Wissensdatenbank · Web-Analytics · Datenhoheit & DSGVO

Matomo – Web-Analytics mit voller Datenhoheit.

Matomo ist die quelloffene Web-Analytics-Plattform, die als datenschutzfreundliche Alternative zu Google Analytics 4 antritt. Wer selbst hostet, behält die volle Kontrolle über jeden erfassten Datensatz – ein Argument, das im DACH-Raum mit seiner strengen DSGVO-Auslegung zunehmend den Ausschlag gibt. Dieser Fachartikel ordnet Funktionen, Betriebsmodelle und Datenschutz herstellerneutral ein.

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.

18 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juni 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
Matomo
InnoCraft · Wellington, Neuseeland
Typ
Web-Analytics (Open Source)
Lizenz
GPLv3
Betrieb
On-Premise & Cloud
Differenzierung
Datenhoheit & DSGVO
Datenresidenz (Cloud)
EU-Rechenzentren
Wettbewerb
Google Analytics 4
INAGRO Eignung datenschutzsensible Unternehmen
★★★★★
Kapitel 01 · Überblick

Was ist Matomo – und warum gewinnt es an Bedeutung?

Matomo ist eine quelloffene Web-Analytics-Plattform, die misst, wie Besucherinnen und Besucher eine Website nutzen – von der Herkunft des Traffics über das Verhalten auf den Seiten bis zu den ausgelösten Conversions. Anders als die marktbeherrschenden Dienste rückt Matomo einen einzigen Gedanken in den Mittelpunkt: Die erhobenen Daten sollen dem Website-Betreiber gehören, nicht einem Werbekonzern. Ursprünglich 2007 unter dem Namen „Piwik“ gestartet und 2018 in Matomo umbenannt, hat sich das Projekt zu einer der bekanntesten datenschutzorientierten Analytics-Lösungen entwickelt.

Hinter Matomo steht das neuseeländische Unternehmen InnoCraft, das den Open-Source-Kern pflegt und kommerzielle Dienste wie Premium-Funktionen und einen gehosteten Cloud-Betrieb anbietet. Der Quellcode steht unter der GPLv3 frei zur Verfügung – das bedeutet, dass jede Organisation die Software prüfen, anpassen und auf eigener Infrastruktur betreiben darf. Diese Transparenz ist kein Marketing-Detail, sondern der eigentliche Hebel: Sie macht nachvollziehbar, welche Daten erhoben werden und wohin sie fließen.
Drei Eigenschaften definieren Matomo und erklären, warum die Plattform im deutschsprachigen Raum besonders nachgefragt wird:
  • Datenhoheit als Grundprinzip – Beim Self-Hosting verlassen die Analysedaten niemals die eigene Infrastruktur. Es gibt keinen Drittanbieter, der die Daten parallel für eigene Zwecke nutzt. Wer Wert auf digitale Souveränität legt, findet hier ein Fundament, das viele Cloud-Dienste nicht bieten.
  • Datenschutz ab Werk – Funktionen wie IP-Anonymisierung, konfigurierbare Datenaufbewahrung, das Achten auf „Do Not Track“ und – je nach Konfiguration – cookieloses Tracking sind nicht nachträglich aufgesetzt, sondern Teil des Produktversprechens.
  • Funktionale Breite – Matomo deckt nicht nur klassische Besucherstatistiken ab, sondern bietet auch Verhaltensanalysen, Conversion-Tracking, Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen. Damit konkurriert es funktional mit deutlich teureren Spezialwerkzeugen.

Wer setzt Matomo typischerweise ein?

Matomo ist branchenneutral, hat aber klare Schwerpunkte bei Organisationen mit erhöhtem Datenschutzbedarf. Behörden und öffentliche Einrichtungen schätzen die Möglichkeit, Analytics komplett im eigenen Rechenzentrum zu betreiben. Unternehmen aus dem Gesundheits-, Finanz- und Bildungssektor, die mit sensiblen Daten arbeiten, profitieren von der vollständigen Kontrolle. Und im klassischen Mittelstand wächst die Gruppe derer, die nach den juristischen Diskussionen um US-Cloud-Dienste eine rechtlich robustere Alternative suchen, ohne auf aussagekräftige Reports zu verzichten.

Was Matomo nicht ist

Ehrlichkeit gehört zur Einordnung: Matomo ist keine vollständige Marketing-Suite, die Werbeanzeigen ausspielt, Zielgruppen über mehrere Plattformen hinweg synchronisiert oder ein riesiges Ökosystem an Drittanbieter-Integrationen mitbringt. Es ist eine Analytics-Plattform mit datenschutzfreundlichem Anspruch. Wer eine tiefe Verzahnung mit einem Werbenetzwerk sucht, wird diese bewusst nicht finden – und genau das ist für viele Betreiber der Punkt.

Open Source als Vertrauensfundament

Dass der Quellcode offenliegt, hat über die reine Anpassbarkeit hinaus eine strategische Dimension. In einer Zeit, in der Organisationen zunehmend nach digitaler Souveränität streben, ist die Unabhängigkeit von einem einzelnen Anbieter ein eigenständiger Wert. Wird ein proprietärer Dienst eingestellt, verteuert oder in seinen Konditionen geändert, sind Kunden oft gezwungen, mitzuziehen. Bei Matomo bleibt die Software auch dann nutzbar, weil sie quelloffen vorliegt und von einer Gemeinschaft sowie dem Kernunternehmen getragen wird. Diese Reduktion von Abhängigkeit ist gerade für Behörden und langfristig planende Unternehmen ein gewichtiges Argument, das selten in Funktionslisten auftaucht, in der strategischen Bewertung aber den Ausschlag geben kann.
Hinzu kommt die Prüfbarkeit: Sicherheitsverantwortliche und Datenschutzbeauftragte können – im Gegensatz zu einer Black Box – grundsätzlich nachvollziehen, welche Daten die Software erhebt und wie sie verarbeitet werden. Das schafft eine Vertrauensbasis, die sich bei einer rein vertraglichen Zusicherung nicht in gleicher Weise herstellen lässt.
INAGRO-Einschätzung

Matomo ist für viele unserer Mandanten dann die richtige Wahl, wenn Datenhoheit und Rechtssicherheit Vorrang vor der Breite eines Werbe-Ökosystems haben. Die Plattform liefert die zentralen Kennzahlen, die fast jedes Unternehmen tatsächlich auswertet – Herkunft, Verhalten, Conversions –, ohne die Daten in fremde Hände zu geben. Die Frage ist selten „Kann Matomo das?“, sondern „Wie betreiben wir es sauber und werten wir es konsequent aus?“.

Kapitel 02 · Betriebsmodelle

On-Premise oder Matomo Cloud?

Die wichtigste Weichenstellung bei Matomo ist die Wahl des Betriebsmodells. Beide Varianten nutzen denselben funktionalen Kern, unterscheiden sich aber fundamental darin, wer die Infrastruktur verantwortet und wo die Daten physisch liegen. Diese Entscheidung prägt Datenschutz, Aufwand und Kostenstruktur gleichermaßen.

Matomo On-Premise
Self-Hosted

Die Software läuft auf eigener oder angemieteter Infrastruktur. Volle Kontrolle über Daten, Konfiguration und Aufbewahrung – im Gegenzug verantwortet das Unternehmen Betrieb, Updates und Skalierung selbst.

Software-LizenzKostenlos (GPLv3)
DatenortEigene Wahl
WartungEigenverantwortung
DatenhoheitVollständig
Matomo Cloud
Gehostet

InnoCraft betreibt Matomo als gehosteten Dienst, inklusive Updates, Backups und Skalierung. Schneller Start ohne eigene Server – die Daten liegen auf der Infrastruktur des Anbieters in EU-Rechenzentren.

AbrechnungNach Datenvolumen
DatenortEU-Rechenzentren
WartungDurch Anbieter
DatenhoheitHoch, via AV-Vertrag

Die Argumente für Self-Hosting

Der entscheidende Vorteil des On-Premise-Betriebs ist die vollständige Datenhoheit. Die Analysedaten liegen auf einem Server, den das Unternehmen kontrolliert – sei es im eigenen Rechenzentrum oder bei einem deutschen beziehungsweise europäischen Hosting-Partner. Kein externer Dienstleister erhält Einblick in die Rohdaten, und es entsteht kein Auftragsverarbeitungsverhältnis für die eigentliche Datenhaltung. Für Behörden und stark regulierte Branchen ist das oft die einzige Variante, die intern überhaupt genehmigungsfähig ist.
Hinzu kommt die unbegrenzte Konfigurierbarkeit: Aufbewahrungsfristen, Anonymisierungsgrad, eigene Plugins und individuelle Reports lassen sich frei festlegen. Die Software-Lizenz selbst ist kostenlos – Kosten entstehen für Hosting, Betrieb und gegebenenfalls Premium-Plugins. Das macht Self-Hosting bei hohem Traffic-Volumen häufig wirtschaftlich attraktiv, weil die Kosten nicht linear mit den gemessenen Zugriffen wachsen.

Die Argumente für die Cloud

Matomo Cloud nimmt dem Unternehmen den technischen Betrieb ab. Updates, Sicherheits-Patches, Backups und die Skalierung bei Lastspitzen übernimmt der Anbieter. Wer kein eigenes IT-Team für den Serverbetrieb hat oder schnell starten möchte, ist hier richtig. Die Daten werden nach Angaben des Anbieters in EU-Rechenzentren gehalten, und die Zusammenarbeit wird über einen Auftragsverarbeitungsvertrag geregelt. Die Datenhoheit ist damit nicht so absolut wie beim Self-Hosting, bleibt aber – verglichen mit einem werbefinanzierten US-Dienst – deutlich besser kontrollierbar.
Die Kehrseite: Die Abrechnung erfolgt in der Regel nach Datenvolumen, sodass die Kosten mit dem Traffic steigen. Außerdem gibt man einen Teil der Konfigurationstiefe und der physischen Kontrolle ab. Für viele mittelständische Websites mit überschaubarem Traffic ist die Cloud dennoch der pragmatischere Einstieg.
Faustregel aus der Praxis

Wer maximale Datenhoheit und volle Kontrolle braucht – etwa im öffentlichen Sektor oder bei sensiblen Daten – fährt mit On-Premise am besten, sofern IT-Ressourcen für den Betrieb vorhanden sind. Wer schnell starten will, geringen Betriebsaufwand bevorzugt und mit einem AV-Vertrag in der EU leben kann, ist mit der Cloud gut beraten. Eine Migration zwischen beiden Modellen ist später möglich, aber mit Aufwand verbunden – die Entscheidung sollte daher bewusst getroffen werden.

Kapitel 03 · Kernfunktionen

Was Matomo tatsächlich misst

Matomo deckt das gesamte Spektrum moderner Web-Analytics ab – von klassischen Besucherzahlen bis zu visuellen Verhaltensanalysen. Hier die zentralen Funktionsgruppen mit konkretem Praxisbezug, damit klar wird, welche Fragen sich mit der Plattform beantworten lassen.

Besucher & Herkunft

Wie viele Menschen besuchen die Website, woher kommen sie (Suchmaschine, Direktaufruf, Verweis, Kampagne), welche Geräte und Browser nutzen sie? Die Grundlage jeder Analyse – mit Echtzeit-Übersicht und historischen Verläufen.

Traffic-Quellen verstehen
Verhalten auf der Seite

Welche Seiten werden aufgerufen, wie lange verweilen Nutzer, wo steigen sie aus? Der Besucherprotokoll-Bericht zeigt einzelne Sitzungen Schritt für Schritt – wertvoll, um Reibungspunkte in der Navigation zu erkennen.

Inhalte optimieren
Conversions & Ziele

Definieren Sie Ziele – Newsletter-Anmeldung, Kontaktformular, Kauf – und messen Sie, welche Kanäle und Inhalte sie auslösen. Mit Trichter-Analysen wird sichtbar, an welcher Stelle Interessenten abspringen.

Abschlüsse steigern
Heatmaps

Visualisieren Sie per Klick-, Bewege- und Scroll-Heatmap, welche Bereiche einer Seite Aufmerksamkeit bekommen und welche übersehen werden. Ideal, um Layout-Entscheidungen mit Daten statt Bauchgefühl zu treffen.

Layout datenbasiert prüfen
Sitzungsaufzeichnungen

Anonymisierte Wiedergabe einzelner Sitzungen zeigt, wie Nutzer tatsächlich mit der Seite interagieren – Mausbewegungen, Klicks, Formular-Eingaben. Ein Werkzeug, um Usability-Probleme aufzuspüren, die in Zahlen unsichtbar bleiben.

Usability verbessern
E-Commerce-Tracking

Für Onlineshops erfasst Matomo Bestellungen, Warenkorb-Inhalte, Umsätze und Produktleistung. So wird messbar, welche Kampagnen und Seiten tatsächlich Umsatz erzeugen – nicht nur Klicks.

Umsatz Kanälen zuordnen

Standard- versus Premium-Funktionen

Ein wichtiger Punkt für die Planung: Nicht alle Funktionen sind im kostenlosen On-Premise-Kern enthalten. Klassische Web-Analytics – Besucher, Quellen, Verhalten, Conversions – gehören zum frei verfügbaren Funktionsumfang. Komfort- und Spezialfunktionen wie Heatmaps, Sitzungsaufzeichnungen, erweiterte Trichter-Analysen oder bestimmte SEO-Auswertungen werden hingegen als kostenpflichtige Premium-Plugins angeboten. In der Cloud sind viele dieser Funktionen je nach Tarif bereits enthalten. Bei der Budgetplanung lohnt sich deshalb die genaue Liste der benötigten Funktionen, bevor man sich auf ein Modell festlegt.

Rohdaten-Zugriff als Unterscheidungsmerkmal

Ein Aspekt, der in Vergleichen oft untergeht: Bei Matomo – insbesondere beim Self-Hosting – haben Unternehmen direkten Zugriff auf die Rohdaten in der eigenen Datenbank. Auswertungen lassen sich über eine Reporting-API automatisieren, in eigene Dashboards einspeisen oder mit anderen Datenquellen verknüpfen. Es gibt kein Sampling, das bei großen Datenmengen die Genauigkeit der Reports reduziert. Wer datengetrieben arbeitet und eigene Analysen aufbauen will, findet hier eine offene und vollständige Datenbasis.

Segmentierung und individuelle Berichte

Ein oft unterschätzter Stärkebereich ist die Segmentierung. Statt nur auf Gesamtzahlen zu blicken, lassen sich Besuchergruppen isoliert betrachten – etwa Nutzer aus einer bestimmten Kampagne, von Mobilgeräten oder aus einer Region. Erst dieser Blick auf Teilgruppen macht aus rohen Zahlen handlungsleitende Erkenntnisse, weil er zeigt, welche Inhalte für wen funktionieren. Dazu lassen sich individuelle Dashboards zusammenstellen, die genau die Kennzahlen bündeln, die ein bestimmtes Team braucht – das Marketing sieht andere Berichte als die Geschäftsführung.
Ergänzend bietet Matomo automatisierte Berichte, die in festem Rhythmus per E-Mail versendet werden, sowie eine offene Schnittstelle für die Anbindung an externe Werkzeuge. So lassen sich Analysedaten in bestehende Business-Intelligence-Umgebungen einspeisen oder mit anderen Datenquellen kombinieren, ohne die Datenhoheit aufzugeben. Diese Offenheit unterscheidet Matomo deutlich von geschlossenen Diensten, bei denen der Datenexport häufig limitiert oder kostenpflichtig ist.
Funktionen brauchen Auswertung

Die Breite der Funktionen verführt dazu, möglichst viel zu aktivieren. In der Praxis erzeugt das eher Daten-Friedhöfe als Erkenntnisse. Unsere Empfehlung: Starten Sie mit wenigen, klar definierten Fragen – etwa „Welche Kanäle bringen Anfragen?“ – und erweitern Sie das Tracking erst, wenn diese Fragen sauber beantwortet sind. Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen sind mächtig, sollten aber gezielt für konkrete Optimierungsprojekte eingesetzt werden.

Kapitel 04 · Datenschutz-Vorteile

Warum Matomo als datenschutzfreundlich gilt

Der Datenschutz ist nicht ein Feature unter vielen, sondern das Kernversprechen von Matomo. Mehrere Eigenschaften greifen ineinander, um die Erhebung personenbezogener Daten auf das Notwendige zu reduzieren und die Kontrolle beim Betreiber zu belassen. Wichtig: Die Vorteile entfalten sich nur bei korrekter Konfiguration – die Standardeinstellungen sind nicht automatisch die datenschutzfreundlichsten.

Die folgenden Bausteine machen Matomo zu einer bevorzugten Wahl, wenn Datenschutz Priorität hat:
  • Eigene Datenhaltung – Beim Self-Hosting liegen alle Daten auf der eigenen Infrastruktur. Es gibt keinen Datenabfluss an einen Werbekonzern und keine Zusammenführung mit Profilen aus anderen Diensten. Das ist der grundlegendste und stärkste Datenschutzvorteil.
  • IP-Anonymisierung – Matomo kann IP-Adressen vor der Speicherung kürzen, sodass kein vollständiger Identifikator mehr vorliegt. Der Grad der Kürzung ist konfigurierbar und sollte bewusst gesetzt werden.
  • Cookieloses Tracking – In einer entsprechenden Konfiguration kann Matomo ohne das Setzen von Tracking-Cookies arbeiten. Das verändert die Bewertung der Einwilligungspflicht und kann – je nach Auslegung und Konfiguration – den Verzicht auf ein Consent-Banner ermöglichen.
  • Achten auf „Do Not Track“ – Matomo kann das „Do Not Track“-Signal des Browsers respektieren und betroffene Nutzer von der Messung ausnehmen.
  • Konfigurierbare Aufbewahrung & Betroffenenrechte – Aufbewahrungsfristen lassen sich automatisiert durchsetzen, und es gibt Werkzeuge, um Auskunfts-, Lösch- und Widerspruchsrechte technisch umzusetzen.

Cookieloses Tracking und die Consent-Frage

Der vielleicht meistdiskutierte Vorteil ist die Möglichkeit, Matomo ohne Cookies und damit potenziell ohne Einwilligungs-Banner zu betreiben. Die Logik dahinter: Wenn keine Cookies gesetzt und keine Daten an Dritte übermittelt werden, die Erhebung auf ein datenschutzfreundliches Maß reduziert ist und ausschließlich der eigenen Reichweitenmessung dient, kann unter Umständen ein berechtigtes Interesse als Rechtsgrundlage in Betracht kommen. Das ist allerdings keine pauschale Erlaubnis, sondern hängt stark von der konkreten Konfiguration und der Auslegung der zuständigen Aufsichtsbehörde ab.
Wichtig ist die nüchterne Einordnung: Cookieloses Tracking reduziert in der Regel die Genauigkeit – etwa bei der Wiedererkennung wiederkehrender Besucher über mehrere Tage hinweg. Es ist ein Kompromiss zwischen maximaler Datenschutzfreundlichkeit und maximaler Messgenauigkeit. Viele Organisationen wählen bewusst die datenschutzfreundlichere Variante, weil ihnen die grundlegenden Trends genügen und sie auf ein Consent-Banner verzichten möchten.

Datenschutz ist eine Frage der Konfiguration

Es wäre ein Missverständnis, Matomo für „automatisch DSGVO-konform“ zu halten. Die Plattform ermöglicht einen datenschutzfreundlichen Betrieb, erzwingt ihn aber nicht. Wer Matomo mit vollständigen IP-Adressen, langer Aufbewahrung und aktivierten Cookies betreibt, erhebt mehr personenbezogene Daten als nötig. Der Datenschutzvorteil entsteht erst durch eine bewusste Konfiguration – und genau hier liegt der Wert einer fachkundigen Einrichtung.
Die datenschutzfreundliche Grundkonfiguration

Diese Einstellungen bilden in der Praxis eine solide Ausgangsbasis für einen datenschutzorientierten Betrieb. Sie ersetzen keine individuelle Bewertung, geben aber die Richtung vor, in die eine saubere Konfiguration geht.

IP-Adressen
Vor Speicherung kürzen
Cookies
Möglichst cookielos
Aufbewahrung
Auf das Nötige begrenzt
Do Not Track
Respektieren
Datenort
EU / eigene Infrastruktur
Betroffenenrechte
Technisch abgebildet
Kapitel 05 · Marktvergleich

Matomo im Vergleich zu Google Analytics 4

Kaum eine Frage taucht in Analytics-Projekten häufiger auf als der Vergleich mit Google Analytics 4. Beide Werkzeuge messen Website-Nutzung, verfolgen aber unterschiedliche Philosophien. Die Kernabgrenzung lässt sich in einem Satz fassen: Matomo steht für Datenhoheit, Google Analytics 4 für die Einbindung in ein riesiges Werbe- und Daten-Ökosystem.

Kriterium Matomo Google Analytics 4
Datenhoheit Voll bei Self-Hosting Daten beim Anbieter
Kostenmodell Software frei, Hosting/Premium kostenpflichtig Standardversion kostenlos
Datenort EU / eigene Wahl Globale Infrastruktur
Daten für Werbung Keine Drittnutzung Teil des Werbe-Ökosystems
Rohdaten-Zugriff Direkt, kein Sampling Über BigQuery-Export
Consent-Banner Ggf. verzichtbar In der Regel nötig
Ökosystem & Integrationen Solide, fokussiert Sehr breit (Ads, Search)
Betriebsaufwand Höher bei Self-Hosting Gering (gehostet)

Datenhoheit gegen Ökosystem

Google Analytics 4 ist tief in das Google-Ökosystem eingebettet – Google Ads, Google Search Console, BigQuery und Looker greifen nahtlos ineinander. Wer stark auf bezahlte Google-Werbung setzt und Kampagnen bis zur Conversion durchverfolgen will, findet hier ein extrem ausgereiftes, aufeinander abgestimmtes System. Der Preis dafür ist, dass die Daten beim Anbieter liegen und Teil eines werbefinanzierten Geschäftsmodells werden.
Matomo dreht diese Logik um. Es verzichtet bewusst auf das Werbe-Ökosystem und stellt dafür die Kontrolle über die eigenen Daten in den Mittelpunkt. Wer also primär die eigene Website verstehen, Inhalte optimieren und Conversions messen will – ohne dass die Daten für fremde Zwecke verwendet werden –, ist mit Matomo passend bedient. Die Entscheidung ist letztlich weniger eine Funktionsfrage als eine strategische: Wie wichtig ist die Anbindung an Google-Werbung im Vergleich zur Datenhoheit?

Der rechtliche Hintergrund

Ein wesentlicher Treiber der Matomo-Nachfrage im DACH-Raum ist die juristische Diskussion um den Transfer personenbezogener Daten in die USA. Mehrere europäische Aufsichtsbehörden haben den Einsatz US-basierter Analytics-Dienste in der Vergangenheit kritisch bewertet. Auch wenn sich der Rechtsrahmen durch neue Abkommen weiterentwickelt, bleibt für viele Organisationen die Unsicherheit ein Grund, auf eine in der EU oder auf eigener Infrastruktur betriebene Lösung zu setzen. Matomo adressiert genau dieses Bedürfnis nach Planungssicherheit.

Wo die Werkzeuge sich überschneiden

Bei aller Abgrenzung lohnt der Hinweis, dass sich die Kernaufgabe beider Werkzeuge stark ähnelt. Wer wissen will, woher Besucher kommen, welche Seiten sie aufrufen und welche Conversions sie auslösen, erhält diese Antworten in beiden Systemen. Für den Großteil mittelständischer Websites deckt Matomo den tatsächlich genutzten Funktionsumfang vollständig ab. Die viel beschworenen Zusatzfähigkeiten von Google Analytics 4 – etwa kanalübergreifende Attribution über das gesamte Werbeökosystem oder prognostische Modelle – entfalten ihren Wert vor allem bei Organisationen mit großen, datengetriebenen Werbebudgets.
Daraus folgt eine pragmatische Erkenntnis: Für viele Unternehmen ist die Frage nach dem Funktionsumfang nicht der eigentliche Entscheidungspunkt, weil beide Systeme die benötigten Berichte liefern. Den Ausschlag geben vielmehr die strategischen Faktoren – Datenhoheit, Rechtssicherheit und die Frage, wessen Geschäftsmodell die eigenen Daten letztlich speist.
INAGRO-Einschätzung

In der Beratung formulieren wir den Vergleich gern als Frage nach dem Geschäftsmodell der Website: Lebt sie maßgeblich von bezahlter Google-Werbung, kann das GA4-Ökosystem operative Vorteile bieten. Steht dagegen die Rechtssicherheit, die Datenhoheit oder ein souveräner Außenauftritt im Vordergrund – etwa bei Behörden, im Gesundheitswesen oder bei datenschutzbewussten Marken –, ist Matomo meist die stimmigere Wahl. Beide Werkzeuge sind gut; sie optimieren nur für unterschiedliche Ziele.

Kapitel 06 · Migration

Der Umstieg von Google Analytics

Viele Matomo-Projekte beginnen nicht auf der grünen Wiese, sondern als Wechsel von einem bestehenden Google-Analytics-Setup. Der Umstieg ist gut machbar, erfordert aber Planung – insbesondere beim Umgang mit historischen Daten und bei der Neudefinition von Zielen und Kampagnen-Markierungen.

Der Wechsel lässt sich in vier Phasen gliedern, die sich in der Praxis bewährt haben:
01
Bestandsaufnahme & Zieldefinition
Zunächst wird erfasst, was im bestehenden Setup tatsächlich genutzt wird: Welche Reports schaut sich das Team an, welche Ziele und Conversions sind definiert, welche Kampagnen-Markierungen laufen? Vieles, was über Jahre angesammelt wurde, wird nie ausgewertet – die Migration ist die Gelegenheit, auf das Wesentliche zu reduzieren.
02
Matomo aufsetzen & Parallelbetrieb
Matomo wird installiert oder als Cloud-Instanz eingerichtet und der Tracking-Code parallel zum bestehenden System ausgespielt. Ein Parallelbetrieb über einige Wochen erlaubt es, die Zahlen beider Systeme zu vergleichen und Vertrauen in die neue Datenbasis aufzubauen, bevor das alte System abgeschaltet wird.
03
Ziele, Kampagnen & Reports nachbauen
Conversions, Trichter und Kampagnen-Parameter werden in Matomo neu angelegt. Die Begriffswelten unterscheiden sich – manche Kennzahlen sind nicht eins zu eins übertragbar. Hier ist eine saubere Übersetzung wichtig, damit das Reporting konsistent bleibt und das Team die neuen Berichte versteht.
04
Umstellung & Schulung
Nach erfolgreichem Parallelbetrieb wird auf Matomo umgestellt und das alte Tracking entfernt. Eine kurze Einweisung des Teams in die neue Oberfläche und die wichtigsten Reports stellt sicher, dass die Datenbasis auch tatsächlich genutzt wird – sonst verpufft der Aufwand.

Was passiert mit den historischen Daten?

Eine häufige Sorge betrifft die Vergangenheit: Gehen die alten Daten verloren? Grundsätzlich misst Matomo ab dem Zeitpunkt der Installation – es füllt sich nicht automatisch mit der Historie des Vorgängersystems. Es gibt zwar Wege, bestimmte historische Daten zu importieren, etwa aus Server-Logfiles oder über Importwerkzeuge, doch nicht jede Kennzahl lässt sich verlustfrei übertragen. In der Praxis empfehlen wir, die wichtigsten historischen Berichte des Altsystems zu archivieren und Matomo als sauberen Neustart der Datenerhebung zu betrachten. Der Parallelbetrieb sorgt dafür, dass keine Lücke entsteht.

Erwartungen an Zahlenunterschiede

Ein Punkt, der vorab kommuniziert werden sollte: Matomo und Google Analytics werden nie exakt dieselben Zahlen anzeigen. Unterschiedliche Zählweisen, abweichende Filterung von Bots, andere Sitzungsdefinitionen und – bei cookielosem Betrieb – eine andere Behandlung wiederkehrender Besucher führen zu Abweichungen. Das ist normal und kein Fehler. Entscheidend ist die Konsistenz innerhalb von Matomo über die Zeit, nicht der absolute Abgleich mit dem alten System.
Häufiger Stolperstein

Die meisten gescheiterten Migrationen scheitern nicht an der Technik, sondern am Reporting: Das Team erwartet die gewohnten Berichte und findet sie in anderer Form vor. Planen Sie deshalb genug Zeit ein, um die zentralen Reports nachzubauen und das Team mitzunehmen. Eine Migration ist erst dann erfolgreich, wenn die neuen Berichte im Arbeitsalltag tatsächlich genutzt werden.

Kapitel 07 · DSGVO in der Praxis

Matomo rechtskonform betreiben

Matomo bietet die technischen Voraussetzungen für einen datenschutzkonformen Betrieb – die rechtliche Verantwortung bleibt aber beim Betreiber. Dieses Kapitel beschreibt die praktischen Stellschrauben. Es ersetzt ausdrücklich keine Rechtsberatung; für eine verbindliche Bewertung Ihres konkreten Falls ziehen Sie bitte Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine spezialisierte Kanzlei hinzu.

Die zentralen Themen, die in der Praxis geklärt werden müssen, lassen sich in drei Bereiche gliedern:

Auftragsverarbeitung bei der Cloud

Wer Matomo Cloud nutzt, gibt personenbezogene Daten zur Verarbeitung an den Anbieter. Damit entsteht ein Auftragsverarbeitungsverhältnis, das durch einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) zu regeln ist. Dieser legt fest, wie der Anbieter mit den Daten umgeht, welche technischen und organisatorischen Maßnahmen er ergreift und wo die Daten verarbeitet werden. Vor dem Produktivstart sollte der AV-Vertrag vorliegen, geprüft und im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten dokumentiert sein. Beim Self-Hosting entfällt dieses Verhältnis für die eigentliche Datenhaltung, da kein Dritter die Daten verarbeitet – verantwortlich ist hier allein das Unternehmen selbst.

Rechtsgrundlage und Konfiguration

Die Frage, ob für den Einsatz von Matomo eine Einwilligung erforderlich ist, hängt maßgeblich von der Konfiguration ab. Werden Cookies gesetzt oder Daten gespeichert, die über das technisch Notwendige hinausgehen, ist in der Regel eine Einwilligung über ein Consent-Banner einzuholen. Wird Matomo hingegen cookielos, mit gekürzten IP-Adressen, kurzer Aufbewahrung und ausschließlich zur eigenen Reichweitenmessung betrieben, kann je nach Auslegung ein berechtigtes Interesse als Grundlage in Betracht kommen. Diese Einordnung ist einzelfallabhängig und sollte dokumentiert und mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt werden.

Dokumentation und Betroffenenrechte

Unabhängig vom Betriebsmodell gehören mehrere Dokumentationspflichten zum sauberen Betrieb: ein Eintrag im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, eine transparente Beschreibung in der Datenschutzerklärung der Website sowie – bei höherem Risiko – gegebenenfalls eine Datenschutz-Folgenabschätzung. Matomo bietet Werkzeuge, um Betroffenenrechte technisch umzusetzen: die Anzeige der zu einer Person gespeicherten Daten, deren Löschung und einen Opt-out-Mechanismus, mit dem Nutzer der Messung widersprechen können. Diese Funktionen müssen aber aktiv eingebunden und in der Datenschutzerklärung verlinkt werden.
Keine Rechtsberatung

Die Ausführungen in diesem Kapitel sind eine praxisorientierte Orientierung, keine Rechtsberatung. Datenschutzrecht ist einzelfallabhängig, entwickelt sich fort und wird von Aufsichtsbehörden unterschiedlich ausgelegt. Für eine verbindliche Bewertung Ihres Einsatzes binden Sie Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine spezialisierte Kanzlei ein. INAGRO unterstützt bei der technischen Umsetzung und der sauberen Konfiguration.

Kapitel 08 · Einrichtung & Tag-Management

So wird Matomo technisch eingebunden

Die technische Einrichtung von Matomo ist überschaubar, hat aber einige Stellschrauben, die über die Datenqualität und die Datenschutzkonformität entscheiden. Im Zentrum stehen die Installation, die Einbindung des Tracking-Codes und – zunehmend wichtig – der eingebaute Tag Manager.

Installation und Tracking-Code

Beim Self-Hosting wird Matomo auf einem Server mit den üblichen Web-Technologien installiert – benötigt werden im Wesentlichen ein Webserver, eine passende Skriptsprache und eine Datenbank. Die Cloud-Variante entfällt diesen Schritt; hier wird die Instanz vom Anbieter bereitgestellt. In beiden Fällen erzeugt Matomo einen Tracking-Code, ein kleines JavaScript-Snippet, das in jede Seite der Website eingebunden wird. Sobald der Code aktiv ist, beginnt die Messung. Für serverseitige oder besonders datenschutzsensible Szenarien gibt es alternative Tracking-Methoden, etwa über eine API oder die Auswertung von Server-Logs.

Der eingebaute Tag Manager

Matomo bringt einen eigenen Tag Manager mit – ein Werkzeug, mit dem sich Tracking-Codes und Auslöser zentral verwalten lassen, ohne für jede Änderung den Quellcode der Website anfassen zu müssen. Das ist besonders wertvoll, wenn Marketing oder Fachabteilungen eigenständig Conversions, Klick-Events oder Kampagnen-Tracking pflegen sollen. Der entscheidende Datenschutzvorteil: Ein eigener Tag Manager vermeidet die Einbindung eines Drittanbieter-Werkzeugs, das selbst wieder Daten erhebt. Tags, Auslöser und Variablen lassen sich so innerhalb der eigenen, kontrollierten Umgebung verwalten.

Datenqualität von Anfang an sichern

Die häufigste Ursache für unbrauchbare Analytics ist nicht die fehlende Funktion, sondern die schlechte Datenqualität. Drei Maßnahmen helfen, von Beginn an saubere Daten zu erhalten: Erstens das Ausschließen des eigenen Datenverkehrs, damit interne Zugriffe die Statistik nicht verfälschen. Zweitens die Bot-Filterung, um automatisierten Traffic auszublenden. Drittens eine konsistente Kampagnen-Markierung, damit Quellen eindeutig zugeordnet werden. Wer diese Grundlagen vor dem Produktivstart klärt, erspart sich später mühsame Bereinigungen und Fehlinterpretationen.
Einrichtung ist mehr als Code einbinden

Den Tracking-Code einzufügen, dauert Minuten. Die eigentliche Arbeit liegt in der durchdachten Konfiguration: datenschutzfreundliche Einstellungen, saubere Zieldefinitionen, ausgeschlossener interner Traffic und ein konsistentes Kampagnen-Schema. Genau diese Vorarbeit entscheidet darüber, ob aus Matomo später verwertbare Erkenntnisse oder nur eine weitere ungenutzte Datensammlung wird.

Kapitel 09 · Einführung im Mittelstand

Matomo strukturiert einführen

Eine Analytics-Einführung im Mittelstand ist weniger ein IT-Projekt als ein Organisationsthema. Erfolg bemisst sich nicht daran, ob die Software läuft, sondern daran, ob die richtigen Personen die richtigen Entscheidungen auf Basis der Daten treffen. Drei Phasen haben sich in unseren Projekten bewährt.

Die Hosting-Entscheidung als Ausgangspunkt

Am Anfang steht die strategische Weichenstellung zwischen On-Premise und Cloud, die in Kapitel 02 beschrieben wurde. Im Mittelstand entscheidet meist die Verfügbarkeit von IT-Ressourcen: Gibt es ein Team, das einen Server betreiben, absichern und aktuell halten kann, ist Self-Hosting bei einem deutschen oder europäischen Hoster eine starke Option für maximale Datenhoheit. Fehlen diese Ressourcen, ist die Cloud der pragmatischere Weg – mit einem geprüften AV-Vertrag bleibt der Datenschutz auf einem hohen Niveau. Diese Entscheidung sollte vor allen technischen Schritten getroffen und mit Geschäftsführung und Datenschutzbeauftragtem abgestimmt sein.

Setup und datenschutzkonforme Konfiguration

In der zweiten Phase wird Matomo aufgesetzt, datenschutzfreundlich konfiguriert und in die Website eingebunden. Hier fließen die Themen aus den Kapiteln 04, 07 und 08 zusammen: IP-Kürzung, Aufbewahrungsfristen, Consent-Strategie, ausgeschlossener interner Traffic und die Definition der ersten Ziele. Parallel werden die Dokumentationspflichten erfüllt – Datenschutzerklärung, Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und, falls nötig, der AV-Vertrag. Am Ende dieser Phase steht eine Instanz, die sauber misst und rechtlich dokumentiert ist.

Reporting, das genutzt wird

Die dritte und oft unterschätzte Phase ist das Reporting. Ein Dashboard nützt nichts, wenn niemand hineinschaut. Bewährt hat sich, gemeinsam mit den Fachbereichen wenige, klar verständliche Berichte zu definieren, die an konkrete Fragen geknüpft sind – etwa „Welche Kanäle bringen Anfragen?“ oder „Welche Inhalte halten Besucher?“. Automatisierte Berichte per E-Mail in festem Rhythmus sorgen dafür, dass die Zahlen im Arbeitsalltag präsent bleiben. Eine kurze Schulung der Beteiligten stellt sicher, dass die Berichte verstanden und richtig interpretiert werden. Erst wenn Daten regelmäßig zu Entscheidungen führen, ist die Einführung wirklich gelungen.
Stärken
  • Volle Datenhoheit beim Self-Hosting, keine Drittnutzung der Daten
  • Datenschutzfreundliche Funktionen ab Werk (IP-Kürzung, cookielos möglich)
  • Offener Quellcode, transparent und prüfbar
  • Direkter Rohdaten-Zugriff ohne Sampling
  • Funktionale Breite inkl. Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen
  • EU-Datenresidenz in der Cloud, robuster Rechtsrahmen
Einschränkungen
  • Betriebsaufwand beim Self-Hosting (Updates, Sicherheit, Skalierung)
  • Wichtige Komfortfunktionen teils kostenpflichtige Premium-Plugins
  • Kein integriertes Werbe-Ökosystem wie bei Google
  • Cloud-Kosten steigen mit dem Datenvolumen
  • Datenschutzvorteile entstehen erst durch bewusste Konfiguration
  • Zahlen weichen vom gewohnten Vorgängersystem ab
Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu Matomo

Diese Fragen tauchen in unseren Beratungsgesprächen am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet.

Ist Matomo wirklich kostenlos?
Die Open-Source-Software für den Self-Hosting-Betrieb steht unter der GPLv3 frei zur Verfügung – die Lizenz ist also kostenlos. Kosten entstehen jedoch für das Hosting, den Betrieb und gegebenenfalls für kostenpflichtige Premium-Plugins wie Heatmaps oder Sitzungsaufzeichnungen. Die Matomo Cloud ist ein gehosteter, kostenpflichtiger Dienst, der nach Datenvolumen abgerechnet wird. „Kostenlos“ bezieht sich also auf die Software-Lizenz beim Self-Hosting, nicht auf den Gesamtbetrieb.
Brauche ich mit Matomo ein Cookie-Banner?
Das hängt von der Konfiguration ab. Wird Matomo cookielos, mit gekürzten IP-Adressen und ausschließlich zur eigenen Reichweitenmessung betrieben, kann je nach Auslegung der Aufsichtsbehörde ein Verzicht auf das Einwilligungs-Banner in Betracht kommen. Werden Cookies gesetzt oder mehr Daten erfasst als nötig, ist in der Regel eine Einwilligung erforderlich. Das ist einzelfallabhängig und sollte mit Ihrem Datenschutzbeauftragten geklärt werden – die finale Bewertung ist eine rechtliche, keine rein technische Frage.
Was ist der Unterschied zwischen Matomo On-Premise und Cloud?
Beim On-Premise-Betrieb läuft die Software auf Ihrer eigenen oder angemieteten Infrastruktur – Sie haben volle Datenhoheit, verantworten aber Betrieb, Updates und Skalierung selbst. Bei der Cloud betreibt der Anbieter Matomo für Sie inklusive Wartung und Backups; die Daten liegen in EU-Rechenzentren und werden über einen AV-Vertrag geregelt. Self-Hosting bietet maximale Kontrolle, die Cloud maximalen Komfort. Die Wahl hängt vor allem davon ab, ob IT-Ressourcen für den Betrieb vorhanden sind.
Ist Matomo automatisch DSGVO-konform?
Nein – Matomo bietet die technischen Voraussetzungen für einen datenschutzkonformen Betrieb, erzwingt ihn aber nicht. Die Standardeinstellungen sind nicht automatisch die datenschutzfreundlichsten. Konformität entsteht erst durch eine bewusste Konfiguration (IP-Kürzung, begrenzte Aufbewahrung, ggf. cookielos), die Erfüllung der Dokumentationspflichten und – bei der Cloud – einen geprüften AV-Vertrag. Die rechtliche Bewertung sollte mit dem Datenschutzbeauftragten erfolgen.
Kann ich meine historischen Google-Analytics-Daten übernehmen?
Nur eingeschränkt. Matomo misst grundsätzlich ab dem Zeitpunkt der Installation. Es gibt Wege, bestimmte historische Daten zu importieren – etwa aus Server-Logfiles –, aber nicht jede Kennzahl lässt sich verlustfrei übertragen. In der Praxis empfehlen wir, die wichtigsten alten Berichte zu archivieren und Matomo über einen Parallelbetrieb sauber zu starten, statt eine vollständige historische Migration anzustreben.
Warum zeigt Matomo andere Zahlen als Google Analytics?
Das ist normal und kein Fehler. Beide Systeme nutzen unterschiedliche Zählweisen, filtern Bots verschieden, definieren Sitzungen anders und behandeln – im cookielosen Betrieb – wiederkehrende Besucher abweichend. Absolute Zahlen lassen sich daher selten exakt vergleichen. Wichtig ist die Konsistenz innerhalb von Matomo über die Zeit, um Trends zuverlässig zu erkennen.
Welche Funktionen sind kostenpflichtig?
Die klassischen Web-Analytics – Besucher, Quellen, Verhalten, Conversions – gehören zum kostenlosen Funktionsumfang des Self-Hostings. Spezialfunktionen wie Heatmaps, Sitzungsaufzeichnungen, erweiterte Trichter-Analysen oder bestimmte SEO-Auswertungen werden als Premium-Plugins angeboten. In der Cloud sind viele dieser Funktionen je nach Tarif bereits enthalten. Eine genaue Funktionsliste vor der Modellwahl vermeidet Überraschungen bei der Budgetierung.
Wie unterstützt INAGRO bei der Einführung?
Wir begleiten den gesamten Weg: von der strategischen Hosting-Entscheidung über die datenschutzfreundliche Konfiguration und technische Einbindung bis zum Aufbau eines Reportings, das im Arbeitsalltag tatsächlich genutzt wird. Bei Bedarf arbeiten wir mit Ihrem Datenschutzbeauftragten zusammen, um die Dokumentation sauber aufzusetzen. Die exakten Kosten hängen von Umfang und Hosting-Modell ab – nach einem Erstgespräch erhalten Sie ein transparentes, konkretes Angebot.

Analytics mit Datenhoheit

Bereit für Web-Analytics, die Ihren Daten gehören?

Von der Hosting-Entscheidung über die datenschutzfreundliche Konfiguration bis zum Reporting, das wirklich genutzt wird – INAGRO begleitet Sie bei der Einführung von Matomo. Herstellerneutral, mit Datenschutz-Verständnis und auf den deutschen Mittelstand zugeschnitten.

Seit 2006 am Markt

Erfahrung aus über 100 Digitalprojekten

DSGVO & Souveränität

Datenschutz von Anfang an mitgedacht

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