Der entscheidende Unterschied zu vielen US-geprägten Wettbewerbern liegt in der europäischen Herkunft und dem Datenschutz-Anspruch. Echobot hat sich über Jahre darauf spezialisiert, öffentlich verfügbare Firmeninformationen aus dem europäischen Wirtschaftsraum strukturiert aufzubereiten – von Handelsregisterdaten über Unternehmenskennzahlen bis zu Nachrichten und Auslösern. Dealfront positioniert sich entsprechend als Plattform, die B2B-Vertriebsdaten mit einem starken Fokus auf DSGVO-Konformität und Datenverarbeitung in der EU liefert. Für viele DACH-Mittelständler ist genau das der ausschlaggebende Punkt.
Drei Eigenschaften kennzeichnen Dealfront:
Um Dealfront zu verstehen, hilft ein Blick auf die beiden Ursprungsprodukte. Echobot aus Karlsruhe war im DACH-Raum lange als Sales-Intelligence-Anbieter bekannt, der aus öffentlich zugänglichen Quellen ein strukturiertes Bild von Unternehmen zeichnet: Firmendaten, Ansprechpartner, Branchen, Signale wie Standorteröffnungen, Personalveränderungen oder Investitionen. Leadfeeder wiederum hatte sich darauf spezialisiert, den Website-Traffic von Unternehmen zu analysieren und über die IP-Adresse den besuchenden Firmen zuzuordnen. Beide Ansätze ergänzen sich: Die eine Seite liefert die breite Datenbasis über den Markt, die andere zeigt, welche dieser Unternehmen gerade aktiv Interesse zeigen.
Mit dem Zusammenschluss zu Dealfront wurden diese Fähigkeiten unter einem Dach gebündelt und schrittweise in eine gemeinsame Plattform überführt. Für Anwender bedeutet das: Sie können in einem System nach passenden Zielkunden suchen, sehen, welche davon die eigene Website besuchen, und reichern die gewonnenen Kontakte direkt mit weiteren Informationen an. Die historischen Produktnamen tauchen dabei teils noch als Modulbezeichnungen auf, was den Ursprung erkennbar hält.
Im Kern adressiert Dealfront den oberen Teil des Vertriebstrichters: das Finden und Qualifizieren von Zielkunden, bevor der eigentliche Verkaufsprozess beginnt. Vertriebsteams nutzen die Plattform, um Zielkundenlisten nach präzisen Kriterien aufzubauen, um Ansprechpartner in relevanten Unternehmen zu finden und um Website-Besucher in konkrete Vertriebschancen zu verwandeln. Marketing-Teams wiederum verwenden die Daten für zielgruppengenaue Kampagnen und für die Anreicherung bestehender CRM-Datensätze.
Der wirtschaftliche Hebel liegt weniger in einer einzelnen Funktion als im Zusammenspiel: Statt mühsam manuell zu recherchieren, wer als Kunde in Frage kommt und wie man diese Personen erreicht, liefert die Plattform strukturierte Daten und Signale. Das verkürzt die Recherchezeit im Vertrieb spürbar und erhöht die Trefferquote in der Ansprache – vorausgesetzt, die Daten werden diszipliniert und rechtskonform genutzt.
Die Stärke einer modularen Plattform liegt im durchgängigen Prozess. In der idealen Ausbaustufe definiert ein Unternehmen mit Target seinen adressierbaren Markt – also die Menge der grundsätzlich passenden Firmen. Leadfeeder zeigt, welche dieser oder anderer Unternehmen bereits aktiv auf der Website unterwegs sind und damit Interesse signalisieren. Prospector liefert für die relevanten Firmen die passenden Ansprechpartner. Connect sorgt dafür, dass diese Informationen sauber im CRM landen und dort aktuell bleiben, und Promote spielt begleitend Werbung an genau diese Zielunternehmen aus.
Dieses Ineinandergreifen ist die eigentliche Positionierung von Dealfront: nicht ein einzelnes Werkzeug, sondern eine Datenschicht, die vor dem CRM ansetzt und den oberen Teil des Vertriebstrichters mit belastbaren Informationen versorgt. Wichtig zu verstehen ist jedoch, dass Unternehmen nicht alle Module einsetzen müssen. Viele beginnen mit einem einzelnen Baustein – häufig der Website-Visitor-Identification oder der Zielkunden-Suche – und erweitern erst mit wachsender Reife.
Ein häufiges Missverständnis lohnt die Klarstellung: Dealfront ist kein CRM und will auch keines sein. Die Plattform verwaltet nicht den Verkaufsprozess mit Angeboten, Deals und Phasen, sondern liefert die Rohstoffe dafür – Firmendaten, Kontakte, Signale und Website-Verhalten. Der operative Vertriebsprozess bleibt Sache des CRM, an das Dealfront über das Connect-Modul und Integrationen andockt.
Diese Abgrenzung ist wichtig für die Erwartungshaltung. Wer eine Lösung sucht, die Pipeline, Angebote und Kundenhistorie führt, braucht ein CRM wie HubSpot, Salesforce oder Pipedrive. Wer diese Systeme mit besseren, aktuelleren und rechtskonform beschafften B2B-Daten füttern und den oberen Funnel systematisieren will, findet in Dealfront das ergänzende Werkzeug. Beide zusammen ergeben erst den vollständigen Prozess.
Das Fundament von Dealfront ist eine umfangreiche Datenbank europäischer Unternehmen, die aus einer Vielzahl öffentlich zugänglicher Quellen zusammengeführt wird. Dazu gehören unter anderem Handelsregister- und Unternehmensinformationen, Branchen- und Größenmerkmale, Standortdaten sowie Hinweise auf eingesetzte Technologien. Der eigentliche Nutzen entsteht durch die Filterlogik: Vertriebsteams können ihre Zielgruppe sehr präzise eingrenzen – etwa alle Maschinenbauunternehmen einer bestimmten Größenklasse in einer definierten Region, die eine bestimmte Technologie einsetzen. So entsteht aus einer diffusen Marktvorstellung eine konkrete, bearbeitbare Zielkundenliste.
Für den DACH-Raum ist die Datentiefe hier besonders relevant. Wo global aufgestellte Anbieter ihre Stärke vor allem im nordamerikanischen Markt haben, ist Dealfront auf europäische und speziell deutschsprachige Firmendaten ausgelegt. In der Praxis zeigt sich das in einer höheren Trefferquote und aktuelleren Daten bei mittelständischen Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Konkrete Datensatzmengen nennen wir bewusst nicht – sie ändern sich laufend und sollten beim Anbieter geprüft werden. Entscheidend ist die Passung zur eigenen Zielregion.
Die aus Leadfeeder stammende Website-Visitor-Identification ist eine der prägendsten Fähigkeiten der Plattform. Über ein Tracking-Skript auf der eigenen Website und die Zuordnung von IP-Adressen zu Unternehmen erkennt Dealfront, welche Firmen die Website besuchen – auch dann, wenn kein Formular ausgefüllt und keine Anfrage gestellt wird. Der Vertrieb sieht so nicht nur, dass Traffic entsteht, sondern welche Unternehmen sich für welche Inhalte interessieren, wie oft sie wiederkommen und welche Seiten sie ansehen.
Der Wert liegt auf der Hand: Ein Großteil der Website-Besucher wird nie von sich aus Kontakt aufnehmen. Die Identifikation macht dieses stille Interesse für den Vertrieb nutzbar. Wichtig ist dabei die Einschränkung, dass in der Regel Unternehmen und nicht einzelne Personen identifiziert werden – eine Zuordnung auf Firmenebene, die datenschutzrechtlich anders zu bewerten ist als das Tracking individueller Personen. Auf die damit verbundenen Consent- und Rechtsgrundlagen-Fragen gehen wir in Kapitel 09 gesondert ein.
Über das Prospector-Modul liefert Dealfront zu den Zielunternehmen passende Ansprechpartner samt geschäftlicher Kontaktinformationen. Damit lässt sich die Lücke zwischen „interessantes Unternehmen“ und „konkrete Person, die ich ansprechen kann“ schließen. Ergänzt wird dies durch sogenannte Trigger oder Signale: Ereignisse im Umfeld eines Unternehmens, die einen guten Anlass für eine Kontaktaufnahme darstellen – etwa Personalveränderungen in relevanten Positionen, Expansionen, neue Standorte, Finanzierungsrunden oder andere geschäftlich bedeutsame Entwicklungen.
Diese Signale sind aus Vertriebssicht besonders wertvoll, weil sie das Timing der Ansprache verbessern. Statt Zielkunden willkürlich zu kontaktieren, kann der Vertrieb dann aktiv werden, wenn ein konkreter Anlass vorliegt – was die Relevanz der Ansprache und damit die Antwortquote erhöht. Die Kunst liegt darin, aus der Fülle möglicher Signale die für den eigenen Anwendungsfall wirklich aussagekräftigen herauszufiltern und in den Vertriebsprozess einzubetten.
Unter dem Begriff Signals bündelt Dealfront Hinweise darauf, dass ein Unternehmen gerade in einer für den Vertrieb interessanten Situation ist. Diese Signale speisen sich aus verschiedenen Quellen: dem Verhalten auf der eigenen Website, Ereignissen im Umfeld des Unternehmens und weiteren datenbasierten Auslösern. Die zugrundeliegende Idee ist, dass Kaufentscheidungen selten aus dem Nichts entstehen, sondern von beobachtbaren Ereignissen begleitet werden – ein Wechsel in der Führung, ein Ausbau der Belegschaft, ein neues Projekt.
Für den Vertrieb bedeutet das eine Verschiebung von der reinen Datenrecherche hin zur signalgetriebenen Ansprache. Statt eine statische Liste abzuarbeiten, kann das Team dort ansetzen, wo aktuell Bewegung ist. Der ehrliche Blick gehört allerdings dazu: Signale sind Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten. Sie verbessern das Timing und die Priorisierung, ersetzen aber weder das Gespür des Vertriebs noch die inhaltliche Qualifizierung. Wer Signale als absolute Kaufgarantie missversteht, wird enttäuscht.
Intent-Daten – also Daten über die Kaufabsicht – sind ein zentrales Versprechen der gesamten Sales-Intelligence-Branche. Bei Dealfront speisen sie sich in besonderem Maße aus der Website-Visitor-Identification: Wenn ein Unternehmen wiederholt bestimmte Produktseiten besucht, ist das ein starkes Indiz für konkretes Interesse. Dieser sogenannte First-Party-Intent aus dem eigenen Website-Traffic gilt als besonders belastbar, weil er unmittelbar das Verhalten gegenüber dem eigenen Angebot abbildet – anders als breit aggregierte Intent-Daten aus Drittquellen, deren Herkunft und Aussagekraft schwerer zu beurteilen sind.
Für Unternehmen ist es wichtig, diese Unterscheidung zu verstehen. Der Intent aus dem eigenen Website-Verhalten ist nachvollziehbar und direkt mit der eigenen Kampagnenaktivität verknüpfbar. Aggregierte Intent-Signale aus externen Netzwerken können ergänzend nützlich sein, sollten aber kritisch bewertet werden. Aus INAGRO-Sicht liegt hier eine echte Stärke von Dealfront: Die enge Kopplung an den eigenen Website-Traffic macht die Intent-Aussage konkreter als bei rein extern aggregierten Modellen.
Damit aus vielen Signalen eine handhabbare Priorität wird, unterstützt Dealfront das Bewerten und Sortieren von Leads. Über Kriterien wie die Passung zum idealen Kundenprofil, die Intensität des Website-Interesses und das Vorliegen relevanter Trigger lassen sich Leads einordnen, sodass der Vertrieb seine begrenzte Zeit auf die aussichtsreichsten Kontakte konzentriert. Dieses Scoring kann in Verbindung mit dem CRM automatisiert werden, sodass hochbewertete Leads unmittelbar bei den zuständigen Personen landen.
Der Nutzen ist gerade im Mittelstand groß, wo Vertriebskapazität knapp ist. Ein automatisiertes Vorsortieren verhindert, dass Zeit in unpassende Kontakte fließt. Zugleich gilt: Ein Scoring ist nur so gut wie die Kriterien und Daten, die ihm zugrunde liegen. Es lohnt sich, das Modell anfangs eng zu begleiten, die Ergebnisse mit der Vertriebsrealität abzugleichen und nachzujustieren. Automatisierung ersetzt nicht das Urteil, sie schärft es – und sie sollte transparent bleiben, damit der Vertrieb den Empfehlungen vertraut.
Der wichtigste Integrationspunkt ist das CRM. Dealfront bietet Anbindungen an gängige Systeme wie HubSpot, Salesforce und Pipedrive, sodass identifizierte Unternehmen, Kontakte und Signale direkt in den vertrieblichen Arbeitsfluss übergehen. In der Praxis bedeutet das: Ein im Website-Traffic erkanntes, hochbewertetes Unternehmen kann automatisch als Lead im CRM angelegt oder ein bestehender Datensatz mit aktuellen Informationen angereichert werden. Der Vertrieb muss die Plattform so nicht als weiteres separates Tool öffnen, sondern findet die relevanten Erkenntnisse an seinem gewohnten Arbeitsplatz.
Diese CRM-Nähe ist entscheidend für die Akzeptanz. Aus unseren Projekten wissen wir, dass Datenquellen, die nicht ins CRM zurückfließen, im Alltag schnell ungenutzt bleiben. Die Qualität und Tiefe der jeweiligen CRM-Integration lohnt daher eine genaue Prüfung im Einzelfall: Welche Felder werden synchronisiert, in welche Richtung, wie werden Dubletten vermieden und wie greift das Lead-Scoring in die CRM-Prozesse ein. Diese Details entscheiden darüber, ob die Integration im Betrieb wirklich reibungslos funktioniert.
Das Connect-Modul ist die technische Brücke für die laufende Datenanreicherung. Bestehende CRM-Datensätze lassen sich damit mit aktuellen Firmen- und Kontaktinformationen ergänzen und aktuell halten – ein wichtiger Beitrag zur Datenqualität. Gerade in gewachsenen CRM-Systemen mit vielen veralteten oder unvollständigen Einträgen ist diese kontinuierliche Anreicherung oft der unterschätzte, aber nachhaltige Nutzen: Sie sorgt dafür, dass der Datenbestand nicht altert, sondern gepflegt bleibt.
Für die Integration in eine breitere Systemlandschaft jenseits des CRM stehen typischerweise Programmierschnittstellen bereit, über die sich Daten auch an andere Fachanwendungen oder eigene Systeme übergeben lassen. Der konkrete Funktionsumfang solcher Schnittstellen sowie unterstützte Sales-Engagement- und Marketing-Werkzeuge sollten im Einzelfall beim Anbieter geprüft werden, da sich das Ökosystem kontinuierlich weiterentwickelt.
Strategisch betrachtet ist Dealfront ein Baustein in einem größeren Gefüge aus CRM, Marketing-Automatisierung und Sales-Werkzeugen. Die Plattform ersetzt keines dieser Systeme, sondern versorgt sie mit Daten und Signalen. Vor der Einführung lohnt es sich daher, die eigene Systemlandschaft zu skizzieren und zu klären, an welchen Stellen Dealfront andocken muss: Wohin fließen die identifizierten Leads, wo werden Kontakte angereichert, welches System führt die Wahrheit über einen Kunden.
Wer diese Fragen vorab beantwortet, vermeidet den häufigen Fehler, dass Sales-Intelligence zu einer weiteren Dateninsel wird, die niemand konsequent nutzt. Die beste Datenquelle nützt wenig, wenn ihre Erkenntnisse nicht dort ankommen, wo Entscheidungen getroffen und Kunden angesprochen werden. Die Integrationsstrategie ist deshalb kein technisches Detail, sondern eine der zentralen Weichenstellungen für den Projekterfolg.
ZoomInfo ist der bekannte, sehr breit aufgestellte US-Anbieter mit einem der größten Kontakt- und Firmendatenbestände der Branche, besonders stark im nordamerikanischen Markt. Für global agierende Vertriebsorganisationen mit Schwerpunkt USA ist ZoomInfo häufig gesetzt. Die Kehrseite: Das Preisniveau ist hoch, und für europäische Käufer sind die Herkunft und die datenschutzrechtliche Bewertung der Daten sorgfältig zu prüfen.
Dealfront gewinnt dort, wo der Schwerpunkt auf Europa und speziell dem DACH-Raum liegt und wo die europäische Datenverarbeitung ein Compliance-Kriterium ist. Für einen deutschen Mittelständler mit europäischer Zielgruppe ist die Datentiefe von Dealfront im Heimatmarkt oft die passendere Wahl, während ZoomInfo seine Stärke jenseits des Atlantiks ausspielt. Die Faustregel: Je globaler und US-lastiger der Vertrieb, desto eher ZoomInfo; je europäischer und datenschutzsensibler, desto eher Dealfront.
Cognism ist ein europäisch geprägter Anbieter, der sich ebenfalls stark über Datenschutz-Konformität und die Qualität europäischer Kontaktdaten positioniert – insbesondere bei verifizierten Telefonnummern und der Einhaltung von Werbe- und Kontaktvorgaben. In der Positionierung überschneiden sich Cognism und Dealfront damit stärker als mit den US-Anbietern, was den direkten Vergleich besonders relevant macht.
Der Unterschied liegt im Schwerpunkt: Cognism ist primär eine Kontaktdaten- und Prospecting-Plattform mit starkem Fokus auf saubere B2B-Kontaktdaten für den Outbound-Vertrieb. Dealfront bringt darüber hinaus die Website-Visitor-Identification als eigenständige Kernfunktion und die tiefe europäische Firmendatenbasis aus dem Echobot-Erbe mit. Unternehmen, deren Hauptbedarf verifizierte Kontaktdaten für die Kaltakquise sind, prüfen Cognism sehr genau; wer zusätzlich anonymen Website-Traffic in Vertriebschancen verwandeln will, findet in Dealfront den breiteren Ansatz.
Apollo hat sich als preislich zugänglicher Anbieter mit sehr großem globalem Kontaktdatenbestand und integrierten Outreach-Funktionen einen Namen gemacht, besonders beliebt bei skalierten Outbound-Teams und Start-ups. Der niedrige Einstiegspreis und die Kombination aus Datenbank und Sales-Engagement in einem Werkzeug sind starke Argumente – vor allem für Teams, die große Mengen an Kontakten für die Kaltakquise brauchen.
Dealfront unterscheidet sich hier deutlich in der Zielsetzung. Wo Apollo auf globale Datenbreite und günstige Skalierung setzt, punktet Dealfront mit europäischer Datentiefe, Website-Intent und einer klaren DSGVO-Positionierung. Für ein DACH-Unternehmen, dem Datenqualität im Heimatmarkt und Datenschutz wichtiger sind als schiere globale Menge zum niedrigsten Preis, ist Dealfront meist die stimmigere Wahl. Wer dagegen ein großes, preisgünstiges Kontaktvolumen für internationalen Outbound sucht, wird Apollo ernsthaft prüfen.
Der wichtigste Erfolgsfaktor ist die Verankerung im Vertriebsalltag. Eine Sales-Intelligence-Plattform, die außerhalb des gewohnten Arbeitsflusses steht, wird nach anfänglicher Begeisterung schnell wieder liegengelassen. Deshalb sind die CRM-Integration und klare Verantwortlichkeiten entscheidend: Wer bearbeitet identifizierte Website-Besucher, wer folgt auf Signale, wie schnell erfolgt die Reaktion. Ohne definierte Prozesse verpufft auch das beste Signal.
Ebenso wichtig ist die realistische Erwartungshaltung. Dealfront liefert bessere Daten und ein besseres Timing – den Verkauf erledigt weiterhin der Mensch. Teams, die die Plattform als Unterstützung ihres Handwerks begreifen und nicht als Ersatz, holen den meisten Nutzen heraus. Und schließlich lohnt sich Datenhygiene: Zielgruppen ändern sich, Kriterien veralten, Filter müssen nachgeschärft werden. Wer die Plattform pflegt, hält ihren Wert dauerhaft hoch.
Aus unserer Erfahrung passt Dealfront besonders gut zu B2B-Unternehmen mit europäischer, speziell deutschsprachiger Zielgruppe, zu Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten und längeren Verkaufszyklen, zu Organisationen mit relevantem Website-Traffic, den es zu nutzen gilt, und zu Häusern, denen Datenschutz und europäische Datenverarbeitung wichtig sind. Diese Profile holen den vollen Nutzen aus der Kombination von Firmendaten, Website-Intent und Signalen.
Weniger gut passt Dealfront zu Unternehmen mit stark außereuropäischem, insbesondere US-lastigem Vertriebsfokus, für die global aufgestellte Anbieter die größere Datenbasis liefern; zu Organisationen ohne nennenswerten Website-Traffic, bei denen die Visitor-Identification ins Leere läuft; zu reinen B2C-Geschäften, für die B2B-Firmendaten kaum Wert haben; und zu Unternehmen, die keine Kapazität haben, aus Daten auch tatsächlich Ansprache zu machen. Ohne einen Vertrieb, der die Signale aufnimmt, bleibt selbst die beste Datenquelle wirkungslos.
Zwei Voraussetzungen entscheiden im Mittelstand über Erfolg oder Enttäuschung. Erstens braucht es ein CRM und einen definierten Vertriebsprozess, in den die Daten einfließen – Dealfront ergänzt diese Systeme, ersetzt sie aber nicht. Zweitens braucht es Vertriebskapazität und Disziplin, um aus identifizierten Besuchern und Signalen tatsächlich Kontaktaufnahmen zu machen. Eine Plattform, die Chancen aufzeigt, aber niemanden findet, der sie bearbeitet, erzeugt nur Frust und Kosten.
Wo diese Voraussetzungen gegeben sind, ist der Nutzen im Mittelstand oft erheblich: Der Vertrieb verbringt weniger Zeit mit Recherche und mehr mit Verkaufen, die Ansprache wird relevanter, und aus dem eigenen Website-Traffic entsteht ein kontinuierlicher Strom qualifizierter Chancen. Genau diese Kombination macht Dealfront für viele DACH-Mittelständler zu einem lohnenden Werkzeug – vorausgesetzt, es wird bewusst und eingebettet eingesetzt.
Der wohl wichtigste Unterschied zu vielen Wettbewerbern liegt in der Herkunft. Mit Echobot steht eine deutsche, in Karlsruhe entstandene Wurzel hinter der Plattform, und Dealfront betont die Datenverarbeitung innerhalb der EU. Für europäische Unternehmen, denen die Datenhoheit und die Vermeidung von Drittlandtransfers wichtig sind, ist das ein spürbarer Vorteil: Die Bewertung der Datenverarbeitung fällt einfacher aus als bei US-Konzernen, bei denen der Drittlandbezug und der mögliche Zugriff nach ausländischem Recht gesondert zu prüfen sind. Den konkreten Serverstandort und die Details der Verarbeitung sollten Unternehmen sich dennoch beim Anbieter bestätigen lassen, statt sie vorauszusetzen.
Diese europäische Positionierung ist mehr als Marketing – sie kann in der Praxis den Ausschlag geben, etwa in datenschutzsensiblen Branchen, im öffentlichen Umfeld oder bei Unternehmen mit strengen internen Compliance-Vorgaben. Sie ersetzt aber nicht die eigene datenschutzrechtliche Prüfung des konkreten Einsatzes. Auch eine in der EU verarbeitende Plattform kann nur so rechtskonform betrieben werden, wie das einsetzende Unternehmen ihre Nutzung ausgestaltet.
So attraktiv die europäische Herkunft ist – die B2B-Datenerhebung und das Website-Visitor-Tracking unterliegen weiterhin den Pflichten der DSGVO und der Vorgaben für elektronische Kommunikation und Telemedien. Das betrifft mehrere Ebenen. Erstens braucht die Verarbeitung von B2B-Kontaktdaten eine tragfähige Rechtsgrundlage, die zu bestimmen und zu dokumentieren ist. Zweitens ist das Website-Tracking nach den Vorgaben zu Cookies und Einwilligungen – im deutschen Kontext unter anderem dem TTDSG – konform einzubinden, was in der Regel ein sauberes Consent-Management erfordert. Drittens müssen Betroffenenrechte wie Auskunft, Löschung und Widerspruch praktisch abbildbar sein.
In der Praxis heißt das: Die europäische Datenverarbeitung ist ein guter Ausgangspunkt, aber kein Freibrief. Die Verantwortung als Verantwortlicher im Sinne der DSGVO bleibt beim einsetzenden Unternehmen. Wer Dealfront datenschutzkonform betreiben will, kommt um eine saubere Consent-Architektur, einen abgeschlossenen Auftragsverarbeitungsvertrag, eine dokumentierte Rechtsgrundlage und definierte Prozesse für Betroffenenrechte nicht herum. Diese Punkte sollten von Anfang an mitgedacht und im Zweifel fachkundig begleitet werden.
Zu den Kosten: Dealfront wird als Abonnement vermarktet, dessen Preis sich typischerweise nach den genutzten Modulen, dem Funktionsumfang und dem Nutzungsvolumen richtet. Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht – sie ändern sich, sind oft verhandelbar und hängen stark vom individuellen Zuschnitt ab; sie sollten beim Anbieter geprüft werden. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist ohnehin nicht der Listenpreis, sondern das Verhältnis von Aufwand und Ertrag im konkreten Einsatz.
Der wirtschaftliche Nutzen entsteht aus eingesparter Recherchezeit im Vertrieb, aus zusätzlichen Chancen durch identifizierten Website-Traffic und aus einer höheren Trefferquote in der Ansprache. Dem stehen neben der Lizenz die internen Aufwände für Einführung, Integration und laufenden Betrieb gegenüber. Aus INAGRO-Sicht rechnet sich Dealfront dort, wo genügend relevanter Website-Traffic und eine passende europäische Zielgruppe vorhanden sind und wo ein Vertrieb die Chancen auch tatsächlich bearbeitet. Ohne diese Voraussetzungen wird auch ein moderater Abopreis nicht wirtschaftlich.