Wissensdatenbank · Data Notebooks · Analytics & BI

Hex – die kollaborative Notebook-Plattform für datengetriebene Teams.

Hex (hex.tech) verbindet die Flexibilität eines Daten-Notebooks mit der Verlässlichkeit einer Analytics-Plattform. In einer gemeinsamen Arbeitsumgebung lassen sich SQL und Python frei kombinieren, Analysen im Team gemeinsam entwickeln und die Ergebnisse anschließend als interaktive Data App oder Dashboard veröffentlichen – ohne die vertraute Umgebung zu verlassen. Für den datengetriebenen Mittelstand ist Hex der Baustein, der die Lücke zwischen explorativer Analyse und einer teilbaren, nachvollziehbaren Auswertung schließt.

21 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
Hex
Hex Technologies, Inc. · San Francisco, USA
Typ
Data-Notebook- & Analytics-Plattform
Sprachen
SQL & Python
Betriebsmodell
Cloud-SaaS
Ausgabe
Notebooks, Data Apps, Dashboards
Rolle im Stack
Analyse- & Präsentationsschicht
Umfeld
Snowflake, BigQuery, Databricks u. a.
INAGRO Eignung datengetriebener Mittelstand
Kapitel 01 · Überblick

Was ist Hex – und warum verschmelzen Notebook und BI?

Hex ist eine kollaborative Plattform für Datenanalyse, die zwei Welten zusammenführt, die lange getrennt waren: die freie, explorative Arbeit im Daten-Notebook und die aufgeräumte, teilbare Darstellung einer klassischen Business-Intelligence-Lösung. In einer einzigen Arbeitsumgebung kombinieren Teams SQL und Python, entwickeln Analysen gemeinsam im Browser und veröffentlichen die Ergebnisse anschließend als interaktive Anwendung oder als Dashboard – ohne die Umgebung zu wechseln.

Die Kernidee lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Hex macht den Weg von der ersten Datenfrage bis zur teilbaren, nachvollziehbaren Antwort durchgängig. In vielen Unternehmen zerfällt dieser Weg heute in unverbundene Etappen. Analysten explorieren Daten in einem lokalen Notebook, kopieren Zwischenergebnisse in eine Tabellenkalkulation, bauen daraus eine Präsentation und schicken diese per E-Mail herum. Sobald jemand die Zahlen hinterfragt, ist unklar, wie sie zustande kamen. Hex verankert die Analyse, den Code, die Daten und die Darstellung an einem Ort – nachvollziehbar, versionierbar und im Team teilbar.
Drei Eigenschaften definieren Hex:
  • SQL und Python in einem Dokument – Hex ist kein reines SQL-Werkzeug und kein reines Python-Notebook, sondern beides in einer Umgebung. Eine SQL-Abfrage liefert eine Tabelle, mit der eine Python-Zelle unmittelbar weiterrechnet; das Ergebnis fließt in die nächste SQL-Abfrage. Analystinnen und Analysten wählen für jeden Schritt die Sprache, die am besten passt, statt sich für eine entscheiden zu müssen.
  • Reaktive Ausführung statt starrer Zellenreihenfolge – Hex versteht die Abhängigkeiten zwischen den Zellen eines Notebooks. Ändert sich eine Eingabe, aktualisiert Hex automatisch alle davon abhängigen Schritte in der richtigen Reihenfolge. Das vermeidet den bekannten Fehler klassischer Notebooks, bei denen Zellen in falscher Reihenfolge ausgeführt werden und irreführende Ergebnisse entstehen.
  • Analyse und Präsentation ohne Bruch – aus derselben Arbeit, aus der die Analyse entsteht, wird per Zusammenstellung eine interaktive Data App oder ein Dashboard. Es gibt keinen Medienbruch zwischen dem Werkzeug, in dem gerechnet wird, und dem, in dem präsentiert wird. Fachbereiche erhalten eine bedienbare Oberfläche, während die zugrunde liegende Logik erhalten und überprüfbar bleibt.
INAGRO-Einschätzung

Hex ist für Unternehmen sinnvoll, die über ein datenaffines Team verfügen – Menschen, die mit SQL und idealerweise auch mit Python arbeiten – und die über einfache Dashboards hinaus tiefergehende, flexible Analysen benötigen. Hex ist kein reines Selbstbedienungs-Dashboard für jede Fachkraft und ersetzt kein Data Warehouse. Es ist die Analyse- und Präsentationsschicht darüber. Sein Wert liegt in der Durchgängigkeit: Wo heute Notebook, Tabellenkalkulation und Foliensatz nebeneinanderstehen und der Nachweis, wie eine Zahl entstand, verlorengeht, schafft Hex eine zusammenhängende, teilbare und nachvollziehbare Analyse. Wer dagegen ausschließlich standardisierte Berichte für viele Empfänger benötigt, ist mit einem klassischen BI-Werkzeug oft besser bedient.

Wo Hex im Datenfluss sitzt

Um Hex richtig einzuordnen, hilft ein Blick auf den typischen Weg der Daten. Rohdaten aus Quellsystemen – ERP, CRM, Online-Shop, Marketing-Werkzeuge – werden in ein zentrales Data Warehouse geladen und dort in saubere, geschäftlich sinnvolle Tabellen transformiert. Hex greift auf diese aufbereiteten Daten zu und ist die Schicht, in der aus den Daten Erkenntnisse werden: durch Exploration, Modellierung, Visualisierung und die anschließende Aufbereitung für ein Publikum. Hex ersetzt also weder das Warehouse noch die Transformationsschicht, sondern setzt darauf auf.
Diese Positionierung ist wichtig, weil sie erklärt, wofür Hex nicht gedacht ist. Hex ist keine Ladeschicht, es zieht keine Daten dauerhaft aus Quellsystemen, und es ist kein Speicherort für Ihre Unternehmensdaten. Es ist die Arbeitsfläche, auf der Analystinnen und Analysten mit den bereits vorhandenen, vertrauenswürdigen Daten arbeiten. Am wirkungsvollsten ist Hex daher in einer Umgebung, in der ein modernes Cloud Data Warehouse und eine saubere Transformationsschicht bereits existieren oder gemeinsam eingeführt werden.

Notebook trifft BI – ein neues Zwischenformat

Hex gehört zu einer neuen Kategorie von Werkzeugen, die die klassische Trennung zwischen dem Code-orientierten Daten-Notebook und der Klick-orientierten BI-Plattform auflöst. Notebooks sind extrem flexibel, aber schwer zu teilen und für Nicht-Techniker kaum bedienbar. Klassische BI-Werkzeuge sind gut teilbar und bedienbar, aber in der freien, tiefen Analyse begrenzt. Hex versucht, das Beste aus beiden zu vereinen: die analytische Tiefe des Notebooks und die Teilbarkeit der BI-Plattform.
Für den Mittelstand ist dieses Zwischenformat interessant, weil es einer typischen Realität entspricht. Oft gibt es eine kleine Gruppe datenaffiner Menschen, die tiefe Analysen benötigen, und einen größeren Kreis von Führungskräften und Fachbereichen, die verständliche Ergebnisse konsumieren wollen. Hex bedient beide Gruppen in einem Werkzeug: die Analysten in der Notebook-Ansicht, die Konsumenten in der aufbereiteten App- oder Dashboard-Ansicht. Genau diese Doppelrolle unterscheidet Hex von reinen Notebooks und von reinen Dashboard-Werkzeugen.
Kapitel 02 · Produktfamilie & Positionierung

Editionen und Pläne – vom Team-Einstieg bis Enterprise

Hex wird als verwalteter Cloud-Dienst in gestaffelten Plänen angeboten, die sich vor allem im Funktionsumfang, in den Zusammenarbeits- und Verwaltungsmöglichkeiten sowie in den Betriebs- und Sicherheitsoptionen unterscheiden. Die genauen Bezeichnungen, Grenzen und Preise legt der Anbieter fest und ändert sie über die Zeit – daher betrachten wir die Staffelung hier qualitativ. Verbindliche Angaben prüfen Sie bitte stets direkt beim Anbieter.

Einstiegs-Ebene
Kennenlernen

Eine kostenfreie oder niedrigschwellige Ebene, mit der einzelne Nutzer oder kleine Teams Hex kennenlernen und erste Projekte umsetzen können. Typischerweise mit Begrenzungen bei Nutzerzahl, Datenmengen oder erweiterten Funktionen. Gut geeignet für eine erste Bewertung.

ZielgruppeEinzelne / Test
UmfangGrundfunktionen
GrenzenBegrenzt
PreiseBeim Anbieter prüfen
Team-Ebene
Zusammenarbeit

Der Plan für produktive Datenteams: gemeinsames Arbeiten, Versionierung, geteilte Projekte, Veröffentlichung von Data Apps und mehr Funktionen für den Alltag. Meist pro Nutzer und Monat abgerechnet, häufig mit unterschiedlichen Rollen für Bearbeiter und Betrachter.

ZielgruppeDatenteams
AbrechnungPro Nutzer / Monat
RollenEditor & Viewer
PreiseBeim Anbieter prüfen
Enterprise-Ebene
Unternehmen

Der Plan für größere Organisationen mit erhöhten Anforderungen an Sicherheit, Verwaltung und Betrieb: erweiterte Rechteverwaltung, Anbindung an Identitätsdienste (SSO), Prüfprotokolle sowie – je nach Angebot – besondere Betriebsoptionen wie eine dediziert bereitgestellte Umgebung.

ZielgruppeGrößere Org.
SicherheitSSO, Audit
BetriebSingle-Tenant mögl.
PreiseAuf Anfrage

Wie Hex sich am Markt positioniert

Hex versteht sich als Plattform, die den gesamten Ablauf datenanalytischer Arbeit abdeckt – von der Exploration über die Zusammenarbeit bis zur Veröffentlichung. Der Anbieter wendet sich damit primär an Datenteams: an Analysten, Data Scientists und Analytics Engineers, die anspruchsvolle Fragestellungen bearbeiten und deren Ergebnisse einem breiteren Publikum verständlich machen wollen. Das unterscheidet Hex von reinen Self-Service-BI-Werkzeugen, die vor allem Fachanwender ohne Code-Kenntnisse ansprechen.
Die Positionierung ist bewusst darauf ausgelegt, sich in einen modernen Data Stack einzufügen, nicht ihn zu ersetzen. Hex setzt auf ein vorhandenes Data Warehouse auf, arbeitet mit einer bestehenden Transformationsschicht zusammen und ordnet sich damit klar oberhalb der Datenaufbereitung, aber vor dem Endkonsum ein. Für Unternehmen, die diesen modernen Stack bereits verfolgen, ist Hex ein natürlicher Baustein; für Unternehmen, die noch mit einer isolierten Tabellenkalkulation oder einem einzelnen Berichtswerkzeug arbeiten, ist Hex oft ein größerer Schritt, der Vorarbeit an der Datenbasis voraussetzt.

Was in den Plänen typischerweise variiert

Bei einer Plattform wie Hex staffeln sich die Pläne in der Regel entlang einiger wiederkehrender Achsen. Dazu zählen die Anzahl und Art der Nutzer (Bearbeiter versus reine Betrachter), der Umfang der Zusammenarbeits- und Governance-Funktionen (etwa Rechteverwaltung, Freigabeprozesse, Versionskontrolle), die Sicherheits- und Verwaltungsmerkmale (SSO, Prüfprotokolle, Datenschutzoptionen) sowie – auf der obersten Ebene – besondere Betriebsmodelle wie eine dediziert bereitgestellte, single-tenant betriebene Umgebung. Da Hersteller Namen, Grenzen und Preise regelmäßig anpassen, sollten Sie die für Sie relevanten Details immer aktuell beim Anbieter erfragen. Wir bewerten in unseren Projekten nicht die Marketing-Bezeichnung eines Plans, sondern gleichen die konkret enthaltenen Funktionen mit Ihrem tatsächlichen Bedarf ab.
Hinweis zu Preisen und Plänen

Konkrete Preise, Nutzergrenzen und die genaue Ausstattung der einzelnen Pläne nennen wir hier bewusst nicht, weil Anbieter diese regelmäßig ändern. Verbindliche Angaben erhalten Sie ausschließlich direkt beim Anbieter oder über einen aktuellen Angebotsprozess. In unseren Projekten holen wir diese Daten aktuell ein und rechnen sie auf Ihre realistische Nutzung hoch.

Kapitel 03 · Funktionsumfang & Kernfähigkeiten

Notebooks, Data Apps und reaktive Ausführung – die Bausteine von Hex

Der praktische Wert von Hex ergibt sich aus dem Zusammenspiel weniger, eng verzahnter Fähigkeiten: einem hybriden Notebook aus SQL und Python, der reaktiven Ausführung, die Abhängigkeiten automatisch berücksichtigt, der Verwandlung derselben Arbeit in eine interaktive Data App oder ein Dashboard sowie den Werkzeugen für Zusammenarbeit und Wiederholbarkeit. Erst zusammen ergeben sie den durchgängigen Ablauf, der Hex ausmacht.

Hybrides Notebook

SQL-Zellen und Python-Zellen in einem Dokument. Das Ergebnis einer SQL-Abfrage steht direkt als Datentabelle für Python bereit und umgekehrt. Jeder Schritt nutzt die passende Sprache, ohne Wechsel des Werkzeugs.

SQL + Python vereint
Reaktive Ausführung

Hex kennt die Abhängigkeiten zwischen den Zellen und aktualisiert bei einer Änderung automatisch alle betroffenen Schritte in korrekter Reihenfolge. Das beseitigt die berüchtigte Fehlerquelle falsch ausgeführter Notebook-Zellen.

Konsistenz automatisch
Data Apps

Aus dem Notebook wird per Zusammenstellung eine interaktive Anwendung mit Eingabefeldern, Filtern und Schaltflächen. Fachanwender bedienen sie, ohne den Code zu sehen – die Logik dahinter bleibt erhalten und prüfbar.

Interaktiv für Fachbereiche
Dashboards

Kennzahlen, Diagramme und Tabellen lassen sich zu übersichtlichen Dashboards anordnen. Sie fassen wiederkehrende Auswertungen zusammen und dienen als teilbarer, aktueller Überblick für Führungskräfte und Fachbereiche.

Überblick auf einen Blick
Zusammenarbeit

Mehrere Personen arbeiten im selben Projekt, kommentieren und teilen Ergebnisse. Rollen unterscheiden Bearbeiter und Betrachter. Analysen leben nicht mehr auf einzelnen Rechnern, sondern zentral und gemeinsam pflegbar.

Gemeinsam statt isoliert
Wiederholbarkeit

Analysen lassen sich versionieren und nach Zeitplan automatisch aktualisieren. Parameter machen eine Auswertung wiederverwendbar. So wird aus einer einmaligen Analyse ein verlässlich wiederholbares Datenprodukt.

Einmal bauen, oft nutzen

Das hybride Notebook – SQL und Python ohne Bruch

Das Herzstück von Hex ist das hybride Notebook. Anders als in einem reinen SQL-Editor oder einem klassischen Python-Notebook lassen sich hier beide Sprachen frei mischen. Eine SQL-Zelle fragt Daten direkt aus dem Warehouse ab und liefert eine Tabelle. Diese Tabelle steht der nächsten Zelle unmittelbar als Datenobjekt zur Verfügung – etwa einer Python-Zelle, die eine statistische Auswertung, eine komplexe Umformung oder eine Visualisierung durchführt. Das Ergebnis kann wiederum von einer weiteren SQL-Abfrage genutzt werden. Für den Alltag bedeutet das: Man wählt für jeden Schritt das Werkzeug, das am besten passt, statt sich global zwischen SQL und Python entscheiden zu müssen.
Für den Mittelstand ist das ein pragmatischer Vorteil. Viele datenaffine Mitarbeiter beherrschen SQL solide, aber nur teilweise Python. In Hex können sie den Großteil einer Analyse in vertrautem SQL erledigen und Python gezielt dort einsetzen, wo es klare Vorteile bietet – etwa bei einer Berechnung, die in reinem SQL umständlich wäre. Das senkt die Einstiegshürde und erlaubt es, Python-Kompetenz schrittweise aufzubauen, statt sie von Beginn an vorauszusetzen.

Reaktive Ausführung – Ordnung statt Zellen-Chaos

Eine der wichtigsten Eigenschaften von Hex ist die reaktive Ausführung. Klassische Notebooks haben ein bekanntes Problem: Zellen können in beliebiger Reihenfolge ausgeführt werden, und wenn man eine frühe Zelle ändert, aber die nachgelagerten vergisst neu auszuführen, entstehen still und leise falsche Ergebnisse. Hex begegnet dem, indem es die Abhängigkeiten zwischen den Zellen versteht und als Graph verwaltet. Ändert man eine Eingabe, erkennt Hex automatisch, welche Zellen davon betroffen sind, und führt sie in der korrekten Reihenfolge neu aus.
Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens werden Analysen verlässlicher, weil der Zustand des Notebooks immer konsistent ist – ein oft unterschätzter Gewinn an Vertrauenswürdigkeit. Zweitens ist diese Reaktivität die technische Grundlage für interaktive Data Apps: Ändert ein Betrachter einen Filter oder eine Eingabe, rechnet Hex die abhängigen Schritte automatisch neu, und die Anwendung reagiert unmittelbar. Reaktivität ist damit nicht nur ein Komfortmerkmal, sondern das Fundament, auf dem die Interaktivität der veröffentlichten Ergebnisse ruht.

Von der Analyse zur Data App und zum Dashboard

Der zweite große Baustein ist die Verwandlung derselben Arbeit in ein teilbares Ergebnis. Aus einem Notebook lässt sich per Anordnung der Elemente eine Data App zusammenstellen: eine interaktive Oberfläche mit Eingabefeldern, Filtern, Auswahllisten und Schaltflächen, hinter der die volle Analyse-Logik weiterläuft. Fachanwender sehen nur die aufgeräumte, bedienbare Oberfläche – nicht den Code. Wählt jemand einen anderen Zeitraum oder ein anderes Produkt, aktualisieren sich die Ergebnisse dank der reaktiven Ausführung automatisch. Alternativ lassen sich Kennzahlen und Visualisierungen als Dashboard anordnen, wenn ein kompakter, wiederkehrender Überblick gefragt ist.
Der entscheidende Punkt ist, dass es keinen Medienbruch gibt. In der traditionellen Welt wird eine Analyse in einem Werkzeug erstellt und dann mühsam in ein anderes für die Präsentation übertragen – mit dem Risiko, dass beide auseinanderlaufen. In Hex sind Analyse und Präsentation zwei Ansichten derselben Sache. Ändert sich die zugrunde liegende Logik, ändert sich auch die veröffentlichte App. Das erhält die Nachvollziehbarkeit und beseitigt eine der häufigsten Fehlerquellen im Berichtswesen.
INAGRO-Empfehlung zu Data Apps

Unterschätzen Sie nicht, wie viel Zeit heute in den manuellen Weg von der Analyse zur Präsentation fließt – das Kopieren in Tabellen, das Bauen von Foliensätzen, das Aktualisieren von Hand. Genau hier liegt einer der größten praktischen Hebel von Hex. In unseren Projekten empfehlen wir, früh zwei oder drei wiederkehrende, aufwendige Auswertungen als Data App zu bauen. Der einmalige Aufwand zahlt sich schnell aus, und der Nachweis, wie eine Zahl entstand, bleibt dauerhaft erhalten.

Kapitel 04 · KI & Automatisierung

Hex Magic und der KI-Assistent im Analyse-Alltag

Hex integriert KI-gestützte Funktionen unter dem Namen Hex Magic direkt in die Arbeitsumgebung. Der Anspruch ist, den Weg von der Frage zur Analyse zu verkürzen: Aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache entstehen SQL-Abfragen oder Python-Code, Fehler werden erklärt, Ergebnisse zusammengefasst. Wie bei allen KI-Assistenten gilt jedoch: Sie beschleunigen, sie ersetzen aber weder das fachliche Urteil noch die Prüfung der Ergebnisse.

Der KI-Assistent setzt an mehreren Stellen des Analyse-Alltags an. Aus einer in natürlicher Sprache formulierten Frage kann er einen Vorschlag für eine SQL-Abfrage oder eine Python-Zelle erzeugen, den der Nutzer prüft und übernimmt oder anpasst. Er kann bestehenden Code erklären, was besonders neuen Teammitgliedern hilft, sich in fremde Analysen einzuarbeiten. Und er kann bei Fehlern unterstützen, indem er die wahrscheinliche Ursache benennt und einen Lösungsweg vorschlägt. Das Grundprinzip ist, dass die KI im Werkzeug mitarbeitet, statt in einem separaten Chatfenster zu leben.

Was der KI-Assistent im Alltag leistet

Der praktische Nutzen zeigt sich vor allem in drei Situationen. Beim Einstieg in eine neue Fragestellung hilft der Assistent, schneller zu einer ersten, lauffähigen Abfrage zu kommen, statt bei einem leeren Editor zu beginnen. Beim Überwinden von Wissenslücken – etwa wenn jemand SQL beherrscht, aber bei einer Python-Umformung unsicher ist – kann die KI einen Vorschlag liefern, der als Ausgangspunkt dient. Und bei der Fehlersuche spart die Erklärung einer Fehlermeldung oft mühsames Suchen. In Summe verschiebt sich die Arbeit von reiner Syntax hin zur fachlichen Fragestellung – was gerade weniger technischen Analysten zugutekommt.
Ebenso wichtig ist, die Grenzen klar zu sehen. KI-Assistenten arbeiten auf Basis von Wahrscheinlichkeiten und können plausibel klingende, aber falsche Ergebnisse liefern. Eine von der KI erzeugte SQL-Abfrage kann syntaktisch korrekt sein und trotzdem die falsche Geschäftslogik abbilden. Der entscheidende Punkt bleibt daher die menschliche Prüfung: Jedes KI-Ergebnis muss verstanden und auf Plausibilität kontrolliert werden, bevor es in eine Entscheidung einfließt. Der Assistent ist ein Beschleuniger, kein Ersatz für Fachverstand.

Automatisierung wiederkehrender Analysen

Neben der KI-Unterstützung bei der Erstellung bietet Hex Funktionen, um Analysen zu automatisieren. Ein Projekt kann nach Zeitplan automatisch aktualisiert werden, sodass ein Dashboard oder eine Data App stets aktuelle Zahlen zeigt, ohne dass jemand sie von Hand neu berechnet. Ergebnisse lassen sich planmäßig erzeugen und – je nach Ausstattung – an definierte Empfänger verteilen. So wird aus einer einmaligen Analyse ein verlässlich wiederkehrendes Datenprodukt, das Routineberichte ohne manuellen Aufwand liefert.
Für den Mittelstand liegt hier ein oft übersehener Wert. Viele wiederkehrende Auswertungen – der wöchentliche Umsatzbericht, das monatliche Marketing-Reporting – werden heute manuell erstellt und binden wertvolle Zeit. Automatisiert man diese in Hex, wird nicht nur Zeit frei, sondern auch eine Fehlerquelle beseitigt: Der Bericht basiert immer auf derselben, geprüften Logik, statt bei jeder Wiederholung neu und potenziell abweichend zusammengebaut zu werden.
Wichtig bei KI-gestützten Analysen

KI-Assistenten wie Hex Magic beschleunigen die Arbeit, treffen aber keine Entscheidungen und garantieren keine Richtigkeit. Ein von der KI erzeugter Vorschlag kann fachlich falsch sein und trotzdem überzeugend wirken. Prüfen Sie jedes Ergebnis fachlich, bevor es in Berichte oder Entscheidungen einfließt. Beachten Sie zudem, welche Daten bei der Nutzung von KI-Funktionen verarbeitet werden und wohin sie gelangen – das ist eine Datenschutzfrage, die Sie mit Kapitel 09 zusammen betrachten sollten.

Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Warehouses, dbt und Git – Hex im modernen Data Stack

Hex entfaltet seine Wirkung nicht isoliert, sondern als Teil eines Ökosystems. Es verbindet sich mit den gängigen Cloud-Data-Warehouses, arbeitet mit der Transformationsschicht dbt zusammen und nutzt Git für die Versionierung. Diese Integrationen bestimmen, wie gut sich Hex in eine bestehende oder geplante Datenlandschaft einfügt – und ob es dort seinen vollen Nutzen entfaltet.

Anbindung an Cloud-Data-Warehouses

Die wichtigste Verbindung ist die zum Data Warehouse. Hex verbindet sich mit den führenden Cloud-Plattformen – darunter Snowflake, Google BigQuery und Databricks – und führt SQL-Abfragen direkt dort aus. Das ist eine wichtige architektonische Eigenschaft: Die eigentliche Rechenarbeit findet im Warehouse statt, nicht in Hex. Hex holt sich die Ergebnisse und arbeitet damit weiter, aber die schwere Verarbeitung großer Datenmengen bleibt bei der Plattform, die dafür ausgelegt ist. Für die Leistung bei großen Datenbeständen ist das entscheidend, und für die Datenhoheit ist es relevant, weil die Daten primär im Warehouse liegen.
Diese Warehouse-Nähe erklärt auch, warum Hex am besten in einer Umgebung funktioniert, in der ein solches Warehouse bereits existiert. Unternehmen, die Snowflake, BigQuery oder Databricks betreiben oder einführen, können Hex als natürliche Analyseschicht darauf setzen. Wer dagegen seine Daten noch in verstreuten Tabellenkalkulationen oder einzelnen Datenbanken hält, sollte den Aufbau einer sauberen, zentralen Datenbasis als Voraussetzung einplanen – Hex ersetzt diesen Schritt nicht.

Zusammenspiel mit dbt

Ein besonders wertvoller Baustein ist das Zusammenspiel mit dbt, der verbreiteten Transformationsschicht des modernen Data Stack. In einer sauberen Architektur transformiert dbt die Rohdaten im Warehouse in verlässliche, getestete und dokumentierte Analysetabellen. Hex greift dann auf genau diese veredelten Tabellen zu. Die Arbeitsteilung ist klar: dbt sorgt für vertrauenswürdige, konsistente Daten – die eine Quelle der Wahrheit –, Hex sorgt für die Analyse und Darstellung darauf. Wo Hex zusätzlich Metadaten und Definitionen aus dbt nutzen kann, profitieren Analysten davon, dass sie mit denselben, verbindlich definierten Kennzahlen arbeiten, statt sie in jeder Analyse neu und potenziell abweichend zu berechnen.
Dieses Zusammenspiel ist aus unserer Sicht ein Musterbeispiel für den modernen, modularen Datenaufbau: spezialisierte Werkzeuge, die jeweils eine Aufgabe gut erledigen und über klare Schnittstellen zusammenwirken. Für den Mittelstand bedeutet das Wahlfreiheit und geringere Abhängigkeit – man kann einzelne Bausteine austauschen, ohne die ganze Landschaft neu zu bauen.

Versionierung über Git und weitere Anbindungen

Hex nutzt Git für die Versionierung von Projekten. Damit werden Analysen mit derselben Sorgfalt behandelt wie Software: Jede Änderung ist nachvollziehbar, Versionsstände lassen sich vergleichen, und im Zweifel kann man zu einem früheren Stand zurückkehren. Für Teams, die bereits mit Git arbeiten, fügt sich Hex nahtlos in vorhandene Entwicklungsprozesse ein. Darüber hinaus bietet Hex Anbindungen an Identitätsdienste für die Anmeldung (SSO) sowie – je nach Ausstattung – Verbindungen zu weiteren Datenquellen und Diensten. Den genauen, aktuellen Umfang der verfügbaren Integrationen sollten Sie stets beim Anbieter prüfen, da sich das Ökosystem laufend erweitert.
Baustein im Stack Rolle Zusammenspiel mit Hex
Cloud Data Warehouse Speicherung & Rechenleistung Hex führt SQL direkt dort aus; die Rechenarbeit bleibt im Warehouse
dbt (Transformation) Aufbereitung zu Analysedaten Hex analysiert die von dbt bereitgestellten, verlässlichen Tabellen
Git (Versionierung) Nachvollziehbarkeit Hex versioniert Projekte und fügt sich in Entwicklungsprozesse ein
Identitätsdienst (SSO) Anmeldung & Sicherheit Zentrale Nutzerverwaltung, meist in höheren Plänen
Ladeschicht (vorgelagert) Daten ins Warehouse bringen Nicht Aufgabe von Hex; separater Baustein davor
Architektur-Gedanke

Hex ist am stärksten in einem modernen, modularen Data Stack: Warehouse für Speicherung und Rechenleistung, dbt für die verlässliche Transformation, Hex für Analyse und Darstellung. Diese Modularität ist ein Vorteil für den Mittelstand, weil sie Wahlfreiheit erhält und die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter verringert. Wer Hex ohne diese Basis einführt, gewinnt weniger, als möglich wäre.

Kapitel 06 · Abgrenzung zu Wettbewerbern

Hex im Vergleich zu Notebooks und klassischer BI

Hex bewegt sich in einem Umfeld, in dem sich zwei Werkzeugwelten begegnen: die kollaborativen Daten-Notebooks wie Mode oder Deepnote und die etablierten BI-Plattformen wie Tableau oder Power BI. Die Abgrenzung erfolgt hier qualitativ und ohne Wertung im Sinne eines Rankings – entscheidend ist, welches Werkzeug zu welchem Bedarf passt.

Hex und andere Notebook-/Analytics-Plattformen (Mode, Deepnote)

Am nächsten steht Hex Werkzeugen aus derselben Kategorie: kollaborativen Analyse- und Notebook-Plattformen wie Mode oder Deepnote. Alle verfolgen die Grundidee, SQL- und teils Python-basierte Analyse mit Zusammenarbeit und Teilbarkeit zu verbinden. Die Unterschiede liegen weniger im Grundkonzept als in Schwerpunkten und Reifegraden einzelner Fähigkeiten – etwa wie stark die reaktive Ausführung ausgeprägt ist, wie ausgefeilt die Verwandlung in interaktive Anwendungen gelingt, wie tief die KI-Unterstützung integriert ist und wie gut sich die jeweilige Plattform in den vorhandenen Data Stack einfügt.
Aus Beratungssicht ist ein Vergleich innerhalb dieser Kategorie deshalb kein Duell um Punkte, sondern eine Frage der Passung: Welche Plattform harmoniert am besten mit dem vorhandenen Warehouse, mit den Kenntnissen des Teams (mehr SQL oder mehr Python) und mit der Art, wie Ergebnisse geteilt werden sollen? Da sich diese Werkzeuge schnell weiterentwickeln, empfehlen wir, die Auswahl anhand eines konkreten, eigenen Anwendungsfalls in einer Testphase zu treffen, statt sich auf allgemeine Merkmalslisten zu verlassen.

Hex und klassische BI-Werkzeuge (Tableau, Power BI)

Deutlicher ist die Abgrenzung zu klassischen BI-Plattformen wie Tableau oder Power BI. Diese sind stark darin, standardisierte, weit verbreitete Dashboards und Berichte per Klick zu erstellen und großen Nutzerkreisen zugänglich zu machen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der visuellen Selbstbedienung für Fachanwender, die keinen Code schreiben. Ihre Grenze zeigt sich, sobald eine Analyse tiefer geht als das, was die Oberfläche vorsieht – wenn also freie, code-gestützte Exploration, statistische Verfahren oder ungewöhnliche Umformungen gefragt sind.
Hex setzt genau umgekehrt an. Es ist stark in der tiefen, flexiblen Analyse mit SQL und Python und in der Nachvollziehbarkeit des Wegs zum Ergebnis, während es Fachanwender eher über veröffentlichte Data Apps als über freie Klick-Selbstbedienung erreicht. Die beiden Werkzeugwelten schließen sich nicht aus – in vielen Unternehmen existieren sie nebeneinander. Eine sinnvolle Aufteilung, die wir häufig sehen: klassische BI für die breit gestreuten Standardberichte, Hex für die anspruchsvollen, explorativen und maßgeschneiderten Analysen des Datenteams.
Stärken
  • Tiefe, flexible Analyse durch die Kombination von SQL und Python
  • Durchgängiger Weg von der Exploration bis zur teilbaren Data App ohne Medienbruch
  • Reaktive Ausführung erhöht die Verlässlichkeit und ermöglicht Interaktivität
  • Starke Zusammenarbeit im Team und Nachvollziehbarkeit über Versionierung
  • Fügt sich gut in einen modernen Data Stack mit Warehouse und dbt ein
Einschränkungen
  • Setzt datenaffines Personal mit SQL- und idealerweise Python-Kenntnissen voraus
  • Kein reines Klick-Selbstbedienungswerkzeug für jede Fachkraft ohne Code
  • Benötigt eine vorhandene, saubere Datenbasis (Warehouse) für den vollen Nutzen
  • Cloud-SaaS eines US-Anbieters – Serverstandort und Datentransfer prüfen (Kap. 09)
  • Für rein standardisierte Massenberichte ist klassische BI oft passender
Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Cloud-SaaS und Single-Tenant-Optionen – der Weg in den Betrieb

Hex wird als verwalteter Cloud-Dienst betrieben. Das verkürzt den Weg zum produktiven Einsatz erheblich, verlagert aber den Betrieb und einen Teil der Datenverarbeitung zu einem externen, US-amerikanischen Anbieter. Für Organisationen mit erhöhten Anforderungen kommen je nach Angebot besondere Betriebsoptionen wie eine dediziert bereitgestellte, single-tenant betriebene Umgebung in Betracht. Wir ordnen die Einführung entlang klarer Schritte.

01
Voraussetzungen prüfen
Zu Beginn steht die ehrliche Bewertung: Gibt es ein datenaffines Team mit SQL- und idealerweise Python-Kenntnissen? Existiert eine saubere, zentrale Datenbasis – ein Cloud Data Warehouse – auf die Hex zugreifen kann? Ist geklärt, welche Analysen und welche Empfängerkreise adressiert werden sollen? Diese Vorprüfung entscheidet über den späteren Nutzen.
02
Plan und Betriebsmodell wählen
Passend zum Bedarf wird ein Plan gewählt und geklärt, welches Betriebsmodell in Frage kommt – der standardmäßige Cloud-Betrieb oder, bei erhöhten Anforderungen, eine besondere Betriebsoption wie eine dediziert bereitgestellte Umgebung. Hier fließen Sicherheits-, Datenschutz- und Kostenaspekte zusammen (siehe Kapitel 09).
03
Datenquellen anbinden
Hex wird mit dem Data Warehouse und, wo vorhanden, mit der Transformationsschicht dbt verbunden. Zugriffe und Berechtigungen werden nach dem Prinzip der geringsten notwendigen Rechte eingerichtet. Ziel ist, dass Analysten mit den verlässlichen, aufbereiteten Daten arbeiten – nicht mit ungeprüften Rohdaten.
04
Erste Analysen und Data Apps aufbauen
Statt eines großen Rundumschlags empfiehlt sich der Start mit wenigen, klar umrissenen Anwendungsfällen – idealerweise wiederkehrenden Auswertungen mit spürbarem manuellem Aufwand. Diese werden als Notebook aufgebaut und als Data App oder Dashboard veröffentlicht, um den Nutzen früh sichtbar zu machen.
05
Governance und Automatisierung etablieren
Mit wachsender Nutzung werden Rollen, Freigaben und Namenskonventionen geregelt, wiederkehrende Analysen automatisiert und die Zusammenarbeit strukturiert. So entsteht aus einzelnen Analysen eine gepflegte, vertrauenswürdige Analyselandschaft, statt eines neuen Wildwuchses an unverbundenen Projekten.

Cloud-SaaS als Standardweg

Der Regelfall ist der Betrieb als Cloud-SaaS: Hex läuft in der Infrastruktur des Anbieters, es ist keine eigene Installation nötig, Aktualisierungen erfolgen automatisch, und ein Team kann in kurzer Zeit produktiv werden. Für den Mittelstand ist das attraktiv, weil kein eigener Betriebsaufwand entsteht und keine spezialisierte IT-Mannschaft für den Unterhalt der Plattform vorgehalten werden muss. Der Preis dieser Bequemlichkeit ist, dass Betrieb und ein Teil der Datenverarbeitung außer Haus liegen – bei einem US-amerikanischen Anbieter. Das ist keine Ausschlussbedingung, aber ein Punkt, der eine bewusste datenschutzrechtliche Betrachtung erfordert, die wir in Kapitel 09 vertiefen.

Single-Tenant und besondere Betriebsoptionen

Für Organisationen mit erhöhten Anforderungen an Sicherheit, Isolation oder Datenhoheit gibt es je nach Angebot besondere Betriebsoptionen. Dazu zählt insbesondere ein single-tenant betriebener Dienst: eine dediziert für einen Kunden bereitgestellte Umgebung, die von anderen Kunden getrennt ist. Solche Optionen sind typischerweise Teil der Enterprise-Ebene, können mit zusätzlichen Kosten verbunden sein und unterscheiden sich im Detail vom Standard-SaaS. Ob und in welcher Form eine solche Option verfügbar ist – und welche Region und welche vertraglichen Zusicherungen damit einhergehen –, sollten Sie konkret beim Anbieter erfragen, da dies für die Datenschutzbewertung entscheidend sein kann.
In unseren Projekten wägen wir hier nüchtern ab. Für viele mittelständische Anwendungsfälle mit unkritischen Daten ist der Standard-Cloud-Betrieb ausreichend und wirtschaftlich sinnvoll. Sobald jedoch besonders sensible Daten im Spiel sind oder eine Branche strenge Vorgaben macht, verschiebt sich die Abwägung – dann rücken besondere Betriebsoptionen, die Frage der Region und die vertraglichen Grundlagen in den Vordergrund.
Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

Wann Hex für den Mittelstand sinnvoll ist

Ob Hex das richtige Werkzeug ist, hängt weniger von der Unternehmensgröße als von der datenkulturellen Reife ab. Hex zahlt sich dort aus, wo ein datenaffines Team anspruchsvolle Fragen beantworten und die Ergebnisse verlässlich teilen will. Wir betrachten typische Szenarien und benennen ehrlich, wo Hex nicht die naheliegende Wahl ist.

Typische Einsatzszenarien im Mittelstand

Besonders wertvoll ist Hex, wenn im Unternehmen bereits eine kleine Gruppe von Menschen mit SQL – und idealerweise Python – arbeitet und über einfache Standard-Dashboards hinaus tiefere Analysen benötigt. Das können maßgeschneiderte Auswertungen sein, die kein Standardbericht abbildet: eine differenzierte Kundenanalyse, eine Untersuchung von Abwanderung, eine Prognose auf Basis historischer Daten oder eine explorative Suche nach Mustern in Betriebsdaten. In all diesen Fällen spielt Hex seine Stärke aus, weil es die Tiefe eines Notebooks mit der Teilbarkeit einer Anwendung verbindet.
Ein zweites, sehr praktisches Szenario ist das Ablösen manueller, wiederkehrender Auswertungen. In vielen mittelständischen Unternehmen werden wichtige Berichte in Tabellenkalkulationen von Hand zusammengebaut – Woche für Woche, Monat für Monat. Hex kann solche Auswertungen als automatisierte, verlässliche Data App abbilden. Das spart Zeit, reduziert Fehler und schafft eine nachvollziehbare, geteilte Version, die nicht mehr in verstreuten Dateiständen existiert.
Vertriebs- & Umsatzanalyse

Tiefe Auswertungen von Vertriebsdaten, die über das Standard-Dashboard hinausgehen – als interaktive App, die der Vertrieb selbst nach Region oder Produkt filtern kann.

Über Standardberichte hinaus
Kunden- & Abwanderungsanalyse

Kombination aus SQL und Python, um Kundensegmente zu bilden und Abwanderungsrisiken zu erkennen – Ergebnisse als teilbare App für Marketing und Kundenbetreuung.

Muster sichtbar machen
Automatisiertes Reporting

Wiederkehrende Berichte, die heute manuell in Tabellen entstehen, werden zu automatisierten, stets aktuellen Data Apps – ohne wöchentlichen Handaufwand.

Manuelle Arbeit ersetzen

Voraussetzungen und ehrliche Grenzen

So nützlich Hex sein kann – es ist kein Werkzeug für jedes Unternehmen und jeden Zweck. Die wichtigste Voraussetzung ist datenaffines Personal. Wer keine Mitarbeiter hat, die mit SQL umgehen, wird die Stärken von Hex kaum ausschöpfen; für diesen Fall sind klassische, klickbasierte BI-Werkzeuge oft der bessere Einstieg. Ebenso setzt Hex eine saubere Datenbasis voraus. Ohne ein zentrales, aufbereitetes Datenfundament bleibt auch das beste Analysewerkzeug wirkungslos – dann ist der Aufbau dieser Basis der eigentliche erste Schritt, nicht die Einführung von Hex.
Schließlich sollte der Zweck passen. Geht es primär darum, standardisierte Berichte an einen großen Empfängerkreis zu verteilen, ist eine klassische BI-Plattform meist die naheliegendere Wahl. Geht es dagegen um tiefe, flexible, teilbare Analysen eines datenaffinen Teams, spielt Hex seine besondere Stärke aus. In unseren Projekten empfehlen wir, diese Frage vor der Werkzeugwahl ehrlich zu klären – nicht selten ist die Antwort ein sinnvolles Nebeneinander mehrerer Werkzeuge, nicht ein einzelnes Alleskönner-Tool.
INAGRO-Empfehlung für den Mittelstand

Starten Sie klein und mit einem echten Schmerzpunkt. Wählen Sie eine wiederkehrende, aufwendige Auswertung, die heute manuell entsteht, und bilden Sie diese als Hex-Data-App ab. So wird der Nutzen früh und konkret sichtbar, ohne dass Sie Ihre gesamte BI-Landschaft umbauen müssen. Die Ausweitung auf weitere Anwendungsfälle folgt dann aus einem echten, belegten Bedarf – nicht aus einer Werkzeug-Entscheidung auf Vorrat.

Kapitel 09 · Kosten & DSGVO / Datenhoheit

Kosten, Serverstandort und Datenhoheit im Blick

Zwei Themen entscheiden im Mittelstand oft über die tatsächliche Machbarkeit: die Kosten über die Zeit und die datenschutzrechtliche Bewertung. Hex ist ein US-amerikanischer Cloud-Anbieter – das macht Serverstandort, Datentransfer und Datenhoheit zu zentralen Prüfpunkten. Die folgenden Hinweise sind eine erste Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung.

Wie sich die Kosten zusammensetzen

Die Kosten für Hex bestehen typischerweise aus einem nutzerbasierten Abonnement, das nach der Zahl und Art der Nutzer gestaffelt ist – häufig mit Unterscheidung zwischen Bearbeitern und reinen Betrachtern. Da Anbieter Preise und Plangrenzen regelmäßig ändern, nennen wir hier bewusst keine konkreten Beträge; verbindliche Zahlen erhalten Sie direkt beim Anbieter. Wichtig ist, bei der Kostenbetrachtung nicht nur den Listenpreis des Abonnements zu sehen, sondern das Gesamtbild: Hex verursacht zusätzlich Rechenkosten im Data Warehouse, weil die Abfragen dort ausgeführt werden. Wer die Wirtschaftlichkeit realistisch einschätzen will, muss beide Seiten – Lizenz und Warehouse-Verbrauch – zusammen betrachten.
Für den Mittelstand empfiehlt sich daher eine Hochrechnung auf Basis der realistisch erwarteten Nutzung: Wie viele Bearbeiter, wie viele Betrachter, wie viele und wie rechenintensive Analysen? Aus dieser ehrlichen Schätzung ergibt sich ein belastbares Bild der Gesamtkosten – deutlich verlässlicher als ein isolierter Blick auf den Abo-Preis.
DSGVO & Datenhoheit bei Hex

Hex ist ein US-amerikanischer Anbieter und wird als Cloud-Dienst betrieben. Das bedeutet, dass ein Teil der Verarbeitung außerhalb des eigenen Hauses und potenziell außerhalb der EU stattfindet. Für eine DSGVO-konforme Nutzung sind Serverstandort, Datentransfer in Drittländer, die vertraglichen Grundlagen und die Frage, welche Daten Hex tatsächlich verarbeitet, sorgfältig zu prüfen. Die folgenden Punkte sind die zentralen Prüffelder – die abschließende Bewertung Ihres konkreten Falls gehört in die Hände Ihres Datenschutzbeauftragten oder einer Rechtsberatung.

Serverstandort
Verfügbarkeit einer EU-Region und den tatsächlichen Verarbeitungsort beim Anbieter erfragen.
Datentransfer
Übermittlung in die USA und die Rechtsgrundlage dafür prüfen; Standardvertragsklauseln beachten.
Auftragsverarbeitung
Einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abschließen und dessen Inhalte prüfen.
Welche Daten
Klären, ob personenbezogene Daten in Hex gelangen oder primär im Warehouse verbleiben.
KI-Funktionen
Prüfen, welche Daten KI-Funktionen verarbeiten und wohin diese übermittelt werden.
Betriebsmodell
Single-Tenant- oder besondere Betriebsoptionen als Weg zu mehr Isolation prüfen.

Serverstandort, Datentransfer und die richtigen Fragen

Der Kern der Datenschutzfrage bei einem US-Cloud-Anbieter ist der Ort der Verarbeitung und der damit verbundene Datentransfer. Zu klären ist erstens, ob der Anbieter eine EU-Region anbietet und ob die Verarbeitung dort tatsächlich stattfindet. Zweitens, auf welcher Rechtsgrundlage ein etwaiger Transfer personenbezogener Daten in die USA erfolgt und welche Schutzmaßnahmen – etwa Standardvertragsklauseln – vereinbart sind. Drittens, ob ein belastbarer Auftragsverarbeitungsvertrag vorliegt und was er im Detail regelt. Diese Punkte sind nicht theoretisch, sondern die konkreten Fragen, die Sie dem Anbieter vor einer Einführung stellen sollten.
Ein oft entlastender Aspekt: In der Architektur des modernen Data Stack liegen die eigentlichen Geschäftsdaten primär im Data Warehouse, dessen Region Sie steuern können. Hex arbeitet mit Ausschnitten und Ergebnissen dieser Daten. Wie stark personenbezogene Daten tatsächlich in Hex gelangen, hängt daher stark von der konkreten Nutzung ab – und ist ein zentraler Punkt der Bewertung. Wer personenbezogene Daten weitgehend im Warehouse hält und in Hex mit aggregierten oder anonymisierten Ergebnissen arbeitet, reduziert die Angriffsfläche der Datenschutzfrage erheblich. Auch dies sollte Teil der Prüfung sein.
Keine Rechtsberatung

Dieser Abschnitt gibt eine erste Orientierung und ersetzt ausdrücklich keine Rechtsberatung. Die verbindliche datenschutzrechtliche Bewertung Ihres konkreten Einsatzes – insbesondere bei personenbezogenen oder anderweitig sensiblen Daten – gehört in die Hände Ihres Datenschutzbeauftragten oder einer qualifizierten Rechtsberatung. Serverstandort, Datentransfer, Auftragsverarbeitung und die tatsächliche Datenverarbeitung sollten stets aktuell und für Ihren Fall geprüft werden.

Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu Hex

Diese Fragen tauchen in unseren Beratungsgesprächen am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet.

Was genau ist Hex – ein BI-Tool oder ein Notebook?
Hex ist beides und zugleich ein eigenes Zwischenformat: eine kollaborative Data-Notebook- und Analytics-Plattform. Es verbindet die freie, explorative Arbeit eines Daten-Notebooks (mit SQL und Python) mit der Teilbarkeit einer BI-Plattform (interaktive Data Apps und Dashboards). Man analysiert in derselben Umgebung, in der man anschließend das Ergebnis für ein Publikum aufbereitet. Hex ist kein Data Warehouse und keine Ladeschicht, sondern die Analyse- und Präsentationsschicht darüber.
Muss mein Team programmieren können, um Hex zu nutzen?
Für den vollen Nutzen ja – zumindest solide SQL-Kenntnisse sind die Grundvoraussetzung, Python-Wissen ist ein zusätzlicher Vorteil. Hex ist bewusst auf datenaffine Teams ausgerichtet und kein reines Klick-Selbstbedienungswerkzeug für jede Fachkraft. Betrachter veröffentlichter Data Apps brauchen dagegen keine Code-Kenntnisse; sie bedienen nur die fertige Oberfläche. Wenn niemand im Unternehmen mit SQL arbeitet, ist ein klassisches, klickbasiertes BI-Werkzeug oft der bessere Einstieg.
Was bedeutet die reaktive Ausführung, und warum ist sie wichtig?
Reaktive Ausführung heißt, dass Hex die Abhängigkeiten zwischen den Zellen eines Notebooks kennt und bei einer Änderung automatisch alle betroffenen Schritte in korrekter Reihenfolge neu berechnet. Das beseitigt einen klassischen Fehler herkömmlicher Notebooks, bei denen Zellen in falscher Reihenfolge laufen und still falsche Ergebnisse entstehen. Zugleich ist die Reaktivität die Grundlage für interaktive Data Apps: Ändert ein Betrachter einen Filter, aktualisieren sich die Ergebnisse automatisch.
Wie unterscheidet sich Hex von Tableau oder Power BI?
Klassische BI-Werkzeuge wie Tableau oder Power BI sind stark in standardisierten, klickbasierten Dashboards für große Nutzerkreise ohne Code-Kenntnisse. Hex ist stark in der tiefen, flexiblen Analyse mit SQL und Python und erreicht Fachanwender eher über veröffentlichte Data Apps als über freie Klick-Selbstbedienung. Beide Welten schließen sich nicht aus: Häufig ist die sinnvolle Aufteilung klassische BI für breit gestreute Standardberichte und Hex für anspruchsvolle, explorative Analysen des Datenteams.
Wie steht Hex im Vergleich zu Mode oder Deepnote?
Mode, Deepnote und Hex gehören zur selben Kategorie kollaborativer Analyse- und Notebook-Plattformen und teilen die Grundidee, SQL- und Python-basierte Analyse mit Zusammenarbeit und Teilbarkeit zu verbinden. Unterschiede liegen in Schwerpunkten und Reifegraden einzelner Fähigkeiten – etwa Reaktivität, App-Erstellung, KI-Unterstützung und Einbettung in den Data Stack. Weil sich diese Werkzeuge schnell weiterentwickeln, empfehlen wir eine Auswahl anhand eines eigenen, konkreten Anwendungsfalls in einer Testphase statt anhand allgemeiner Merkmalslisten.
Braucht Hex ein Data Warehouse wie Snowflake oder BigQuery?
Für den vollen Nutzen praktisch ja. Hex verbindet sich mit Cloud-Data-Warehouses wie Snowflake, BigQuery oder Databricks und führt SQL-Abfragen direkt dort aus – die Rechenarbeit bleibt im Warehouse. Am wirkungsvollsten ist Hex daher in einer Umgebung, in der bereits ein zentrales, sauberes Datenfundament existiert. Wer seine Daten noch in verstreuten Tabellenkalkulationen hält, sollte den Aufbau einer zentralen Datenbasis als ersten Schritt einplanen; Hex ersetzt diesen Schritt nicht.
Wie arbeitet Hex mit dbt zusammen?
In einem modernen Data Stack transformiert dbt die Rohdaten im Warehouse in verlässliche, getestete und dokumentierte Analysetabellen – die eine Quelle der Wahrheit. Hex greift dann auf genau diese aufbereiteten Tabellen zu und übernimmt die Analyse und Darstellung darauf. Die Arbeitsteilung ist klar: dbt sorgt für konsistente, vertrauenswürdige Daten, Hex für die flexible Analyse und die teilbare Präsentation. Dieses modulare Zusammenspiel spezialisierter Werkzeuge ist ein Vorteil gerade für den Mittelstand, weil es Wahlfreiheit erhält.
Was leistet der KI-Assistent Hex Magic – und was nicht?
Hex Magic ist ein in die Plattform integrierter KI-Assistent, der aus Beschreibungen in natürlicher Sprache SQL- oder Python-Vorschläge erzeugt, Code erklärt und bei Fehlern hilft. Er beschleunigt die Arbeit und senkt die Einstiegshürde, trifft aber keine Entscheidungen und garantiert keine Richtigkeit. Ein von der KI erzeugter Vorschlag kann fachlich falsch sein und trotzdem überzeugend wirken. Jedes Ergebnis muss daher vor der Nutzung fachlich geprüft werden. Zusätzlich sollten Sie klären, welche Daten die KI-Funktionen verarbeiten und wohin sie gelangen.
Ist Hex DSGVO-konform einsetzbar?
Hex ist ein US-amerikanischer Cloud-Anbieter, daher sind Serverstandort, Datentransfer in Drittländer und die vertraglichen Grundlagen sorgfältig zu prüfen. Zentral ist die Frage, ob eine EU-Region verfügbar ist, auf welcher Grundlage ein etwaiger Transfer in die USA erfolgt, ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag vorliegt und welche Daten Hex tatsächlich verarbeitet. Oft entlastend: Die eigentlichen Geschäftsdaten liegen primär im Warehouse, dessen Region Sie steuern. Die verbindliche Bewertung Ihres Falls gehört zu Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer Rechtsberatung. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie unterstützt INAGRO bei der Einführung von Hex?
Wir begleiten Hex-Projekte herstellerneutral und ganzheitlich: von der ehrlichen Vorab-Bewertung, ob Hex zu Ihrem Team und Ihrer Datenlandschaft passt und ob die Voraussetzungen (SQL-Kompetenz, Warehouse) gegeben sind, über die Wahl von Plan und Betriebsmodell, die Anbindung an Warehouse und dbt, den Aufbau erster Analysen und Data Apps bis hin zu Governance, Automatisierung und einem datenschutzkonformen Aufbau. Wir achten besonders auf realistischen Nutzen, beherrschbare Kosten und Datenhoheit. Den konkreten Umfang und ein transparentes Angebot stimmen wir nach einem unverbindlichen Erstgespräch auf Ihre Situation ab.

Hex strategisch einführen

Bereit für Analysen, die Sie teilen können?

Von der herstellerneutralen Vorab-Bewertung über die Wahl von Plan und Betriebsmodell, die Anbindung an Warehouse und dbt bis zum Aufbau erster Data Apps und einer sauberen Governance – INAGRO begleitet Sie auf jedem Schritt. Mit ehrlicher Beratung, Datenkompetenz und Blick für realistischen Nutzen, beherrschbare Kosten und Datenhoheit. Pragmatisch, strukturiert und mit messbarem Ergebnis.

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