Wissensdatenbank · Buchhaltung & Finanz-Software

easybill

Die Cloud-Software der easybill GmbH aus Sulingen für Rechnungsstellung, Belegverwaltung und Buchhaltungsvorbereitung — mit ausgeprägtem Fokus auf E-Commerce und Onlinehandel, breiten Marktplatz- und Shop-Integrationen sowie Anbindung an E-Rechnung und DATEV.

25 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
easybill
INAGRO Wissensdatenbank · 43 Buchhaltung & Finanz-Software
Anbieter
easybill GmbH, Sulingen (Deutschland)
Typ
Cloud-Software für Rechnung & Beleg
Betrieb
Reine Cloud (Browser) · API
Bezug
E-Rechnung · DATEV · E-Commerce
Zielgruppe: Onlinehändler, Selbstständige & KMU im DACH-Raum
Kapitel 01 · Überblick

Was ist easybill – und für wen lohnt es sich?

easybill ist eine cloudbasierte Software für Rechnungsstellung, Belegverwaltung und die Vorbereitung der Buchhaltung. Hinter dem Produkt steht die easybill GmbH mit Sitz in Sulingen in Niedersachsen — ein deutscher Anbieter, der sich über die Jahre einen Namen als spezialisierte Lösung für den Onlinehandel und den E-Commerce gemacht hat. Wo klassische Buchhaltungsprogramme vom Kontenrahmen her denken, denkt easybill konsequent vom Beleg- und Rechnungsfluss her — und genau das prägt die Positionierung.

Der Kern von easybill lässt sich in drei Bewegungen beschreiben: Rechnungen und Dokumente erzeugen, Belege strukturiert erfassen und verwalten, und die aufbereiteten Daten anschlussfähig an Steuerberater und Buchhaltung übergeben. Rund um diesen Kern gruppieren sich Funktionen, die vor allem dann ihren Wert entfalten, wenn viele Dokumente in kurzer Zeit entstehen — etwa im Versandhandel, auf Online-Marktplätzen und in wachsenden Shops. easybill ist damit keine vollwertige Fibu-Software, sondern eine Software, die den kaufmännischen Dokumenten- und Belegprozess bündelt und für die eigentliche Buchhaltung vorbereitet.
Diese Abgrenzung ist wichtig für das richtige Verständnis. easybill übernimmt nicht die klassische doppelte Buchführung mit Bilanz und Jahresabschluss, sondern konzentriert sich auf die Stufe davor: das saubere, teils automatisierte Erzeugen und Sammeln der Dokumente, aus denen später die Buchhaltung entsteht. Die eigentliche Verbuchung und die steuerliche Würdigung bleiben typischerweise beim Steuerberater oder in einem angeschlossenen Buchhaltungssystem — easybill liefert die vorbereitete, exportierbare Datengrundlage. Dieser Zuschnitt macht das Werkzeug für bestimmte Zielgruppen besonders passend und für andere weniger.
Aus Sicht von INAGRO ist easybill vor allem dann interessant, wenn ein hohes Belegaufkommen aus dem Onlinehandel effizient und regelkonform verarbeitet werden soll. Wer über mehrere Kanäle verkauft — den eigenen Shop, Marktplätze, verschiedene Zahlungsdienste — steht vor der Aufgabe, aus vielen verstreuten Verkaufsdaten korrekte Rechnungen und ein sauberes Belegwerk zu machen. Genau hier liegt die eigentliche Stärke von easybill: die Automatisierung dieses Flusses. Für rein klassisch buchende Kleinbetriebe ohne E-Commerce-Bezug ist der Nutzen dagegen begrenzter.
INAGRO-Einschätzung

easybill ist am stärksten dort, wo viele Rechnungen und Belege aus dem Onlinehandel automatisiert erzeugt und verwaltet werden sollen. Als deutscher Anbieter mit EU-Datenhaltung punktet er zusätzlich bei Datenschutz-sensiblen Betrieben. Wer dagegen eine vollständige Finanzbuchhaltung mit Bilanz sucht, muss easybill als Baustein in einem größeren Stack denken — ergänzt um Buchhaltung und Steuerberater. Dieser Artikel ordnet die Software ein und ist keine Steuerberatung.

Warum easybill im E-Commerce-Umfeld relevant ist

Die Relevanz von easybill speist sich aus einer klaren Spezialisierung. Erstens aus dem Fokus auf den Onlinehandel: Anders als generalistische Buchhaltungsprogramme ist easybill von Grund auf darauf ausgelegt, große Mengen an Verkaufsvorgängen aus unterschiedlichen Kanälen zu verarbeiten und daraus normgerechte Rechnungen zu machen. Zweitens aus der Automatisierungslogik: Regelbasierte Abläufe, Import- und Export-Mechanismen und Massenverarbeitung sind zentrale Bausteine, nicht bloß Zusatzfunktionen.
Drittens aus der Anschlussfähigkeit. easybill versteht sich als Teil eines Software-Ökosystems und bietet zahlreiche Verbindungen zu Marktplätzen, Shopsystemen, Zahlungsdiensten und Buchhaltungswelten. Über den DATEV-Export lässt sich die Zusammenarbeit mit der Steuerkanzlei organisieren. Diese Kombination — E-Commerce-Fokus, Automatisierung und Anschlussfähigkeit — macht die Software für ihre Kernzielgruppe attraktiv und unterscheidet sie von breiter angelegten Wettbewerbern.
Hinzu kommt ein Vorteil, der im DACH-Raum zunehmend Gewicht bekommt: die deutsche Herkunft und EU-Datenhoheit. Als in Deutschland ansässiger Anbieter mit Datenverarbeitung im europäischen Raum bedient easybill ein wachsendes Bedürfnis nach digitaler Souveränität. Für Unternehmen, die ihre Geschäfts- und Kundendaten bewusst nicht außerhalb der EU verarbeiten lassen möchten, ist das ein handfestes Argument — gerade im Vergleich zu international betriebenen Plattformen.

Drei Eigenschaften, die easybill prägen

  • E-Commerce- statt Kontenrahmen-Perspektive — easybill denkt vom Beleg- und Rechnungsfluss her und ist auf hohes Dokumentenaufkommen aus dem Onlinehandel ausgelegt, nicht auf die klassische doppelte Buchführung.
  • Automatisierung als Bauprinzip — Regeln, Importe, Exporte und Massenverarbeitung reduzieren manuelle Arbeit dort, wo täglich viele Dokumente entstehen. Das ist der eigentliche Zeit- und Kostenhebel.
  • Deutscher Anbieter mit EU-Datenhoheit — Herkunft, Sprache, Support und Datenverarbeitung im europäischen Raum sind für DSGVO-sensible Betriebe ein bewusst wählbarer Vorteil.
Kapitel 02 · Editionen & Positionierung

Tarife, Editionen & die Positionierung im Markt

easybill wird als Cloud-Dienst in gestaffelten Tarifen angeboten, die sich vor allem an Funktionsumfang und Verarbeitungsvolumen orientieren. Wer die Software richtig einordnen will, sollte weniger auf einzelne Preisschilder als auf die grundsätzliche Logik der Staffelung schauen — und darauf, in welcher Position im Markt easybill eigentlich antritt.

Die Tariflogik folgt einem im Cloud-Umfeld verbreiteten Muster: Ein Einstiegstarif deckt die Grundfunktionen für Rechnungsstellung und Belegverwaltung ab und richtet sich an Selbstständige und kleine Betriebe mit überschaubarem Aufkommen. Darüber liegen Tarife für wachsende und stärker automatisierte Anforderungen, die mehr Dokumente, mehr Automatisierung, mehr Schnittstellen und umfangreichere E-Commerce-Funktionen freischalten. Für Anwender mit sehr hohem Volumen oder besonderen Integrationsanforderungen gibt es entsprechend leistungsfähigere Stufen. Die genauen Grenzen, Kontingente und Preise ändern sich über die Zeit und sollten direkt beim Anbieter geprüft werden.
Einstieg / Basis
Klein

Die Grundlage für Rechnungsstellung und Belegverwaltung: Dokumente erstellen, verwalten und exportieren. Für Selbstständige und kleine Betriebe mit überschaubarem Belegaufkommen, die einen sauberen Rechnungsfluss ohne große Automatisierung suchen.

BetriebCloud / Browser
SchwerpunktRechnung & Beleg
ZielgruppeSelbstständige
Wachstum / Business
Mittel

Für Betriebe mit steigendem Volumen: mehr Dokumente, erweiterte Automatisierungsregeln, zusätzliche Schnittstellen und E-Commerce-Funktionen. Der typische Bereich für Onlinehändler, die über mehrere Kanäle verkaufen.

BetriebCloud / Browser
SchwerpunktAutomatisierung
ZielgruppeOnlinehändler / KMU
Hohes Volumen / Pro
Groß

Für Anwender mit sehr hohem Dokumentenaufkommen und anspruchsvoller Integration: großzügigere Kontingente, tiefere API-Nutzung und umfangreiche Anbindungen. Für skalierende Händler und Betriebe mit vielen Kanälen.

BetriebCloud / API
SchwerpunktSkalierung
ZielgruppeSkalierende Händler
API- & Integrations-Nutzung
Technisch

Quer zu den Tarifen steht die Nutzung als Baustein: Über die API und Konnektoren wird easybill in bestehende Systemlandschaften eingebunden. Relevant für Betriebe, die eigene Prozesse und Tools programmatisch anbinden wollen.

BetriebAPI-first
SchwerpunktAnbindung
ZielgruppeTech-affine KMU

Nach welchen Kriterien sich Tarife unterscheiden

Statt konkrete Beträge zu vergleichen, lohnt der Blick auf die Stellhebel, an denen sich Tarife im Cloud-Umfeld üblicherweise unterscheiden. Dazu zählen typischerweise das erlaubte Dokumenten- oder Belegvolumen, die Zahl der nutzbaren Automatisierungsregeln und Schnittstellen, der Umfang der E-Commerce-Anbindungen sowie Zusatzfunktionen wie erweiterter Export oder tiefere API-Nutzung. Auch die Zahl der Nutzerkonten oder Mandanten kann eine Rolle spielen. Wer die eigene Situation ehrlich einschätzt — wie viele Rechnungen entstehen pro Monat, über wie viele Kanäle, mit welchem Automatisierungsbedarf — findet die passende Stufe schneller als über den reinen Preisvergleich.

Wo easybill im Markt steht

easybill positioniert sich bewusst als spezialisiertes Werkzeug für den Rechnungs- und Belegprozess mit E-Commerce-Schwerpunkt — und nicht als allumfassende Buchhaltungs-Suite. Diese Fokussierung ist gleichzeitig Stärke und Grenze. Die Stärke liegt in der Tiefe bei genau den Aufgaben, die im Onlinehandel wehtun: viele Belege, viele Kanäle, viel Wiederholung. Die Grenze liegt darin, dass für die vollständige Buchhaltung ergänzende Komponenten nötig sind. Wer diese Positionierung versteht, bewertet easybill fair — nämlich als starke Spezialkomponente statt als generalistische Komplettlösung.
Orientierung

Eine bewährte Faustregel: Die Tarifwahl folgt dem tatsächlichen Belegvolumen und dem Automatisierungsbedarf, nicht dem Wunschdenken. Ein Onlinehändler mit mehreren Verkaufskanälen landet meist im mittleren bis oberen Bereich, ein Solo-Selbstständiger im Einstieg. Konkrete Kontingente, Funktionsgrenzen und Preise sollten stets aktuell beim Anbieter geprüft werden.

Kapitel 03 · Funktionsumfang

Funktionsumfang & was easybill konkret kann

Im Zentrum von easybill stehen der Rechnungs- und Belegprozess und dessen Vorbereitung für die Buchhaltung: Angebote und Rechnungen erstellen, Belege verwalten, elektronische Rechnungsformate erzeugen und verarbeiten sowie die aufbereiteten Daten exportieren. Diese Bereiche bilden das Rückgrat der Software und entscheiden über den praktischen Nutzen im Tagesgeschäft.

Rechnungen & Angebote

Angebote, Auftragsbestätigungen, Rechnungen, Gutschriften und Mahnungen lassen sich erstellen, mit eigenem Layout versehen und verwalten. Wiederkehrende Rechnungen und Vorlagen beschleunigen den Alltag, gerade bei ähnlichen Vorgängen.

Sauberer Dokumentenfluss
Belegverwaltung

Ein- und ausgehende Belege werden strukturiert erfasst, abgelegt und den Vorgängen zugeordnet. Ziel ist ein vollständiges, geordnetes Belegwerk, das die spätere Buchhaltung und die Zusammenarbeit mit der Kanzlei erleichtert.

Geordnetes Belegwerk
E-Rechnung

Elektronische Rechnungen in strukturierten Formaten wie ZUGFeRD und XRechnung lassen sich erzeugen und verarbeiten. Angesichts wachsender E-Rechnungs-Anforderungen im Geschäftsverkehr gewinnt dieser Funktionsbereich zunehmend an Gewicht.

ZUGFeRD & XRechnung
Buchhaltungsexport

Die aufbereiteten Daten lassen sich strukturiert exportieren — allen voran über den DATEV-Export an den Steuerberater. So werden aus den in easybill erzeugten Dokumenten anschlussfähige Daten für die eigentliche Buchhaltung.

DATEV-Export
Kunden & Artikel

Stammdaten zu Kunden und Artikeln werden zentral gepflegt und stehen für alle Dokumente zur Verfügung. Das reduziert Doppelerfassung und sorgt für konsistente Angaben über Angebote, Rechnungen und Exporte hinweg.

Zentrale Stammdaten
Auswertungen & Übersicht

Übersichten über erstellte Dokumente, offene Posten und Umsätze geben einen Blick auf das Geschäft und unterstützen die Steuerung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Dokumenten- und Rechnungsgeschehen, nicht auf einer Vollbilanz.

Überblick & Steuerung

Der Rechnungs- und Belegfluss als roter Faden

Der praktische Mehrwert von easybill entsteht dort, wo Verkaufsdaten, Dokumente und Belege ineinandergreifen. Idealerweise entsteht aus einem Verkaufsvorgang automatisch eine korrekte Rechnung, der zugehörige Beleg wird strukturiert abgelegt, und die Daten stehen anschließend für Auswertung und Export bereit — ohne dass dieselben Informationen mehrfach erfasst werden. Gerade im Onlinehandel, wo Verkäufe aus verschiedenen Quellen zusammenlaufen, ist dieser durchgängige Fluss der eigentliche Gewinn.
Besonders die E-Rechnung profitiert von einem sauberen Prozess. Wenn Kunden-, Artikel- und Vorgangsdaten vollständig und korrekt vorliegen, lassen sich strukturierte Formate zuverlässig erzeugen und verarbeiten. Da die Anforderungen an elektronische Rechnungen im Geschäftsverkehr zunehmen, ist die Fähigkeit, normgerechte Formate zu erstellen und zu empfangen, ein wachsender Vorteil. Wie weit die Unterstützung im konkreten Tarif und Anwendungsfall reicht, sollte allerdings direkt geprüft werden.

Spezialisierung statt Vollbuchhaltung

easybill ist bewusst auf den Rechnungs- und Belegprozess sowie dessen Vorbereitung ausgelegt und ersetzt keine vollständige Finanzbuchhaltung mit Bilanz, Jahresabschluss und tiefer Kontenlogik. Für die typischen Anforderungen von Onlinehändlern und dokumentenintensiven Betrieben ist die Funktionsbreite in ihrem Kernbereich in der Regel großzügig. Wer dagegen eine durchgängige doppelte Buchführung inklusive Abschluss in einem einzigen System erwartet, denkt easybill besser als Baustein — kombiniert mit Buchhaltung und Steuerberater. Die steuerliche Bewertung einzelner Sachverhalte gehört in jedem Fall zum Steuerberater; dies ist keine Steuerberatung.
Ein praktischer Vorteil liegt in der klaren Struktur des Dokumentenprozesses. Die typischen Arbeitsschritte — Vorgang anlegen oder importieren, Dokument erzeugen, prüfen, versenden, Beleg ablegen und exportieren — folgen einer nachvollziehbaren Logik, die sich schnell verinnerlichen lässt. Diese Klarheit senkt die Einarbeitungszeit und ist gerade in kleinen Teams wichtig, in denen die kaufmännische Arbeit von wenigen Personen nebenbei erledigt wird. Die fachliche Verantwortung für Vollständigkeit und Richtigkeit bleibt dabei stets beim Unternehmen und seinem Steuerberater.
Kapitel 04 · KI & Automatisierung

Automatisierung, Regeln & Massenverarbeitung

Die eigentliche Stärke von easybill liegt nicht in einzelnen Funktionen, sondern in der Automatisierung des Rechnungs- und Belegflusses. Wo täglich viele Dokumente entstehen, entscheidet die Frage, wie viel davon ohne manuelles Zutun abläuft, über den praktischen Nutzen. Automatisierungsregeln, Import- und Export-Mechanismen sowie Massenverarbeitung sind hier die zentralen Bausteine.

Das Grundprinzip ist einfach beschrieben, aber in der Wirkung erheblich: Statt jede Rechnung von Hand zu erstellen und jeden Beleg einzeln zuzuordnen, werden wiederkehrende Abläufe in Regeln gegossen. Kommen Verkaufsdaten aus einem Kanal herein, kann easybill daraus regelbasiert Dokumente erzeugen, mit den passenden Angaben füllen und in den weiteren Prozess überführen. Je gleichförmiger die Vorgänge, desto größer der Automatisierungsgewinn — und im Onlinehandel sind viele Vorgänge sehr gleichförmig.

Automatisierungsregeln als Herzstück

Regeln bilden das Herzstück der Automatisierung. Sie definieren, was bei bestimmten Konstellationen automatisch geschehen soll: welches Dokument aus welchen Daten entsteht, wie Positionen gefüllt werden, welche Steuersätze oder Textbausteine greifen und wohin die Ergebnisse fließen. Einmal sauber eingerichtet, arbeiten solche Regeln zuverlässig im Hintergrund und nehmen dem Team wiederkehrende Handarbeit ab. Die Qualität der Automatisierung steht und fällt allerdings mit der Sorgfalt bei der Einrichtung — falsch gesetzte Regeln automatisieren auch Fehler.

Import, Export und Massenrechnungen

Neben Regeln sind Import- und Export-Mechanismen zentral. easybill kann Verkaufsdaten aus verschiedenen Quellen importieren und daraus Dokumente ableiten, ebenso lassen sich Ergebnisse in strukturierter Form wieder ausgeben — etwa für die Buchhaltung. Die Massenverarbeitung ergänzt dieses Bild: Große Mengen an Rechnungen lassen sich in einem Durchgang erzeugen, versenden oder exportieren, statt jeden Vorgang einzeln anzufassen. Für einen Händler, der an einem Tag hunderte Bestellungen abwickelt, ist das der Unterschied zwischen einer Aufgabe von Minuten und einer von Stunden.
Zunehmend spielen auch assistierende und teilautomatisierte Verfahren eine Rolle, etwa bei der Zuordnung, Erkennung und Vorbelegung von Daten. Solche Mechanismen sollen manuelle Nacharbeit weiter reduzieren. Wie weit einzelne assistierende Funktionen reichen und in welchen Tarifen sie verfügbar sind, entwickelt sich fortlaufend weiter und sollte aktuell beim Anbieter geprüft werden. Unabhängig vom Automatisierungsgrad gilt: Die Verantwortung für die Richtigkeit der Ergebnisse verbleibt beim Unternehmen.
Praxis-Hinweis

Der Automatisierungsgewinn ist im Onlinehandel am größten, weil viele Vorgänge gleichförmig sind. Entscheidend ist die sorgfältige Einrichtung der Regeln zu Beginn: Sauber gesetzte Regeln sparen dauerhaft Zeit, fehlerhafte Regeln vervielfachen Fehler. INAGRO empfiehlt, Automatisierung schrittweise aufzubauen und mit echten Belegen zu testen, bevor sie in vollem Umfang produktiv läuft.

Grenzen der Automatisierung realistisch sehen

So nützlich Automatisierung ist — sie ersetzt weder die fachliche Prüfung noch die steuerliche Würdigung. Ausnahmen, Sonderfälle und untypische Vorgänge erfordern weiterhin manuelle Aufmerksamkeit, und gerade sie sind es, die bei reiner Massenverarbeitung leicht übersehen werden. Ein realistischer Blick auf Automatisierung bedeutet deshalb: Den Großteil des Standardgeschäfts automatisieren, aber bewusste Kontrollpunkte für Abweichungen einbauen. So bleibt der Effizienzgewinn erhalten, ohne dass die Sorgfalt auf der Strecke bleibt. Die verbindliche steuerliche Bewertung gehört ohnehin in die Hände des Steuerberaters.
Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Integrationen & das Ökosystem rund um easybill

Ein Werkzeug für den Onlinehandel ist nur so gut wie seine Verbindungen. easybill versteht sich als Baustein in einer größeren Systemlandschaft und bietet zahlreiche Anbindungen an Marktplätze, Shopsysteme, Zahlungsdienste und die Buchhaltungswelt. Genau diese Anschlussfähigkeit macht die Software für Händler mit mehreren Kanälen wertvoll.

Im E-Commerce entstehen Verkaufsdaten selten an einer einzigen Stelle. Ein Händler verkauft womöglich über den eigenen Shop, über einen oder mehrere Online-Marktplätze und wickelt Zahlungen über verschiedene Dienste ab. Ohne Integration müssten diese Daten mühsam von Hand zusammengeführt werden. easybill setzt hier an, indem es Verbindungen zu den relevanten Systemen anbietet und die Verkaufsdaten in den eigenen Rechnungs- und Belegfluss überführt.
Integrationsbereich Zweck Nutzen im Alltag
Online-Marktplätze Verkaufsdaten von Plattformen wie Amazon oder eBay übernehmen Automatische Rechnungserzeugung aus Marktplatz-Bestellungen
Shopsysteme Anbindung gängiger Shop-Lösungen Bestellungen aus dem eigenen Shop fließen in den Belegprozess
Zahlungsdienste Abgleich mit Zahlungsanbietern Zuordnung von Zahlungen zu Vorgängen und Belegen
Buchhaltung / DATEV Export aufbereiteter Daten an die Kanzlei Anschluss an die eigentliche Buchhaltung und den Steuerberater
API & Konnektoren Programmatische Anbindung eigener Systeme Individuelle Prozesse und Tools lassen sich verbinden
Versand & Fulfillment Zusammenspiel mit Logistik- und Versandprozessen Dokumente passend zum Versandfluss erzeugen

Marktplätze und Shopsysteme als Datenquellen

Für Onlinehändler sind die Anbindungen an Marktplätze und Shopsysteme oft der wichtigste Grund, überhaupt zu easybill zu greifen. Verkäufe, die auf Plattformen wie Amazon oder eBay oder im eigenen Shop entstehen, sollen möglichst automatisch zu korrekten Rechnungen und geordneten Belegen werden. Statt jede Bestellung manuell nachzupflegen, übernimmt easybill die Verkaufsdaten und erzeugt daraus — regelbasiert — die passenden Dokumente. Je mehr Kanäle im Spiel sind, desto größer der Nutzen dieser Bündelung. Welche konkreten Plattformen und Shop-Versionen in welcher Tiefe unterstützt werden, entwickelt sich weiter und sollte aktuell geprüft werden.

Zahlungsdienste und der DATEV-Export

Auf der einen Seite stehen Zahlungsdienste, deren Daten sich mit den Vorgängen abgleichen lassen, sodass Zahlungen den richtigen Rechnungen und Belegen zugeordnet werden. Auf der anderen Seite steht der DATEV-Export als Brücke in die eigentliche Buchhaltung. Über ihn werden die in easybill aufbereiteten Daten in einem Format ausgegeben, das die Steuerkanzlei einlesen und weiterverarbeiten kann. Damit schließt sich der Kreis: von der Verkaufsdatenquelle über die Dokumentenerzeugung bis zur Übergabe an den Steuerberater. Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf ist auch hier eine saubere Abstimmung — insbesondere zu Kontenrahmen und Übergabelogik.

Die API als Fundament der Anschlussfähigkeit

Unter den vielen Integrationen liegt die API als technisches Fundament. Über sie lässt sich easybill programmatisch anbinden, sodass eigene Systeme, individuelle Prozesse und spezialisierte Tools Daten austauschen können. Für tech-affine Betriebe eröffnet das Möglichkeiten, die über fertige Konnektoren hinausgehen — von automatisierten Datenflüssen bis zu maßgeschneiderten Anbindungen. Diese Offenheit ist ein wichtiger Teil der Positionierung: easybill will nicht das eine System sein, das alles kann, sondern die verlässliche Komponente, die sich gut in bestehende Landschaften einfügt.
Ökosystem-Denken

easybill entfaltet seinen Wert im Verbund: Marktplätze und Shops als Datenquellen, Zahlungsdienste zum Abgleich, DATEV als Brücke zur Buchhaltung und die API als flexibles Fundament. Vor der Entscheidung lohnt eine Bestandsaufnahme der eigenen Systeme und die Prüfung, welche Anbindungen tatsächlich benötigt und aktuell unterstützt werden.

Kapitel 06 · Abgrenzung zu Wettbewerbern

easybill im Vergleich zu sevDesk, FastBill & Lexware Office

easybill bewegt sich in einem lebendigen Markt für Cloud-Rechnungs- und Buchhaltungssoftware. Um die Software richtig einzuordnen, lohnt der Blick auf verwandte Anbieter: sevDesk, FastBill und Lexware Office. Alle adressieren Selbstständige und KMU im DACH-Raum, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Kriterium easybill sevDesk FastBill Lexware Office
Grundausrichtung Rechnung & Beleg, E-Commerce Cloud-Buchhaltung Rechnung & Finanzen Cloud-Buchhaltung
Betrieb Cloud / API Cloud Cloud Cloud
Typische Nutzer Onlinehändler / KMU Selbstständige / KMU Selbstständige / KMU Selbstständige / KMU
E-Commerce-Fokus Sehr ausgeprägt Vorhanden Vorhanden Eher allgemein
Automatisierung / Masse Stark, regelbasiert Stark Solide Solide
DATEV / Steuerberater Export vorhanden Über Schnittstellen Über Schnittstellen Etabliert
DACH-Fokus & Herkunft Deutschland (Sulingen) Deutschland Deutschland Deutschland

easybill oder sevDesk — Handelsfokus trifft Buchhaltungsbreite

sevDesk ist ein bekannter Cloud-Anbieter, der von der Buchhaltung her denkt und ein breites Spektrum von der Rechnung bis zur vorbereitenden Buchhaltung abdeckt. easybill setzt den Schwerpunkt stärker auf den Rechnungs- und Belegprozess mit ausgeprägtem E-Commerce-Bezug und die Automatisierung großer Dokumentenmengen. Vereinfacht gesagt: Wer eine möglichst breite Cloud-Buchhaltung sucht, schaut auch auf sevDesk; wer vor allem viele Verkaufsvorgänge aus dem Onlinehandel effizient in Rechnungen und Belege überführen will, findet in easybill ein sehr fokussiertes Werkzeug. Beide sind deutsche Anbieter, was die DSGVO-Perspektive erleichtert.

easybill oder FastBill — zwei Rechnungsspezialisten

FastBill ist ebenfalls ein deutscher Cloud-Anbieter mit Schwerpunkt auf Rechnungsstellung und Finanzverwaltung für Selbstständige und kleine Betriebe. easybill und FastBill überschneiden sich in ihrer Ausrichtung auf den Rechnungsprozess, unterscheiden sich aber in Nuancen der Zielgruppe und der Tiefe bei bestimmten Funktionen. easybill betont dabei besonders die E-Commerce-Automatisierung und das Verarbeiten hoher Dokumentenmengen aus vielen Kanälen. Welcher Anbieter besser passt, hängt vom konkreten Aufkommen, den benötigten Integrationen und der bevorzugten Bedienlogik ab — ein Blick in beide Angebote lohnt sich.

easybill oder Lexware Office — Spezialist trifft Generalist

Lexware Office ist die Cloud-Lösung aus dem Hause Haufe-Lexware und deckt als breiter aufgestellte Cloud-Buchhaltung ein größeres Spektrum ab. easybill positioniert sich demgegenüber als fokussierter Spezialist für den Rechnungs- und Belegprozess mit E-Commerce-Schwerpunkt. Für Betriebe, die eine allgemeine Cloud-Buchhaltung mit hoher Verbreitung und Steuerberater-Akzeptanz suchen, kann Lexware Office naheliegen; für dokumentenintensive Onlinehändler, die maximale Automatisierung im Rechnungsfluss brauchen, spielt easybill seine Spezialisierung aus. Die Entscheidung folgt dem Geschäftsmodell, nicht der Markenbekanntheit.
Wann was sinnvoll ist

Vereinfacht: sevDesk und Lexware Office denken breiter von der Cloud-Buchhaltung her, FastBill ist ein verwandter Rechnungsspezialist, und easybill ist der ausgeprägte E-Commerce- und Automatisierungsspezialist im Rechnungs- und Belegprozess. Einen Gewinner für alle Fälle gibt es nicht — entscheidend sind Belegvolumen, Verkaufskanäle, Integrationsbedarf und das Zusammenspiel mit der Kanzlei.

Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Einführung & Betrieb als reine Cloud-Lösung

easybill ist als reine Cloud-Software konzipiert: Es gibt keine lokale Installation, der Zugriff erfolgt über den Browser, und Updates laufen im Hintergrund. Diese Betriebsform prägt Einführung, Wartung und Zusammenarbeit — mit klaren Vorteilen, aber auch mit Punkten, die bewusst geregelt werden sollten.

Als Cloud-Dienst entfällt der klassische Installations- und Update-Aufwand. Es braucht keinen eigenen Server, keine manuellen Versionswechsel und keine lokale Softwarepflege. Der Zugriff ist gerätunabhängig möglich, was verteiltes und ortsunabhängiges Arbeiten erleichtert. Im Gegenzug setzt der Betrieb eine stabile Internetverbindung voraus, und Fragen der Datenhaltung, des Hostings und der Auftragsverarbeitung rücken stärker in den Vordergrund — Themen, die in Kapitel 09 vertieft werden.

Die API als zentrale Betriebskomponente

Ein charakteristisches Merkmal von easybill ist die API, über die sich die Software programmatisch anbinden und in bestehende Systemlandschaften einfügen lässt. Für Betriebe, die ihre Prozesse automatisieren und mit anderen Tools verbinden wollen, ist das ein zentraler Betriebsaspekt. Über die Schnittstelle lassen sich Daten austauschen, Vorgänge anstoßen und individuelle Abläufe abbilden. Der Aufbau solcher Anbindungen erfordert technisches Verständnis oder entsprechende Begleitung, eröffnet dafür aber ein hohes Maß an Flexibilität — gerade dort, wo fertige Konnektoren nicht ausreichen.

Einführung mit klarem Pfad

Eine erfolgreiche Einführung folgt auch bei einer Cloud-Software einem bewussten Pfad. Sie beginnt mit der Klärung der Anforderungen und der Verkaufskanäle, führt über die Einrichtung von Stammdaten, Vorlagen und Integrationen, den Aufbau der Automatisierungsregeln und einen Testlauf mit echten Vorgängen bis zum geordneten Produktivstart. Wer diese Schritte überspringt und sofort mit vollem Volumen startet, riskiert Nacharbeiten und fehlerhafte Dokumente. Besonders die Automatisierungsregeln sollten vor dem Echtbetrieb sorgfältig getestet werden.
01
Anforderungen & Kanäle klären
Verkaufskanäle, Dokumentenvolumen und Automatisierungsbedarf erfassen, passenden Tarif einschätzen und die benötigten Integrationen identifizieren. Erfolgskriterien und Datenschutz-Anforderungen früh definieren.
02
Einrichtung & Integrationen
Stammdaten zu Kunden und Artikeln anlegen, Dokumentvorlagen gestalten, Marktplätze, Shops und Zahlungsdienste anbinden und den DATEV-Export mit der Kanzlei abstimmen. Berechtigungen sauber vergeben.
03
Automatisierung & Testlauf
Automatisierungsregeln aufbauen und mit echten Vorgängen testen. Ergebnisse auf Vollständigkeit und Korrektheit prüfen, Sonderfälle bewusst behandeln und Kontrollpunkte für Abweichungen einbauen.
04
Produktivstart & Betrieb
Geordneter Übergang in den Echtbetrieb, Schulung der Beteiligten und laufende Pflege. Übergabewege mit dem Steuerberater über das Jahr hinweg regelmäßig abstimmen und Automatisierung schrittweise ausweiten.
Betrieb mit Augenmaß

Als reine Cloud-Lösung nimmt easybill Installations- und Update-Aufwand ab, verlagert aber Verfügbarkeit und Datenhaltung zum Anbieter. Die API macht die Software zu einem flexiblen Baustein, erfordert aber technisches Verständnis. Eine strukturierte Einführung mit Testlauf der Automatisierung zahlt sich im laufenden Betrieb aus.

Kapitel 08 · Mittelstand & Onlinehandel

Einsatz im Mittelstand & Onlinehandel

easybill entfaltet seinen größten Nutzen dort, wo viele Rechnungen und Belege aus dem Handel entstehen. Der typische Anwendungsfall ist der Onlinehändler mit mehreren Verkaufskanälen — doch auch andere dokumentenintensive Betriebe im Mittelstand können profitieren. Ein Blick auf die konkreten Einsatzszenarien schärft das Bild.

Im Onlinehandel ist die Ausgangslage oft ähnlich: Verkäufe entstehen über den eigenen Shop, über Marktplätze und teils über weitere Kanäle, Zahlungen laufen über verschiedene Dienste, und aus jedem Verkauf muss eine korrekte Rechnung und ein sauberer Beleg werden. Wächst das Geschäft, wird diese Aufgabe schnell zur Belastung — Handarbeit skaliert nicht. Genau hier setzt easybill an: Die Verkaufsdaten werden gebündelt, regelbasiert in Dokumente überführt und für die Buchhaltung aufbereitet. Der Zeitgewinn wächst mit dem Volumen.
Multichannel-Händler

Verkäufe aus Shop und mehreren Marktplätzen laufen zusammen und werden automatisiert in Rechnungen und Belege überführt. Der Händler behält den Überblick, statt Kanäle mühsam manuell zusammenzuführen.

Kanäle gebündelt
Skalierende Shops

Wächst das Bestellvolumen, skaliert die manuelle Rechnungsstellung nicht mit. Massenverarbeitung und Regeln halten den Aufwand konstant, auch wenn die Zahl der Vorgänge deutlich steigt.

Wachstum ohne Mehrarbeit
Wiederkehrende Rechnungen

Betriebe mit Abo- oder Dauerleistungen profitieren von wiederkehrenden Rechnungen und Vorlagen. Der immer gleiche Vorgang läuft weitgehend automatisiert und muss nicht jedes Mal neu erstellt werden.

Abrechnung im Takt
Steuerberater-Zusammenarbeit

Über den DATEV-Export werden die aufbereiteten Daten an die Kanzlei übergeben. Das reduziert Doppelerfassung und macht die Arbeitsteilung zwischen Unternehmen und Steuerberater effizienter.

Anschluss an die Kanzlei

Mittelstand jenseits des reinen Onlinehandels

Auch außerhalb des klassischen E-Commerce gibt es Einsatzfelder. Betriebe mit hohem Rechnungsaufkommen, mit wiederkehrenden Abrechnungen oder mit dem Wunsch, den Dokumentenprozess von der eigentlichen Buchhaltung zu trennen, können von easybill profitieren. Dienstleister mit vielen gleichartigen Rechnungen, Betriebe mit Abo-Modellen oder Unternehmen, die ihren Rechnungsfluss automatisieren möchten, finden hier ein passendes Werkzeug. Entscheidend ist weniger die Branche als das Muster: viele, oft gleichförmige Dokumente, die effizient und regelkonform verarbeitet werden sollen.

Wann easybill weniger passt

Ehrlichkeit gehört zur Einordnung: Nicht jeder Betrieb ist die Zielgruppe. Wer wenige Rechnungen im Monat schreibt, ohne E-Commerce-Bezug und ohne Automatisierungsbedarf, braucht die Stärken von easybill kaum und findet womöglich mit einer schlankeren oder breiteren Lösung sein Auskommen. Wer eine vollständige Finanzbuchhaltung mit Bilanz und Jahresabschluss in einem einzigen System erwartet, muss easybill um weitere Komponenten ergänzen. Und wer stark beratungsintensive, individuelle Buchhaltungsfälle hat, sollte die Aufgabenteilung mit dem Steuerberater sauber klären. Der ehrliche Zuschnitt auf den dokumentenintensiven Handel ist Teil der Identität von easybill.
Passung ehrlich prüfen

easybill ist ein Spezialist für den dokumentenintensiven Handel, keine Universallösung. Der Nutzen wächst mit Belegvolumen, Zahl der Verkaufskanäle und Automatisierungsbedarf. Für wenige Rechnungen ohne E-Commerce-Bezug oder für eine vollständige Fibu in einem System ist der Zuschnitt weniger ideal. Die steuerliche Einordnung einzelner Fälle bleibt beim Steuerberater — dies ist keine Steuerberatung.

Kapitel 09 · Kosten & DSGVO

Kosten, DSGVO & Datenhoheit

Zwei Themen entscheiden bei Cloud-Software oft über die Wahl: die Kostenlogik und der Datenschutz. Bei easybill ist beides eng mit dem Cloud-Modell verknüpft — ein laufendes Abonnement auf der einen, die Datenverarbeitung beim deutschen Anbieter mit EU-Datenhoheit auf der anderen Seite. Gerade Letzteres ist im DACH-Raum ein bewusst wählbarer Vorteil.

Die Kostenlogik folgt dem üblichen Cloud-Muster: ein laufendes Abonnement, dessen Preis sich nach Tarif, Funktionsumfang und Verarbeitungsvolumen richtet. Statt einer einmaligen Lizenzinvestition entsteht ein planbarer, wiederkehrender Betriebsaufwand, in dem Updates, Hosting und Support enthalten sind. Dieser Abschnitt ordnet die Logik ein, ohne konkrete Eurobeträge zu nennen, da sich Preise regelmäßig ändern und je nach Tarif und Umfang variieren. Die jeweils aktuellen Konditionen sollten direkt beim Anbieter geprüft werden.
Cloud-Abonnement
Abo · laufend
Monatliches oder jährliches Abonnement, je nach Tarif
  • easybill im Browser, laufende Updates und Hosting inklusive. Kosten als planbarer Betriebsaufwand statt einmaliger Investition.
Tarif & Volumen
Gestaffelt · nach Umfang
Preis nach Funktionsumfang und Dokumentenvolumen
  • Vom Einstieg für Selbstständige bis zu Tarifen für hohes Aufkommen. Mehr Automatisierung, Integrationen und Volumen bedeuten in der Regel höhere Stufen.
Integrationen & API
Je nach Bedarf · prüfen
Umfang der Anbindungen und API-Nutzung je Tarif
  • Marktplatz-, Shop- und Zahlungsanbindungen sowie API-Nutzung können an Tarifstufen gekoppelt sein. Bedarf vorab klären.
Folgekosten
Laufend · beachten
Einführung, Einrichtung, Schulung, Begleitung
  • Über den Abopreis hinaus entstehen Aufwände für Einrichtung der Automatisierung, Anbindung der Systeme und gegebenenfalls Begleitung durch Dienstleister.

Was die Gesamtkosten tatsächlich treibt

Der reine Abopreis ist nur ein Teil der Wahrheit. In der Praxis bestimmen mehrere Faktoren die Gesamtkosten: der gewählte Tarif und das Volumen, der Umfang der benötigten Integrationen und API-Nutzung sowie der einmalige Aufwand für Einrichtung und Automatisierung. Gerade der Aufbau sauberer Automatisierungsregeln und die Anbindung der Verkaufskanäle können zu Beginn Zeit oder externe Begleitung erfordern — zahlen sich aber über den laufenden Betrieb hinweg aus. Wer diese Aufwände in der Kalkulation berücksichtigt, kommt zu einer realistischeren Einschätzung als bei reiner Betrachtung des Listenpreises.

DSGVO und Datenhoheit als Stärke

Ein zentrales Argument für easybill ist die Datenverarbeitung beim deutschen Anbieter mit EU-Datenhoheit. Mit Rechnungs- und Belegsoftware werden sensible Daten verarbeitet — Geschäftszahlen, Kunden- und teils personenbezogene Daten. Dass diese Verarbeitung im europäischen Rechtsraum stattfindet, ist für viele Betriebe ein handfester Vorteil gegenüber international betriebenen Plattformen. Herkunft, deutschsprachiger Support und die Ausrichtung auf europäische Datenschutzstandards adressieren das wachsende Bedürfnis nach digitaler Souveränität. Dennoch bleiben die üblichen Sorgfaltspflichten bestehen: Auftragsverarbeitungsvertrag, Verarbeitungsort, Berechtigungen und die Abbildung im eigenen Verarbeitungsverzeichnis sollten sauber geregelt werden.
Datenschutz-Setup bei der Einführung

Die wichtigsten Punkte, die bei der Einführung einer Cloud-Rechnungssoftware sauber aufgesetzt werden sollten — als Orientierung, nicht als abschließende Rechtsberatung:

Verarbeitungsort & Hosting
EU-Datenhaltung als Stärke prüfen und vertraglich festhalten
Auftragsverarbeitung (AVV)
Vertrag mit dem Anbieter abschließen und dokumentieren
Berechtigungen
Zugriffe auf das notwendige Maß beschränken
Schnittstellen-Daten
Datenflüsse zu Marktplätzen, Shops und Zahlungsdiensten klären
Aufbewahrung
Gesetzliche Fristen technisch und organisatorisch sicherstellen
Verarbeitungsverzeichnis
Die Verarbeitung in den eigenen DSGVO-Dokumenten abbilden

Erwartungsmanagement statt Schnäppchenjagd

INAGRO rät, die Kostenfrage mit nüchternem Erwartungsmanagement anzugehen. easybill ist keine Gratis-Software, sondern ein spezialisiertes Werkzeug mit entsprechendem Preis. Der Nutzen liegt in der automatisierten, regelkonform aufstellbaren Verarbeitung großer Dokumentenmengen und der Datenverarbeitung im EU-Raum. Wer ausschließlich auf den niedrigsten Preis schaut, vergleicht womöglich Äpfel mit Birnen — etwa einen schlanken Einstiegstarif mit einer breit integrierten Lösung. Sinnvoller ist die Frage, welcher Funktions- und Integrationsumfang wirklich gebraucht wird. Datenschutz- und Vertragsfragen gehören zu Fachexperten, steuerliche Fragen zum Steuerberater.
Wichtiger Hinweis

easybill wird als laufendes Cloud-Abonnement angeboten; konkrete Preise ändern sich und sollten direkt beim Anbieter geprüft werden. Die EU-Datenhoheit beim deutschen Anbieter ist ein Datenschutz-Vorteil, ersetzt aber nicht die eigene Sorgfalt bei AVV, Berechtigungen und Verarbeitungsverzeichnis. Dies ist keine Rechts- und keine Steuerberatung.

Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu easybill

Diese Fragen tauchen in Beratungsgesprächen rund um easybill besonders häufig auf — kurz und sachlich beantwortet, herstellerneutral und ohne Steuerberatung.

Was ist easybill genau?
easybill ist eine cloudbasierte Software der easybill GmbH aus Sulingen für Rechnungsstellung, Belegverwaltung und die Vorbereitung der Buchhaltung. Sie ist besonders auf den Onlinehandel ausgelegt: Verkaufsdaten aus Shops, Marktplätzen und Zahlungsdiensten werden gebündelt und regelbasiert in Rechnungen und Belege überführt. easybill ist keine vollständige Finanzbuchhaltung, sondern bereitet die Daten für die eigentliche Buchhaltung und den Steuerberater auf.
Ist easybill eine vollständige Buchhaltungssoftware?
Nein. easybill konzentriert sich auf den Rechnungs- und Belegprozess und dessen Vorbereitung, nicht auf die klassische doppelte Buchführung mit Bilanz und Jahresabschluss. Die eigentliche Verbuchung und die steuerliche Würdigung bleiben typischerweise beim Steuerberater oder in einem angeschlossenen Buchhaltungssystem. Über den DATEV-Export werden die aufbereiteten Daten anschlussfähig übergeben.
Für wen eignet sich easybill besonders?
Vor allem für Onlinehändler und dokumentenintensive Betriebe mit hohem Rechnungsaufkommen aus mehreren Verkaufskanälen. Je mehr gleichförmige Vorgänge automatisiert werden können, desto größer der Nutzen. Für Betriebe mit wenigen Rechnungen ohne E-Commerce-Bezug oder mit dem Bedarf einer vollständigen Fibu in einem System ist der Zuschnitt weniger ideal.
Unterstützt easybill die E-Rechnung?
easybill adressiert das Thema elektronische Rechnung und die strukturierten Formate ZUGFeRD und XRechnung und kann solche Formate erzeugen und verarbeiten. Wie weit die Unterstützung im konkreten Tarif und Anwendungsfall reicht, sollte direkt geprüft werden. Welche E-Rechnungspflichten für ein Unternehmen ab wann gelten, ist eine steuerlich-rechtliche Frage und gehört zu Steuerberater oder Fachexperten.
Welche Integrationen bietet easybill?
easybill bietet Anbindungen an Online-Marktplätze wie Amazon oder eBay, an gängige Shopsysteme, an Zahlungsdienste sowie den DATEV-Export zur Buchhaltung. Über die API lassen sich zudem eigene Systeme programmatisch anbinden. Welche Plattformen und Versionen in welcher Tiefe unterstützt werden, entwickelt sich weiter und sollte aktuell beim Anbieter geprüft werden.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater?
Über den DATEV-Export lassen sich die in easybill aufbereiteten Daten strukturiert übergeben, sodass die Kanzlei damit weiterarbeiten kann. Der Erfolg hängt von der Abstimmung ab: Kontenrahmen, Zuordnungslogik und Übergabeintervalle sollten gemeinsam mit dem Steuerberater zu Beginn festgelegt werden, um Nacharbeiten zu vermeiden.
Was kostet easybill?
easybill wird als laufendes Cloud-Abonnement in gestaffelten Tarifen angeboten, deren Preis sich nach Funktionsumfang und Dokumentenvolumen richtet. Konkrete Preise ändern sich regelmäßig und sollten direkt beim Anbieter erfragt werden. Für eine realistische Kalkulation zählen neben dem Abopreis auch der Umfang der Integrationen und der Aufwand für Einrichtung und Automatisierung.
Wo werden die Daten verarbeitet?
easybill ist ein deutscher Anbieter, und die Datenverarbeitung im europäischen Raum ist ein bewusst wählbarer Vorteil für DSGVO-sensible Betriebe. Dennoch bleiben die üblichen Pflichten bestehen: Auftragsverarbeitungsvertrag, Verarbeitungsort, Berechtigungen und die Abbildung im eigenen Verarbeitungsverzeichnis sollten sauber geregelt werden. Datenschutz-Detailfragen gehören zu Fachexperten — dies ist keine Rechtsberatung.
Wie aufwendig ist die Einführung?
Als reine Cloud-Software entfällt der Installationsaufwand. Der eigentliche Aufwand liegt in der Einrichtung: Stammdaten anlegen, Vorlagen gestalten, Verkaufskanäle anbinden und vor allem die Automatisierungsregeln aufbauen und mit echten Vorgängen testen. Ein strukturierter Testlauf vor dem Produktivstart verhindert, dass sich Fehler über die Massenverarbeitung vervielfachen.

E-Commerce-Rechnungsprozess & E-Rechnung strategisch angehen

Brauchen Sie eine ehrliche easybill-Strategie?

Wir prüfen herstellerneutral, ob und wo sich easybill für Ihr Unternehmen rechnet: Passung zum Belegvolumen und zu Ihren Verkaufskanälen, Tarifwahl, Automatisierungsregeln, Marktplatz-, Shop- und Zahlungsanbindungen, DATEV-Export sowie das Datenschutz-Setup mit EU-Datenhoheit — pragmatisch auf Mittelstand und Onlinehandel zugeschnitten. Dies ist keine Steuerberatung.

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