Wissensdatenbank · Zahlungssysteme & FinTech

Open Banking & PSD2

API-basierter Bankzugang auf Basis der PSD2-Richtlinie — Kontozugriff, Zahlungsauslösung und Finanzautomatisierung.

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11 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juni 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
Open Banking & PSD2
INAGRO Wissensdatenbank · 46 Zahlungssysteme & FinTech
Typ
Konzept / EU-Regulierung
Kern
API-basierter Bankzugang (PSD2)
Grundlage
PSD2-Richtlinie (2018), AIS/PIS/SCA
Nutzen
Kontodaten/Zahlungen automatisieren
Ausblick
Übergang zu PSD3 / FIDA
DACH-Fokus
BaFin-Aufsicht, SCA, Datenhoheit
INAGRO Eignung KMU
★★★★★
Kapitel 01 · Überblick

Was ist Open Banking & PSD2 – und warum ist es relevant?

Open Banking bezeichnet den API-basierten, standardisierten Zugang zu Bankkonten — ermöglicht durch die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (seit 2018 in Kraft). PSD2 verpflichtet Banken, lizenzierten Drittanbietern (TPPs) über sichere Schnittstellen Zugriff zu gewähren: AIS (Account Information Services — Kontoinformationen abrufen), PIS (Payment Initiation Services — Zahlungen direkt vom Konto auslösen) und SCA (Strong Customer Authentication — starke Kundenauthentifizierung). So lassen sich Kontodaten und Zahlungen sicher und mit Einwilligung der Kund:innen in Anwendungen integrieren.

Für den DACH-Mittelstand eröffnet Open Banking die Finanzautomatisierung: automatisierter Kontoabgleich, Multibanking, Bonitäts-/Liquiditätsanalysen, Zahlungsauslösung im Checkout (z. B. giropay/Wero auf PSD2-Basis) und eingebettete Finanzprozesse. Anbieter wie finAPI, Tink, TrueLayer oder Plaid stellen die technische Brücke. Wichtig: Wer selbst Kontodaten abruft oder Zahlungen auslöst, benötigt i. d. R. einen regulierten Status (AISP/PISP) oder nutzt einen lizenzierten Dienstleister. INAGRO empfiehlt, Use Case, Lizenzmodell (eigene Zulassung vs. Anbieter) und SCA-Anforderungen früh zu klären. Der Markt bewegt sich Richtung PSD3 / Financial Data Access (FIDA) — Open Finance über reine Zahlungsdaten hinaus. Keine Rechtsberatung — regulatorische Anforderungen (PSD2/PSD3, Verbraucherkredit, Lizenzpflichten) sind im Einzelfall mit Fachjurist:innen / der BaFin-Perspektive zu klären.
INAGRO-Einschätzung
Der zentrale Punkt: Open Banking ist der API-basierte Bankzugang auf Basis von PSD2 (2018) — AIS (Kontodaten), PIS (Zahlungsauslösung), SCA (starke Authentifizierung). Es ermöglicht Finanzautomatisierung (Kontoabgleich, Multibanking, Checkout-Zahlungen). Eigener Abruf/Auslösung braucht AISP/PISP-Status oder einen lizenzierten Anbieter; der Übergang zu PSD3/FIDA läuft.

Warum Open Banking & PSD2 2026 relevant ist

  • Standardisierter API-Bankzugang (PSD2)
  • AIS (Kontodaten) & PIS (Zahlungsauslösung)
  • Finanzautomatisierung/Multibanking
  • SCA-Sicherheit (2-Faktor)
  • Anbieter-Brücke (finAPI/Tink/TrueLayer)
  • Basis für Open Finance (PSD3/FIDA)

Die wichtigsten Anwendungsfälle im DACH-Markt

  1. Automatisierter Kontoabgleich/Multibanking
  2. Zahlungsauslösung im Checkout (PIS)
  3. Bonitäts-/Liquiditätsanalyse (AIS)
  4. Buchhaltungs-/ERP-Integration
  5. Embedded Finance / Open Finance
Kapitel 02 · Editionen & Zugang

Editionen & Zugangs-Wege verstehen

Die wichtigsten Bezugswege und Editionen von Open Banking & PSD2 im Überblick.

Zugangs-Weg Preis-Modell Inklusive Zielgruppe
Open-Banking-Konzept kostenlos Rahmen/Strategie Geschäftsführung/Finance
API-Anbindung (AIS/PIS) Abo/Transaktion Kontodaten/Zahlungsauslösung IT/Finance
Lizenz/TPP-Status Regulierung AISP/PISP-Zulassung (BaFin) Compliance/Recht
Lizenz- & Verfügbarkeits-Hinweis
Wichtiger Hinweis: Zahlungs-/FinTech-Themen sind keine Rechtsberatung — regulatorische Anforderungen (PSD2/PSD3, Verbraucherkredit, Lizenzpflichten) sind im Einzelfall mit Fachjurist:innen / der BaFin-Perspektive zu klären. Bei Tools/Dienstleistern: Lizenzstatus, Verarbeitungsort/EU-Hosting, AVV und Datenhoheit prüfen.
Kapitel 03 · Eignung

Wer nutzt Open Banking & PSD2 – und wer besser nicht?

Open Banking & PSD2 passt gut zu:

  • Finanzprozesse automatisieren
  • Multibanking/Kontodaten nutzen
  • Checkout-Zahlung per Konto (PIS)
  • FinTech-/SaaS-Anbindung

Open Banking & PSD2 passt schlecht zu:

  • Ohne Klärung des Lizenzstatus starten
  • Kein Bedarf an Kontodaten/-zahlungen
  • Nur Kartenzahlung relevant
  • —

AIS vs. PIS (Open-Banking-Dienste)

Aspekt AIS (Kontoinfo) PIS (Zahlungsauslösung)
Funktion Kontodaten abrufen Zahlung vom Konto auslösen
Lizenz AISP PISP
Use Case Multibanking/Bonität Checkout/Überweisung
SCA Erforderlich Erforderlich
Einordnung
Einordnung: AIS (Account Information) liest Kontodaten mit Einwilligung — für Multibanking, Buchhaltung und Bonitätsanalyse; PIS (Payment Initiation) löst Zahlungen direkt vom Konto aus — als Alternative zur Karte im Checkout. Beide erfordern SCA und einen regulierten Status (AISP/PISP) bzw. einen lizenzierten Dienstleister. Die Wahl folgt dem Use Case; oft werden beide kombiniert.
Kapitel 04 · Funktionen

Funktionen & was Open Banking & PSD2 konkret kann

Kern-Fähigkeiten

  • AIS (Kontoinformations-Abruf)
  • PIS (Zahlungsauslösung)
  • SCA / starke Authentifizierung
  • Consent-/Einwilligungs-Management
  • Multibanking/Account-Aggregation
  • API-Integration (TPP/Anbieter)

Charakter & Stärken im Kontext

Der Charakter ist regulatorisch verankerter API-Bankzugang. Im DACH-Kontext ist Open Banking der Hebel zur Finanzautomatisierung (Kontoabgleich, Multibanking, PIS-Checkout, Bonität) — auf Basis von PSD2 mit AIS/PIS und verpflichtender SCA. Entscheidend ist das Lizenz-/Betriebsmodell: eigener AISP/PISP-Status (BaFin) oder Nutzung eines lizenzierten Anbieters (finAPI/Tink/TrueLayer/Plaid). Bei Anbietern sind Verarbeitungsort/EU-Hosting, AVV und Datenhoheit (sensible Kontodaten) zu prüfen. Der Markt entwickelt sich Richtung PSD3/FIDA (Open Finance). Keine Rechtsberatung — regulatorische Anforderungen (PSD2/PSD3, Verbraucherkredit, Lizenzpflichten) sind im Einzelfall mit Fachjurist:innen / der BaFin-Perspektive zu klären.
Charakter im Kontext
Charakter im Kontext: Open Banking ist der PSD2-basierte API-Zugang zu Konten (AIS/PIS/SCA) — die Grundlage für Finanzautomatisierung und Embedded Finance. Lizenzstatus und Anbieterwahl sind die Kernentscheidungen; der Übergang zu PSD3/FIDA erweitert den Rahmen.
Kapitel 05 · Preise

Preise & Kosten realistisch kalkulieren

Die typischen Kostendimensionen von Open Banking & PSD2 für deutsche Unternehmen.

  • Konzept/Strategie: kostenlos
  • API-Anbindung (Anbieter): Abo/Transaktion
  • Eigene Lizenz (AISP/PISP): Regulierungs-/Aufbaukosten
  • Spart manuelle Finanzprozesse (Nutzen)
  • EU-Hosting/Datenhoheit der Anbieter prüfen
Kosten-Hinweis
Kosten-Hinweis: Das Konzept ist kostenlos; reale Kosten entstehen über API-Anbieter (Abo/Transaktion) oder den Aufbau eines eigenen regulierten Status (AISP/PISP — aufwendig). Der Nutzen ist die Automatisierung von Finanzprozessen (Kontoabgleich, Zahlungen, Bonität). Lizenzmodell und SCA-Anforderungen früh klären; bei Anbietern EU-Hosting/Datenhoheit/AVV beachten.
Kapitel 06 · Umsetzung

Implementierung & Einführung im Unternehmen

Typischer Einführungs-Pfad

01
Use-Case- & Prozess-Analyse
Welche Prozesse, Abteilungen, Volumina und Systeme sind betroffen? Eignung, Datenschutz-Anforderung und Erfolgskriterien für Open Banking & PSD2 definieren.
02
Pilot & Proof of Concept
Open Banking & PSD2 an einem klar abgegrenzten Prozess testen, Stabilität und Wartbarkeit messen, Berechtigungen und Datenquellen prüfen.
03
Rollout & Center of Excellence
Schrittweiser Rollout, Aufbau von Betriebs-/CoE-Strukturen, Schulung sowie Governance für Zugriffe, Credentials und Aufbewahrung.
04
Betrieb & Skalierung
Stabilität und ROI monitoren, weitere Prozesse erschließen und die Lösung bei Änderungen der Zielsysteme zuverlässig warten.
DSGVO- & Governance-Setup

Wesentliche Datenschutz- und Governance-Punkte, die bei der Einführung sauber aufgesetzt werden müssen:

Datenstandort & Hosting
prüfen (EU-Region bzw. Self-Hosting) und vertraglich festhalten
Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)
mit dem Anbieter abschließen
Berechtigungs-Konzept
nur auf notwendige Systeme und Daten berechtigen
Protokollierung & Audit-Trail
für nachvollziehbare, revisionssichere Abläufe
Sensible Daten
(Personal-, Finanz-, Gesundheitsdaten) klassifizieren und Zugriffe einschränken
Governance
für Lebenszyklus, Credentials-Verwaltung und Aufbewahrung etablieren
Praxis-Hinweis
Praxis-Hinweis: Use Case (AIS/PIS), Lizenzmodell (eigene Zulassung vs. lizenzierter Anbieter) und SCA-Anforderungen früh klären, dann einen passenden Anbieter (finAPI/Tink/TrueLayer/Plaid) anbinden. Consent-Management sauber umsetzen, EU-Hosting/Datenhoheit/AVV prüfen und den PSD3/FIDA-Ausblick mitdenken. Keine Rechtsberatung.
Kapitel 07 · Ökosystem

Integrationen & Ökosystem

Dienste

  • AIS/PIS
  • SCA/Consent

Anbieter

  • finAPI/Tink/TrueLayer
  • Plaid
Ökosystem-Hinweis
Ökosystem-Hinweis: Open Banking (Cluster A) ist die regulatorische Basis der Open-Banking-/Aggregations-Anbieter (finAPI/Tink/TrueLayer/Plaid) und eng mit PSD2 & SCA, Embedded Finance und Payment-Methoden im DACH verbunden.
Kapitel 08 · Bewertung

INAGRO-Praxisbewertung & typische Fallstricke

Die häufigsten Fehler bei Open Banking & PSD2 im DACH

Fehler 1: Lizenzstatus nicht klären Lösung: AISP/PISP vs. Anbieter prüfen (BaFin).
Fehler 2: SCA unterschätzen Lösung: Starke Authentifizierung einplanen.
Fehler 3: Datenhoheit ignorieren Lösung: EU-Hosting/AVV der Anbieter prüfen.
Fehler 4: Consent-Management vernachlässigen Lösung: Einwilligung sauber managen.
Fehler 5: PSD3/FIDA übersehen Lösung: Roadmap mitdenken.
Stärken
  • Standardisierter API-Bankzugang
  • AIS/PIS für Daten & Zahlungen
  • Finanzautomatisierung
  • SCA-Sicherheit
  • Anbieter senken Eintrittshürde
  • Basis für Open Finance
Einschränkungen
  • Lizenz-/Regulierungsfragen (AISP/PISP)
  • SCA-Aufwand
  • Datenhoheit (Kontodaten) sensibel
  • Anbieterabhängigkeit
  • API-Qualität je Bank unterschiedlich
  • Keine Rechtsberatung ersetzt
Realistische Empfehlung

Open Banking & PSD2 ist kein Selbstzweck — die Wahl folgt Use-Case, vorhandenem Stack/Bestand und der Verfügbarkeit von Fachkräften. Im Zweifel herstellerneutral prüfen, was wirklich zum Ziel passt.

Kapitel 09 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu Open Banking & PSD2

Was ist Open Banking?
Der API-basierte, standardisierte Zugang zu Bankkonten auf Basis der EU-Richtlinie PSD2 (seit 2018). Banken müssen lizenzierten Drittanbietern (TPPs) über sichere Schnittstellen Zugriff gewähren: AIS (Kontoinformationen), PIS (Zahlungsauslösung) und SCA (starke Kundenauthentifizierung). So lassen sich Kontodaten und Zahlungen mit Einwilligung in Anwendungen integrieren.
Was ist der Unterschied zwischen AIS und PIS?
AIS (Account Information Services) ruft Kontodaten ab — für Multibanking, Buchhaltung und Bonitätsanalyse. PIS (Payment Initiation Services) löst Zahlungen direkt vom Konto aus — als Alternative zur Kartenzahlung im Checkout. Beide erfordern SCA und einen regulierten Status (AISP/PISP) oder einen lizenzierten Dienstleister.
Brauche ich eine Lizenz für Open Banking?
Wer selbst Kontodaten abruft (AISP) oder Zahlungen auslöst (PISP), benötigt i. d. R. einen regulierten Status (BaFin-Zulassung) oder nutzt einen lizenzierten Dienstleister (finAPI/Tink/TrueLayer/Plaid). Welcher Weg passt, ist im Einzelfall zu klären. Keine Rechtsberatung — Lizenzpflichten sind mit Fachjurist:innen / der BaFin-Perspektive zu klären.
Was kommt nach PSD2?
Der Markt bewegt sich Richtung PSD3 und Financial Data Access (FIDA) — Open Finance über reine Zahlungsdaten hinaus (z. B. Versicherungen, Investments). Bestehende Open-Banking-Konzepte bleiben die Basis, der Rahmen wird erweitert.
Wie sicher ist Open Banking?
PSD2 schreibt SCA (starke Kundenauthentifizierung, 2-Faktor) und einwilligungsbasierten Zugriff vor; Daten fließen über regulierte, geprüfte Schnittstellen. Dennoch sind bei Anbietern Verarbeitungsort/EU-Hosting, AVV und Datenhoheit zu prüfen, da Kontodaten sensibel sind. Keine Rechtsberatung.

Payment-Stack & PSD2-Compliance strategisch angehen

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