Wissensdatenbank · Buchhaltung & Finanz-Software

SAP Concur

Die Cloud-Plattform für Reisekosten- und Ausgabenmanagement aus dem SAP-Konzern. Unter dem Dach von SAP Concur bündeln sich die Module Concur Expense, Concur Travel und Concur Invoice — von der Belegerfassung über Richtlinien-Compliance und Genehmigungsworkflows bis zur Reisebuchung und Eingangsrechnungsverarbeitung. Ein etablierter Standard für Unternehmen, die Ausgabenprozesse standardisieren und in ihre Finanzsysteme einbinden wollen.

26 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
SAP Concur
INAGRO Wissensdatenbank · 43 Buchhaltung & Finanz-Software
Anbieter
SAP Concur (SAP-Konzern)
Typ
Cloud-Software für Travel & Expense
Betrieb
SaaS (Web & mobile App)
Bezug
Reisekosten · Ausgaben · Rechnungen
Zielgruppe: mittelständische & größere Unternehmen mit strukturierten Reise- und Ausgabenprozessen
Kapitel 01 · Überblick

Was ist SAP Concur – und für wen lohnt es sich?

SAP Concur ist eine cloudbasierte Softwareplattform für das Management von Reisekosten und Ausgaben — im englischen Sprachgebrauch als Travel & Expense (T&E) bezeichnet. Sie deckt den gesamten Weg einer geschäftlichen Ausgabe ab: von der Buchung einer Reise über die Erfassung von Belegen und die Prüfung gegen unternehmensinterne Richtlinien bis zur Freigabe, Erstattung und Verbuchung. Angeboten wird sie von SAP Concur, einer Einheit innerhalb des SAP-Konzerns.

Ursprünglich als eigenständiges US-Unternehmen unter dem Namen Concur Technologies groß geworden, gehört die Plattform seit der Übernahme durch den Walldorfer Softwarekonzern zum SAP-Ökosystem. Diese Herkunft prägt das Produkt bis heute in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist SAP Concur eng auf das Zusammenspiel mit SAP-Finanzsystemen ausgelegt, zum anderen bringt es das Erbe eines international ausgerichteten, für große Organisationen konzipierten Standardprodukts mit. Für die Einordnung — insbesondere in Sachen Datenhoheit und Serverstandort — ist diese doppelte Herkunft aus einem US-Ursprung und einem deutschen Konzerndach relevant. Kapitel 09 geht darauf ausführlich ein.
Im Kern löst SAP Concur ein Problem, das in nahezu jedem Unternehmen mit Außendienst, Dienstreisen oder verteilten Einkäufen auftaucht: Ausgaben entstehen dezentral, müssen aber zentral erfasst, geprüft, genehmigt, erstattet und buchhalterisch verarbeitet werden. Ohne ein systematisches Werkzeug bedeutet das Papierbelege, Excel-Tabellen, manuelle Prüfungen und lange Erstattungszeiten. SAP Concur digitalisiert diesen Prozess von Anfang bis Ende und stellt sicher, dass jede Ausgabe die gleichen Regeln durchläuft.
Für die INAGRO-Wissensdatenbank ist SAP Concur aus einem klaren Blickwinkel interessant. In der Kategorie Buchhaltung und Finanz-Software geht es nicht darum, ein Reisebüro oder eine Kreditkarte zu ersetzen, sondern um die Rolle, die ein Ausgabenmanagement-System im digitalen Finanz-Setup eines Unternehmens spielt. Reisekosten und sonstige Ausgaben sind ein sensibler Bereich: Sie sind steuerlich relevant, richtlinienpflichtig und für Mitarbeitende oft mit Frust verbunden, wenn Erstattungen zu lange dauern. Wie gut ein Werkzeug diesen Bereich strukturiert und in die Buchhaltung überführt, entscheidet über spürbaren Aufwand.
INAGRO-Einschätzung

Für Unternehmen mit nennenswertem Reise- und Ausgabenaufkommen, klaren Richtlinienanforderungen und dem Wunsch nach einem durchgängigen, prüfbaren Prozess ist SAP Concur eine der etabliertesten Optionen am Markt — besonders dann, wenn bereits SAP-Systeme im Einsatz sind. SAP Concur ist jedoch kein Buchhaltungsprogramm und keine Bank, sondern ein spezialisiertes Werkzeug für Travel & Expense, das seine Stärke im Zusammenspiel mit ERP, Buchhaltung und Steuerberatung entfaltet. Dieser Artikel ordnet das Produkt herstellerneutral ein und ist keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

Warum Reisekosten- und Ausgabenmanagement ein eigenes System verdient

Es liegt nahe zu fragen, warum Ausgaben nicht einfach direkt in der Buchhaltung oder über die Firmenkreditkarte abgewickelt werden. Der Grund liegt in der Komplexität des Prozesses vor der Verbuchung. Bevor eine Reisekostenabrechnung überhaupt in die Buchhaltung gelangt, muss geklärt sein, ob die Ausgabe den Richtlinien entspricht, ob Belege vollständig sind, welche Kostenstelle betroffen ist, wie sich Verpflegungspauschalen und Übernachtungskosten zusammensetzen und wer die Freigabe erteilt. Diese vorgelagerte Logik ist mit einer reinen Buchhaltungssoftware kaum sauber abbildbar.
Ein spezialisiertes System wie SAP Concur bündelt genau diese vorgelagerten Schritte. Es führt Mitarbeitende durch die Erfassung, prüft automatisch gegen hinterlegte Regeln, steuert die Genehmigung und übergibt am Ende ein sauber aufbereitetes Ergebnis an die nachgelagerten Finanzsysteme. Der Nutzen entsteht also nicht durch eine einzelne Funktion, sondern durch die Orchestrierung des gesamten Ablaufs — von der ersten Ausgabe bis zur Buchung.

Drei Eigenschaften, die SAP Concur prägen

  • Prozessplattform statt Einzelfunktion — SAP Concur denkt den kompletten Ausgabenprozess, nicht nur die Belegerfassung. Von der Reisebuchung über die Freigabe bis zur Übergabe an die Buchhaltung greifen die Schritte ineinander.
  • Teil des SAP-Ökosystems — als Einheit im SAP-Konzern ist die Plattform eng auf das Zusammenspiel mit SAP-Finanzsystemen ausgelegt, funktioniert aber auch unabhängig davon und lässt sich an andere ERP-Systeme anbinden.
  • Auf Standardisierung und Compliance ausgelegt — der Kern des Produkts ist die konsequente Durchsetzung von Reise- und Ausgabenrichtlinien. Das macht Prozesse prüfbar und revisionsnäher, verlangt aber eine bewusste Konfiguration.
Kapitel 02 · Module

Die Produktfamilie & ihre Positionierung

SAP Concur ist keine einzelne Anwendung, sondern eine modular aufgebaute Familie. Die drei zentralen Bausteine sind Concur Expense für die Ausgabenabrechnung, Concur Travel für die Reisebuchung und Concur Invoice für Eingangsrechnungen. Ergänzt werden sie durch Zusatzdienste und mobile Apps. Wer die Plattform einordnen will, versteht zunächst diese Modullogik.

Der Aufbau folgt einem einfachen Prinzip: Jedes Modul deckt einen abgegrenzten Bereich des Ausgaben- und Reiseprozesses ab, und die Module lassen sich einzeln oder kombiniert einsetzen. Ein Unternehmen kann mit Concur Expense für Reisekostenabrechnungen beginnen und später Concur Travel für die Buchung sowie Concur Invoice für Lieferantenrechnungen ergänzen. Diese Staffelung ermöglicht einen schrittweisen Ausbau, statt gleich die gesamte Plattform einführen zu müssen.
Die Positionierung von SAP Concur zielt traditionell auf mittelständische und größere Unternehmen mit strukturierten Prozessen. Der Anspruch ist, komplexe Reise- und Ausgabenrichtlinien, mehrere Genehmigungsebenen, internationale Sachverhalte und die Anbindung an Finanzsysteme abzudecken. Welche Module und Ausbaustufen für ein bestimmtes Unternehmen sinnvoll sind, hängt stark vom individuellen Bedarf ab und sollte im Zuge einer Evaluierung mit dem Anbieter geklärt werden.
Concur Expense
Kernmodul

Das Herzstück für die Abrechnung von Reisekosten und sonstigen Ausgaben. Mitarbeitende erfassen Belege, ordnen sie Kategorien und Kostenstellen zu, die Software prüft gegen Richtlinien und steuert die Genehmigung bis zur Erstattung.

ZweckAusgabenabrechnung
BetriebWeb & App
SchwerpunktBelege & Freigabe
Concur Travel
Reise

Das Modul für die richtlinienkonforme Buchung von Flügen, Bahn, Hotels und Mietwagen. Reisen werden innerhalb der hinterlegten Rahmenbedingungen gebucht, sodass Ausgaben schon bei der Buchung mit den Vorgaben abgeglichen werden.

ZweckReisebuchung
BetriebWeb & App
SchwerpunktBuchung im Rahmen
Concur Invoice
Rechnungen

Das Modul für die Verarbeitung von Eingangsrechnungen: Erfassung, Zuordnung, Prüfung und Freigabe von Lieferantenrechnungen. Erweitert den Ausgabenfokus über Reisekosten hinaus auf den allgemeinen Rechnungseingang.

ZweckEingangsrechnungen
BetriebWeb-basiert
SchwerpunktRechnungsworkflow
Zusatzdienste & Apps
Ergänzung

Rund um die Kernmodule gruppieren sich mobile Apps, Belegerfassungs-Dienste, Analyse- und Reporting-Funktionen sowie Anbindungen an Partner-Ökosysteme. Sie prägen den praktischen Nutzen im Alltag über die reine Modulwahl hinaus.

TypApps / Services
BereichMobil & Analyse
SchwerpunktErfassen & Auswerten

Vom einzelnen Modul zur durchgängigen Plattform

Die Logik der Module folgt dem tatsächlichen Bedarf: Wer nur Reisekosten abrechnen will, beginnt mit Concur Expense; wer die Buchung gleich in denselben Rahmen bringen möchte, ergänzt Concur Travel; wer den Rechnungseingang mit abbilden will, nimmt Concur Invoice hinzu. Der entscheidende Vorteil der durchgängigen Nutzung liegt darin, dass Reisebuchung, Ausgabenerfassung und Rechnungsverarbeitung dieselben Richtlinien, Kostenstellen und Genehmigungslogiken teilen und Daten nicht mehrfach erfasst werden müssen.
Gerade hier lauert eine typische Fehlentscheidung: entweder die Plattform zu groß aufzusetzen und Module einzuführen, für die im Alltag kein echter Bedarf besteht, oder umgekehrt so eng zu beginnen, dass später aufwendig nachgerüstet werden muss. INAGRO empfiehlt, die Modulwahl am realistischen Prozessbedarf auszurichten — und den Ausbaupfad von Beginn an mitzudenken, damit eine spätere Erweiterung ohne Bruch möglich bleibt.

Warum die Positionierung im Konzernkontext zählt

SAP Concur ist historisch für Organisationen mit einem professionalisierten Finanzbetrieb gebaut. Das zeigt sich an der Tiefe der Konfigurationsmöglichkeiten, an der Fähigkeit, komplexe internationale Sachverhalte abzubilden, und an der Ausrichtung auf Prüfbarkeit und Governance. Für ein Unternehmen mit vielen Reisenden, mehreren Standorten oder anspruchsvollen Compliance-Anforderungen ist diese Tiefe ein Vorteil.
Umgekehrt bedeutet dieselbe Tiefe, dass die Plattform eine bewusste Einrichtung und Pflege verlangt. Sie ist kein Werkzeug, das man nebenbei aktiviert; ihr Wert entsteht durch die durchdachte Abbildung der eigenen Richtlinien und Prozesse. Diese Charakteristik grenzt SAP Concur von schlankeren, stärker auf Selbstbedienung ausgelegten Werkzeugen ab, wie sie Kapitel 06 im Wettbewerbsvergleich beleuchtet.
Orientierung

Eine bewährte Faustregel: Mit dem Modul beginnen, das den größten Schmerz löst — meist Concur Expense für die Reisekostenabrechnung — und Travel sowie Invoice ergänzen, sobald der Bedarf konkret ist. Welche Module, Ausbaustufen und Editionen für die eigene Größe und Prozesslandschaft passen, ändert sich mit der Produktentwicklung und sollte im Rahmen einer Evaluierung direkt mit dem Anbieter geklärt werden.

Kapitel 03 · Funktionsumfang

Funktionsumfang & Kernfähigkeiten

Im Zentrum von SAP Concur stehen vier Kernfähigkeiten: die Erfassung von Belegen und Ausgaben, die automatische Prüfung gegen Richtlinien, die Steuerung von Genehmigungsworkflows und die richtlinienkonforme Reisebuchung. Diese Bausteine bilden das Rückgrat des Ausgabenprozesses und entscheiden über den praktischen Nutzen im Betrieb.

Belegerfassung

Belege werden per Foto, Upload oder digitalem Import erfasst und zu einer Ausgabe zusammengeführt. Die zentrale Eingangstür des Prozesses: Statt Papierquittungen zu sammeln, entsteht der Beleg direkt digital am Ort der Ausgabe.

Digital statt Papier
Richtlinien-Compliance

Ausgaben werden automatisch gegen hinterlegte Reise- und Ausgabenrichtlinien geprüft — etwa Höchstbeträge, erlaubte Kategorien oder Vorgaben je Reiseziel. Verstöße werden markiert, bevor sie in die Genehmigung gehen.

Regeln automatisch prüfen
Genehmigungsworkflows

Abrechnungen und Rechnungen durchlaufen definierte Freigabewege — je nach Betrag, Kostenstelle oder Abteilung über mehrere Ebenen. Genehmigende sehen alle relevanten Angaben und entscheiden nachvollziehbar.

Freigabe strukturiert
Reisebuchung im Rahmen

Über Concur Travel lassen sich Flüge, Bahn, Hotels und Mietwagen innerhalb der Unternehmensvorgaben buchen. Ausgaben werden so schon bei der Buchung mit den Richtlinien abgeglichen, nicht erst bei der Abrechnung.

Compliance ab Buchung
Kreditkarten-Abgleich

Umsätze von Firmenkreditkarten fließen automatisch ein und werden den passenden Ausgaben zugeordnet. Das reduziert die manuelle Erfassung und stellt sicher, dass Kartenumsätze und Belege zusammenpassen.

Kartenumsätze zuordnen
Reporting & Auswertungen

Auswertungen fassen Ausgaben nach Kategorien, Kostenstellen, Abteilungen oder Reisezielen zusammen. Sie schaffen Transparenz über das Ausgabenverhalten und liefern eine Grundlage für Budgetsteuerung und Verhandlungen.

Transparenz über Ausgaben

Belegerfassung als Startpunkt des Prozesses

Die Belegerfassung ist der Moment, in dem der gesamte Prozess steht oder fällt. Wenn das Erfassen umständlich ist, stapeln sich Belege, Abrechnungen verzögern sich und Daten fehlen. SAP Concur setzt deshalb auf möglichst niederschwellige Erfassung: Mitarbeitende fotografieren eine Quittung mit dem Smartphone, laden eine digitale Rechnung hoch oder lassen Belege aus angebundenen Diensten automatisch einfließen. Aus diesen Quellen entsteht eine strukturierte Ausgabe mit den relevanten Feldern.
Der entscheidende Punkt ist, dass die Erfassung nicht nur ein Bild ablegt, sondern die enthaltenen Informationen strukturiert — Betrag, Datum, Händler, Kategorie. Damit wird der Beleg von einem bloßen Nachweis zu einer verarbeitbaren Dateneinheit, die sich prüfen, zuordnen und weiterverarbeiten lässt. Wie tief diese Strukturierung reicht und welche automatischen Hilfen dabei greifen, behandelt Kapitel 04 zu den KI- und Automatisierungsfunktionen.

Richtlinien als Herzstück der Compliance

Der eigentliche Mehrwert einer T&E-Plattform liegt in der automatischen Durchsetzung von Richtlinien. In den meisten Unternehmen existieren Regeln dazu, was für Reisen und Ausgaben erstattet wird — Höchstbeträge für Hotels, erlaubte Beförderungsklassen, Vorgaben für Bewirtungen oder länderspezifische Sätze. Ohne System werden diese Regeln uneinheitlich angewendet und mühsam manuell geprüft. SAP Concur hinterlegt sie als konfigurierbare Logik und prüft jede Ausgabe automatisch dagegen.
Der Effekt ist doppelt: Zum einen werden Verstöße sichtbar, bevor sie zur Erstattung führen, was Diskussionen und Nacharbeit reduziert. Zum anderen entlastet die automatische Prüfung die Genehmigenden, die sich auf die markierten Ausnahmen konzentrieren können, statt jede Position einzeln nachzurechnen. Wichtig ist: Die Qualität dieser Compliance hängt unmittelbar davon ab, wie sorgfältig die Richtlinien konfiguriert werden. Ein gut aufgesetztes Regelwerk ist der Hebel, der über den Erfolg der Einführung entscheidet.

Genehmigung und Reisebuchung im Zusammenspiel

Die Genehmigungsworkflows bilden die Organisationsstruktur des Unternehmens ab. Je nach Betrag, Kostenstelle oder Abteilung durchläuft eine Abrechnung einen oder mehrere Freigabeschritte, und die Zuständigen erhalten alle Informationen, um zügig zu entscheiden. Wird SAP Concur zusammen mit Concur Travel genutzt, verschiebt sich die Compliance nach vorn: Schon bei der Buchung einer Reise werden die Vorgaben angewandt, sodass ein Großteil der späteren Ausgaben von vornherein regelkonform ist. Diese Verzahnung von Buchung und Abrechnung ist ein zentraler Grund, weshalb Unternehmen beide Module gemeinsam einsetzen.
Der Prozess ist das Produkt

Der eigentliche Nutzen von SAP Concur liegt nicht in einer einzelnen Funktion, sondern im lückenlosen Ablauf: Belege werden digital erfasst, automatisch gegen Richtlinien geprüft, strukturiert genehmigt und sauber an die Finanzsysteme übergeben — bei durchgängiger Nutzung schon ab der Reisebuchung. Wie viel Automatisierung dabei greift, hängt von den angebundenen Datenquellen und der Konfiguration ab und sollte im Zuge der Evaluierung geprüft werden.

Kapitel 04 · KI & Automatisierung

KI- und Automatisierungsfunktionen

Ein wesentlicher Teil des Nutzens moderner Ausgabenmanagement-Software liegt in der Automatisierung. Bei SAP Concur betrifft das vor allem die automatische Belegauslesung (OCR über den ExpenseIt-Dienst), die automatisierte Prüfung und Audit-Unterstützung sowie Funktionen zur Erkennung von Auffälligkeiten und möglichem Missbrauch. Sie sollen die manuelle Arbeit reduzieren und die Qualität der Prüfung erhöhen.

Der bekannteste Baustein ist die automatische Belegauslesung per OCR, bei SAP Concur unter dem Namen ExpenseIt verbreitet. Statt Betrag, Datum und Händler von Hand einzutippen, liest die Software diese Angaben aus dem fotografierten oder hochgeladenen Beleg aus und schlägt eine strukturierte Ausgabe vor. Für Mitarbeitende reduziert das den Erfassungsaufwand erheblich; für das Unternehmen steigt die Datenqualität, weil weniger Tippfehler entstehen und Belege vollständiger erfasst werden.
Ergänzt wird das durch automatisierte Prüf- und Audit-Funktionen. Die Software kann Abrechnungen anhand von Regeln vorprüfen, auffällige Muster hervorheben und so eine Vorauswahl für die manuelle Kontrolle treffen. Der Anspruch dahinter ist, dass sich die Prüfung auf die Fälle konzentriert, bei denen sie am meisten bringt, statt jede Abrechnung gleich intensiv zu betrachten. In größeren Organisationen ergänzt SAP Concur dies teils durch Audit-Dienste, bei denen Belege gegen Richtlinien und formale Anforderungen kontrolliert werden.
OCR-Belegauslesung (ExpenseIt)

Belege werden fotografiert und automatisch ausgelesen: Betrag, Datum, Händler und Kategorie werden erkannt und in eine strukturierte Ausgabe überführt. Das spart Tipparbeit und erhöht die Datenqualität.

Erfassen ohne Abtippen
Audit-Automatisierung

Abrechnungen werden automatisiert vorgeprüft und gegen Regeln kontrolliert. Auffällige Positionen werden markiert, sodass sich die manuelle Prüfung auf die relevanten Fälle konzentrieren kann.

Prüfung fokussieren
Auffälligkeits- & Betrugserkennung

Muster wie doppelt eingereichte Belege, ungewöhnliche Beträge oder Häufungen können erkannt und zur Prüfung vorgelegt werden. Ein Werkzeug, um versehentliche Fehler und möglichen Missbrauch früher zu entdecken.

Risiken früh sichtbar

Was KI hier realistisch leistet – und was nicht

Rund um Begriffe wie KI und Automatisierung entsteht schnell eine überzogene Erwartung. Realistisch betrachtet automatisiert SAP Concur vor allem wiederkehrende, regelbasierte und mustererkennbare Aufgaben: das Auslesen von Belegen, das Abgleichen mit Regeln, das Erkennen von Auffälligkeiten. Das nimmt spürbar Arbeit ab und erhöht die Konsistenz. Es ersetzt aber weder die menschliche Beurteilung von Grenzfällen noch die steuerliche und rechtliche Einordnung einer Ausgabe.
Wichtig ist zudem, dass die Qualität der Automatisierung von der Qualität der Eingaben und der Konfiguration abhängt. Eine OCR-Auslesung liefert Vorschläge, die Mitarbeitende prüfen sollten; eine automatische Regelprüfung ist nur so gut wie die hinterlegten Regeln. INAGRO rät deshalb, Automatisierung als Unterstützung, nicht als Ersatz für definierte Prozesse und Kontrollen zu verstehen. Der größte Effekt entsteht, wenn saubere Richtlinien, gute Datenquellen und die Automatisierungsfunktionen zusammenspielen.

Betrugserkennung und die Grenze zur Beurteilung

Die Erkennung von Auffälligkeiten ist ein sensibler Bereich. Systeme können Hinweise geben — etwa auf doppelt eingereichte Belege, ungewöhnliche Beträge oder wiederkehrende Muster — und diese zur Prüfung vorlegen. Das ist wertvoll, um versehentliche Fehler und möglichen Missbrauch früher zu entdecken, als es eine Stichprobenprüfung könnte. Die abschließende Bewertung, ob tatsächlich ein Verstoß vorliegt, bleibt jedoch eine menschliche und teils rechtliche Entscheidung.
Für Unternehmen bedeutet das, die Funktionen als Frühwarnsystem einzusetzen und klare Prozesse für den Umgang mit markierten Fällen zu definieren — inklusive der Frage, wie mit Beschäftigtendaten dabei umzugehen ist. Datenschutz- und arbeitsrechtliche Aspekte solcher Prüfungen gehören zu Fachexperten; dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Welche Automatisierungs- und Erkennungsfunktionen im jeweiligen Umfang enthalten sind, entwickelt sich weiter und sollte beim Anbieter geprüft werden.
Automatisierung ist Unterstützung, kein Autopilot

OCR-Belegauslesung, automatisierte Audits und Auffälligkeitserkennung reduzieren manuelle Arbeit und erhöhen die Konsistenz — sie ersetzen aber weder die menschliche Beurteilung von Grenzfällen noch die steuerliche und rechtliche Einordnung. Ihre Qualität hängt an sauberen Regeln und Datenquellen. Der genaue Funktionsumfang entwickelt sich weiter und sollte beim Anbieter geprüft werden. Dies ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Integrationen, ERP-Anbindung & DATEV-Export

Ein Ausgabenmanagement-System entfaltet seinen vollen Wert erst durch die Anbindung an die umgebenden Systeme: an das ERP und die Buchhaltung, an Firmenkreditkarten, an Reisedienstleister und — im deutschen Kontext — an das DATEV-Umfeld des Steuerberaters. Entscheidend ist, wie reibungslos die in SAP Concur erfassten Daten in diese Systeme fließen.

Die naheliegendste Integration betrifft das SAP-Ökosystem. Als Teil des SAP-Konzerns ist SAP Concur auf das Zusammenspiel mit SAP-Finanzsystemen wie SAP S/4HANA ausgelegt. Für Unternehmen, die ohnehin SAP im Einsatz haben, ist das ein wesentliches Argument: Genehmigte Ausgaben, Kostenstellen und Buchungsinformationen können in die Finanzbuchhaltung des ERP übergeben werden, ohne dass Daten doppelt erfasst werden. Die konkrete Tiefe und Ausgestaltung dieser Anbindung hängt von der jeweiligen Systemlandschaft und Edition ab und sollte im Projekt konkret geplant werden.
SAP Concur funktioniert jedoch nicht nur im SAP-Kontext. Über Schnittstellen und Exporte lässt sich die Plattform auch an andere ERP- und Buchhaltungssysteme anbinden. Im deutschen Mittelstand besonders relevant ist der Bezug zum DATEV-Umfeld: Damit die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater reibungslos läuft, müssen die aufbereiteten Buchungsdaten in einer Form bereitstehen, mit der die Kanzlei weiterarbeiten kann. Ob dies über einen DATEV-kompatiblen Export, über die verbindende Buchhaltungssoftware oder über eine spezialisierte Schnittstelle geschieht, hängt vom Setup ab und sollte früh mit dem Steuerberater abgestimmt werden.
SAP S/4HANA & ERP

Genehmigte Ausgaben und Buchungsinformationen können an SAP-Finanzsysteme und andere ERP-Lösungen übergeben werden. Für SAP-Anwender ein Kernargument, weil Daten nicht doppelt erfasst werden müssen.

Nahtlos ins ERP
DATEV-Export & Steuerberater

Für die Zusammenarbeit mit Kanzleien im DATEV-Umfeld zählt, dass aufbereitete Buchungsdaten in verwertbarer Form bereitstehen. Der genaue Übergabeweg hängt vom Setup ab und sollte mit dem Steuerberater geklärt werden.

DATEV-Kontext beachten
Kreditkarten-Anbindung

Umsätze von Firmenkreditkarten fließen automatisch ein und werden Ausgaben zugeordnet. Das reduziert die manuelle Erfassung und schließt die Lücke zwischen Kartenumsatz und Beleg.

Kartenumsätze automatisch
Reisedienstleister & Partner

Über ein Partner-Ökosystem lassen sich Reisebuchungsdienste, Fluggesellschaften, Hotels und weitere Anbieter einbinden, sodass Reisedaten in den Ausgabenprozess einfließen.

Reisedaten integriert

Kreditkarten und Reisedienstleister als Datenquellen

Ein großer Teil der Reisekosten entsteht über Firmenkreditkarten und Reisebuchungen. Werden diese Quellen direkt angebunden, fließen Umsätze und Buchungsdaten automatisch in SAP Concur ein und lassen sich den passenden Ausgaben zuordnen. Das schließt die typische Lücke zwischen einem Kartenumsatz und dem zugehörigen Beleg, die sonst mühsam manuell überbrückt werden muss, und erhöht zugleich die Vollständigkeit der Daten.
Über ein Partner-Ökosystem lassen sich zudem Reisebuchungsdienste, Fluggesellschaften, Hotelketten und weitere Anbieter einbinden. Der Effekt ist, dass Reisedaten früh und strukturiert vorliegen und der Abgleich zwischen Buchung, Zahlung und Beleg weitgehend automatisch erfolgt. Welche konkreten Kartenherausgeber, Reisedienstleister und Partner in einem bestimmten Land und einer bestimmten Konstellation anbindbar sind, lässt sich nicht pauschal beantworten und sollte beim Anbieter geprüft werden.

SAP Concur als Teil eines größeren Finanz-Stacks

SAP Concur ist selten die einzige Komponente eines Finanz-Setups. In der Praxis steht die Plattform neben einem ERP oder einer Buchhaltungssoftware, neben der Firmenkreditkarte, dem Reisebüro und dem Steuerberater. Der Wert von SAP Concur im Buchhaltungskontext bemisst sich daran, wie gut es sich in diesen Stack einfügt und die vorgelagerten Prozesse sauber an die nachgelagerte Verbuchung übergibt. Ein spezialisiertes Werkzeug, das reibungslos übergibt, ist mehr wert als eines, das isoliert bleibt — unabhängig davon, wie viele Funktionen es für sich genommen bietet.
Integrationen früh klären

Prüfen Sie vor der Entscheidung, wie SAP Concur mit Ihrem ERP beziehungsweise Ihrer Buchhaltungssoftware, dem DATEV-Umfeld Ihres Steuerberaters, Ihren Firmenkreditkarten und Ihren Reisedienstleistern zusammenspielt. Die SAP-Nähe ist ein Pluspunkt für SAP-Anwender, aber kein Muss — auch andere Systeme lassen sich anbinden. Welcher Weg in Ihrem Fall funktioniert, hängt vom Setup ab und sollte konkret beim Anbieter und mit dem Steuerberater geklärt werden.

Kapitel 06 · Wettbewerb

SAP Concur im Vergleich zu Pleo, Spendesk, Moss, Circula & Rydoo

SAP Concur bewegt sich in einem dynamischen Markt für Ausgaben- und Reisekostenmanagement. Um das Produkt richtig einzuordnen, lohnt der qualitative Blick auf drei Gruppen: karten- und ausgabenzentrierte Anbieter wie Pleo, Spendesk und Moss, spezialisierte Reisekosten- und DACH-nahe Werkzeuge wie Circula und Rydoo sowie den grundlegenden Unterschied zwischen einer tiefen Enterprise-Plattform und schlankeren, selbstbedienungsorientierten Lösungen.

Kriterium SAP Concur Karten-/Ausgaben-Tools Reisekosten-Spezialisten
Grundausrichtung Enterprise T&E-Plattform Karten- & ausgabenzentriert Reisekosten-fokussiert
Prozesstiefe Sehr tief, konfigurierbar Schlank, pragmatisch Reisekosten oft stark
Reisebuchung Eigenes Modul Meist nicht Kern Je nach Anbieter
Einführungsaufwand Höher, projekthaft Meist niedrig Oft überschaubar
SAP-/ERP-Nähe Sehr eng bei SAP Je nach Anbieter prüfen Je nach Anbieter prüfen
DACH-/DSGVO-Fokus Global, EU-Region prüfen Anbieterabhängig Teils DACH-nah

SAP Concur oder karten- und ausgabenzentrierte Tools

Anbieter wie Pleo, Spendesk und Moss kommen von der Ausgaben- und Kartenseite. Ihr Ausgangspunkt ist häufig eine Firmenkreditkarte, um die herum ein schlankes, modernes Ausgabenmanagement gebaut ist — mit Fokus auf schnelle Einführung, einfache Bedienung und die unmittelbare Kontrolle über Karten und Budgets. Diese Werkzeuge glänzen dort, wo Unternehmen ihre Ausgaben pragmatisch digitalisieren wollen, ohne einen tiefen Konfigurationsaufwand einzugehen.
SAP Concur setzt den Schwerpunkt anders: Es kommt von der Prozess- und Compliance-Seite und deckt mit Travel, Expense und Invoice ein breiteres Spektrum ab, das über die reine Kartenausgabe hinausgeht. Wer vor allem ein schlankes, schnell startbares Karten- und Ausgabentool sucht, findet bei den kartenzentrierten Anbietern oft den direkteren Weg. Wer dagegen tiefe Richtlinienlogik, mehrstufige Genehmigungen, Reisebuchung und eine enge ERP-Anbindung braucht, spielt die Stärken von SAP Concur aus. Eine pauschale Rangfolge gibt es nicht; entscheidend ist die Passung zum eigenen Bedarf.

SAP Concur oder Reisekosten-Spezialisten wie Circula und Rydoo

Werkzeuge wie Circula und Rydoo fokussieren stark auf das Reisekosten- und Ausgabenmanagement und positionieren sich teils bewusst mit einem europäischen beziehungsweise DACH-nahen Profil. Für Unternehmen, denen ein schlankerer Zuschnitt, eine schnelle Einführung und ein starker Bezug zu deutschen Reisekostenregeln wichtig sind, können sie eine naheliegende Alternative sein. Sie decken den Reisekostenprozess oft sehr gut ab, ohne die volle Breite und Tiefe einer Enterprise-Plattform zu verlangen.
SAP Concur unterscheidet sich hier vor allem durch Breite, Tiefe und Konzernanbindung. Es ist auf komplexe, internationale und stark regulierte Umgebungen ausgelegt und spielt seine Stärken dort aus, wo viele Reisende, mehrere Länder, anspruchsvolle Governance und eine SAP-Systemlandschaft zusammentreffen. In kleineren, klar umrissenen Konstellationen kann diese Tiefe dagegen mehr sein, als benötigt wird. Bei allen Anbietern — SAP Concur eingeschlossen — sollten Datenverarbeitung, Serverstandort und DSGVO-Aspekte konkret geprüft werden, da hier je nach Anbieter unterschiedliche Konstruktionen bestehen.

Enterprise-Tiefe versus schlanke Selbstbedienung — die Denkweise

Hinter dem konkreten Anbietervergleich steht eine grundsätzliche Frage: Wie viel Prozesstiefe und Governance braucht das Unternehmen wirklich, und wie viel Einführungsaufwand ist es bereit zu tragen? SAP Concur steht für die tiefe, konfigurierbare Plattform, die anspruchsvolle Anforderungen abbildet, aber eine bewusste Einführung verlangt. Die schlankeren Anbieter stehen für Geschwindigkeit und Einfachheit, mit weniger Konfiguration und schnellerem Start. Beides hat seine Berechtigung. Es gibt keinen Gewinner für alle Fälle — die richtige Wahl folgt dem Anforderungsprofil, der Unternehmensgröße, der bestehenden Systemlandschaft und dem tatsächlichen Bedarf an Tiefe.
Wann was sinnvoll ist

Vereinfacht: Karten- und ausgabenzentrierte Tools wie Pleo, Spendesk oder Moss punkten mit schneller, schlanker Einführung; Reisekosten-Spezialisten wie Circula oder Rydoo mit fokussiertem, teils DACH-nahem Zuschnitt — und SAP Concur mit Prozesstiefe, Reisebuchung, Compliance und enger SAP-Anbindung. Die passende Wahl hängt von Größe, Systemlandschaft und Anforderungsprofil ab. Datenverarbeitung und DSGVO-Aspekte sollten bei jedem Anbieter geprüft werden.

Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Einführung & Betrieb: Cloud/SaaS, Rollout & Change-Management

Wie erfolgreich ein Ausgabenmanagement-System im Alltag ist, entscheidet sich weniger an der Funktionsliste als an der Einführung. SAP Concur wird als Cloud-Software (SaaS) bereitgestellt, was den technischen Betrieb vereinfacht — doch die eigentliche Arbeit liegt in der richtlinienkonformen Konfiguration, im Rollout und in der Begleitung der Mitarbeitenden.

Als SaaS-Lösung läuft SAP Concur in der Cloud des Anbieters; das Unternehmen betreibt keine eigene Server-Infrastruktur, sondern nutzt die Plattform über den Browser und mobile Apps. Das reduziert den klassischen IT-Betriebsaufwand für Installation, Wartung und Updates erheblich. Der Preis dieser Bequemlichkeit ist eine stärkere Abhängigkeit vom Anbieter und die Notwendigkeit, Fragen zu Datenverarbeitung, Serverstandort und Vertragsgestaltung sorgfältig zu klären — Punkte, die Kapitel 09 aufgreift.
Der eigentliche Aufwand einer Einführung entsteht bei der Konfiguration. Reise- und Ausgabenrichtlinien, Genehmigungswege, Kostenstellen, Nutzerrollen und die Anbindung an ERP, Karten und Reisedienstleister müssen abgebildet werden. Dieser Schritt ist projekthaft und verlangt eine klare Vorstellung der eigenen Prozesse. Genau hier entscheidet sich, ob die spätere Automatisierung greift — ein sauber konfiguriertes Regelwerk ist die Grundlage für den gesamten Nutzen.
01
Prozesse & Richtlinien klären
Zunächst die eigenen Reise- und Ausgabenrichtlinien, Genehmigungswege und Kostenstellen strukturieren. Wo Regeln unklar oder inkonsistent sind, sollten sie vor der Konfiguration geschärft werden — das System bildet nur ab, was zuvor definiert ist.
02
Module wählen & konfigurieren
Die passenden Module (Expense, Travel, Invoice) auswählen und die Plattform mit Richtlinien, Rollen, Freigabewegen und Stammdaten einrichten. Der Kern des Projekts, bei dem sich Nutzen und Compliance entscheiden.
03
Integrationen anbinden
Die Verbindung zu ERP beziehungsweise Buchhaltung, Firmenkreditkarten, Reisedienstleistern und dem DATEV-Weg zum Steuerberater herstellen und testen, damit Daten sauber ein- und ausfließen.
04
Rollout & Change-Management
Mitarbeitende schulen, mobile Apps ausrollen, mit einer Pilotgruppe starten und den Betrieb schrittweise ausweiten. Kommunikation und Support entscheiden über die Akzeptanz und damit über den Erfolg.

Warum Change-Management über den Erfolg entscheidet

Ein Ausgabenmanagement-System betrifft nahezu alle Mitarbeitenden, die Reisen oder Ausgaben abrechnen — und Menschen ändern eingespielte Gewohnheiten nur ungern. Wird das System als bürokratische Hürde empfunden, weichen Mitarbeitende aus, reichen unvollständig ein oder sammeln Belege weiter auf Papier. Deshalb ist das Change-Management kein Beiwerk, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor. Klare Kommunikation über den Nutzen, verständliche Schulungen und ein erreichbarer Support machen den Unterschied zwischen einer Plattform, die gelebt wird, und einer, die umgangen wird.
Bewährt hat sich ein schrittweiser Rollout: mit einer Pilotgruppe beginnen, Erfahrungen sammeln, die Konfiguration nachschärfen und dann breit ausrollen. So lassen sich Reibungspunkte früh erkennen, bevor sie das gesamte Unternehmen betreffen. INAGRO betont, dass der technische Betrieb dank SaaS meist der einfachere Teil ist — die organisatorische Einführung verdient die größere Aufmerksamkeit.

Betrieb im laufenden Alltag

Im laufenden Betrieb dominiert die Selbstbedienung: Mitarbeitende erfassen Belege mobil, reichen Abrechnungen ein und verfolgen deren Status; Genehmigende geben über Web oder App frei; die Finanzabteilung überwacht Ausgaben, Auswertungen und die Übergabe an die Buchhaltung. Der Betrieb erfordert weiterhin Pflege — etwa wenn sich Richtlinien ändern, neue Kostenstellen hinzukommen oder Nutzerrollen angepasst werden müssen. Diese fortlaufende Pflege ist überschaubar, sollte aber einer verantwortlichen Rolle zugewiesen sein, damit das System aktuell und konsistent bleibt.
Einführung mit Augenmaß

SAP Concur als SaaS nimmt den technischen Betriebsaufwand ab — der Erfolg entscheidet sich jedoch bei der richtlinienkonformen Konfiguration und beim Change-Management. Ein schrittweiser Rollout mit Pilotgruppe, verständliche Schulungen und ein erreichbarer Support sind wichtiger als jede Einzelfunktion. Wer die organisatorische Einführung unterschätzt, verschenkt einen großen Teil des möglichen Nutzens.

Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

SAP Concur im Mittelstand & für kleine Firmen

Die Stärke von SAP Concur liegt bei Unternehmen mit einem nennenswerten Reise- und Ausgabenaufkommen, klaren Richtlinienanforderungen und dem Wunsch nach einem durchgängigen, prüfbaren Prozess. Je kleiner und einfacher ein Betrieb strukturiert ist, desto genauer sollte geprüft werden, ob die Tiefe der Plattform dem Bedarf entspricht oder ob ein schlankeres Werkzeug besser passt.

Für den gehobenen Mittelstand und größere Organisationen spielt SAP Concur seine Stärken aus. Wo viele Mitarbeitende reisen, wo mehrere Standorte oder Länder betroffen sind, wo Richtlinien komplex und Genehmigungswege mehrstufig sind und wo eine SAP-Systemlandschaft besteht, liefert die Plattform genau die Tiefe, die solche Anforderungen verlangen. Die Investition in Konfiguration und Change-Management amortisiert sich hier über die Zahl der Vorgänge und den Gewinn an Compliance und Transparenz.
Für kleine Firmen und Solo-Selbstständige stellt sich die Frage anders. Wo nur wenige Reisen und Ausgaben pro Monat anfallen und die Richtlinien einfach sind, kann die Tiefe von SAP Concur mehr sein, als benötigt wird — sowohl bei der Einführung als auch bei den Kosten. In solchen Fällen sind schlankere, schnell startbare Werkzeuge oder eine gut organisierte Kombination aus Firmenkreditkarte und Buchhaltungssoftware oft die pragmatischere Wahl. Die ehrliche Frage lautet nicht, ob SAP Concur gut ist, sondern ob sein Profil zum eigenen Bedarf passt.
Stärken
  • Durchgängiger, prüfbarer Prozess von der Buchung bis zur Verbuchung.
  • Tiefe, konfigurierbare Richtlinienlogik und mehrstufige Genehmigungen.
  • Reisebuchung, Ausgaben und Rechnungen unter einem Dach.
  • Enge Anbindung an SAP-Finanzsysteme und andere ERP-Lösungen.
  • Automatisierung durch OCR, Audit-Funktionen und Auffälligkeitserkennung.
Einschränkungen
  • Einführung ist projekthaft und verlangt bewusste Konfiguration.
  • Für sehr kleine Betriebe oft mehr Tiefe als nötig.
  • Kostenmodell und Editionen sind erklärungsbedürftig und beim Anbieter zu prüfen.
  • US-Ursprung im SAP-Konzern: Serverstandort und EU-Datenverarbeitung klären.
  • Ersetzt keine Buchhaltung und keine steuerliche Beurteilung der Ausgaben.

Typische Einsatzszenarien

In der Praxis begegnet SAP Concur in wiederkehrenden Konstellationen. Ein mittelständisches Unternehmen mit Außendienst nutzt Concur Expense, um die vielen Reisekostenabrechnungen zu standardisieren und die Erstattung zu beschleunigen, statt Papierbelege und Excel-Listen zu verwalten. Ein international tätiges Unternehmen kombiniert Expense und Travel, um Buchung und Abrechnung in denselben Richtlinienrahmen zu bringen und länderübergreifend konsistent zu arbeiten. Ein SAP-Anwender setzt SAP Concur ein, um Reisekosten und Ausgaben eng an die bestehende SAP-Finanzlandschaft anzubinden und Medienbrüche zu vermeiden.
Allen Szenarien gemeinsam ist, dass der Nutzen dort am größten ist, wo Volumen, Komplexität und Compliance-Anforderungen zusammenkommen. Wo diese Faktoren gering sind, spielt SAP Concur seine Stärken nur teilweise aus, und der Einführungs- und Pflegeaufwand steht in einem ungünstigeren Verhältnis zum Nutzen.

Wann SAP Concur überzeugt — und wann nicht

SAP Concur überzeugt vor allem dann, wenn ein Unternehmen ein spürbares Reise- und Ausgabenaufkommen hat, klare Richtlinien durchsetzen will, mehrstufige Genehmigungen und eine enge ERP-Anbindung benötigt und bereit ist, in eine saubere Einführung zu investieren. Weniger naheliegend ist es für sehr kleine Betriebe mit wenigen Vorgängen, für Konstellationen, in denen eine schnelle, schlanke Lösung wichtiger ist als Prozesstiefe, oder wenn keinerlei Bereitschaft zu Konfigurationsaufwand besteht. Wie so oft entscheidet die ehrliche Passung zwischen Bedarf und Lösung — nicht der maximale Funktionsumfang. Betriebswirtschaftliche und steuerliche Detailfragen gehören zu den jeweiligen Fachexperten; dies ist keine Steuer- oder Finanzberatung.
Kapitel 09 · Kosten & DSGVO

Kosten, DSGVO, Datenhoheit & Serverstandort

Bei einer Cloud-Plattform für Reisekosten und Ausgaben stehen zwei Fragen im Vordergrund: Was kostet der Einsatz, und wie steht es um Datenschutz und Datenhoheit? Weil SAP Concur seinen Ursprung in einem US-Unternehmen hat und heute zum deutschen SAP-Konzern gehört, verdient gerade der Umgang mit personenbezogenen Daten, Serverstandort und Datentransfer besondere Aufmerksamkeit.

Bei den Kosten folgt SAP Concur einem für Enterprise-Software typischen Muster: Die Preise hängen von den gewählten Modulen, der Anzahl der Nutzer beziehungsweise Transaktionen, der Edition und dem Umfang der Einführung ab. Anders als bei einem einfachen Abo mit festem Monatspreis ist das Kostenmodell erklärungsbedürftig und wird in der Regel individuell ermittelt. Hinzu kommen einmalige Aufwände für Konfiguration und Rollout. Dieser Abschnitt ordnet die Kostenlogik ein, ohne konkrete Eurobeträge zu nennen, da Preise vom individuellen Zuschnitt abhängen und sich ändern. Die jeweils aktuellen Konditionen sind direkt beim Anbieter zu erfragen.
Modulumfang
Abhängig · von Modulen
Expense, Travel und Invoice einzeln oder kombiniert
  • Die Auswahl der Module bestimmt den Grundumfang. Wer nur Reisekosten abrechnet, hat einen anderen Zuschnitt als ein Unternehmen mit Travel und Invoice.
Nutzung & Volumen
Skaliert · nach Umfang
Nach Nutzern beziehungsweise Transaktionen
  • Die Kosten skalieren typischerweise mit der Zahl der Nutzer oder der abgerechneten Vorgänge. Ein realistisches Mengengerüst ist die Grundlage jeder Kalkulation.
Einführung
Einmalig · Projekt
Konfiguration, Integration und Rollout
  • Neben den laufenden Gebühren fallen einmalige Aufwände für Einrichtung, Integration und Schulung an. Sie gehören in jede ehrliche Gesamtbetrachtung.
Gesamtbild
Individuell · Angebot
Preise werden meist individuell ermittelt
  • Nicht der Listenpreis zählt, sondern das auf den Bedarf zugeschnittene Angebot. Preise ändern sich — Konditionen und Editionen beim Anbieter prüfen.

Was die tatsächlichen Kosten bestimmt

Die tatsächlichen Kosten von SAP Concur ergeben sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: welche Module genutzt werden, wie viele Nutzer und Transaktionen anfallen, wie aufwendig die Konfiguration und die Integrationen sind und welche Zusatzdienste hinzukommen. Ein Unternehmen mit vielen Reisenden und komplexen Anforderungen hat ein anderes Kostenbild als ein Betrieb mit wenigen, einfachen Vorgängen. Wer die Kosten realistisch einschätzen will, legt ein ehrliches Mengengerüst und den geplanten Einführungsaufwand zugrunde — nicht eine grobe Schätzung. Konkrete Preise ändern sich und sollten direkt beim Anbieter erfragt werden; dieser Artikel nennt bewusst keine erfundenen Beträge.

DSGVO, Serverstandort und der US-Ursprung

Beim Datenschutz ist die doppelte Herkunft von SAP Concur der entscheidende Punkt. Die Plattform stammt ursprünglich aus einem US-Unternehmen und gehört heute zum SAP-Konzern mit Sitz in Deutschland. Für die DSGVO-Bewertung ist nicht die Konzernzugehörigkeit allein maßgeblich, sondern die Frage, wo die personenbezogenen Daten tatsächlich verarbeitet und gespeichert werden und ob ein Transfer in Drittländer wie die USA stattfindet. Reisekosten- und Ausgabendaten enthalten personenbezogene Informationen von Mitarbeitenden — von Namen und Reisezielen bis zu Ausgabenverhalten —, weshalb dieser Punkt erhebliches Gewicht hat.
Für Unternehmen im DACH-Raum ist die EU-Datenverarbeitung die DSGVO-konformere Option. Es sollte konkret geprüft werden, ob und in welchem Umfang SAP Concur eine Verarbeitung und Speicherung in einer EU-Region anbietet, wie mögliche Datentransfers in Drittländer geregelt sind und auf welcher Rechtsgrundlage sie erfolgen. Ebenso gehören ein Auftragsverarbeitungsvertrag, die Regelung von Subunternehmern und die Transparenz über den Serverstandort zu den Punkten, die vor einer Entscheidung zu klären sind. Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten und ändern sich mit der Produktentwicklung; die belastbare Auskunft liefert der Anbieter, die rechtliche Bewertung gehört zu Fachexperten. Dies ist keine Rechtsberatung.

Sorgfaltspflichten des Unternehmens

Unabhängig davon, wie der Anbieter aufgestellt ist, verbleiben Sorgfaltspflichten beim Unternehmen. Dazu gehören ein sauberer Auftragsverarbeitungsvertrag, die Aufnahme der Verarbeitung in das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, ein durchdachtes Rechte- und Rollenkonzept, der Schutz der Zugänge über sichere Verfahren und die Berücksichtigung arbeitsrechtlicher Aspekte, wenn Ausgabendaten von Mitarbeitenden ausgewertet werden. Die gesetzeskonforme Aufbewahrung von Belegen und Buchungsdaten im Rahmen der Buchführungspflichten bleibt ebenfalls Aufgabe des Unternehmens und seiner Buchhaltung. Datenschutz-, Vertrags- und arbeitsrechtliche Fragen gehören zu Fachexperten.
Datenschutz & Datenhoheit bei einer US-stämmigen Konzernlösung

Die wichtigsten Punkte, die bei SAP Concur wegen des US-Ursprungs im deutschen SAP-Konzern besonders zu prüfen und zu regeln sind:

Anbieter-Herkunft
US-Ursprung, heute Teil des SAP-Konzerns (Deutschland)
Serverstandort
EU-Region und Speicherort konkret beim Anbieter prüfen
Datentransfer
Mögliche Drittlandtransfers und Rechtsgrundlage klären
EU-Verarbeitung
EU-Datenverarbeitung als DSGVO-konformere Option
AV-Vertrag
Auftragsverarbeitung und Subunternehmer regeln
Zugriffsschutz
Rollen, Rechte und sichere Anmeldung konsequent nutzen

Erwartungsmanagement statt Bauchgefühl

INAGRO rät, Kosten und Datenschutz mit nüchternem Erwartungsmanagement anzugehen. SAP Concur ist eine leistungsfähige, tiefe Plattform — ihr Wert liegt in Prozesstiefe, Compliance und Integration, nicht im niedrigsten Preis oder der schnellsten Einführung. Wer allein auf den Funktionsumfang schaut und die Fragen zu Serverstandort, EU-Datenverarbeitung und Datentransfer ausblendet, riskiert spätere Nacharbeit. Wer umgekehrt nur auf den Preis achtet, übersieht möglicherweise die einmaligen Einführungsaufwände. Eine ehrliche Abwägung berücksichtigt Kosten, Nutzen und Datenschutz gleichermaßen. Dies ist keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.
Kosten- & Datenschutz-Hinweis

Die Kosten von SAP Concur hängen von Modulen, Volumen, Edition und Einführungsaufwand ab und werden meist individuell ermittelt; konkrete Preise ändern sich und sollten beim Anbieter erfragt werden. Wegen des US-Ursprungs im deutschen SAP-Konzern sind Serverstandort, EU-Datenverarbeitung und mögliche Datentransfers konkret zu prüfen — die EU-Datenverarbeitung ist dabei die DSGVO-konformere Option. Die rechtliche Bewertung gehört zu Fachexperten. Dies ist keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu SAP Concur

Diese Fragen tauchen in Beratungsgesprächen rund um SAP Concur und das Reisekosten- und Ausgabenmanagement besonders häufig auf — kurz und sachlich beantwortet, herstellerneutral und ohne Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

Was ist SAP Concur genau?
SAP Concur ist eine cloudbasierte Softwareplattform für das Management von Reisekosten und Ausgaben (Travel & Expense). Sie deckt den gesamten Prozess ab — von der Reisebuchung über die Belegerfassung und die Prüfung gegen Richtlinien bis zur Genehmigung, Erstattung und Übergabe an die Buchhaltung. Die zentralen Module sind Concur Expense, Concur Travel und Concur Invoice. Angeboten wird die Plattform von SAP Concur, einer Einheit innerhalb des SAP-Konzerns, mit einem Ursprung als eigenständiges US-Unternehmen.
Welche Module bietet SAP Concur?
Die drei Kernmodule sind Concur Expense für die Abrechnung von Reisekosten und Ausgaben, Concur Travel für die richtlinienkonforme Buchung von Flügen, Bahn, Hotels und Mietwagen sowie Concur Invoice für die Verarbeitung von Eingangsrechnungen. Sie lassen sich einzeln oder kombiniert einsetzen, ergänzt durch mobile Apps, Belegerfassungs-Dienste und Analysefunktionen. Welche Module und Editionen für die eigene Größe und Prozesslandschaft passen, sollte im Rahmen einer Evaluierung mit dem Anbieter geklärt werden.
Ist SAP Concur eine Buchhaltungssoftware?
Nein. SAP Concur ist ein spezialisiertes Werkzeug für die vorgelagerten Prozesse rund um Reisekosten, Ausgaben und Eingangsrechnungen — Erfassung, Prüfung, Genehmigung und Aufbereitung. Die eigentliche Verbuchung findet in der Buchhaltung beziehungsweise im ERP statt, an das SAP Concur die aufbereiteten Daten übergibt. Es ersetzt weder eine Buchhaltungssoftware noch die steuerliche Beurteilung der Ausgaben; diese bleiben Aufgabe der Buchhaltung und des Steuerberaters.
Wie funktioniert die Anbindung an SAP, ERP und DATEV?
Als Teil des SAP-Konzerns ist SAP Concur eng auf das Zusammenspiel mit SAP-Finanzsystemen wie SAP S/4HANA ausgelegt; genehmigte Ausgaben und Buchungsdaten können dorthin übergeben werden. Die Plattform lässt sich aber auch an andere ERP- und Buchhaltungssysteme anbinden. Für die Zusammenarbeit mit Kanzleien im DATEV-Umfeld zählt, dass aufbereitete Buchungsdaten in verwertbarer Form bereitstehen. Welcher Weg im Einzelfall funktioniert — direkte Integration, verbindende Software oder Export —, hängt vom Setup ab und sollte mit dem Steuerberater und beim Anbieter geprüft werden.
Welche KI- und Automatisierungsfunktionen bietet SAP Concur?
Zu den bekanntesten Funktionen gehört die automatische Belegauslesung per OCR (verbreitet unter dem Namen ExpenseIt), bei der Betrag, Datum und Händler aus einem fotografierten Beleg erkannt werden. Hinzu kommen automatisierte Prüf- und Audit-Funktionen, die Abrechnungen gegen Regeln vorprüfen, sowie die Erkennung von Auffälligkeiten wie doppelt eingereichten Belegen. Diese Funktionen reduzieren manuelle Arbeit und erhöhen die Konsistenz, ersetzen aber nicht die menschliche Beurteilung und die steuerliche Einordnung. Der genaue Umfang entwickelt sich weiter und sollte beim Anbieter geprüft werden.
Eignet sich SAP Concur für kleine Unternehmen?
SAP Concur ist traditionell auf den gehobenen Mittelstand und größere Organisationen mit einem nennenswerten Reise- und Ausgabenaufkommen ausgelegt. Für sehr kleine Betriebe mit wenigen, einfachen Vorgängen kann die Tiefe der Plattform mehr sein, als benötigt wird — sowohl bei der Einführung als auch bei den Kosten. In solchen Fällen sind schlankere, schnell startbare Werkzeuge oder eine Kombination aus Firmenkreditkarte und Buchhaltungssoftware häufig pragmatischer. Entscheidend ist die Passung zwischen Bedarf und Lösung, nicht der maximale Funktionsumfang.
Was kostet SAP Concur?
Das hängt von den gewählten Modulen, der Zahl der Nutzer beziehungsweise Transaktionen, der Edition und dem Einführungsaufwand ab. Anders als bei einem einfachen Abo mit festem Monatspreis ist das Kostenmodell erklärungsbedürftig und wird in der Regel individuell ermittelt; hinzu kommen einmalige Aufwände für Konfiguration und Rollout. Konkrete Preise ändern sich und sollten direkt beim Anbieter erfragt werden. Für eine realistische Kalkulation zählt ein ehrliches Mengengerüst und der geplante Einführungsaufwand, nicht eine grobe Schätzung.
Ist SAP Concur DSGVO-konform, und wo liegen die Daten?
SAP Concur hat seinen Ursprung in einem US-Unternehmen und gehört heute zum SAP-Konzern mit Sitz in Deutschland. Für die DSGVO-Bewertung ist entscheidend, wo personenbezogene Daten tatsächlich verarbeitet und gespeichert werden und ob ein Transfer in Drittländer wie die USA stattfindet. Es sollte konkret geprüft werden, ob eine Verarbeitung in einer EU-Region angeboten wird — die EU-Datenverarbeitung ist die DSGVO-konformere Option —, wie Datentransfers geregelt sind und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag vorliegt. Diese Fragen ändern sich mit der Produktentwicklung; die belastbare Auskunft liefert der Anbieter, die rechtliche Bewertung gehört zu Fachexperten. Dies ist keine Rechtsberatung.

Digitales Ausgaben- & Reisekosten-Setup strategisch angehen

Brauchen Sie ein durchdachtes Ausgabenmanagement?

Wir prüfen herstellerneutral, wie sich eine Plattform wie SAP Concur in Ihr digitales Finanz- und Buchhaltungs-Setup einfügt: Modulwahl (Expense, Travel, Invoice), Richtlinien- und Genehmigungslogik, Anbindung an ERP, SAP S/4HANA und den DATEV-Weg zum Steuerberater, Kreditkarten- und Reisedienstleister-Integration, Kostenlogik sowie das Datenschutz-Setup mit Blick auf Serverstandort, EU-Datenverarbeitung und Datentransfer — pragmatisch auf den Mittelstand zugeschnitten. Dies ist keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

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