Wissensdatenbank · Dokumentenmanagement · Belegmanagement

GetMyInvoices – Belegmanagement und vorbereitende Buchhaltung aus Deutschland.

GetMyInvoices ist eine cloudbasierte Lösung für Belegmanagement, Rechnungsverwaltung und die vorbereitende Buchhaltung des deutschen Anbieters fino. Die Software holt Rechnungen und Belege automatisch aus Online-Portalen, Lieferantenkonten und E-Mail-Postfächern ab, liest ihre Inhalte per OCR aus, kategorisiert sie und übergibt sie strukturiert an Buchhaltung, Steuerberatung und ERP-Systeme. Dieser Fachartikel ordnet Anbieter, Funktionsumfang und Einsatz herstellerneutral ein – aus der Perspektive des DACH-Mittelstands und ohne Rechtsberatung.

26 Min. Lesezeit
Aktualisiert · August 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
GetMyInvoices
INAGRO Wissensdatenbank · 08 Dokumentenmanagement
Kategorie
Belegmanagement / vorbereitende Buchhaltung
Anbieter
fino data services GmbH (DE)
Gruppe
fino taxtech / fino group
Betrieb
Cloud / SaaS aus DE/EU
Schwerpunkt
Belegabruf · OCR · DATEV-Export
Bezug
DACH · DSGVO · GoBD
Wichtiger Hinweis
Kapitel 01 · Grundlagen

Was ist GetMyInvoices – und wer steht dahinter?

GetMyInvoices ist eine cloudbasierte Software für das Belegmanagement und die vorbereitende Buchhaltung. Ihr Kerngedanke ist einfach und wirkungsvoll: Sämtliche Rechnungen und Belege eines Unternehmens sollen automatisch, zentral und in gleichbleibender Struktur zusammenlaufen – unabhängig davon, ob sie in einem Online-Portal, einem E-Mail-Postfach oder als Papierbeleg entstehen. Statt jeden Monat manuell PDFs herunterzuladen, Belege zu sortieren und für die Buchhaltung aufzubereiten, übernimmt GetMyInvoices diese Fleißarbeit weitgehend automatisiert.

Um GetMyInvoices richtig einzuordnen, lohnt ein Blick auf den Begriff der vorbereitenden Buchhaltung. Damit ist all das gemeint, was vor der eigentlichen Buchung geschieht: Belege einsammeln, prüfen, sortieren, mit den relevanten Daten anreichern und an die buchende Stelle – oft die Steuerberatung – übergeben. Genau in dieser Lücke zwischen dem Entstehen eines Belegs und seiner Verbuchung positioniert sich GetMyInvoices. Es ist damit weniger ein klassisches Buchhaltungsprogramm als vielmehr eine Beleg- und Rechnungsdrehscheibe, die den Weg des Dokuments von der Quelle bis in die Finanzsoftware organisiert und automatisiert.
Hinter dem Produkt steht mit der fino data services GmbH ein deutscher Anbieter aus der fino-Gruppe (im Umfeld der fino taxtech GmbH). fino ist im deutschen Fintech- und Tax-Tech-Umfeld etabliert und entwickelt Lösungen rund um Finanzdaten, Kontoanalyse und Steuerprozesse. Für Entscheiderinnen und Entscheider im DACH-Raum ist diese Herkunft relevant: Ein deutscher Anbieter, dessen Produkt von Beginn an auf die hiesige Buchhaltungs- und Compliance-Praxis – Stichworte DATEV, GoBD, DSGVO – ausgerichtet ist, spricht die Sprache seiner Kundschaft und seiner Steuerberater. Wie stark dieser Aspekt im Einzelfall wiegt, hängt von den konkreten Anforderungen ab; in Auswahlprojekten taucht er aber regelmäßig als Argument auf.

Vom Belegchaos zur strukturierten Drehscheibe

Der praktische Ausgangspunkt vieler Unternehmen ist ein verteiltes Belegchaos. Die Telefonrechnung liegt im Kundenportal des Providers, die Werbekosten im Konto der Suchmaschine, die Software-Abonnements in einem Dutzend einzelner Anbieter-Accounts, die Handwerkerrechnung als PDF im E-Mail-Anhang und die Tankquittung als Papierbeleg im Handschuhfach. Jede dieser Quellen hat eigene Login-Daten, eigene Rhythmen und eigene Formate. Der monatliche Aufwand, alles einzusammeln, ist erheblich – und fehleranfällig, weil einzelne Belege schlicht vergessen werden.
GetMyInvoices setzt genau hier an: Es verbindet sich mit den relevanten Quellen, ruft neue Belege selbstständig ab und legt sie zentral in einem einheitlichen, durchsuchbaren Dokumentenbestand ab. Aus vielen verstreuten Insellösungen wird ein einziger, geordneter Ort, an dem alle Rechnungen und Belege zusammenlaufen. Dieser Perspektivwechsel – weg vom manuellen Sammeln, hin zum automatischen Zulaufen – ist der eigentliche Kern des Produkts.

Belegmanagement, DMS und Buchhaltung sauber unterscheiden

In Auswahlgesprächen werden drei Begriffe oft vermengt, die man auseinanderhalten sollte. Ein Belegmanagement-Tool wie GetMyInvoices konzentriert sich auf den Lebensweg von Rechnungen und Belegen: einsammeln, auslesen, kategorisieren, weiterreichen. Ein klassisches Dokumentenmanagement-System (DMS) denkt breiter und verwaltet alle Arten von Dokumenten eines Unternehmens – Verträge, Korrespondenz, technische Unterlagen – mit Versionierung, Rechtekonzept und revisionssicherer Langzeitarchivierung. Ein Buchhaltungsprogramm schließlich bucht die Geschäftsvorfälle tatsächlich und erstellt Auswertungen. GetMyInvoices ist auf den ersten dieser drei Bereiche fokussiert und will die beiden anderen nicht ersetzen, sondern bedienen: Es liefert die aufbereiteten Belege genau dorthin, wo gebucht und archiviert wird.
Kurz gefasst

GetMyInvoices ist eine deutsche Cloud-Lösung für Belegmanagement und vorbereitende Buchhaltung. Sie sammelt Rechnungen automatisch aus Portalen, Postfächern und Scans ein, liest sie per OCR aus und übergibt sie strukturiert an Buchhaltung, Steuerberatung und ERP – als Drehscheibe zwischen Belegquelle und Finanzsoftware, nicht als vollwertiges Buchhaltungs- oder DMS-System.

Kapitel 02 · Editionen & Positionierung

Editionen, Tarifmodell und Positionierung

GetMyInvoices wird als abgestuftes SaaS-Angebot vermarktet: Verschiedene Editionen adressieren unterschiedliche Unternehmensgrößen und Anforderungen – vom Solo-Selbstständigen über den klassischen Mittelständler bis zur Steuerkanzlei mit vielen Mandanten. Die folgende Einordnung ist qualitativ; konkrete Leistungsgrenzen und Preise sollten stets aktuell beim Anbieter geprüft werden.

Wie bei den meisten Cloud-Diensten ist das Tarifmodell von GetMyInvoices abonnementbasiert und in mehrere Stufen gegliedert. Die Editionen unterscheiden sich typischerweise entlang einiger wiederkehrender Stellhebel: der Zahl der abzurufenden Belege beziehungsweise Dokumente pro Zeitraum, der Anzahl anbindbarer Belegquellen und Portale, der Zahl der Nutzerinnen und Nutzer, dem Umfang der verfügbaren Schnittstellen sowie dem Grad an Automatisierung und Zusatzfunktionen. Höhere Stufen öffnen in der Regel mehr Integrationen, mehr Automatisierung und Mehrmandantenfähigkeit.

Wofür die Stufen typischerweise stehen

Die kleineren Editionen richten sich an Selbstständige und kleine Betriebe, die vor allem ihre wiederkehrenden Rechnungen automatisch einsammeln und geordnet an ihre Steuerberatung übergeben wollen. Hier stehen der automatische Belegabruf und ein sauberer Export im Vordergrund, während der Funktionsumfang bewusst überschaubar bleibt. Die mittleren Stufen zielen auf den Mittelstand, bei dem mehr Belegquellen, mehr Nutzer, tiefere Integrationen in Buchhaltung und ERP sowie Freigabe- und Workflow-Themen relevanter werden. Die höchsten Ausbaustufen adressieren Steuerkanzleien und größere Organisationen, für die Mehrmandantenfähigkeit, umfangreiche API-Nutzung und die Verwaltung vieler Unternehmen unter einem Dach entscheidend sind.
Weil GetMyInvoices ein Cloud-Dienst ist, gibt es keine klassische Einmallizenz, sondern laufende Kosten pro Monat oder Jahr. Der Vorteil: geringe Einstiegshürde, planbare Kosten, keine eigene Server-Infrastruktur. Der Preis skaliert mit der Nutzung – wer viele Belege, viele Quellen und viele Mandanten hat, landet in höheren Stufen. Für eine belastbare Kalkulation führt kein Weg an einem an die eigenen Anforderungen angepassten Angebot des Anbieters vorbei.
Einstiegsstufen
Klein

Für Selbstständige und kleine Betriebe: automatischer Belegabruf aus den wichtigsten Quellen, zentrale Ablage und geordneter Export an die Steuerberatung.

FokusAbruf + Export
Nutzerwenige
Umfangschlank
Mittlere Stufen
Mittelstand

Für wachsende Unternehmen: mehr Belegquellen und Nutzer, tiefere Integrationen in Buchhaltung und ERP sowie Freigabe- und Workflow-Funktionen.

FokusIntegration
NutzerTeam
Umfangerweitert
Kanzlei / Enterprise
Groß

Für Steuerkanzleien und größere Organisationen: Mehrmandantenfähigkeit, umfangreiche API-Nutzung und die Verwaltung vieler Unternehmen unter einem Dach.

FokusMandanten
Nutzerviele
Umfangvoll

Positionierung im Markt

GetMyInvoices positioniert sich als spezialisierte Brücke zwischen dem Unternehmen und seiner Buchhaltung beziehungsweise Steuerberatung. Es tritt weder als vollwertiges Buchhaltungsprogramm noch als umfassendes ECM/DMS an, sondern besetzt gezielt den Vorbereitungsschritt – das Einsammeln, Auslesen und Weiterreichen von Belegen. Diese Fokussierung ist Stärke und Grenze zugleich: Wer genau dieses Problem hat, bekommt eine schlanke, schnell nutzbare Lösung. Wer darüber hinaus die revisionssichere Langzeitarchivierung aller Unternehmensdokumente, ein umfassendes Vertragsmanagement oder die eigentliche Buchung sucht, braucht ergänzende Systeme – die GetMyInvoices über Schnittstellen bedient, aber nicht ersetzt.
Editionsgrenzen konkret prüfen

Die hier beschriebenen Stufen sind eine qualitative Orientierung. Wie viele Belege, Quellen, Nutzer und Mandanten eine konkrete Edition abdeckt und was sie kostet, ändert sich mit dem Angebot des Anbieters. Prüfen Sie die aktuellen Editionsgrenzen und Preise direkt bei fino und testen Sie an Ihrem realen Belegvolumen.

Kapitel 03 · Funktionsumfang

Funktionsumfang und Kernfähigkeiten

Der praktische Nutzen von GetMyInvoices entsteht aus dem Zusammenspiel dreier Kernfähigkeiten: dem automatischen Belegabruf aus einer Vielzahl von Quellen, dem flexiblen Import ohnehin vorhandener Belege sowie einem zentralen, durchsuchbaren Dokumentenmanagement, das alles zusammenhält.

Automatischer Belegabruf aus Portalen und Postfächern

Das Herzstück von GetMyInvoices ist der automatische Belegabruf. Nach einmaliger Hinterlegung der Zugangsdaten verbindet sich die Software mit den Online-Portalen und Kundenkonten der Lieferanten und lädt neue Rechnungen selbstständig herunter. Der Anbieter wirbt mit der Unterstützung einer sehr großen Zahl von Portalen und Diensten aus den unterschiedlichsten Bereichen – von Telekommunikation über Online-Marktplätze und Cloud-Software bis zu Werbe- und Zahlungsplattformen. Ergänzend lassen sich E-Mail-Postfächer anbinden, sodass Rechnungen, die als PDF-Anhang eintreffen, automatisch erkannt und übernommen werden. Auf diese Weise fließt ein großer Teil der wiederkehrenden Belege ohne manuelles Zutun in das System.
Für Belege, die nicht digital vorliegen, gibt es den klassischen Weg über Upload und Scan. Über eine Mobile App lassen sich Papierbelege abfotografieren und direkt einreichen; das ist besonders praktisch für Kassenbons, Bewirtungsbelege oder Tankquittungen unterwegs. Damit deckt GetMyInvoices die drei typischen Belegwege ab: den automatischen Abruf aus Portalen, den Zulauf per E-Mail und die manuelle Erfassung von Papier.

Import, Erfassung und zentrale Ablage

Neben dem automatischen Abruf legt GetMyInvoices Wert auf flexible Importwege. Belege lassen sich per Drag-and-drop hochladen, über eine dedizierte E-Mail-Adresse einsenden oder aus angebundenen Cloud-Speichern übernehmen. Alle so erfassten Dokumente landen in einem zentralen Bestand, in dem sie einheitlich behandelt werden – unabhängig davon, auf welchem Weg sie hereingekommen sind. Dieser gemeinsame Sammelpunkt ist die Voraussetzung dafür, dass nachgelagerte Schritte wie Auslesen, Kategorisieren und Export überhaupt konsistent funktionieren.
Portalabruf

Automatischer Download neuer Rechnungen aus Lieferantenportalen und Kundenkonten nach einmaliger Anmeldung.

weniger manuelles Sammeln
E-Mail & Import

Rechnungen aus dem Postfach, per dedizierter Einsende-Adresse oder aus Cloud-Speichern übernehmen.

alle Wege in einem Bestand
Mobile Erfassung

Papierbelege per App abfotografieren und unterwegs direkt einreichen – Bons, Bewirtung, Tankquittungen.

Papier wird digital
Zentrale Ablage

Alle Belege durchsuchbar an einem Ort, mit Status, Kategorien und Filtern für den Überblick.

Schluss mit dem Belegchaos

Dokumentenmanagement, Suche und Übergabe

Im zentralen Bestand bietet GetMyInvoices Dokumentenmanagement-Funktionen, die auf den Belegkontext zugeschnitten sind: Volltext- und Feldsuche, Filter nach Lieferant, Zeitraum, Betrag oder Status, Kategorien und Tags sowie eine Statusverfolgung, die zeigt, welche Belege bereits weitergegeben, bezahlt oder offen sind. Für Teams lassen sich je nach Edition Rollen, Freigaben und Aufgaben abbilden, sodass etwa eine Prüfung vor der Weitergabe an die Buchhaltung erfolgt. Am Ende der Kette steht die strukturierte Übergabe – als Export in die Buchhaltungssoftware, als Übermittlung an die Steuerberatung oder über eine direkte Schnittstelle. Dieser durchgängige Fluss vom Beleg bis zur buchenden Stelle ist der eigentliche Mehrwert.
Funktionsumfang immer am eigenen Fall testen

Welche Portale, Postfächer und Cloud-Dienste konkret unterstützt werden und wie zuverlässig der Abruf bei Ihren Lieferanten funktioniert, unterscheidet sich von Fall zu Fall. Prüfen Sie in einer Testphase, ob Ihre wichtigsten Belegquellen abgedeckt sind, bevor Sie sich festlegen.

Kapitel 04 · KI & Automatisierung

KI- und Automatisierungsfunktionen

Der Belegabruf löst das Einsammeln – doch der eigentliche Zeitgewinn entsteht erst, wenn die Inhalte der Belege automatisch ausgelesen, kategorisiert und für die Buchhaltung nutzbar gemacht werden. Hier kommen OCR und weitere Automatisierungsfunktionen ins Spiel.

OCR-Datenextraktion aus Rechnungen

Sobald ein Beleg im System liegt, kommt die Texterkennung (OCR) zum Einsatz. Sie wandelt das Dokument – ob PDF oder Foto – in maschinenlesbaren Text um und extrahiert die relevanten Rechnungsdaten: Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Lieferant, Netto- und Bruttobetrag, Steuersätze, Fälligkeit und weitere Felder. Aus einem reinen Bild wird so ein strukturierter Datensatz, der sich weiterverarbeiten, durchsuchen und exportieren lässt. Diese Datenextraktion ist die Voraussetzung dafür, dass die nachgelagerten Schritte – Kategorisierung, Prüfung, Export an DATEV oder die Buchhaltung – überhaupt automatisiert ablaufen können.
Der Nutzen liegt auf der Hand: Ohne OCR müssten die Kennzahlen jeder Rechnung von Hand abgetippt werden, was zeitaufwendig und fehleranfällig ist. Mit automatischer Extraktion reduziert sich die Arbeit im Idealfall auf ein kurzes Prüfen und Bestätigen der vorgeschlagenen Werte. Wichtig ist die realistische Erwartung: OCR liefert sehr gute, aber keine garantiert fehlerfreien Ergebnisse. Schlechte Scanqualität, ungewöhnliche Layouts oder handschriftliche Elemente können die Erkennung erschweren. Für buchhalterisch relevante Vorgänge bleibt daher ein Kontrollblick sinnvoll.

Automatische Kategorisierung und Dublettenerkennung

Über das reine Auslesen hinaus unterstützt GetMyInvoices die automatische Kategorisierung: Belege werden anhand ihrer Merkmale Lieferanten, Kategorien oder Kostenstellen zugeordnet, sodass sie geordnet in der Buchhaltung ankommen. Je regelmäßiger die gleichen Lieferanten und Belegtypen auftreten, desto besser lassen sich solche Zuordnungen automatisieren und über Regeln verfeinern. Ergänzend hilft eine Dublettenerkennung dabei, doppelt erfasste Belege zu identifizieren – etwa wenn dieselbe Rechnung sowohl per E-Mail eintrifft als auch aus dem Portal abgerufen wird. Das schützt vor doppelter Verbuchung und hält den Bestand sauber.
KI-Ergebnisse sind Vorschläge, keine Gewissheit

Ausgelesene Werte und automatische Zuordnungen sind Vorschläge mit einer gewissen Trefferwahrscheinlichkeit – keine garantierten Wahrheiten. Für steuerlich oder rechtlich relevante Vorgänge bleiben Prüf- und Freigabeschritte nötig. Testen Sie den erreichbaren Automatisierungsgrad an Ihren eigenen Belegen, idealerweise in einem Proof of Concept, statt sich auf pauschale Erkennungsraten zu verlassen.

Regeln, Workflows und der Weg zur Dunkelverarbeitung

Der eigentliche Effizienzhebel entsteht, wenn sich wiederkehrende Abläufe über Regeln und Workflows abbilden lassen: Ein bestimmter Lieferant wird immer einer festen Kategorie zugeordnet, Belege ab einem gewissen Betrag durchlaufen eine Freigabe, geprüfte Rechnungen werden automatisch an die Buchhaltung übergeben. Je mehr dieser Schritte regelbasiert und automatisiert ablaufen, desto näher kommt man einer weitgehend berührungslosen Verarbeitung häufiger Standardbelege. Vollständige Dunkelverarbeitung ohne jeden manuellen Eingriff bleibt allerdings ein Ziel, dem man sich schrittweise nähert – abhängig von Belegvielfalt, Datenqualität und der Bereitschaft, Kontrollen an klar definierten Stellen zu bündeln statt bei jedem einzelnen Beleg.
Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Integrationen und Ökosystem

Ein Belegmanagement-Tool ist nur so gut wie seine Fähigkeit, die aufbereiteten Belege dorthin zu bringen, wo gebucht und archiviert wird. Deshalb ist die Integration in Buchhaltung, DATEV-Umfeld und ERP-Systeme für GetMyInvoices kein Randthema, sondern der entscheidende Wertbeitrag.

DATEV und die Steuerberatung

Im deutschen Markt führt an DATEV kaum ein Weg vorbei, weil ein Großteil der Steuerberatung darauf arbeitet. GetMyInvoices adressiert dieses Umfeld gezielt: Belege und ausgelesene Daten lassen sich in einer für DATEV geeigneten Form bereitstellen, sodass die Steuerkanzlei die vorbereiteten Buchungsstapel und Belegbilder übernehmen kann. Für die vorbereitende Buchhaltung ist das der zentrale Übergabepunkt – hier entscheidet sich, ob der Datenfluss zwischen Unternehmen und Kanzlei reibungslos funktioniert. Der genaue Funktionsumfang der DATEV-Anbindung, etwa Formate und Automatisierungsgrad, sollte für die eigene Konstellation und in Abstimmung mit der Steuerberatung konkret geprüft werden.

Buchhaltungs- und ERP-Systeme

Neben DATEV zielt GetMyInvoices auf die Anbindung gängiger Buchhaltungs- und Cloud-Finanzlösungen sowie ERP-Systeme. Der Anbieter wirbt mit einer Vielzahl von Schnittstellen zu Programmen aus dem Buchhaltungs-, Rechnungs- und Warenwirtschaftsumfeld, sodass sich der Belegfluss in die jeweils eingesetzte Finanz- oder Unternehmenssoftware verlängern lässt. Ergänzt wird das durch Anbindungen an Cloud-Speicher und teils an Zahlungs- und Banking-Funktionen, damit Belege nicht nur verbucht, sondern auch abgelegt und mit Zahlungen verknüpft werden können. Für individuelle Anforderungen steht darüber hinaus eine API zur Verfügung, über die sich GetMyInvoices in eigene Prozesse und Systeme einbinden lässt.
Integrationsfeld Wozu Einordnung
DATEV-Umfeld Übergabe an die Steuerberatung, Buchungsstapel und Belegbilder Zentraler Übergabepunkt im DE-Markt
Buchhaltungssoftware Direkter Belegfluss in Cloud-Finanz- und Buchhaltungslösungen Breite Schnittstellenauswahl beworben
ERP / Warenwirtschaft Verknüpfung von Belegen mit betrieblichen Vorgängen Umfang je nach System prüfen
Cloud-Speicher Zusätzliche Ablage und Archivierung von Belegen Gängige Dienste anbindbar
GoBD-Export Strukturierter, prüfbarer Export für die Archivierung Konfiguration und Verfahren entscheiden
API Individuelle Anbindung an eigene Systeme und Prozesse Für höhere Editionen relevant

GoBD-Export und revisionssichere Archivierung

Ein wichtiger Baustein im deutschen Kontext ist der GoBD-Export. GetMyInvoices ermöglicht es, Belege und die zugehörigen Daten in einer strukturierten, prüfbaren Form zu exportieren, wie sie für eine GoBD-konforme Verarbeitung und Archivierung benötigt wird. Wichtig ist die Unterscheidung: Die Software liefert die technischen Voraussetzungen für einen sauberen Export – ob im Ergebnis tatsächlich GoBD-konform archiviert wird, hängt zusätzlich vom gewählten Archivsystem, von der Konfiguration, den Prozessen und einer nachvollziehbaren Verfahrensdokumentation ab. GetMyInvoices ist dabei häufig ein Baustein in einer Kette, an deren Ende ein revisionssicheres Archiv oder das DATEV-Umfeld steht. Die abschließende Bewertung der Konformität gehört in die Hände der Steuerberatung.
Integration zuerst denken

Die Frage, wie gut GetMyInvoices mit Ihrer Buchhaltung, Ihrer Steuerkanzlei und Ihrem ERP zusammenspielt, entscheidet über den tatsächlichen Nutzen mehr als jede Einzelfunktion. Klären Sie die Schnittstellen früh und gemeinsam mit Ihrer Steuerberatung – am besten in einem kleinen Testaufbau mit echten Belegen.

Kapitel 06 · Abgrenzung

Abgrenzung zu Wettbewerbern und DMS

GetMyInvoices bewegt sich in einem lebhaften Umfeld aus Belegmanagement-Tools, Rechnungsfreigabe-Lösungen und klassischen Dokumentenmanagement-Systemen. Die Kunst der Auswahl liegt darin, den führenden Anwendungsfall ehrlich zu bestimmen – denn keines dieser Werkzeuge ist pauschal überlegen.

GetMyInvoices und Candis: verwandt, aber unterschiedlich akzentuiert

Ein häufiger Vergleich ist der mit Candis, einer ebenfalls im deutschen Markt starken Lösung. Beide bewegen sich im Feld der Rechnungs- und Belegverarbeitung, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. GetMyInvoices betont besonders den automatischen Belegabruf aus einer großen Zahl von Online-Portalen und Quellen sowie die Rolle als Drehscheibe zur vorbereitenden Buchhaltung – das Einsammeln steht im Vordergrund. Candis legt seinen Fokus traditionell stärker auf die Rechnungsfreigabe, Zahlungssteuerung und den Buchungsvorschlag, also auf den internen Verarbeitungs- und Freigabeprozess der Kreditorenrechnungen. Vereinfacht gesagt: GetMyInvoices ist besonders stark darin, alle Belege überhaupt erst automatisiert zusammenzuführen, während Candis seine Stärken im nachgelagerten Genehmigungs- und Zahlungsworkflow ausspielt. Welche Betonung passt, hängt davon ab, wo im Prozess Ihr größter Schmerzpunkt liegt.

GetMyInvoices versus klassisches DMS

Noch wichtiger ist die Abgrenzung zum klassischen Dokumentenmanagement-System. Ein DMS wie d.velop, ELO, DocuWare oder ecoDMS verwaltet alle Dokumentarten eines Unternehmens, bietet Versionierung, ein feingranulares Rechtekonzept und – zentral – eine revisionssichere Langzeitarchivierung, die auf Jahre und Jahrzehnte ausgelegt ist. GetMyInvoices ist demgegenüber auf den Belegprozess spezialisiert und nicht darauf ausgelegt, den kompletten Dokumentenbestand eines Unternehmens revisionssicher über die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen hinweg zu verwahren. Die beiden Ansätze konkurrieren daher weniger, als es zunächst scheint – sie ergänzen einander: GetMyInvoices sammelt und bereitet Belege auf, ein DMS oder das DATEV-Archiv übernimmt die dauerhafte, prüfsichere Aufbewahrung.
Stärken
  • Sehr starker, automatischer Belegabruf aus vielen Portalen und Postfächern
  • Schlanke, schnell nutzbare Cloud-Lösung ohne eigene Infrastruktur
  • Klare Ausrichtung auf vorbereitende Buchhaltung und DATEV-Übergabe
  • Deutscher Anbieter mit Bezug zu GoBD, DSGVO und deutscher Buchhaltungspraxis
  • Breites Angebot an Schnittstellen zu Buchhaltung, ERP und Cloud-Speichern
Einschränkungen
  • Kein vollwertiges Buchhaltungsprogramm – die Buchung geschieht anderswo
  • Kein umfassendes DMS für alle Dokumentarten und Langzeitarchivierung
  • Abruf-Zuverlässigkeit hängt von den konkreten Portalen und Quellen ab
  • Automatisierungsgrad muss am eigenen Belegmix erprobt werden
  • Laufende Abo-Kosten skalieren mit Belegvolumen und Mandantenzahl

Der richtige Auswahlmaßstab

Für eine tragfähige Entscheidung hilft es, drei Fragen zu trennen: Wo entstehen Ihre Belege und wie mühsam ist heute das Einsammeln? Wie und wo werden sie verbucht? Und wo müssen sie am Ende revisionssicher archiviert werden? GetMyInvoices spielt seine Stärken vor allem bei der ersten Frage aus. Ist das Einsammeln aus vielen Quellen Ihr Hauptproblem, ist es ein sehr passendes Werkzeug. Liegt Ihr Schwerpunkt dagegen auf komplexen internen Freigabeketten, auf der eigentlichen Buchung oder auf einem unternehmensweiten Dokumentenarchiv, sollten Sie ergänzende oder andere Systeme mitdenken. Wir empfehlen grundsätzlich eine Kriterienmatrix und einen Proof of Concept statt einer Entscheidung nach Markenname.
Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Einführung und Betrieb in der Cloud

Als reine Cloud-Lösung ist GetMyInvoices vergleichsweise schnell einsatzbereit – die eigentliche Arbeit steckt weniger in der Technik als in der sauberen Einrichtung der Belegquellen, der Kategorien und der Übergabe an die Buchhaltung. Ein strukturiertes Vorgehen zahlt sich aus.

Cloud-Betrieb ohne eigene Infrastruktur

GetMyInvoices wird als Software as a Service (SaaS) betrieben. Das bedeutet: Es ist keine Installation auf eigenen Servern nötig, der Zugriff erfolgt über den Browser und ergänzend über die Mobile App, und Wartung, Updates und Verfügbarkeit verantwortet der Anbieter. Für den Mittelstand ist das ein attraktives Modell, weil die eigene IT entlastet wird und der Einstieg ohne große Vorabinvestition gelingt. Die Kehrseite ist die Abhängigkeit von einem externen Dienst: Verfügbarkeit, Datenverarbeitung und Weiterentwicklung liegen beim Anbieter. Umso wichtiger sind die vertraglichen Regelungen zu Datenschutz, Hosting-Standort und Datenexport, damit man im Zweifel handlungsfähig bleibt.
01
Belegquellen inventarisieren
Zunächst sammeln Sie alle relevanten Quellen: Lieferantenportale, Kundenkonten, E-Mail-Postfächer und wiederkehrende Rechnungen. Diese Bestandsaufnahme zeigt, welcher Anteil sich automatisiert abrufen lässt und wo manuelle Wege bleiben.
02
Quellen anbinden und Abruf einrichten
Nun hinterlegen Sie die Zugangsdaten der Portale, verbinden die Postfächer und richten den automatischen Abruf ein. In dieser Phase zeigt sich, wie zuverlässig Ihre wichtigsten Lieferanten unterstützt werden – idealerweise testen Sie das an echten Belegen.
03
Kategorien, Regeln und Freigaben definieren
Sie legen fest, wie Belege kategorisiert werden, welche Regeln greifen und ob Freigabeschritte nötig sind. Ein klar durchdachtes Kategorien- und Rollenkonzept entscheidet darüber, wie viel Automatisierung tatsächlich trägt.
04
Übergabe an Buchhaltung und Steuerberatung einrichten
Gemeinsam mit Ihrer Steuerkanzlei richten Sie den Export beziehungsweise die Schnittstelle ein – DATEV, Buchhaltungssoftware oder ERP. Dieser Übergabepunkt ist der Lackmustest für den reibungslosen Datenfluss.
05
Pilotphase, Prüfung und Rollout
In einer Pilotphase mit realen Belegen prüfen Sie Erkennungsqualität, Kategorisierung und Export, justieren Regeln nach und rollen die Lösung anschließend auf den vollen Betrieb aus – begleitet von klaren Verantwortlichkeiten.

Erfolgsfaktoren und typische Stolpersteine

Der häufigste Fehler bei der Einführung ist, GetMyInvoices als reines Technikprojekt zu behandeln. Der Nutzen entsteht erst, wenn die Prozesse dahinter geklärt sind: Wer prüft Belege, wer gibt frei, wie werden Ausnahmen behandelt, wie ist die Zusammenarbeit mit der Steuerberatung organisiert? Ein zweiter Stolperstein ist eine zu optimistische Erwartung an die Vollautomatik – realistisch ist ein schrittweises Hochfahren des Automatisierungsgrads, beginnend mit den häufigsten Standardbelegen. Wer die Einführung dagegen sauber aufsetzt, die Belegquellen konsequent anbindet und die Übergabe früh mit der Kanzlei abstimmt, hebt den größten Teil des Potenzials schnell.
Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

Einsatz im Mittelstand

GetMyInvoices ist in seinem Zuschnitt auf kleine und mittlere Unternehmen sowie auf Steuerkanzleien gemünzt. Gerade dort, wo Belege aus vielen Quellen zusammenlaufen und die Buchhaltung schlank organisiert werden soll, entfaltet die Lösung ihren Nutzen – vorausgesetzt, der führende Anwendungsfall passt.

Typische Anwendungsfälle im DACH-Mittelstand

Im Mittelstand begegnet GetMyInvoices vor allem in drei Konstellationen. Erstens beim Selbstständigen und kleinen Betrieb, der seine wiederkehrenden Rechnungen automatisch einsammeln und geordnet an die Steuerberatung übergeben will, ohne jeden Monat Zeit mit dem Download von PDFs zu verlieren. Zweitens beim wachsenden Mittelständler, bei dem die Zahl der Lieferanten, Abonnements und Belegquellen so groß geworden ist, dass das manuelle Sammeln nicht mehr beherrschbar ist und Fehler oder vergessene Belege zunehmen. Drittens bei der Steuerkanzlei, die für viele Mandanten Belege entgegennimmt und von einer standardisierten, mandantenfähigen Beleglogistik profitiert.
Solo & Kleinbetrieb

Wiederkehrende Rechnungen automatisch einsammeln und monatlich sauber an die Steuerberatung übergeben.

Zeit statt PDF-Download
Wachsender Mittelstand

Viele Lieferanten und Abonnements beherrschbar machen, Belege zentralisieren und Fehler reduzieren.

Überblick zurückgewinnen
Steuerkanzlei

Beleglogistik für viele Mandanten standardisieren, mandantenfähig verwalten und in DATEV übergeben.

Skalierung über Mandanten

Wann GetMyInvoices weniger passt

So klar die Stärken sind, so ehrlich sollte man die Grenzen benennen. Für sehr kleine Betriebe mit nur einer Handvoll Belege pro Monat kann der Automatisierungsvorteil hinter dem laufenden Abo-Aufwand zurückbleiben – hier lohnt der Blick, ob der Nutzen die Kosten rechtfertigt. Unternehmen, die primär ein unternehmensweites Dokumentenarchiv für alle Dokumentarten und eine langfristige revisionssichere Aufbewahrung suchen, brauchen ein DMS und nicht in erster Linie ein Belegtool. Und Organisationen mit sehr komplexen internen Freigabe- und Kreditorenworkflows sollten prüfen, ob eine stärker auf Rechnungsfreigabe fokussierte Lösung ihren Kernprozess besser trifft. Der Maßstab bleibt der führende Anwendungsfall, nicht die längste Funktionsliste.
Führenden Anwendungsfall ehrlich bestimmen

Ob GetMyInvoices passt, entscheidet sich daran, ob Ihr größter Schmerzpunkt beim Einsammeln von Belegen liegt. Ist das der Fall, ist es ein sehr wirkungsvolles Werkzeug. Geht es Ihnen vorrangig um Buchung, Langzeitarchivierung oder komplexe Freigaben, denken Sie ergänzende Systeme mit.

Kapitel 09 · Kosten & Datenhoheit

Kosten, DSGVO, Datenhoheit und GoBD

Bei einem cloudbasierten Belegtool, das mit sensiblen Finanz- und Rechnungsdaten arbeitet, gehören Kosten und Datenschutz eng zusammen. Als deutscher Anbieter mit Hosting in Deutschland beziehungsweise der EU kann GetMyInvoices hier eine seiner stärksten Karten ausspielen – die Details bleiben dennoch prüfungsbedürftig.

Kostenstruktur realistisch einordnen

GetMyInvoices folgt einem abonnementbasierten SaaS-Modell mit gestaffelten Editionen. Statt einer Einmallizenz fallen laufende Kosten pro Monat oder Jahr an, die mit der Nutzung skalieren: mehr Belege, mehr Quellen, mehr Nutzer und Mandanten führen in höhere Stufen. Der Vorteil dieses Modells sind die niedrige Einstiegshürde und die planbaren, überschaubaren Kosten ohne eigene Infrastruktur. Ergänzend können Aufwände für die Einrichtung, für die Anbindung besonderer Quellen oder für individuelle Integrationen über die API entstehen. Wir nennen bewusst keine konkreten Preise, weil diese sich ändern und stark vom individuellen Zuschnitt abhängen. Für eine belastbare Kalkulation gilt: aktuelle Editionsgrenzen und Preise direkt beim Anbieter erfragen und am realen Belegvolumen testen.
Modell
SaaS / Abo
Laufende Kosten pro Monat oder Jahr, keine Einmallizenz
  • Geringe Einstiegshürde, planbar, ohne eigene Server.
Kostentreiber
Nutzung
Belegvolumen · Quellen · Nutzer · Mandanten
  • Der Preis skaliert mit dem tatsächlichen Bedarf.
Zusatzaufwand
Setup
Einrichtung, Sonderquellen, API-Integration
  • Je nach Integrationstiefe und Anforderungen.
Empfehlung
Angebot
Individuell beim Anbieter anfragen
  • Belastbare Zahlen nur aus einem passenden Angebot.

DSGVO, Datenhoheit und EU-Souveränität als Stärke

Beim Datenschutz spielt GetMyInvoices seinen größten Trumpf aus: die Herkunft aus Deutschland und – nach Anbieterangaben – der Betrieb aus Rechenzentren in Deutschland beziehungsweise der EU. Für viele Organisationen im DACH-Raum ist es ein gewichtiges Argument, gerade sensible Finanz-, Rechnungs- und teils Zugangsdaten bei einem deutschen Anbieter zu wissen, dessen Produkt von Grund auf für die hiesige Rechts- und Compliance-Landschaft entwickelt wurde. Fragen der DSGVO-Konformität, der Datenverarbeitung innerhalb der EU und der digitalen Souveränität lassen sich mit einem solchen Anbieter oft klarer und mit weniger Reibung beantworten als mit Lösungen, deren Datenverarbeitung in Drittländern schwerer nachvollziehbar ist. Das Thema digitale Souveränität hat in den vergangenen Jahren deutlich an Gewicht gewonnen – ein deutscher Anbieter wie fino kann hier ein belastbares Fundament bieten. Weil GetMyInvoices Zugangsdaten zu Portalen hinterlegt, verdienen die Sicherheits- und Verschlüsselungskonzepte besondere Aufmerksamkeit und sollten konkret geprüft werden.
Datenhoheit und Souveränität

Als deutscher Anbieter aus der fino-Gruppe adressiert GetMyInvoices die Anforderungen des DACH-Marktes von Haus aus: DSGVO-Kontext, Datenverarbeitung in deutschen beziehungsweise europäischen Rechenzentren und digitale Souveränität sind Teil des Selbstverständnisses. Für Organisationen, denen Datenhoheit bei Finanz- und Belegdaten wichtig ist, kann das ein entscheidender Vorteil sein. Die konkreten Zusicherungen zu Hosting-Standort, Verschlüsselung und Auftragsverarbeitung ergeben sich aus Vertrag und Dokumentation und sollten geprüft werden.

Herkunft
Deutscher Anbieter (fino), europäischer Kontext
Hosting
DE/EU – Standort vertraglich prüfen
Souveränität
Daten in europäischer Hand als Stärke
Hinweis
Keine Rechtsberatung – Fachprüfung nötig

GoBD sauber einordnen

So stark der Compliance-Bezug ist – die abschließende Bewertung bleibt Aufgabe der fachkundigen Beratung. GetMyInvoices unterstützt eine GoBD-konforme Verarbeitung, etwa durch strukturierten Export und die geordnete, nachvollziehbare Belegverwaltung. Ob eine konkrete Konstellation im Ergebnis GoBD-konform betrieben und archiviert wird, entscheidet sich jedoch im Zusammenspiel von Software, Konfiguration, Prozessen, nachgelagertem Archiv und einer sauberen Verfahrensdokumentation. Häufig ist GetMyInvoices dabei nur ein Baustein, während die revisionssichere Langzeitarchivierung im DATEV-Umfeld oder einem DMS geschieht. Ob Aufbewahrungsfristen richtig abgebildet und die datenschutzrechtlichen Anforderungen im Einzelfall erfüllt sind, gehört in die Hände von Steuerberatung und gegebenenfalls Fachjuristen. Dies ist keine Rechts- oder Steuerberatung – dieser Beitrag liefert Orientierung, ersetzt aber keine Prüfung im Einzelfall.
Zahlen und Zusicherungen immer prüfen

Wir nennen bewusst keine Preise, Erkennungsraten oder Nutzerzahlen aus dritter Hand, weil solche Angaben ohne Ihren konkreten Kontext irreführen. Verlangen Sie ein individuelles Angebot, testen Sie an eigenen Belegen und lassen Sie datenschutz- und aufbewahrungsrechtliche Zusicherungen vertraglich und fachlich bestätigen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu GetMyInvoices

Diese Fragen tauchen in unseren Beratungsgesprächen zu Belegmanagement und vorbereitender Buchhaltung am häufigsten auf – kurz, sachlich und herstellerneutral beantwortet. Alle Antworten sind allgemeine Orientierung und ersetzen keine individuelle Fach- oder Rechtsberatung.

Was ist GetMyInvoices genau?
GetMyInvoices ist eine cloudbasierte Software für Belegmanagement und vorbereitende Buchhaltung des deutschen Anbieters fino (fino data services GmbH aus der fino-Gruppe). Sie sammelt Rechnungen und Belege automatisch aus Online-Portalen, Lieferantenkonten und E-Mail-Postfächern ein, liest ihre Inhalte per OCR aus, kategorisiert sie und übergibt sie strukturiert an Buchhaltung, Steuerberatung und ERP-Systeme. Sie ist damit eine Drehscheibe zwischen der Belegquelle und der Finanzsoftware – kein vollwertiges Buchhaltungsprogramm und kein umfassendes Dokumentenmanagement-System.
Ist GetMyInvoices ein Buchhaltungsprogramm oder ein DMS?
Weder noch im engeren Sinne. GetMyInvoices ist ein spezialisiertes Belegmanagement-Tool für die vorbereitende Buchhaltung. Ein Buchhaltungsprogramm bucht die Geschäftsvorfälle und erstellt Auswertungen; ein DMS verwaltet alle Dokumentarten eines Unternehmens revisionssicher über lange Zeiträume. GetMyInvoices konzentriert sich auf den Weg des Belegs von der Quelle bis zur buchenden Stelle: einsammeln, auslesen, kategorisieren, weiterreichen. Buchung und Langzeitarchivierung übernehmen angebundene Systeme wie DATEV, eine Buchhaltungssoftware oder ein DMS.
Wie funktioniert der automatische Belegabruf?
Nach einmaliger Hinterlegung der Zugangsdaten verbindet sich GetMyInvoices mit den Online-Portalen und Kundenkonten Ihrer Lieferanten und lädt neue Rechnungen selbstständig herunter. Ergänzend lassen sich E-Mail-Postfächer anbinden, sodass Rechnungen aus dem Posteingang automatisch erkannt und übernommen werden. Der Anbieter wirbt mit der Unterstützung einer sehr großen Zahl von Portalen und Diensten. Wie zuverlässig der Abruf bei genau Ihren Lieferanten funktioniert, unterscheidet sich jedoch und sollte in einer Testphase geprüft werden.
Welche KI- und Automatisierungsfunktionen bietet GetMyInvoices?
Im Kern geht es um Texterkennung (OCR), die Rechnungsdaten wie Nummer, Datum, Lieferant, Beträge und Steuersätze automatisch ausliest, sowie um die automatische Kategorisierung und eine Dublettenerkennung. Über Regeln und Workflows lassen sich wiederkehrende Abläufe automatisieren, sodass man sich einer weitgehend berührungslosen Verarbeitung von Standardbelegen annähern kann. Wichtig: KI-Ergebnisse sind Vorschläge mit einer gewissen Trefferwahrscheinlichkeit, keine garantierten Wahrheiten. Für buchhalterisch relevante Vorgänge bleiben Prüf- und Freigabeschritte sinnvoll, und der Automatisierungsgrad sollte an eigenen Belegen getestet werden.
Lässt sich GetMyInvoices mit DATEV verbinden?
Ja, das DATEV-Umfeld ist einer der zentralen Übergabepunkte. Belege und ausgelesene Daten lassen sich in einer für DATEV geeigneten Form bereitstellen, sodass die Steuerkanzlei die vorbereiteten Buchungsstapel und Belegbilder übernehmen kann. Für die vorbereitende Buchhaltung im deutschen Markt ist das ein wesentlicher Vorteil. Der genaue Funktionsumfang, die Formate und der Automatisierungsgrad sollten für Ihre Konstellation und in Abstimmung mit Ihrer Steuerberatung konkret geprüft werden.
Mit welchen Buchhaltungs- und ERP-Systemen arbeitet es zusammen?
GetMyInvoices wirbt mit einer breiten Auswahl an Schnittstellen zu gängigen Buchhaltungs-, Rechnungs- und Warenwirtschaftsprogrammen sowie zu Cloud-Speichern und teils Zahlungsfunktionen. Für individuelle Anforderungen steht zusätzlich eine API bereit, über die sich die Lösung in eigene Systeme und Prozesse einbinden lässt. Welche konkreten Systeme in welcher Tiefe unterstützt werden, hängt von der eingesetzten Software und der Edition ab und sollte für Ihre Systemlandschaft geprüft werden, idealerweise in einem Testaufbau.
Wie unterscheidet sich GetMyInvoices von Candis?
Beide bewegen sich im Feld der Rechnungs- und Belegverarbeitung, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. GetMyInvoices betont besonders den automatischen Belegabruf aus vielen Portalen und Quellen sowie die Rolle als Drehscheibe zur vorbereitenden Buchhaltung – das Einsammeln steht im Vordergrund. Candis legt seinen Fokus traditionell stärker auf die Rechnungsfreigabe, Zahlungssteuerung und den internen Genehmigungsworkflow von Kreditorenrechnungen. Welche Betonung passt, hängt davon ab, wo Ihr größter Schmerzpunkt liegt: beim Zusammenführen der Belege oder beim internen Freigabe- und Zahlungsprozess. Wir empfehlen eine Kriterienmatrix und einen Proof of Concept.
Eignet sich GetMyInvoices für kleine und mittlere Unternehmen?
Ja, der Mittelstand ist zusammen mit Steuerkanzleien die Kernzielgruppe. Besonders profitieren Selbstständige und wachsende Betriebe, deren Belege aus vielen Quellen zusammenlaufen und deren manuelles Sammeln zunehmend mühsam wird. Für sehr kleine Betriebe mit nur wenigen Belegen im Monat kann der Automatisierungsvorteil hinter den laufenden Abo-Kosten zurückbleiben – hier lohnt der ehrliche Blick auf das Verhältnis von Nutzen und Kosten. Entscheidend ist, ob Ihr führender Anwendungsfall wirklich das automatisierte Einsammeln von Belegen ist.
Ist GetMyInvoices GoBD-konform und DSGVO-tauglich?
Als deutscher Anbieter adressiert fino die Anforderungen des DACH-Marktes von Haus aus, einschließlich strukturiertem GoBD-Export, geordneter Belegverwaltung und – nach Anbieterangaben – Datenverarbeitung in deutschen beziehungsweise europäischen Rechenzentren. Wichtig ist die Unterscheidung: Die Software liefert die technischen Voraussetzungen, doch ob eine konkrete Konstellation im Ergebnis GoBD-konform betrieben und archiviert wird, hängt zusätzlich von Konfiguration, Prozessen, dem nachgelagerten Archiv und einer sauberen Verfahrensdokumentation ab. Die abschließende rechtliche und steuerliche Bewertung gehört in die fachkundige Beratung. Dies ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Wo werden meine Daten gespeichert?
GetMyInvoices ist ein deutscher Cloud-Dienst, der nach Anbieterangaben aus Rechenzentren in Deutschland beziehungsweise der EU betrieben wird. Für Organisationen, denen Datenhoheit und EU-Souveränität bei Finanz- und Belegdaten wichtig sind, ist das ein Vorteil. Da die Lösung auch Zugangsdaten zu Portalen hinterlegt, verdienen die Sicherheits- und Verschlüsselungskonzepte besondere Aufmerksamkeit. Die konkreten Zusicherungen zu Hosting-Standort, Verschlüsselung und Auftragsverarbeitung ergeben sich aus Vertrag und Dokumentation und sollten vor dem Einsatz geprüft werden.
Was kostet GetMyInvoices?
GetMyInvoices folgt einem abonnementbasierten SaaS-Modell mit gestaffelten Editionen. Statt einer Einmallizenz fallen laufende Kosten pro Monat oder Jahr an, die mit der Nutzung skalieren – mehr Belege, Quellen, Nutzer und Mandanten führen in höhere Stufen. Ergänzend können Aufwände für Einrichtung, Sonderquellen oder individuelle API-Integrationen entstehen. Wir nennen bewusst keine konkreten Preise, weil diese sich ändern und stark vom individuellen Zuschnitt abhängen. Belastbare Zahlen ergeben sich nur aus einem auf Ihre Anforderungen zugeschnittenen Angebot – Editionsgrenzen und Preise stets aktuell direkt beim Anbieter erfragen.
Wie unterstützt INAGRO bei der Auswahl eines Belegmanagements?
Wir begleiten herstellerneutral: Analyse Ihres Belegflusses und der Quellen, Erstellung einer Bewertungsmatrix, Marktabgleich zwischen GetMyInvoices und Alternativen wie Candis oder klassischen DMS-Lösungen, Begleitung von Proof of Concept und Auswahl sowie die Konzeption von Kategorien, Regeln und der Übergabe an Buchhaltung und Steuerberatung. Wir empfehlen keine Marke pauschal, sondern die Lösung, die zu Ihrer Größe, Ihrer Systemlandschaft und Ihrem führenden Anwendungsfall passt. Rechts- und steuerbezogene Fragen klären wir in enger Abstimmung mit Ihren Fachberatern; dieser Beitrag und unsere Beratung ersetzen keine Rechtsberatung.

Belegmanagement strategisch einsetzen

Bereit für den durchgängigen Belegfluss?

Ob GetMyInvoices oder eine Alternative die passende Wahl ist, entscheidet sich an Ihrem führenden Anwendungsfall – nicht am Markennamen. INAGRO begleitet Sie herstellerneutral: von der Analyse Ihres Belegflusses über den fairen Marktvergleich bis zur Konzeption der Einführung und der Übergabe an Buchhaltung und Steuerberatung. Pragmatisch, strukturiert und mit Blick auf DSGVO, GoBD und Datenhoheit. Dieser Beitrag und unsere Beratung ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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