEHRWERK ProcessMining (MPM) ist die Process-Mining-Lösung des deutschen Softwarehauses MEHRWERK. Sie setzt auf die etablierte Analyse-Plattform Qlik auf und verbindet Prozessanalyse, Conformance-Checking, interaktive Dashboards und Prozessoptimierung in einer Anwendung. Der Anbieter richtet sich klar an den DACH-Markt und adressiert sowohl den gehobenen Mittelstand als auch Enterprise-Kunden. Diese herstellerneutrale Praxiseinordnung zeigt, für wen sich der Qlik-Weg lohnt, wo seine Stärken liegen und wie sich MPM gegen die großen Namen der Kategorie behauptet.
MEHRWERK ProcessMining, meist als MPM abgekürzt, ist eine Process-Mining-Lösung aus dem Haus des deutschen Softwareanbieters MEHRWERK. Die Besonderheit steckt schon im technischen Fundament: Statt eine vollständig eigene Analyse-Engine zu betreiben, setzt MPM auf die verbreitete Business-Analytics-Plattform Qlik auf und bringt deren assoziatives Datenmodell, die interaktiven Visualisierungen und die Governance-Funktionen als Basis mit. Process Mining wird damit zu einer Erweiterung einer Analyse-Umgebung, die in vielen Unternehmen bereits im Einsatz ist.
MPM ist besonders dann eine überlegenswerte Wahl, wenn ein Unternehmen bereits auf Qlik setzt oder eine BI-Plattform sucht, die Process Mining gleich mit abdeckt. Der Qlik-Unterbau, der DACH-Bezug und die geringere Einstiegsschwelle gegenüber den großen Enterprise-Suiten sprechen für den Mittelstand. Die ehrliche Kehrseite: MPM ist nicht der reichweitenstärkste Kategorie-Marktführer, und wer die maximale Analysetiefe, ein sehr großes Partner-Ökosystem oder objektzentrierte Modellierung auf Spitzenniveau sucht, sollte den Vergleich mit den größeren Anbietern bewusst führen. Die Tool-Wahl folgt dem Use Case, dem vorhandenen Stack und der Umsetzungskapazität.
Um MPM richtig einzuordnen, muss man zwei Ebenen trennen: die Analyse-Plattform Qlik als technisches Fundament und die von MEHRWERK darauf aufgesetzte Process-Mining-Fachlichkeit. Aus dem Zusammenspiel ergibt sich eine Positionierung, die sich bewusst von den großen, eigenständigen Suiten abgrenzt.
Der Qlik-Unterbau ist Chance und Rahmenbedingung zugleich. Chance, weil bestehende Qlik-Lizenzen, -Kompetenzen und -Governance mitgenutzt werden können und die Einführung dadurch schlanker ausfällt. Rahmenbedingung, weil die konkreten Möglichkeiten – Bereitstellungsmodell, Skalierung, Lizenzlogik – von der eingesetzten Qlik-Umgebung mitbestimmt werden. Aus INAGRO-Sicht sollte man MPM deshalb nie losgelöst vom Qlik-Kontext bewerten, sondern beides zusammen betrachten. Die genauen Konditionen sind beim Anbieter zu prüfen.
MPM deckt die zentralen Bausteine einer Process-Mining-Lösung ab: die Entdeckung des realen Prozesses, den Abgleich mit dem Soll (Conformance), interaktive Dashboards für Fach- und Führungsebene sowie Ansätze zur Prozessoptimierung. Hier die wichtigsten Funktionsbereiche mit konkretem Praxisbezug.
Rekonstruiert den real gelebten Prozess aus den Event Logs und stellt ihn als Prozessgraph dar – mit Häufigkeiten, Durchlaufzeiten und Varianten. Sichtbar wird, welche Pfade tatsächlich vorkommen und wo Zeit verloren geht.
Vergleicht den real gelebten Prozess mit dem definierten Soll oder mit Regeln und deckt Abweichungen auf: übersprungene Freigaben, verletztes Vier-Augen-Prinzip, nachträgliche Änderungen. Grundlage für interne Kontrolle und Revision.
Nutzt die Visualisierungs- und Interaktionsstärke von Qlik: frei filterbare Dashboards, in denen Prozesskennzahlen mit anderen Geschäftsdaten kombiniert werden. Fach- und Führungsebene erhalten je passende Sichten.
Über die reine Analyse hinaus unterstützt MPM die Identifikation von Optimierungshebeln: Engpässe, Nacharbeiten, Automatisierungskandidaten. Aus Erkenntnissen sollen priorisierte Verbesserungen und Monitoring werden.
Die Kombination aus frei filterbaren Qlik-Dashboards und Prozessgraph ist im Alltag ein starker Hebel für die Akzeptanz: Fachanwender, die Qlik ohnehin kennen, finden sich schnell zurecht und stellen ihre eigenen Fragen an den Prozess. Aus unserer Erfahrung steigt die Nutzung – und damit der Wert – deutlich, wenn die Analyse nicht bei wenigen Spezialisten bleibt, sondern in die Fachbereiche wandert.
Wie die gesamte Kategorie entwickelt sich auch MPM in Richtung mehr Automatisierung und KI-Unterstützung. Der Anspruch: Analysen leichter zugänglich machen, Auffälligkeiten schneller erkennen und den Weg von der Erkenntnis zur Maßnahme verkürzen. Was dabei konkret verfügbar ist, sollte im Detail beim Anbieter geprüft werden – die Funktionslandschaft entwickelt sich rasch.
KI im Process Mining ersetzt weder die Fachkenntnis der Prozessverantwortlichen noch eine saubere Datengrundlage. Sie beschleunigt das Auffinden von Auffälligkeiten und senkt die Einstiegshürde – aber die Qualität jeder KI-Auswertung folgt der Qualität der zugrunde liegenden Event Logs. Aus INAGRO-Sicht gilt: erst die Datenbasis, dann die Intelligenz darauf. Wer diese Reihenfolge umdreht, erzeugt beeindruckende, aber unzuverlässige Ergebnisse.
KI- und Automatisierungsfunktionen sind in der gesamten Process-Mining-Branche in rascher Entwicklung. Konkrete Fähigkeiten, Verfügbarkeit und die Frage, wie generative KI eingebunden ist und wo die Daten dabei verarbeitet werden, sollten stets anhand der aktuellen Produktdokumentation und im direkten Gespräch mit MEHRWERK geklärt werden – nicht anhand allgemeiner Marktversprechen.
Eine Process-Mining-Lösung ist nur so gut wie ihre Fähigkeit, an die Quellsysteme anzudocken und sich in die vorhandene IT-Landschaft einzufügen. Bei MPM steht die Qlik-Anbindung im Zentrum, ergänzt um die Extraktion aus ERP- und Fachsystemen sowie die Einbettung in bestehende Analyse- und Automatisierungslandschaften.
Aus unserer Projekterfahrung ist nicht die Länge einer Konnektoren-Liste entscheidend, sondern ob die für Ihre Kernprozesse relevanten Systeme sauber und wartbar angebunden werden können. Eine funktionierende, gepflegte Anbindung an zwei zentrale Quellsysteme ist mehr wert als eine theoretische Unterstützung für dutzende Systeme, die im Alltag nie genutzt werden. Klären Sie die Anbindung an Ihre konkreten Quellsysteme früh und konkret.
MEHRWERK ProcessMining bewegt sich in einem Markt mit prominenten Namen. Um MPM realistisch einzuordnen, lohnt der herstellerneutrale Vergleich mit den drei häufigsten Alternativen im DACH-Raum: Celonis als Kategorie-Marktführer, SAP Signavio als SAP-naher Anbieter und ARIS Process Mining aus dem Hause Software AG mit BPM-Erbe.
| Kriterium | MEHRWERK MPM | Celonis | SAP Signavio | ARIS Process Mining |
|---|---|---|---|---|
| Technisches Fundament | Qlik-basiert | Eigene Plattform | SAP-integriert | BPM-/ARIS-Welt |
| Analysetiefe / Reife | Solide | Marktführend | Sehr gut | Sehr gut |
| Einstiegshürde | Niedriger (v. a. mit Qlik) | Hoch | Mittel | Mittel |
| BI-/Dashboard-Integration | Nativ (Qlik) | Eigene Sichten | SAP-Analytics | Eigene Sichten |
| SAP-Nähe | Über Anbindung | Sehr stark | Nativ (SAP) | Über Anbindung |
| BPM-Modellierung | Ergänzend | Ergänzend | Stark | Sehr stark (ARIS-Erbe) |
| Ökosystem / Reichweite | Fokussiert (DACH) | Sehr groß | Groß (SAP) | Groß |
| DACH-/EU-Bezug | Deutscher Anbieter | Deutsche Herkunft | Deutsche Herkunft | Deutsche Herkunft |
| Preissegment | Mittel · beim Anbieter prüfen | Oberes Enterprise | Mittel–hoch (SAP-Vertrag) | Mittel–hoch |
INAGRO bewertet Werkzeuge nicht nach Markenglanz, sondern nach Fit. MPM ist eine ernstzunehmende Option für Qlik-affine Mittelständler im DACH-Raum, die einen pragmatischen Process-Mining-Einstieg suchen. Wo maximale Reichweite, tiefste Analysefunktionen, native SAP-Integration oder ein starkes BPM-Erbe gefragt sind, gehören Celonis, Signavio und ARIS fair in den Vergleich. Wir prüfen im Zweifel ergebnisoffen, welche Lösung zu Ihrem Stack, Use Case und Budget passt.
Eine erfolgreiche MPM-Einführung folgt demselben bewährten Muster wie jedes Process-Mining-Vorhaben – mit einer Besonderheit: Die Qlik-Umgebung ist Teil der Gleichung. Wer sie schon hat, startet leichter; wer sie neu aufbaut, plant beides zusammen. Der Fokus liegt stets auf Use-Case-Auswahl, sauberer Datenanbindung und nachweisbarem Wert.
Unsere Empfehlung für den Mittelstand: mit einem einzigen wertstarken Kernprozess starten, die Qlik-Frage früh klären, Daten sauber anbinden, Hebel identifizieren, eine erste Maßnahme umsetzen und die Wirkung nachmessen – Datenschutz und Mitbestimmung von Beginn an eingebunden. Dieser fokussierte Pfad senkt das Risiko und schafft die belastbare Grundlage für eine fundierte Skalierungsentscheidung.
Der Mittelstand ist die natürliche Zielgruppe von MPM. Hier treffen der pragmatische Qlik-Ansatz, die DACH-Nähe und ein handhabbares Kostenprofil auf reale Bedürfnisse. Diese Einsatzszenarien und die ehrliche Stärken-Grenzen-Bilanz zeigen, wo MPM im Mittelstand überzeugt.
Vom Bedarf über Bestellung und Rechnungsprüfung bis zur Zahlung: MPM macht verpasste Skonti, manuelle Nacharbeiten und Prozessschleifen sichtbar. Einer der reifsten Einstiegs-Use-Cases, weil die Hebel unmittelbar greifbar sind.
Skonto & Working CapitalVom Auftragseingang bis zum Geldeingang: MPM findet Engpässe in Auftragsbearbeitung, Lieferung und Fakturierung und deckt Ursachen verspäteter Zahlungseingänge auf – mit Wirkung auf Liquidität und Durchlaufzeit.
DSO & LiquiditätFertigungs- und Logistikprozesse mit vielen Zwischenschritten profitieren von der datengetriebenen Sicht: Wo entstehen Wartezeiten, wo häufen sich Rückläufer? MPM macht die reale Prozesskette transparent.
Durchlaufzeit & BeständeConformance-Checking deckt Regelverstöße systematisch auf: übersprungene Freigaben, verletztes Vier-Augen-Prinzip. Für Revision und internes Kontrollsystem ein objektiver Prüfblick statt Stichproben.
Abweichungen sichtbarBevor RPA-Bots gebaut werden, zeigt MPM, welche Schritte sich lohnen: hoher manueller Aufwand, hohes Volumen, stabile Regeln. So fließt das Automatisierungsbudget dorthin, wo der Hebel am größten ist.
RPA-Roadmap nach WertNach den ersten Maßnahmen misst MPM fortlaufend, ob die erwartete Wirkung eintritt. Über die Qlik-Dashboards fügt sich das in bestehende Steuerungsroutinen ein – ein dauerhafter Regelkreis statt einmaliger Folien.
Kontinuierlicher RegelkreisMPM ist die überlegenswerte Wahl, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: eine vorhandene oder gewünschte Qlik-Landschaft, ein pragmatischer Anspruch statt Maximal-Enterprise, und der Wille, aus Erkenntnissen Maßnahmen zu machen. Fehlt der Qlik-Bezug oder sind maximale Reichweite und Analysetiefe entscheidend, gehören die großen Anbieter fair in den Vergleich. Die Tool-Wahl folgt dem Use Case – nicht umgekehrt.
Zwei Fragen entscheiden über die Wirtschaftlichkeit und Zulässigkeit jeder Process-Mining-Einführung: Was kostet sie realistisch – und wie steht es um Datenschutz und Datenhoheit? Bei MPM spielt der deutsche Anbieter mit DACH-Fokus datenschutzseitig eine Stärke aus, während bei den Kosten die Qlik-Basis mitzudenken ist.
Als deutscher Anbieter mit DACH-Fokus bringt MEHRWERK ein europäisch geprägtes Datenschutzverständnis mit. Ein besonderer Vorteil: Weil MPM auf Qlik aufsetzt, ist – je nach Bereitstellungsmodell – ein Betrieb in der eigenen Qlik-Umgebung, auch on-premises, möglich. Das kann die Datenhoheit deutlich stärken. Bei Cloud-Betrieb sind Serverstandort und EU-Region zu klären und vertraglich festzuhalten.
Die Hinweise in diesem Kapitel sind eine praxisorientierte Orientierung aus unseren Projekten und ersetzen keine Rechtsberatung. Die konkrete datenschutzrechtliche Bewertung – insbesondere zu Betriebsmodell, Auftragsverarbeitung, etwaigen Drittlandbezügen, Datenschutz-Folgenabschätzung und Mitbestimmung – sollte stets mit dem eigenen Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls fachkundiger juristischer Beratung erfolgen.
Diese Fragen tauchen in unseren Beratungsgesprächen zu MPM am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet.
Process Mining pragmatisch einsetzen
Von der Frage, ob MPM und der Qlik-Weg zu Ihnen passen, über die Datenanbindung und das Datenschutz-Setup bis zum belegten Wertnachweis – INAGRO begleitet Sie herstellerunabhängig auf jedem Schritt. Wir prüfen, ob und wo sich MEHRWERK ProcessMining für Ihr Unternehmen rechnet, und sagen ehrlich, wenn ein anderer Weg besser passt. Pragmatisch, strukturiert und mit messbarem Ergebnis.
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