Wissensdatenbank · Dokumentenmanagement · DMS/ECM-Anbieter

easy Software – DMS und ECM aus Deutschland im Überblick.

Die easy software AG aus Mülheim an der Ruhr zählt zu den etablierten DMS- und ECM-Anbietern im deutschsprachigen Raum. Mit Lösungen wie easy archive, easy invoice, easy contract und easy hr adressiert der Anbieter das Dokumentenmanagement, die Rechnungs- und Vertragsverwaltung sowie die digitale Personalakte. Dieser Fachartikel ordnet Produktfamilie, Funktionsumfang, KI-Funktionen, Integrationen und Einführung herstellerneutral ein – aus der Perspektive des DACH-Mittelstands und ohne Marketingversprechen.

25 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
easy Software
INAGRO Wissensdatenbank · 08 Dokumentenmanagement
Kategorie
DMS / ECM-Plattform
Anbieter
easy software AG
Hauptsitz
Mülheim a. d. Ruhr, DE
Betrieb
Cloud & On-Premises
Kernprodukte
archive · invoice · contract · hr
Markt / Bezug
DACH · GoBD · DSGVO
Wichtiger Hinweis
Kapitel 01 · Grundlagen

Was ist easy Software – und wofür steht der Anbieter?

easy Software ist eine Plattform für Dokumentenmanagement (DMS) und Enterprise-Content-Management (ECM) der easy software AG mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Der Anbieter gehört zu den langjährig am deutschsprachigen Markt etablierten DMS-Häusern und richtet sich vor allem an Unternehmen, die dokumentenbasierte Prozesse digitalisieren, revisionssicher archivieren und über Abteilungsgrenzen hinweg automatisieren wollen.

Wer heute über Dokumentenmanagement im Mittelstand spricht, kommt an einer Handvoll deutscher Anbieter nicht vorbei – easy Software ist einer davon. Historisch ist der Anbieter aus der revisionssicheren Archivierung gewachsen: Das Kernprodukt hieß über viele Jahre schlicht „easy archive“ und stand für die manipulationssichere, langfristige Ablage geschäftlicher Dokumente. Von dieser Archiv-DNA ausgehend hat sich das Portfolio schrittweise zu einer breiteren Content-Services- und Prozessplattform entwickelt, die weit über das reine Ablegen von Dateien hinausgeht.
Der Kern des Angebots lässt sich in drei Schichten denken. Ganz unten liegt die Archiv- und Plattformbasis, die Dokumente rechtssicher speichert und verwaltet. Darüber setzen fachliche Lösungen für konkrete Prozesse auf – etwa Eingangsrechnungen, Verträge oder Personalakten. Und quer dazu liegen Integrations- und App-Bausteine, die easy Software mit den führenden Geschäftssystemen wie SAP oder Microsoft 365 verbinden. Diese Schichtung ist wichtig, um die Produktnamen später richtig einordnen zu können.

DMS, ECM und Content Services – die begriffliche Einordnung

Um easy Software fair zu bewerten, hilft ein kurzer Blick auf die Begriffe. Ein Dokumentenmanagement-System (DMS) verwaltet elektronische Dokumente über ihren gesamten Lebenszyklus – von der Erfassung über die Verschlagwortung und Versionierung bis zur revisionssicheren Archivierung. Enterprise-Content-Management (ECM) denkt weiter: Es umfasst zusätzlich die Steuerung von Prozessen, die Zusammenarbeit an Inhalten und die Integration in die übrige Systemlandschaft. In den letzten Jahren hat sich zusätzlich der Begriff Content Services etabliert, der stärker modular und plattformorientiert denkt: nicht ein monolithisches System, sondern Dienste und Apps, die man nach Bedarf kombiniert.
easy Software bewegt sich in genau diesem Spannungsfeld. Der Anbieter positioniert sich nicht mehr als reines Archiv, sondern als Plattform, auf der sich verschiedene dokumentenzentrierte Prozesse abbilden lassen. Für ein mittelständisches Unternehmen bedeutet das: Man kann klein mit einem einzelnen Anwendungsfall – häufig der Rechnungsverarbeitung – starten und die Plattform später um weitere Bausteine erweitern, ohne das Grundsystem zu wechseln.
INAGRO-Einschätzung

In unseren Auswahlprojekten begegnet uns easy Software regelmäßig als einer von mehreren seriösen Kandidaten für den DACH-Mittelstand. Die entscheidende Frage ist selten „Ist der Anbieter gut?“, sondern „Passt der Zuschnitt zu unserem konkreten Prozess und unserer Systemlandschaft?“. Deshalb bewerten wir easy Software wie jedes andere DMS entlang klar definierter Kriterien – und nicht entlang von Marktbekanntheit. Dieser Beitrag beschreibt Fähigkeiten qualitativ; verbindliche Angaben zu Funktionsständen und Editionen bestätigen Sie bitte direkt beim Anbieter.

Für wen easy Software gedacht ist

Die typische Zielgruppe sind mittelständische und größere Unternehmen mit einem spürbaren Dokumentenaufkommen und dem Wunsch, geschäftskritische Prozesse zu strukturieren. Das reicht vom produzierenden Betrieb, der seine Eingangsrechnungen und Lieferantenverträge in den Griff bekommen will, über Dienstleister mit umfangreicher Vertrags- und Kundenkorrespondenz bis zu Organisationen, die eine digitale Personalakte einführen möchten. Gemeinsam ist diesen Fällen, dass reine Dateiablagen im Netzlaufwerk an ihre Grenzen stoßen und ein System mit Struktur, Berechtigungen, Workflows und Nachvollziehbarkeit gefragt ist.
Weniger im Fokus stehen sehr kleine Betriebe mit minimalem Belegvolumen, für die eine schlanke Lösung genügt, sowie hochspezialisierte Nischenanforderungen, die eine dedizierte Fachanwendung erfordern. Auch hier gilt aber: Die Grenze verläuft nicht am Produkt, sondern am Anwendungsfall. Wer die eigene Ausgangslage sauber beschreibt, erkennt schnell, ob eine Plattform wie easy Software die richtige Antwort ist.
Kapitel 02 · Produktfamilie & Positionierung

Die Produktfamilie: archive, invoice, contract, hr & Plattform

Das Portfolio von easy Software gliedert sich in eine Plattformbasis und darauf aufsetzende Fachlösungen. Wer die Namen kennt, versteht schnell, wie sich ein Einstieg zusammensetzt und wie sich das System später erweitern lässt. Dieser Abschnitt ordnet die Bausteine qualitativ ein – die genauen Editionsnamen und Leistungsstände können sich ändern und sollten beim Anbieter geprüft werden.

Grundsätzlich folgt das Angebot einem Baukasten-Prinzip: eine gemeinsame Plattform für Archiv, Berechtigungen und Workflows, ergänzt um vorkonfigurierte Lösungen für die häufigsten dokumentenintensiven Prozesse. Für den Mittelstand ist das attraktiv, weil man nicht sofort alles einführen muss, sondern mit dem drängendsten Anwendungsfall beginnen und die Plattform danach ausbauen kann.

Die zentralen Bausteine im Überblick

Vier Fachlösungen bilden traditionell das Rückgrat des Angebots und stehen jeweils für einen klar umrissenen Prozess. Sie greifen auf die gemeinsame Plattform zurück, die Archivierung, Suche und Rechteverwaltung bereitstellt:
easy archive
Basis

Die revisionssichere Archiv- und Ablagebasis – historischer Kern des Anbieters. Speichert Dokumente unveränderbar, verschlagwortet und langfristig auffindbar. Grundlage für alle weiteren Lösungen.

ZweckArchivierung
FokusRevisionssicherheit
RollePlattformbasis
easy invoice
Rechnungen

Lösung für die digitale Eingangsrechnungsverarbeitung: Erfassung, Auslesen der Belegdaten, Prüf- und Freigabe-Workflows sowie Übergabe an ERP und Buchhaltung. Häufigster Einstiegs-Anwendungsfall.

ZweckInvoice-Mgmt.
FokusFreigabe-Workflow
AnschlussERP / DATEV
easy contract
Verträge

Vertragsmanagement mit zentraler Vertragsakte, Fristen- und Wiedervorlage-Überwachung, Rollen und Verantwortlichkeiten. Bringt Struktur in verstreute Vertragsbestände und Kündigungsfristen.

ZweckContract-Mgmt.
FokusFristen & Akten
NutzenTransparenz
easy hr
Personal

Digitale Personalakte und HR-nahe Dokumentenprozesse: strukturierte Ablage von Personaldokumenten, differenzierte Zugriffsrechte und Unterstützung bei wiederkehrenden HR-Abläufen.

ZweckHR-Akte
FokusZugriffsrechte
BezugDSGVO-sensibel

Plattform und Apps als verbindende Schicht

Über den Einzellösungen liegt die easy platform als gemeinsame technische Basis, ergänzt um App- und Integrationsbausteine, die easy Software mit anderen Systemen verzahnen. Der Gedanke dahinter: Nicht jede Anforderung soll eine eigene Insel-Anwendung werden, sondern auf einer konsistenten Grundlage mit einheitlicher Archivierung, Suche und Rechteverwaltung aufsetzen. Dadurch lässt sich ein Unternehmen schrittweise von einem einzelnen Prozess zu einem durchgängigen Dokumentenmanagement entwickeln, ohne die Basis auszutauschen.
Für die Praxis heißt das: Ein Unternehmen kann beispielsweise mit der Eingangsrechnungsverarbeitung starten, weil dort der Leidensdruck am größten ist, und später Vertrags- und Personalakten auf derselben Plattform ergänzen. Diese Ausbaufähigkeit ist ein wesentliches Argument für eine Plattformentscheidung gegenüber mehreren voneinander unabhängigen Punktlösungen.

Cloud oder On-Premises – die Betriebsvarianten qualitativ

easy Software adressiert beide Betriebsmodelle: den Betrieb in der Cloud als Service sowie die klassische Installation im eigenen Rechenzentrum (On-Premises). Beide Wege haben ihre Berechtigung. Die Cloud reduziert den eigenen Betriebsaufwand, verlagert Updates und Verfügbarkeit zum Anbieter und passt gut zu Organisationen, die keine tiefe IT-Fertigungstiefe aufbauen wollen. On-Premises spricht Unternehmen an, die aus Governance-, Integrations- oder Souveränitätsgründen die volle Kontrolle über Betrieb und Datenhaltung behalten möchten.
Wichtig ist, diese Entscheidung nicht dogmatisch zu treffen. Sie hängt von der eigenen IT-Strategie, vorhandenen Kompetenzen, Compliance-Vorgaben und der übrigen Systemlandschaft ab. Welche Editionen, Funktionsumfänge und Service-Level in Cloud und On-Premises jeweils verfügbar sind, kann sich unterscheiden und sollte im konkreten Fall beim Anbieter oder Partner erfragt werden.
Namen ändern sich, Prinzipien bleiben

Produktbezeichnungen, Editionen und Bündel entwickeln sich bei jedem Software-Anbieter weiter. Konzentrieren Sie sich bei der Bewertung auf das dahinterliegende Prinzip – Archivbasis plus Fachlösungen plus Integrationen – statt auf einzelne Produktnamen. Den aktuellen Zuschnitt und die für Sie passende Kombination klären Sie am besten direkt mit dem Anbieter oder einem seiner Implementierungspartner.

Kapitel 03 · Funktionsumfang & Kernfähigkeiten

Funktionsumfang: Archivierung, Rechnungen, Verträge, Workflows

Hinter den Produktnamen stehen konkrete Fähigkeiten, die für jedes ernstzunehmende DMS zum Standard gehören und die easy Software in seinem Zuschnitt abbildet. Dieser Abschnitt beschreibt die Kernfunktionen qualitativ – als Orientierung dafür, was ein Dokumentenmanagement dieser Klasse leisten sollte.

Allen Fachlösungen liegt eine gemeinsame Idee zugrunde: Dokumente sollen nicht als lose Dateien existieren, sondern als strukturierte Objekte mit Metadaten, Berechtigungen, Historie und Prozessbezug. Genau darin unterscheidet sich ein DMS von einem Netzlaufwerk – und darauf zahlen alle folgenden Funktionen ein.

Revisionssichere Archivierung als Fundament

Die revisionssichere Archivierung ist der historische Kern und bleibt das Fundament der Plattform. Dokumente werden unveränderbar gespeichert, mit Metadaten verschlagwortet und über eine leistungsfähige Suche wiederauffindbar gemacht. Änderungen und Zugriffe werden protokolliert, sodass ein nachvollziehbarer Verlauf (Audit-Trail) entsteht. Für steuerlich und handelsrechtlich relevante Unterlagen ist das die technische Voraussetzung, um Anforderungen an die ordnungsgemäße Aufbewahrung – etwa im Sinne der GoBD – abbilden zu können.
Praktisch relevant sind dabei drei Eigenschaften: die Unveränderbarkeit abgelegter Belege, die Wiederauffindbarkeit über Volltext- und Metadatensuche sowie die Nachvollziehbarkeit durch Protokollierung. Ob eine konkrete Konfiguration die rechtlichen Anforderungen im Einzelfall erfüllt, ist keine reine Produktfrage, sondern hängt von Einrichtung, Verfahrensdokumentation und organisatorischen Regelungen ab.

Rechnungs- und Vertragsmanagement in der Praxis

Auf der Archivbasis setzen die prozessorientierten Lösungen auf. Die Eingangsrechnungsverarbeitung ist der klassische Einstieg: Rechnungen werden erfasst, ihre Kopf- und Positionsdaten ausgelesen, sachlich und rechnerisch geprüft, über definierte Freigabe-Workflows geleitet und schließlich an das ERP- oder Buchhaltungssystem übergeben. Der Gewinn liegt in der Geschwindigkeit, der Transparenz über den Status jeder Rechnung und der Reduktion manueller Erfassungsfehler.
Das Vertragsmanagement bringt Ordnung in einen oft unterschätzten Bereich. Statt Verträge verstreut in E-Mail-Postfächern, Ordnern und Köpfen einzelner Mitarbeitender zu halten, entsteht eine zentrale Vertragsakte mit klaren Verantwortlichkeiten. Besonders wertvoll ist die Fristen- und Wiedervorlage-Überwachung: Kündigungs-, Verlängerungs- und Prüftermine werden nicht mehr übersehen, sondern systemgestützt angekündigt. Das senkt das Risiko unbeabsichtigter Vertragsverlängerungen und verpasster Fristen spürbar.
Archiv & Recherche

Unveränderbare Ablage, Verschlagwortung und schnelle Wiederauffindbarkeit über Volltext- und Metadatensuche. Grundlage für Auskunftsfähigkeit und ordnungsgemäße Aufbewahrung.

Revisionssichere Basis
Eingangsrechnungen

Erfassen, Auslesen, Prüfen und Freigeben von Rechnungen mit Übergabe an ERP und Buchhaltung. Typischer Einstieg mit schnell sichtbarem Nutzen.

Prüf- & Freigabe-Flow
Verträge

Zentrale Vertragsakte mit Fristen- und Wiedervorlage-Überwachung, Rollen und Verantwortlichkeiten. Schluss mit übersehenen Kündigungsfristen.

Fristen im Griff
Personalakte

Digitale HR-Akte mit strukturierter Ablage und fein steuerbaren Zugriffsrechten für besonders schützenswerte Personaldaten. Ordnung mit Datenschutz im Blick.

HR mit Zugriffsschutz

Workflows: der eigentliche Mehrwert gegenüber der Ablage

Der Unterschied zwischen einer digitalen Ablage und einem echten Dokumentenmanagement liegt in den Workflows. Ein Workflow leitet ein Dokument regelbasiert durch die Organisation: Eine Rechnung geht nach der Erfassung automatisch an die fachlich zuständige Person, nach deren Prüfung an die Freigabe, bei Überschreiten eines Betrags an eine zweite Instanz – und wird am Ende verbucht und archiviert. Jeder Schritt ist dokumentiert, Zuständigkeiten sind klar, und der Status jedes Vorgangs ist jederzeit einsehbar.
Für den Mittelstand ist gerade dieser Aspekt entscheidend, weil er nicht nur Zeit spart, sondern auch Vertretung, Transparenz und Compliance verbessert. Ein Workflow läuft weiter, wenn eine Person im Urlaub ist; er macht sichtbar, wo ein Vorgang klemmt; und er erzwingt die Einhaltung interner Kontrollen wie des Vier-Augen-Prinzips. Wichtig ist, die Workflows nicht zu überkomplex zu modellieren – die Kunst liegt darin, reale Abläufe schlank abzubilden, statt jede Ausnahme in Regeln zu gießen.
Funktion vor Feature-Liste

Vergleichen Sie DMS nicht anhand möglichst langer Feature-Listen, sondern anhand der Frage, wie gut sie Ihren realen Prozess abbilden. Ein System mit hundert Funktionen, von denen Sie fünf nutzen, ist kein besseres System – es ist ein teureres. Definieren Sie zuerst Ihre zwei bis drei wichtigsten Prozesse und prüfen Sie, wie sauber easy Software (oder ein Wettbewerber) genau diese abdeckt.

Kapitel 04 · KI & Automatisierung

KI- und Automatisierungsfunktionen einordnen

Wie fast alle DMS-Anbieter reichert auch easy Software seine Lösungen mit Funktionen an, die auf maschinellem Lernen und Automatisierung basieren – vor allem bei der Belegextraktion und der Klassifikation von Dokumenten. Dieser Abschnitt ordnet diese Fähigkeiten qualitativ ein, ohne konkrete Erkennungsraten oder Benchmarks zu behaupten.

Vorab eine nüchterne Einordnung: „KI“ ist im DMS-Umfeld selten Selbstzweck, sondern dient dazu, wiederkehrende, mühsame Erfassungs- und Sortieraufgaben zu automatisieren. Der wirtschaftliche Nutzen entsteht dort, wo Menschen heute Daten von Belegen abtippen oder Dokumente manuell einsortieren. Genau an diesen Stellen setzen die Automatisierungsfunktionen an.

Belegextraktion: Daten auslesen statt abtippen

Die praktisch wichtigste Automatisierungsfunktion ist die Belegextraktion. Beim Eingang einer Rechnung oder eines anderen strukturierten Belegs werden relevante Felder – etwa Lieferant, Rechnungsnummer, Datum, Beträge und Steuersätze – automatisch erkannt und in die passenden Datenfelder übernommen. Statt jede Rechnung von Hand zu erfassen, prüft und bestätigt die sachbearbeitende Person nur noch die vorgeschlagenen Werte. Das reduziert Tippfehler, beschleunigt die Verarbeitung und macht die Datenqualität planbarer.
Moderne Extraktionsverfahren lernen dabei aus Beispielen und werden mit steigender Nutzung tendenziell verlässlicher, insbesondere bei wiederkehrenden Lieferanten und Belegtypen. Wichtig ist eine realistische Erwartung: Automatische Extraktion nimmt Arbeit ab, ersetzt aber keine Kontrolle. Ein sauber gestalteter Prozess sieht immer eine Prüfinstanz vor – die Frage ist nur, wie viel manuelle Arbeit davor entfällt. Belastbare Erkennungsquoten hängen stark von Belegqualität und Einrichtung ab und sollten im eigenen Umfeld getestet, nicht aus Prospekten übernommen werden.

Klassifikation und automatische Zuordnung

Eine zweite Automatisierungsebene ist die Klassifikation: Das System erkennt, um welche Art von Dokument es sich handelt – etwa Rechnung, Lieferschein, Vertrag oder Korrespondenz – und ordnet es dem passenden Prozess, der richtigen Akte oder der zuständigen Abteilung zu. In Verbindung mit der Extraktion entsteht so ein weitgehend automatisierter Eingangspfad: Ein Dokument kommt herein, wird erkannt, klassifiziert, mit Daten angereichert und dem richtigen Workflow zugewiesen – bis ein Mensch nur noch bestätigt oder eingreift, wenn etwas unklar ist.
Für den Mittelstand ist das attraktiv, weil es die tägliche Fließbandarbeit im Posteingang reduziert. Der Effekt ist umso größer, je höher das Volumen und je regelmäßiger die Dokumententypen sind. Bei sehr heterogenen oder seltenen Dokumenten bleibt der manuelle Anteil naturgemäß höher – auch das gehört zu einer ehrlichen Einordnung.
KI-Versprechen kritisch prüfen

Nahezu jeder DMS-Anbieter wirbt heute mit „KI“. Lassen Sie sich Erkennungs- und Automatisierungsraten nicht als Marketingzahl präsentieren, sondern in einem Test mit Ihren eigenen Belegen zeigen. Fragen Sie außerdem, wo Daten für die Verarbeitung liegen und ob Modelle mit Ihren Dokumenten trainiert werden – das ist sowohl eine Qualitäts- als auch eine Datenschutzfrage.

Automatisierung endet nicht bei der KI

Neben lernenden Verfahren spielt klassische, regelbasierte Prozessautomatisierung eine mindestens ebenso große Rolle. Feste Regeln – etwa Betragsgrenzen für Freigabestufen, automatische Weiterleitungen oder Erinnerungen bei überfälligen Aufgaben – sind vorhersehbar, prüfbar und oft der eigentliche Effizienzhebel. Die stärkste Lösung kombiniert beides: lernende Verfahren dort, wo Muster erkannt werden müssen, und deterministische Regeln dort, wo Nachvollziehbarkeit und Kontrolle zählen.
Für die Bewertung von easy Software heißt das: Betrachten Sie KI-Funktionen als sinnvolle Ergänzung, nicht als alleiniges Kaufargument. Entscheidend ist, ob die Kombination aus Extraktion, Klassifikation und regelbasierten Workflows Ihren konkreten Prozess spürbar entlastet – und das lässt sich am besten in einem Pilotbetrieb mit echten Daten beurteilen.
Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Integrationen: SAP, Microsoft 365, DATEV und ERP

Ein DMS entfaltet seinen Wert erst im Zusammenspiel mit den Systemen, in denen Menschen ohnehin arbeiten. easy Software legt traditionell Wert auf Integrationen in führende Geschäftsanwendungen – von SAP über Microsoft 365 bis zu DATEV und weiteren ERP-Systemen. Dieser Abschnitt ordnet das Ökosystem qualitativ ein.

Der Leitgedanke jeder guten DMS-Integration lautet: Das Dokumentenmanagement soll nicht als weiteres, isoliertes System die Zahl der Anwendungen erhöhen, sondern sich möglichst unsichtbar in die vorhandene Arbeitsumgebung einfügen. Idealerweise merkt die anwendende Person kaum, dass im Hintergrund ein DMS arbeitet – Dokumente erscheinen dort, wo sie gebraucht werden, und Prozesse laufen im gewohnten System an.

SAP und ERP: Dokumente am Ort der Buchung

Für Unternehmen mit SAP oder einem anderen ERP-System ist die enge Anbindung des DMS ein zentrales Kriterium. Der Nutzen ist konkret: Zu einem Buchungsbeleg, einer Bestellung oder einem Kreditorenkonto lässt sich direkt das zugehörige Dokument aufrufen, ohne die Anwendung zu wechseln. Umgekehrt können Prozesse wie die Rechnungsprüfung dort angestoßen werden, wo die betriebswirtschaftlichen Daten liegen. easy Software adressiert diese Verzahnung traditionell und positioniert sich als Anbieter mit ausgeprägter ERP-Nähe – die konkrete Tiefe und die unterstützten Szenarien sollten für die eigene Systemversion mit dem Anbieter geklärt werden.
Die Qualität einer ERP-Integration bemisst sich weniger an der bloßen Existenz einer Schnittstelle als an ihrer Prozesstiefe: Werden Belege automatisch verknüpft? Lassen sich Workflows aus dem ERP heraus steuern? Wie werden Stammdaten synchron gehalten? Diese Fragen entscheiden, ob eine Integration im Alltag wirklich trägt oder nur auf dem Papier existiert.

Microsoft 365 und DATEV im Arbeitsalltag

Weil ein Großteil der Wissensarbeit in der Microsoft-Welt stattfindet, ist die Integration in Microsoft 365 für viele Mittelständler besonders relevant. Sinnvoll ist etwa, Dokumente direkt aus Outlook zu archivieren, aus Office-Anwendungen heraus im DMS abzulegen oder Inhalte im gewohnten Zusammenarbeitswerkzeug verfügbar zu machen. Ziel ist, dass Mitarbeitende nicht zwischen Welten wechseln müssen, sondern das DMS als natürliche Erweiterung ihrer täglichen Werkzeuge erleben.
Im Rechnungs- und Buchhaltungskontext ist die Nähe zu DATEV im deutschen Mittelstand ein wiederkehrendes Thema, da viele Unternehmen ihre Finanzbuchhaltung über DATEV oder in Zusammenarbeit mit dem Steuerberater abwickeln. Eine saubere Übergabe geprüfter und freigegebener Rechnungsdaten an die Buchhaltung schließt den Kreis zwischen dokumentenbasiertem Prozess und finanzbuchhalterischer Verarbeitung. Die genaue Ausgestaltung solcher Anbindungen ist versions- und szenarioabhängig und im Einzelfall zu prüfen.
Integrationsfeld Typischer Nutzen Worauf achten
SAP / ERP Belege am Buchungsobjekt, Prozesse im ERP anstoßen Prozesstiefe, Stammdaten-Sync
Microsoft 365 Archivieren aus Outlook/Office, Ablage im Arbeitsfluss Nahtlosigkeit, Rechtekonsistenz
DATEV / FiBu Übergabe geprüfter Rechnungsdaten an die Buchhaltung Datenformate, Abstimmung mit Steuerberatung
Weitere ERP / Fachsysteme Durchgängige Prozesse ohne Systembruch Standardschnittstelle vs. Individualaufwand
Plattform / Apps Modularer Ausbau auf gemeinsamer Basis Konsistente Archivierung & Rechte

Standardschnittstelle gegen Individualaufwand

Ein häufig unterschätzter Punkt in Auswahlprojekten ist der Unterschied zwischen einer vorkonfigurierten Standardintegration und einer individuell zu programmierenden Anbindung. Standardintegrationen sind schneller einsatzbereit, günstiger im Betrieb und stabiler bei Updates. Individuelle Schnittstellen bieten mehr Flexibilität, verursachen aber Aufwand in Einführung und Wartung und binden das Unternehmen an entsprechendes Know-how. Für die Bewertung von easy Software – wie jedes DMS – lohnt die konkrete Frage: Existiert für unsere Systeme eine bewährte Standardanbindung, oder müssen wir individuell entwickeln?
Als Faustregel gilt: Je mehr Ihre Anforderungen mit dem übereinstimmen, was der Anbieter als Standard mitbringt, desto reibungsloser und wirtschaftlicher verläuft die Einführung. Große Abweichungen sind nicht per se schlecht, sollten aber bewusst und mit realistischer Aufwandsschätzung eingegangen werden.
Kapitel 06 · Abgrenzung zum Wettbewerb

Abgrenzung: d.velop, ELO, DocuWare, ecoDMS

easy Software steht in einem lebhaften Wettbewerb mit weiteren etablierten DMS-Anbietern aus dem deutschsprachigen Raum. Dieser Abschnitt grenzt qualitativ und fair ab – ohne pauschale Sieger zu küren, denn welche Lösung passt, entscheidet der konkrete Anwendungsfall, nicht ein allgemeines Ranking.

Bemerkenswert ist zunächst, dass der DMS-Markt im DACH-Raum vergleichsweise stark von heimischen Anbietern geprägt ist. Anders als in vielen Software-Kategorien dominieren hier nicht internationale Konzerne, sondern deutsche Häuser wie easy Software, d.velop, ELO und DocuWare, ergänzt um schlankere Lösungen wie ecoDMS. Für Kunden mit Bedarf an Nähe, deutschsprachigem Support und Datenhaltung im europäischen Raum ist das ein struktureller Vorteil.

Die wichtigsten Mitbewerber im Profil

Die folgenden Kurzprofile ordnen die bekanntesten Alternativen ein. Sie sind bewusst qualitativ gehalten und ersetzen keine individuelle Marktanalyse – der Markt bewegt sich, und jeder Anbieter entwickelt sein Portfolio laufend weiter:
d.velop
Plattform

Großer deutscher ECM-Anbieter mit breiter Plattform und ausgeprägtem Cloud- und Partner-Ökosystem. Adressiert von Mittelstand bis Großunternehmen und deckt viele Prozessfelder ab.

ELO Digital Office
Skalierbar

Etablierter Anbieter mit stark skalierbarem DMS/ECM, von kompakten Editionen für kleinere Unternehmen bis zu umfangreichen Enterprise-Ausbaustufen. Breites Fachlösungs-Portfolio.

DocuWare
Cloud-stark

International verbreiteter Anbieter mit starkem Fokus auf Cloud und standardisierte Prozesse wie Rechnungsverarbeitung. Gilt als vergleichsweise schnell einführbar für klare Anwendungsfälle.

ecoDMS
Schlank

Bewusst kompakte, preislich niedrigschwellige DMS-Lösung. Attraktiv für kleinere Unternehmen mit überschaubaren Anforderungen, die vor allem strukturierte Ablage und Suche suchen.

Wo easy Software seine Stärken ausspielt

easy Software positioniert sich vor allem über seine Archiv-Herkunft und die enge Verzahnung mit Geschäftsanwendungen, insbesondere im ERP-nahen Umfeld. Für Unternehmen, bei denen revisionssichere Archivierung und die Integration in bestehende Buchungs- und Geschäftsprozesse im Vordergrund stehen, ist das ein passender Ausgangspunkt. Ebenso spricht die Plattformlogik – erst ein Prozess, dann schrittweiser Ausbau – Organisationen an, die pragmatisch starten und mitwachsen wollen.
Gegenüber sehr schlanken Lösungen wie ecoDMS bietet eine Plattform wie easy Software mehr Tiefe bei Workflows, Integrationen und Fachlösungen – zum Preis höherer Komplexität und entsprechender Einführungsaufwände. Gegenüber breit aufgestellten Plattformen wie d.velop oder ELO geht es weniger um ein „besser oder schlechter“ als um Nuancen im Zuschnitt, im Partner-Ökosystem und in der konkreten Passung zum eigenen Anwendungsfall. Ehrlich ist: In vielen Ausschreibungen liegen mehrere dieser Anbieter dicht beieinander, und den Ausschlag geben Details der Integration, das Angebot des lokalen Partners und der Gesamteindruck im Testbetrieb.
Kein allgemeiner Testsieger

Es gibt im DMS-Markt keinen pauschalen „Besten“ – es gibt nur den für Ihren Fall am besten passenden Anbieter. Zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Prozessen, Systemen und Budgets können mit gutem Grund zu unterschiedlichen Anbietern kommen. Trauen Sie deshalb keinem generischen Ranking, sondern definieren Sie Ihre eigenen Kriterien und bewerten Sie mehrere Kandidaten – darunter gern easy Software – konsequent daran.

Eine faire Bewertungslogik statt Bauchgefühl

Um Anbieter wie easy Software und seine Wettbewerber fair zu vergleichen, empfehlen wir eine strukturierte Bewertung entlang weniger, gewichteter Kriterien: Prozessabdeckung für die eigenen Kernanwendungsfälle, Qualität der relevanten Integrationen, Betriebsmodell und Datenhaltung, Bedienbarkeit im Alltag, Stärke des lokalen Partners sowie Gesamtkosten über mehrere Jahre. Wer diese Kriterien vorab festlegt und gewichtet, macht die Entscheidung nachvollziehbar und immun gegen die Überzeugungskraft einzelner Verkaufsgespräche.
Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Einführung und Betrieb: Cloud, On-Premises, Partnermodell

Ein DMS steht und fällt mit der Einführung. Die beste Plattform nützt wenig, wenn Prozesse unsauber abgebildet oder Anwender nicht mitgenommen werden. Dieser Abschnitt beschreibt Betriebsmodelle und Einführungslogik bei easy Software herstellerneutral und praxisnah.

Grundsätzlich sind bei easy Software die drei Betriebswege verbreitet, die auch der Gesamtmarkt kennt: der Cloud-Betrieb als Service, die On-Premises-Installation im eigenen Rechenzentrum und hybride Mischformen, bei denen ein Teil der Landschaft in der Cloud und ein Teil lokal betrieben wird. Welcher Weg passt, ergibt sich aus IT-Strategie, vorhandenen Kompetenzen, Compliance-Anforderungen und der übrigen Systemlandschaft.

Cloud, On-Premises oder hybrid – die Betriebsentscheidung

Der Cloud-Betrieb verlagert Infrastruktur, Updates und Verfügbarkeit zum Anbieter. Das senkt den eigenen Betriebsaufwand und eignet sich für Organisationen ohne tiefe IT-Ressourcen oder mit klarer Cloud-Strategie. On-Premises gibt dem Unternehmen die volle Kontrolle über Betrieb, Datenhaltung und Integrationszeitpunkte – gefragt bei besonderen Governance-Anforderungen oder engen Kopplungen an lokale Systeme. Hybride Modelle versuchen, die Vorteile zu kombinieren, erhöhen aber die Architekturkomplexität und erfordern eine klare Datenflussplanung.
Wichtig ist, diese Entscheidung nicht ideologisch zu führen. Weder ist „Cloud“ automatisch modern und richtig, noch ist „On-Premises“ automatisch sicherer. Beide Modelle können hohe Sicherheits- und Datenschutzstandards erfüllen – entscheidend sind die konkrete Ausgestaltung, die vertraglichen Zusagen und der Ort der Datenverarbeitung. Die für Ihre Situation verfügbaren Editionen und Service-Level klären Sie mit dem Anbieter.

Das Partnermodell und die Rolle des Implementierers

Wie viele DMS-Anbieter arbeitet easy Software in der Fläche mit einem Netz aus Implementierungspartnern. Diese Partner übernehmen häufig Beratung, Einrichtung, Integration und Schulung vor Ort. Für Kunden hat das Vor- und Nachteile: Ein guter, lokaler Partner mit Branchen- und Prozesskenntnis ist ein enormer Erfolgsfaktor – er kennt typische Stolpersteine und begleitet die Einführung praxisnah. Umgekehrt hängt die Projektqualität spürbar von der Auswahl des richtigen Partners ab.
Unsere Empfehlung lautet daher, den Partner ebenso sorgfältig zu prüfen wie das Produkt. Fragen Sie nach Referenzen in vergleichbarer Größe und Branche, nach dem konkreten Team, nach Erfahrung mit Ihren Integrationssystemen und nach dem Vorgehen bei der Einführung. Ein starkes Produkt mit schwachem Implementierer führt genauso zu Frust wie ein durchschnittliches Produkt mit exzellentem Partner überzeugen kann.
01
Prozesse und Ziele klären
Definieren Sie zuerst die zwei bis drei wichtigsten Anwendungsfälle – häufig Eingangsrechnungen, Verträge oder Personalakte. Beschreiben Sie den Ist-Prozess und das gewünschte Ziel, bevor über Software gesprochen wird. Klare Ziele sind die Voraussetzung für eine sinnvolle Einführung.
02
Betriebsmodell und Partner wählen
Entscheiden Sie über Cloud, On-Premises oder hybrid entlang Ihrer IT-Strategie und Compliance-Anforderungen. Wählen Sie einen Implementierungspartner mit belastbaren Referenzen in vergleichbaren Projekten und Erfahrung mit Ihren Integrationssystemen.
03
Pilot mit echten Daten
Starten Sie mit einem klar abgegrenzten Pilotprozess und echten Belegen. Prüfen Sie Extraktion, Klassifikation, Workflows und Integrationen im realen Betrieb, nicht in der Demo. Der Pilot deckt Passungsfragen früh auf und schafft Vertrauen bei den Anwendern.
04
Rollout und Change-Management
Weiten Sie nach erfolgreichem Pilot schrittweise aus. Investieren Sie in Schulung, klare Verantwortlichkeiten und Kommunikation. Der häufigste Grund für gescheiterte DMS-Projekte ist nicht die Technik, sondern fehlende Akzeptanz – Change-Management ist kein Nebenschauplatz.
05
Betrieb, Ausbau und Verfahrensdokumentation
Etablieren Sie einen stabilen Betrieb, halten Sie die Verfahrensdokumentation aktuell und bauen Sie die Plattform um weitere Prozesse aus. Nutzen Sie die gewonnene Basis, um schrittweise mehr Abläufe zu digitalisieren und den Nutzen zu vergrößern.
INAGRO-Einschätzung

Aus unserer Projekterfahrung ist die Einführung der eigentliche Erfolgsfaktor – nicht die Wahl zwischen zwei ähnlich guten Produkten. Starten Sie klein, mit einem klar umrissenen Prozess und echten Daten, und wachsen Sie von dort. Ein zu großer, gleichzeitiger Rollout aller Prozesse überfordert Organisation und Anwender. Herstellerneutral begleiten wir sowohl die Auswahl als auch die Einführung und stehen bewusst neben, nicht zwischen Ihnen und dem Anbieter.

Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

easy Software im Mittelstand: typische Szenarien

Für den DACH-Mittelstand steht bei der DMS-Auswahl nicht die maximale Funktionsvielfalt im Vordergrund, sondern die pragmatische Lösung konkreter Probleme. Dieser Abschnitt beschreibt typische Einsatzszenarien und ordnet ein, für welche Ausgangslagen eine Plattform wie easy Software besonders gut passt.

Mittelständische Unternehmen eint eine bestimmte Ausgangslage: gewachsene Prozesse, überschaubare IT-Abteilungen, ein hohes Maß an Pragmatismus und der Wunsch, mit begrenzten Ressourcen einen spürbaren Effekt zu erzielen. Genau hier setzt der plattformbasierte, schrittweise Ansatz an – man löst zuerst das drängendste Problem und baut von dort aus.

Der klassische Einstieg über die Rechnungsverarbeitung

Das mit Abstand häufigste Einstiegsszenario ist die digitale Eingangsrechnungsverarbeitung. Der Leidensdruck ist hoch, der Nutzen schnell sichtbar, und die Prozessgrenzen sind klar. Statt Papierrechnungen durchs Haus zu tragen oder PDFs per E-Mail weiterzuleiten, werden Rechnungen zentral erfasst, ausgelesen, geprüft, freigegeben und archiviert. Die Vorteile zeigen sich rasch: schnellere Durchlaufzeiten, weniger verlorene Belege, klare Übersicht über offene Vorgänge und ein sauberer Übergang in die Buchhaltung.
Von diesem ersten Prozess aus lässt sich die Plattform organisch erweitern. Häufig folgt das Vertragsmanagement, weil dieselbe Archivbasis genutzt werden kann und der Nutzen – keine übersehenen Fristen mehr – unmittelbar einleuchtet. Ebenso beliebt ist die digitale Personalakte, die Ordnung in einen sensiblen, dokumentenintensiven Bereich bringt und dabei den Zugriffsschutz in den Mittelpunkt stellt.
Stärken
  • Deutscher Anbieter mit deutschsprachigem Support
  • Schrittweiser Einstieg über einen klaren Prozess
  • Ausbaufähig auf gemeinsamer Plattformbasis
  • Ausgeprägte Nähe zu ERP- und Buchhaltungssystemen
  • Revisionssichere Archivierung als solides Fundament
  • Cloud und On-Premises als Betriebsoptionen
  • Etabliertes Partnernetz für die Einführung vor Ort
Einschränkungen
  • Einführung erfordert Prozess- und Change-Arbeit
  • Projektqualität hängt stark vom Partner ab
  • Komplexer als sehr schlanke Nischenlösungen
  • Editionen und Funktionsstände beim Anbieter prüfen
  • Integrationstiefe ist versions- und szenarioabhängig
  • Kosten sind stark vom Zuschnitt abhängig
  • Nutzen entsteht nur bei konsequenter Prozessumstellung

Wann eine Plattform-Entscheidung sinnvoll ist

Eine Plattform wie easy Software lohnt sich vor allem dann, wenn absehbar ist, dass es nicht bei einem einzelnen Prozess bleibt. Wer heute die Rechnungsverarbeitung digitalisiert und morgen Verträge und Personalakten folgen lassen will, profitiert von einer gemeinsamen Basis mehr als von mehreren isolierten Punktlösungen. Umgekehrt kann für ein sehr kleines Unternehmen mit exakt einem, eng umrissenen Bedarf eine schlankere Lösung wirtschaftlicher sein.
Die ehrliche Leitfrage lautet: Wie sieht unsere Dokumentenlandschaft in drei bis fünf Jahren aus? Wer diese Frage beantwortet, erkennt, ob sich die Investition in eine ausbaufähige Plattform rechnet oder ob eine punktuelle Lösung genügt. Diese Entscheidung sollte auf der eigenen Roadmap beruhen, nicht auf der Größe des Anbieters.
Nicht am Werkzeug, am Prozess entscheiden

Der häufigste Fehler im Mittelstand ist, zuerst die Software zu kaufen und dann den Prozess daran auszurichten. Drehen Sie die Reihenfolge um: Klären Sie Prozess, Ziel und Ausbaupfad – und wählen Sie erst danach das Werkzeug, das dazu passt. So vermeiden Sie teure Fehlinvestitionen und überdimensionierte Systeme.

Kapitel 09 · Kosten & DSGVO / Datenhoheit

Kosten, DSGVO und Datenhoheit realistisch bewerten

Zwei Themen entscheiden im Mittelstand oft mit über die DMS-Wahl: die Gesamtkosten über mehrere Jahre und die Frage der Datenhoheit. Als deutscher Anbieter kann easy Software beim Thema europäische Datensouveränität punkten. Dieser Abschnitt ordnet beides qualitativ ein – ohne konkrete Preise, denn diese hängen stark vom Einzelfall ab und gehören beim Anbieter geprüft.

Vorweg: Belastbare Preisangaben lassen sich seriös nicht pauschal nennen. Sie hängen von Nutzerzahlen, gewählten Fachlösungen, Betriebsmodell, Belegvolumen, Integrationsaufwand und Servicewünschen ab. Jede kursierende Pauschalzahl führt eher in die Irre, als dass sie hilft. Wir beschreiben deshalb die Kostenlogik, nicht Beträge.

Woraus sich die Gesamtkosten zusammensetzen

Die Kosten eines DMS-Projekts verteilen sich auf mehrere Blöcke. Einmalige Kosten entstehen für Beratung, Einrichtung, Integration in bestehende Systeme, Datenmigration, Schulung und die Erstellung einer Verfahrensdokumentation. Laufende Kosten fallen – je nach Modell – für Lizenzen oder Abonnements, Wartung und Support, Cloud-Betrieb sowie gegebenenfalls zusätzliche Fachlösungen und Nutzer an. Bei On-Premises kommen interne Betriebs- und Infrastrukturaufwände hinzu, die in der Rechnung häufig unterschätzt werden.
Für eine ehrliche Bewertung empfiehlt sich der Blick auf die Gesamtkosten über mehrere Jahre (Total Cost of Ownership) statt auf den reinen Anschaffungs- oder Abopreis. Ein günstiger Einstieg kann durch hohen Anpassungs- oder Betriebsaufwand teurer werden als eine zunächst höher wirkende, dafür standardnähere Lösung. Fragen Sie beim Anbieter oder Partner nach einem transparenten Kostenmodell für Ihren konkreten Zuschnitt.
Einmalig
variabel  je Projekt
Beratung, Einrichtung, Migration, Schulung
  • Abhängig von Prozessumfang, Integrationstiefe und Datenmigration. Der Aufwand für saubere Prozesse zahlt sich später aus.
Laufend
modellabh.  Cloud/On-Prem
Lizenz/Abo, Wartung, Support, Betrieb
  • Cloud verlagert Betrieb zum Anbieter; On-Premises verursacht interne Aufwände. Beide Modelle sauber gegenrechnen.
Ausbau
skaliert  mit Nutzen
Weitere Fachlösungen & Nutzer
  • Zusätzliche Prozesse auf gemeinsamer Basis erhöhen den Nutzen. Kosten wachsen mit Umfang und Nutzerzahl.
TCO-Blick
mehrjährig  statt Listenpreis
Gesamtkosten über die Laufzeit
  • Nicht der Einstiegspreis zählt, sondern die Summe über mehrere Jahre inklusive Betrieb und Anpassung.

DSGVO und europäische Datensouveränität als Stärke

Als Anbieter mit Sitz in Deutschland kann easy Software beim Thema Datenschutz und Datenhoheit einen strukturellen Vorteil ausspielen, der für viele DACH-Unternehmen zunehmend wichtig wird. Wer geschäftskritische und personenbezogene Dokumente verwaltet, hat ein berechtigtes Interesse daran zu wissen, wo Daten verarbeitet und gespeichert werden, welchem Rechtsraum sie unterliegen und wer im Zweifel Zugriff darauf hat. Ein europäischer Anbieter mit Datenhaltung im europäischen Raum reduziert Unsicherheiten, die bei außereuropäischen Cloud-Diensten regelmäßig aufkommen – etwa im Zusammenhang mit Drittstaaten-Zugriffen.
Das ist kein automatischer Freibrief: Auch bei einem deutschen Anbieter müssen Datenschutz-Aspekte konkret geprüft werden – etwa der Ort der Datenverarbeitung im gewählten Betriebsmodell, ein Auftragsverarbeitungsvertrag, technische und organisatorische Maßnahmen sowie der Umgang mit Unterauftragnehmern. Aber die Ausgangslage ist günstig: Europäische Souveränität und Nähe zum deutschen Rechtsraum sind ein Argument, das bei außereuropäischen Anbietern schwerer zu erreichen ist. Für Organisationen mit hohem Schutzbedarf – etwa im HR- oder Vertragsbereich – ist das ein gewichtiger Faktor.
Datenhoheit als Entscheidungskriterium

Für dokumentenzentrierte Systeme, die Verträge, Rechnungen und Personalakten verwalten, ist die Frage der Datenhoheit kein Nebenaspekt, sondern ein Kernkriterium. Ein deutscher Anbieter wie easy Software bietet hier eine gute Ausgangsbasis – die konkreten Zusagen sind dennoch vertraglich zu prüfen. Die folgende Checkliste hilft bei der Bewertung, ersetzt aber keine datenschutzrechtliche Prüfung im Einzelfall.

Ort der Verarbeitung
Wo liegen die Daten im gewählten Modell?
AV-Vertrag
Auftragsverarbeitung klar geregelt?
TOM
Technische & organisatorische Maßnahmen belegt?
Souveränität
Europäischer Rechtsraum, keine Drittstaaten-Risiken?

Compliance-Einordnung – und ihre Grenzen

Ein DMS wie easy Software kann helfen, Anforderungen an die revisionssichere Aufbewahrung und die Nachvollziehbarkeit von Prozessen technisch abzubilden – etwa im Sinne der GoBD. Wichtig ist die richtige Erwartung: Ein System ermöglicht Compliance, es garantiert sie nicht. Ob eine konkrete Einrichtung den rechtlichen Anforderungen genügt, hängt von Konfiguration, Verfahrensdokumentation und organisatorischen Regelungen ab und ist eine Frage der fachkundigen Beurteilung.
Aufbewahrungsfristen, steuerliche Anforderungen und datenschutzrechtliche Pflichten können sich ändern und hängen vom Einzelfall ab. Wir geben hier bewusst keine pauschalen Rechtsauskünfte. Klären Sie die für Sie geltenden Anforderungen mit Ihrer Steuerberatung, Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer Fachjuristin. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung und ersetzt eine fachkundige Prüfung im Einzelfall nicht.
Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu easy Software

Diese Fragen tauchen in unseren Auswahl- und Einführungsprojekten am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet. Alle Antworten sind allgemeine Orientierung, herstellerneutral gemeint und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Was ist easy Software genau?
easy Software ist eine Plattform für Dokumentenmanagement (DMS) und Enterprise-Content-Management (ECM) der easy software AG mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Sie verwaltet elektronische Dokumente über ihren Lebenszyklus, archiviert revisionssicher und bildet dokumentenzentrierte Prozesse ab – etwa Eingangsrechnungen, Verträge und Personalakten. Der Anbieter gehört zu den etablierten DMS-Häusern im deutschsprachigen Raum.
Welche Produkte gehören zur easy-Familie?
Traditionell bilden vier Fachlösungen das Rückgrat: easy archive als Archiv- und Plattformbasis, easy invoice für die Eingangsrechnungsverarbeitung, easy contract für das Vertragsmanagement und easy hr für die digitale Personalakte. Darüber liegt die easy platform mit App- und Integrationsbausteinen. Produktnamen und Editionen entwickeln sich weiter – den aktuellen Zuschnitt bestätigen Sie bitte beim Anbieter.
Läuft easy Software in der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum?
Beides ist verbreitet: der Betrieb in der Cloud als Service sowie die On-Premises-Installation im eigenen Rechenzentrum, ergänzt um hybride Mischformen. Welches Modell passt, hängt von IT-Strategie, Kompetenzen, Compliance-Anforderungen und Systemlandschaft ab. Welche Funktionsstände und Service-Level je Betriebsmodell verfügbar sind, klären Sie am besten direkt mit dem Anbieter oder einem Partner.
Wie unterscheidet sich easy Software von d.velop, ELO oder DocuWare?
Alle genannten sind seriöse, etablierte Anbieter aus dem DACH-Raum, die sich in vielen Ausschreibungen dicht beieinander bewegen. easy Software positioniert sich stark über seine Archiv-Herkunft und die Nähe zu ERP- und Buchhaltungssystemen. Welcher Anbieter am besten passt, entscheidet der konkrete Anwendungsfall, die Integrationstiefe und der lokale Partner – ein pauschaler Testsieger existiert nicht. Wir empfehlen, mehrere Kandidaten anhand eigener, gewichteter Kriterien zu vergleichen.
Kann easy Software an unser ERP und an Microsoft 365 angebunden werden?
easy Software legt traditionell Wert auf Integrationen in führende Geschäftsanwendungen – darunter SAP und weitere ERP-Systeme, Microsoft 365 sowie den Buchhaltungsbereich mit Bezug zu DATEV. Der Nutzen liegt darin, Dokumente am Ort der Buchung oder im gewohnten Arbeitswerkzeug verfügbar zu machen. Entscheidend ist die konkrete Prozesstiefe und ob eine Standardanbindung existiert oder individuell entwickelt werden muss – das prüfen Sie für Ihre Systemversionen beim Anbieter.
Was leisten die KI-Funktionen von easy Software?
Im Vordergrund stehen Belegextraktion – das automatische Auslesen von Feldern wie Lieferant, Datum und Beträgen – sowie die Klassifikation und automatische Zuordnung von Dokumenten. Beides reduziert manuelle Erfassungs- und Sortierarbeit, ersetzt aber keine Kontrollinstanz. Lassen Sie sich Erkennungs- und Automatisierungsraten nicht als Marketingzahl nennen, sondern in einem Test mit Ihren eigenen Belegen zeigen. Konkrete Quoten hängen stark von Belegqualität und Einrichtung ab.
Ist easy Software für kleine Unternehmen geeignet?
Das hängt vom Bedarf ab. Für Unternehmen mit mehreren dokumentenintensiven Prozessen und Ausbauplänen ist eine Plattform attraktiv, weil sie schrittweise mitwächst. Für sehr kleine Betriebe mit exakt einem, eng umrissenen Bedarf kann eine schlankere Lösung wirtschaftlicher sein. Entscheidend ist Ihre Roadmap: Wie sieht Ihre Dokumentenlandschaft in drei bis fünf Jahren aus?
Was kostet easy Software?
Seriöse Pauschalpreise lassen sich nicht nennen. Die Kosten hängen von Nutzerzahlen, gewählten Fachlösungen, Betriebsmodell, Belegvolumen, Integrationsaufwand und Service ab. Betrachten Sie die Gesamtkosten über mehrere Jahre statt des reinen Einstiegspreises und lassen Sie sich ein transparentes Kostenmodell für Ihren konkreten Zuschnitt beim Anbieter oder Partner geben. Vorsicht bei kursierenden Pauschalzahlen – sie führen meist in die Irre.
Wie steht es um DSGVO und Datenhoheit?
Als deutscher Anbieter bietet easy Software beim Thema europäische Datensouveränität eine gute Ausgangsbasis, da Nähe zum deutschen Rechtsraum und Datenhaltung im europäischen Raum Unsicherheiten reduzieren, die bei außereuropäischen Diensten aufkommen können. Dennoch sind Datenschutz-Aspekte konkret zu prüfen: Ort der Verarbeitung, Auftragsverarbeitungsvertrag, technische und organisatorische Maßnahmen sowie Unterauftragnehmer. Diese Prüfung ersetzt dieser Beitrag nicht.
Wie unterstützt INAGRO bei der DMS-Auswahl und Einführung?
Wir begleiten herstellerneutral: Analyse Ihrer Kernprozesse, Definition gewichteter Auswahlkriterien, fairer Vergleich mehrerer Anbieter – darunter easy Software und seine Wettbewerber – sowie Begleitung von Pilot, Einführung und Change-Management. Wir stehen bewusst neben, nicht zwischen Ihnen und dem Anbieter, und arbeiten bei steuer- und datenschutzrechtlichen Fragen mit Ihren Fachberatern zusammen. Im Erstgespräch klären wir unverbindlich, wo Sie stehen und welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Dokumentenmanagement strategisch einsetzen

Bereit, das richtige DMS zu wählen?

Von der Analyse Ihrer Kernprozesse über den fairen Vergleich von Anbietern wie easy Software, d.velop, ELO und DocuWare bis zur begleiteten Einführung – INAGRO steht herstellerneutral an Ihrer Seite. Pragmatisch, strukturiert und mit messbarem Ergebnis, in enger Abstimmung mit Ihren Fachberatern. Dieser Beitrag und unsere Beratung ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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