Wissensdatenbank · Enterprise Performance Management · Planung

Jedox – Planung, Konsolidierung & Reporting aus Freiburg.

Jedox ist eine Enterprise-Performance-Management-Plattform aus Deutschland, die integrierte Unternehmensplanung, Konsolidierung und Reporting in einer einzigen Lösung bündelt. Im Kern steht eine In-Memory-OLAP-Datenbank, kombiniert mit einer tiefen Excel-Integration – so bleiben vertraute Arbeitsweisen erhalten, während im Hintergrund ein zentrales, konsistentes Datenmodell entsteht. Für den DACH-Mittelstand, der Controlling und Finanzplanung vom Excel-Wildwuchs auf eine belastbare Grundlage heben will, ist Jedox einer der naheliegendsten Kandidaten – mit dem Zusatzargument europäischer Datenhoheit.

19 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
Jedox
Jedox GmbH · Freiburg im Breisgau, Deutschland
Typ
EPM / xP&A-Plattform
Kerntechnik
In-Memory-OLAP
Betriebsmodell
Cloud, On-Prem, Hybrid
Frontend
Excel, Web, Add-in
Datenhoheit
EU-Serverstandort möglich
Wettbewerb
SAP Analytics Cloud, LucaNet
INAGRO Eignung Controlling & Planung im Mittelstand
Kapitel 01 · Überblick

Was ist Jedox – und für wen lohnt es sich?

Jedox ist eine Software-Plattform für Enterprise Performance Management (EPM) – also für die integrierte Steuerung von Unternehmensplanung, Konsolidierung, Analyse und Reporting. Entwickelt und betrieben wird sie von der Jedox GmbH mit Hauptsitz in Freiburg im Breisgau. Im Kern verbindet Jedox eine leistungsfähige In-Memory-OLAP-Datenbank mit einer tiefen Integration in Microsoft Excel und eine moderne Web-Oberfläche. Das Ziel: Planungs- und Analyseprozesse, die in vielen Unternehmen als unübersichtliches Geflecht aus Excel-Dateien organisiert sind, auf ein zentrales, konsistentes und mehrbenutzerfähiges Fundament zu stellen.

Der entscheidende Unterschied zu einer reinen BI- oder Reporting-Lösung liegt in der Fähigkeit zur Rückschreibung („Write-back“). Klassische Business-Intelligence-Werkzeuge wie Power BI oder Tableau sind darauf ausgelegt, vorhandene Daten sichtbar zu machen – sie lesen und visualisieren. Jedox geht darüber hinaus: Nutzer können in Berichten und Planungsmasken selbst Werte eingeben, Annahmen ändern und Szenarien durchrechnen, die unmittelbar ins zentrale Modell zurückfließen. Genau das macht Jedox zu einem Planungswerkzeug und nicht nur zu einem Analysewerkzeug – ein Unterschied, der in der Praxis oft übersehen wird und über die richtige Toolwahl entscheidet.
Drei Eigenschaften prägen Jedox besonders:
  • In-Memory-OLAP als Herzstück – Daten werden in einem mehrdimensionalen Würfel (OLAP-Cube) im Arbeitsspeicher gehalten. Das erlaubt sehr schnelle Berechnungen über viele Dimensionen hinweg – etwa Umsatz nach Produkt, Region, Kunde und Zeit gleichzeitig – und macht Ad-hoc-Auswertungen und Planungsrechnungen praktisch in Echtzeit möglich.
  • Excel als natives Frontend – Über ein Add-in wird Excel direkt mit dem zentralen Jedox-Modell verbunden. Controller und Fachanwender arbeiten in ihrer vertrauten Umgebung weiter, greifen aber auf eine gemeinsame, konsistente Datenbasis zu, statt isolierte Dateien zu pflegen. Ergänzend steht eine Web-Oberfläche für Reports, Dashboards und Planungsanwendungen bereit.
  • Ein Modell für Planung, Konsolidierung und Reporting – statt getrennter Insellösungen bündelt Jedox diese Disziplinen in einer Plattform mit gemeinsamer Datenbasis. Das reduziert Brüche zwischen Systemen und schafft eine durchgängige Sicht von der Planung bis zum Bericht.
INAGRO-Einschätzung

Jedox ist besonders dann sinnvoll, wenn Ihr Controlling stark Excel-geprägt ist, aber an der Grenze des Machbaren angelangt ist: verstreute Dateien, unklare Versionsstände, mühsame manuelle Konsolidierung mehrerer Gesellschaften und aufwendige Planungsrunden. Jedox erhält die Excel-Arbeitsweise, ersetzt aber die fragilen Verknüpfungen durch ein zentrales Modell. Wer dagegen ausschließlich Berichte über bereits vorhandene Daten sehen will und keine Planung oder Rückschreibung braucht, ist mit einem klassischen BI-Werkzeug oft schlanker bedient. Die Faustregel aus unserer Praxis: Sobald Sie planen, konsolidieren und Szenarien rechnen wollen – nicht nur auswerten –, spielt Jedox seine Stärken aus.

xP&A – Planung über die Finanzabteilung hinaus

Ein Begriff, der Jedox regelmäßig begleitet, ist xP&A – die Abkürzung für „Extended Planning & Analysis“. Gemeint ist die Erweiterung der klassischen Finanzplanung (Financial Planning & Analysis, kurz FP&A) auf angrenzende Unternehmensbereiche: Vertriebsplanung, Personalplanung, Absatz- und Produktionsplanung, Investitionsplanung. Die Idee dahinter ist, dass sich diese Teilpläne nicht isoliert, sondern in einem gemeinsamen Modell und aufeinander abgestimmt planen lassen – eine Änderung in der Absatzplanung wirkt sich unmittelbar auf Umsatz, Personalbedarf und Ergebnisrechnung aus.
Für den Mittelstand ist dieser Gedanke oft der eigentliche Reiz: Statt dass jede Abteilung ihre eigene Excel-Planung pflegt und das Controlling die Ergebnisse mühsam zusammenführt, entsteht eine durchgängige, konsistente Unternehmensplanung. Jedox positioniert sich genau in diesem Feld – als Plattform, die Finanz- und operative Planung zusammenbringt, ohne dass jede Fachabteilung ein Spezialwerkzeug erlernen muss.

OLAP, Cube und Dimensionen – die Begriffe kurz erklärt

Wer sich mit Jedox beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe wie „Cube“, „Dimension“ und „OLAP“. Kurz erklärt: OLAP steht für „Online Analytical Processing“ und beschreibt eine Datenverarbeitung, die für analytische Abfragen über viele Blickwinkel optimiert ist. Ein Cube (Würfel) ist die mehrdimensionale Struktur, in der die Daten liegen – man kann ihn sich als Tabelle mit mehr als zwei Achsen vorstellen. Jede Achse ist eine Dimension, etwa Zeit, Produkt, Kostenstelle oder Version (Ist, Plan, Forecast).
Der praktische Nutzen: Statt Daten in flachen Tabellen umständlich zu verknüpfen, lassen sich Kennzahlen sofort aus jedem Blickwinkel betrachten und aggregieren. Ein Controller kann in Sekunden vom Gesamtumsatz auf die Ebene einer einzelnen Region, eines Produkts oder eines Monats hinabsteigen – und dank Rückschreibung dort auch Planwerte eintragen. Diese Denkweise in Dimensionen ist der konzeptionelle Kern von Jedox und der Grund, warum sich die Plattform für Planung so gut eignet.
Kapitel 02 · Editionen & Positionierung

Produktfamilie und Marktpositionierung

Jedox wird als integrierte Plattform vermarktet und über verschiedene Editionen bzw. Lizenzstufen angeboten, die sich im Funktionsumfang und in der Zahl der einbezogenen Anwendungsbereiche unterscheiden. Statt sich in Produktnamen zu verlieren – die sich über die Zeit ändern –, lohnt es sich, die grundsätzliche Logik der Staffelung und die Marktposition zu verstehen.

Grundsätzlich folgt das Angebot dem Muster einer Plattform mit ausbaubaren Modulen: Ein Basispaket deckt die zentrale Planungs-, Modellierungs- und Reporting-Funktionalität ab; darauf lassen sich weitergehende Fähigkeiten wie fortgeschrittene Konsolidierung, umfangreichere KI- und Prognosefunktionen oder erweiterte Integrations- und Governance-Optionen aufsetzen. Der konkrete Zuschnitt, die Namen der Editionen und die genauen Grenzen ändern sich mit dem Produktlebenszyklus – die jeweils aktuelle Struktur und die zugehörigen Konditionen sollten Sie daher direkt beim Anbieter oder einem autorisierten Partner erfragen.
Kern-Plattform
Basis

Die Grundlage jeder Jedox-Umgebung: In-Memory-OLAP-Datenbank, Modellierung, Web- und Excel-Frontend, Standard-Reporting und Basis-Planungsfunktionen. Deckt die häufigsten Controlling- und Planungsaufgaben ab.

FokusPlanung & Reporting
FrontendWeb & Excel
DatenbankIn-Memory-OLAP
ZielgruppeControlling / Finance
Erweiterte Module
Ausbau

Zusätzliche Fähigkeiten für anspruchsvollere Szenarien: fortgeschrittene Konsolidierung mehrerer Gesellschaften, vorkonfigurierte Planungs-Anwendungen und tiefere Integrationsoptionen. Erweitert die Basis fachlich nach Bedarf.

FokusKonsolidierung
UmfangKonzern-fähig
ModelleVorkonfiguriert
ZielgruppeGruppen / Konzern
KI & Enterprise
Premium

Die höchste Ausbaustufe bündelt KI-gestützte Prognose, umfangreichere Automatisierung, erweiterte Governance und Skalierungsoptionen. Für Organisationen mit hohem Anspruch an Automatisierung und Steuerung.

FokusKI & Skalierung
PrognoseKI-gestützt
GovernanceErweitert
ZielgruppeGehobener Mittelstand
Hinweis zu Editionen und Preisen

Wir nennen in diesem Artikel bewusst keine konkreten Editionsnamen, Nutzerzahlen oder Preise. Der Anbieter passt Produktzuschnitt und Konditionen regelmäßig an, und die tatsächlichen Kosten hängen von Anwenderzahl, Modulen, Betriebsmodell und Vertrag ab. Verlässlich ist nur die Struktur: eine ausbaubare Plattform, deren aktueller Zuschnitt beim Anbieter zu prüfen ist.

Wo Jedox im Markt steht

Im breiten Feld der EPM- und Planungssoftware positioniert sich Jedox als flexibles, herstellerunabhängiges Werkzeug für den gehobenen Mittelstand und für Konzerne, die keine schwergewichtige, an ein einzelnes ERP gebundene Lösung wollen. Anders als Anbieter, deren Planungswerkzeuge eng an eine bestimmte ERP-Welt gekoppelt sind, versteht sich Jedox als offene Plattform, die Daten aus unterschiedlichen Quellsystemen zusammenführt. Diese Neutralität ist ein wiederkehrendes Verkaufsargument – gerade in heterogenen Systemlandschaften, wie sie im Mittelstand die Regel sind.
Ein zweites Positionierungsmerkmal ist die deutsche Herkunft. Als in Freiburg ansässiges Unternehmen adressiert Jedox gezielt die Bedürfnisse europäischer Kunden hinsichtlich Datenschutz, Datenhoheit und Support in der eigenen Zeitzone und Sprache. In Ausschreibungen, in denen europäische Souveränität eine Rolle spielt, ist das ein Argument, das über die reine Funktionalität hinaus wirkt. Auf diesen Aspekt gehen wir in Kapitel 09 vertieft ein.
Kapitel 03 · Funktionsumfang

Die Kernfähigkeiten von Jedox im Detail

Jedox deckt die vier großen Disziplinen des Performance Managements in einer Plattform ab: Modellierung, Planung, Konsolidierung und Reporting. Diese Bündelung – statt vier getrennter Werkzeuge – ist der eigentliche Wert. Ein Blick auf die einzelnen Bausteine zeigt, wie sie zusammenspielen.

Modellierung

In mehrdimensionalen Cubes werden Kennzahlen entlang von Dimensionen wie Zeit, Produkt, Kostenstelle und Version abgebildet. Regeln und Berechnungslogik liegen zentral im Modell – nicht verstreut in einzelnen Zellen. Das schafft eine konsistente, wartbare Grundlage.

Zentrales Datenmodell
Planung & Forecast

Nutzer geben Planwerte direkt in Masken und Berichten ein, die ins zentrale Modell zurückgeschrieben werden. Versionen wie Budget, Forecast und mehrere Szenarien lassen sich parallel führen und vergleichen – kollaborativ und mehrbenutzerfähig.

Write-back & Szenarien
Konsolidierung

Zahlen mehrerer Gesellschaften werden zusammengeführt, um konzerninterne Effekte bereinigt und zu einer Gesamtsicht verdichtet. Aus manueller Excel-Rechnerei wird ein nachvollziehbarer, wiederholbarer Prozess mit klarer Herkunft der Zahlen.

Gruppensicht ohne Handarbeit
Reporting & Dashboards

Berichte, Management-Dashboards und Analysen entstehen aus derselben Datenbasis – in Excel oder im Web. Da die Daten live aus dem Modell kommen, sind Bericht und Planung stets synchron, ohne manuelle Datenübertragung.

Ein Bericht, eine Wahrheit
Workflow & Freigabe

Planungsrunden lassen sich mit Aufgaben, Fristen und Freigabeschritten steuern. Verantwortliche geben Teilpläne frei, das Controlling behält den Überblick über Status und Fortschritt – ein strukturierter Prozess statt E-Mail-Chaos.

Gesteuerte Planungsrunden
Integration & ETL

Ein integriertes Werkzeug für Datenanbindung (ETL) lädt Daten aus ERP, CRM, Datenbanken und Dateien in das Modell und automatisiert die Aufbereitung. So bleiben Ist-Daten aktuell, ohne dass sie manuell kopiert werden müssen.

Automatisierte Datenversorgung

Warum die Write-back-Fähigkeit den Unterschied macht

Der wichtigste konzeptionelle Unterschied zu klassischen BI-Werkzeugen ist die Rückschreibung von Werten. In einem Jedox-Bericht ist eine Planzelle nicht nur eine Anzeige, sondern ein Eingabefeld: Ändert ein Vertriebsleiter seine Absatzprognose, wird der neue Wert sofort im zentralen Cube gespeichert und über alle abhängigen Berechnungen und Berichte hinweg wirksam. Aus einer Änderung an einer Stelle entsteht eine konsistente Aktualisierung des gesamten Plans – ohne dass irgendjemand Zahlen von einem Blatt ins nächste übertragen muss.
Dieser Mechanismus ist der Grund, warum Jedox in Planungsprozessen so viel Handarbeit spart. Er löst zugleich eines der hartnäckigsten Probleme klassischer Excel-Planung: das Nebeneinander vieler Dateiversionen ohne verlässlichen Stand. In Jedox gibt es eine zentrale Wahrheit, an der alle gleichzeitig arbeiten – kontrolliert durch Rechte, Versionen und Freigaben.

Konsolidierung – vom manuellen Kraftakt zum Prozess

Für Unternehmensgruppen ist die Konsolidierung oft der schmerzhafteste Teil des Berichtswesens: Die Zahlen mehrerer Gesellschaften müssen zusammengeführt, konzerninterne Geschäfte herausgerechnet und Währungen umgerechnet werden – häufig unter Zeitdruck und in fehleranfälliger Handarbeit. Jedox bildet diese Logik im Modell ab, sodass die Konsolidierung zu einem wiederholbaren, nachvollziehbaren Prozess wird, dessen Ergebnisse sich bis auf die einzelne Gesellschaft zurückverfolgen lassen.
Wichtig für die Einordnung: Jedox deckt sowohl die Management-Konsolidierung für interne Steuerungszwecke als auch – im Ausbau – Aspekte der legalen Konsolidierung ab. Wie tief die gesetzlichen Anforderungen (etwa nach HGB oder IFRS) abgebildet werden müssen und ob dafür spezialisierte Zusatzlösungen sinnvoller sind, ist eine Frage des Einzelfalls und sollte fachlich – auch mit dem Wirtschaftsprüfer – geklärt werden. Wir empfehlen, den Konsolidierungsbedarf früh im Projekt sauber zu definieren.
Kapitel 04 · KI & Automatisierung

KI-gestützte Planung und Forecasting

Wie viele moderne EPM-Anbieter hat Jedox in den letzten Jahren KI- und Automatisierungsfunktionen in die Plattform integriert. Der Anspruch: die zeitraubende, manuelle Planung durch datenbasierte Vorschläge zu beschleunigen und Prognosen objektiver zu machen. Realistisch eingeordnet ergänzen diese Funktionen die menschliche Planung – sie ersetzen sie nicht.

Der Grundgedanke lässt sich als KI-unterstützte Planung („AIssisted Planning“) beschreiben – eine Planung, bei der Algorithmen aus historischen Daten Vorschläge ableiten, die der Planer als Ausgangspunkt nutzt und anpasst. Statt eine leere Planungsmaske vor sich zu haben, startet der Fachanwender mit einem datengestützten Entwurf und konzentriert sich auf die fachliche Bewertung und Verfeinerung. Das verkürzt Planungsrunden und macht sie zugleich nachvollziehbarer.

Automatisierte Prognosen und Forecasting

Die zentrale KI-Funktion ist das automatisierte Forecasting: Auf Basis historischer Zeitreihen – etwa vergangener Umsätze, Absätze oder Kosten – berechnet Jedox statistische Prognosen und erkennt Muster wie Trends und saisonale Schwankungen. Diese Vorhersagen dienen als Vorschlag für den Forecast, den der Planer prüfen und überschreiben kann. Der Nutzen liegt weniger im Ersetzen des Menschen als im Beschleunigen der Basisarbeit und im Aufdecken von Mustern, die manuell leicht übersehen werden.
Ergänzend erlauben KI-Funktionen das Erkennen von Anomalien und Ausreißern in großen Datenmengen – etwa auffällige Abweichungen zwischen Plan und Ist, die eine genauere Betrachtung verdienen. Für ein Controlling, das viele Kostenstellen oder Produkte überwacht, kann das ein wertvoller Frühwarnmechanismus sein. Aus Beratungssicht gilt: Diese Funktionen entfalten ihren Wert erst auf einer sauberen, gut modellierten Datenbasis – „KI auf chaotischen Daten“ liefert wenig belastbare Ergebnisse.

Automatisierung wiederkehrender Aufgaben

Neben der eigentlichen KI-Prognose ist die Prozessautomatisierung ein oft unterschätzter Effizienzhebel. Wiederkehrende Aufgaben – das Laden von Ist-Daten aus dem ERP, die Aktualisierung von Berichten, das Anstoßen von Planungsrunden oder das Verteilen von Aufgaben an Verantwortliche – lassen sich in Jedox regelbasiert und zeitgesteuert automatisieren. Das reduziert manuellen Aufwand im Monatsabschluss und minimiert Fehlerquellen.
In der Praxis ist gerade diese nüchterne Automatisierung häufig wertvoller als die spektakuläreren KI-Funktionen. Wenn der monatliche Datenimport, die Berichtsaktualisierung und die Verteilung automatisch laufen, gewinnt das Controlling spürbar Zeit für die eigentliche Analyse. Wir empfehlen, KI- und Automatisierungsfunktionen schrittweise einzuführen: erst die stabilen, regelbasierten Automatisierungen, dann die datengestützten Prognosen – und beides stets mit der Möglichkeit, manuell einzugreifen.
Realistische Erwartung an KI

KI-Forecasting in EPM-Werkzeugen ist ein wertvoller Assistent, aber kein Autopilot. Es liefert einen datenbasierten Ausgangspunkt und deckt Muster auf, ersetzt aber nicht das Geschäftsverständnis der Fachabteilung – Markterwartungen, geplante Projekte oder Sondereffekte kennt nur der Mensch. Der größte Nutzen entsteht im Zusammenspiel: die Maschine schlägt vor, der Mensch entscheidet. Wer KI-Prognosen ungeprüft übernimmt, verlagert das Risiko nur, statt es zu senken.

Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Anbindung an ERP, Datenquellen und Office

Eine Planungsplattform ist nur so gut wie ihre Datenversorgung. Jedox setzt darauf, sich möglichst reibungslos in bestehende Systemlandschaften einzufügen – von der ERP-Anbindung über Datenbanken und Dateien bis zur tiefen Integration in Microsoft Office. Diese Offenheit ist einer der Gründe für die Verbreitung im heterogenen Mittelstand.

Im Zentrum steht ein integriertes ETL-Werkzeug (Extract, Transform, Load), mit dem sich Daten aus Quellsystemen extrahieren, aufbereiten und in das Jedox-Modell laden lassen. Damit werden die Ist-Daten, gegen die geplant und berichtet wird, automatisiert und regelmäßig aktualisiert. Die typische Architektur in unseren Projekten sieht so aus: Die operativen Systeme liefern die Ist-Zahlen, Jedox hält Plan, Forecast und Konsolidierung, und die Berichte greifen live auf beide zu.

ERP- und SAP-Anbindung

Für den DACH-Mittelstand ist die Anbindung an das führende ERP-System zentral. Jedox verbindet sich mit gängigen ERP-Systemen und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die SAP-Integration – angesichts der Verbreitung von SAP im deutschsprachigen Raum ein wichtiges Argument. Über spezialisierte Konnektoren lassen sich Finanz-, Controlling- und weitere Daten aus SAP-Systemen extrahieren und in das Jedox-Modell überführen, um sie dort für Planung und Reporting zu nutzen.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Der genaue Funktionsumfang und die Tiefe der SAP-Anbindung hängen von der jeweiligen SAP-Version, der Systemkonfiguration und dem eingesetzten Konnektor ab. Ob und wie sich Ihre konkrete SAP-Landschaft anbinden lässt, sollte im Rahmen einer technischen Vorab-Prüfung geklärt werden – pauschale Zusagen führen hier erfahrungsgemäß zu Enttäuschungen. Neben SAP werden auch andere verbreitete ERP- und CRM-Systeme, Datenbanken und Dateiformate unterstützt.

Excel und Microsoft Office als Frontend

Die vielleicht wichtigste Integration ist die in Microsoft Excel. Über ein Add-in wird Excel zu einem vollwertigen, mit dem zentralen Modell verbundenen Jedox-Frontend: Funktionen ziehen Werte live aus den Cubes, Eingaben werden zurückgeschrieben, und vertraute Excel-Fähigkeiten wie Formatierung und Formeln bleiben erhalten. Für Controller, die jahrelang in Excel gearbeitet haben, senkt das die Einstiegshürde erheblich – sie behalten ihr Werkzeug, gewinnen aber eine konsistente, mehrbenutzerfähige Datenbasis.
Ergänzend deckt Jedox weitere Office-Anwendungen ab, etwa für die Erstellung von Präsentationen und Management-Berichten aus aktuellen Daten. Der strategische Vorteil dieser Office-Nähe ist psychologischer wie praktischer Natur: Die Einführung wird nicht als Bruch mit gewohnten Arbeitsweisen erlebt, sondern als deren Aufwertung. In der Praxis ist das ein wesentlicher Faktor für die Akzeptanz im Fachbereich – und Akzeptanz entscheidet oft mehr über den Projekterfolg als die reine Technik.
INAGRO-Empfehlung zur Integration

Klären Sie die Datenanbindung früh und ehrlich. Der häufigste Grund für ins Stocken geratene EPM-Projekte ist nicht die Planungslogik, sondern die Datenversorgung aus den Vorsystemen. Definieren Sie zu Beginn genau, welche Ist-Daten aus welchem System in welcher Struktur benötigt werden, und prüfen Sie die technische Anbindung – gerade bei SAP – vor der eigentlichen Modellierung. Eine saubere, automatisierte Datenversorgung ist die Grundlage für alles Weitere.

Kapitel 06 · Abgrenzung zu Wettbewerbern

Jedox im Vergleich zu SAP Analytics Cloud, Power BI & klassischem BI

Jedox wird häufig mit Werkzeugen verglichen, die eigentlich für andere Zwecke gebaut sind. Ein sauberes Verständnis der Kategorien hilft, die richtige Wahl zu treffen: Reine BI-Werkzeuge, EPM-Plattformen und ERP-nahe Analyse-Lösungen verfolgen unterschiedliche Ziele. Jedox gehört klar in die EPM-Kategorie mit Planungsschwerpunkt.

Der wichtigste Unterschied bleibt die bereits beschriebene Rückschreibung. Klassische BI-Werkzeuge wie Power BI oder Tableau sind exzellent darin, vorhandene Daten zu visualisieren, zu explorieren und in Dashboards aufzubereiten – aber sie sind nicht dafür gebaut, dass Nutzer Planwerte eingeben, die in ein zentrales Modell zurückfließen. Jedox ist umgekehrt eine Planungsplattform mit starken Reporting-Fähigkeiten. Die beiden Kategorien schließen sich nicht aus: In vielen Unternehmen planen und konsolidieren Fachbereiche in Jedox, während Power BI die verdichteten Ergebnisse an ein breites Management-Publikum verteilt.
SAP Analytics Cloud (SAC) ist der direkteste Wettbewerber im engeren Sinn, da sie ebenfalls Planung, Analyse und BI in einer Cloud-Plattform verbindet und Rückschreibung beherrscht. Der Hauptunterschied liegt in der Positionierung: SAC ist eng an die SAP-Welt gebunden und entfaltet dort ihre größten Stärken, während Jedox sich bewusst herstellerneutral versteht und in gemischten Systemlandschaften punktet. Für ein Unternehmen, das ohnehin tief in SAP verankert ist, kann SAC naheliegen; für eine heterogene Landschaft oder bei Wert auf europäische Unabhängigkeit spricht vieles für Jedox.
Kriterium Jedox SAP Analytics Cloud Power BI (klassisches BI)
Kategorie EPM / xP&A-Plattform BI + Planung (SAP-Welt) Self-Service-BI
Planung & Write-back Kernstärke Vorhanden Nicht der Fokus
Konsolidierung Integriert Je nach Modul Nicht enthalten
Excel-Integration Sehr tief (Add-in) Vorhanden Über Analyze in Excel
Datenvisualisierung Solide Stark Sehr stark
Herstellerneutralität Offen für viele Quellen SAP-zentriert Breite Konnektoren
Anbieterherkunft Deutschland (Freiburg) Deutschland (SAP) USA (Microsoft)
EU-Datenhoheit EU-Standort / On-Prem EU-Regionen EU-Region, US-Konzern
Typischer Schwerpunkt Integrierte Planung Analytik in SAP-Landschaft Reporting & Dashboards

Wann Jedox die richtige Wahl ist

Aus unserer Beratungspraxis kristallisieren sich klare Muster heraus. Jedox ist meist die richtige Wahl, wenn integrierte Planung, Forecasting und Konsolidierung im Zentrum stehen, wenn die Systemlandschaft heterogen ist (kein reines SAP-Haus), wenn die Excel-Nähe für die Akzeptanz im Fachbereich wichtig ist und wenn europäische Datenhoheit einen hohen Stellenwert hat. Gerade der gehobene Mittelstand mit mehreren Gesellschaften und gewachsenen Excel-Prozessen findet in Jedox oft eine passende Antwort.
SAP Analytics Cloud ist häufig naheliegend, wenn ein Unternehmen tief in der SAP-Welt verankert ist und eine durchgängige SAP-Datenstrategie verfolgt. Power BI oder Tableau sind die richtige Wahl, wenn es primär um Datenvisualisierung, Dashboards und Self-Service-Analyse geht – nicht um Planung. In vielen Unternehmen ergänzen sich diese Werkzeuge: Jedox als Planungs- und Konsolidierungskern, ein BI-Tool als breite Visualisierungsschicht darüber. Die Frage lautet also selten „entweder/oder“, sondern „welche Rolle übernimmt welches Werkzeug“.
Der häufigste Kategoriefehler

Wir erleben regelmäßig, dass Unternehmen versuchen, in einem reinen BI-Werkzeug wie Power BI eine Planung nachzubauen – mit aufwendigen Umwegen, weil das Werkzeug dafür nicht gedacht ist. Ebenso werden EPM-Plattformen zuweilen als reine Dashboard-Tools missbraucht. Klären Sie zuerst, ob Sie planen (Werte eingeben, konsolidieren, Szenarien rechnen) oder nur analysieren (vorhandene Daten sichtbar machen) wollen. Diese eine Frage entscheidet über die richtige Kategorie – und erspart teure Fehlgriffe.

Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Betriebsmodelle: Cloud, On-Premises und Hybrid

Ein wesentlicher Vorteil von Jedox gegenüber reinen Cloud-Anbietern ist die Wahlfreiheit beim Betriebsmodell. Die Plattform lässt sich als verwalteter Cloud-Dienst, im eigenen Rechenzentrum (On-Premises) oder in einer Kombination aus beidem betreiben. Diese Flexibilität ist gerade für Unternehmen mit besonderen Anforderungen an Datenhoheit und Kontrolle ein starkes Argument.

Bei der Cloud-Variante betreibt der Anbieter die Plattform als Software-as-a-Service; das Unternehmen muss sich nicht um Server, Updates und Infrastruktur kümmern und startet vergleichsweise schnell. Bei der On-Premises-Variante läuft Jedox in der eigenen IT-Infrastruktur – mit maximaler Kontrolle über Daten und Betrieb, aber auch höherem eigenen Betriebsaufwand. Die Hybrid-Variante kombiniert beides, etwa indem sensible Daten im Haus bleiben und bestimmte Dienste aus der Cloud genutzt werden.
Cloud (SaaS)
Schneller Start

Der Anbieter betreibt und wartet die Plattform. Kein eigener Server-Betrieb, automatische Updates, schneller Projektstart. Für Datenhoheit ist die Wahl eines EU-Serverstandorts entscheidend.

BetriebBeim Anbieter
Aufwand internGering
SkalierungFlexibel
DatenhoheitEU-Standort wählbar
On-Premises
Maximale Kontrolle

Jedox läuft in der eigenen Infrastruktur. Daten verlassen das Haus nicht, die volle Kontrolle liegt beim Unternehmen – dafür ist eigener Betriebs- und Wartungsaufwand nötig.

BetriebEigene IT
Aufwand internHöher
KontrolleVollständig
DatenhoheitMaximal
Hybrid
Kombination

Eine Mischform: sensible Daten und Kernkomponenten im eigenen Haus, andere Dienste aus der Cloud. Ermöglicht eine an Schutzbedarf und Ressourcen angepasste Aufteilung.

BetriebGeteilt
Aufwand internMittel
FlexibilitätHoch
DatenhoheitFein steuerbar

Eine Einführung strukturiert angehen

Eine erfolgreiche Jedox-Einführung ist kein reines Technikprojekt, sondern vor allem ein Prozess- und Organisationsthema. Aus unseren Projekten hat sich ein bewährtes Vorgehen herausgebildet, das mit einem klar umrissenen ersten Anwendungsfall beginnt – etwa der Ablösung einer bestimmten, besonders schmerzhaften Excel-Planung – und von dort schrittweise ausbaut.
01
Use-Case und Ist-Analyse
Zuerst wird der konkrete erste Anwendungsfall definiert – etwa die Vertriebsplanung oder die Konzernkonsolidierung – und der bestehende Prozess samt Datenquellen aufgenommen. So entsteht Klarheit über Umfang und Anforderungen, bevor gebaut wird.
02
Datenanbindung sicherstellen
Die Anbindung der Vorsysteme (ERP, insbesondere SAP, CRM, Dateien) wird technisch geprüft und eingerichtet. Eine automatisierte, zuverlässige Ist-Datenversorgung ist die Grundlage für alles Weitere.
03
Modell aufbauen
Das mehrdimensionale Modell mit Cubes, Dimensionen und Regeln wird aufgebaut. Hier entscheidet sich die spätere Qualität – ein durchdachtes Modell ist wartbar und erweiterbar, ein überkomplexes wird zur Last.
04
Frontends und Workflows
Planungsmasken, Berichte und Dashboards entstehen in Excel und Web, ergänzt um Freigabe-Workflows für die Planungsrunden. Die Fachanwender werden früh eingebunden, um Akzeptanz zu sichern.
05
Pilot, Schulung, Ausbau
Nach einem Pilotbetrieb mit realen Daten und Schulung der Anwender geht der erste Use-Case produktiv – und wird anschließend um weitere Bereiche erweitert. Wachsen statt Big Bang.
Der wichtigste Erfolgsfaktor ist aus unserer Erfahrung, klein und fokussiert zu starten. Ein überambitionierter Erstwurf, der die gesamte Unternehmensplanung auf einmal abbilden will, überfordert Projektteam und Organisation. Ein fokussierter erster Anwendungsfall liefert dagegen schnell sichtbaren Nutzen, schafft Vertrauen in die Plattform und liefert die Erkenntnisse für den weiteren Ausbau. Ob Cloud, On-Premises oder Hybrid – die Wahl des Betriebsmodells sollte sich an Schutzbedarf, vorhandenen IT-Ressourcen und Datenschutzanforderungen orientieren, nicht an Moden.
Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

Jedox im Controlling und in Planungsprozessen

Der natürliche Einsatzort von Jedox ist die Finanz- und Controlling-Abteilung des Mittelstands – und von dort ausgehend die operativen Fachbereiche. Wo heute Excel-Dateien per E-Mail wandern, Versionen sich vermehren und der Monatsabschluss zum Kraftakt wird, setzt Jedox mit einem zentralen, gesteuerten Prozess an. Ein Blick auf typische Einsatzszenarien macht den Nutzen greifbar.

Die häufigsten Einstiegs-Use-Cases, die wir in Mittelstandsprojekten sehen, drehen sich um die klassischen Schmerzpunkte des Controllings: eine integrierte Unternehmensplanung aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Liquiditätsplanung; eine rollierende Forecast-Planung, die den starren Jahresbudget-Prozess ergänzt; die Konsolidierung mehrerer Gesellschaften zu einer Konzernsicht; sowie Fachbereichsplanungen wie Vertriebs-, Absatz- oder Personalplanung, die in das Gesamtmodell einfließen.

Vom Excel-Wildwuchs zur konsistenten Planung

Das wiederkehrende Muster im Mittelstand ist die über Jahre gewachsene Excel-Landschaft: Eine zentrale Planungsdatei mit unzähligen verknüpften Blättern und Nebendateien, die nur eine Person wirklich versteht, deren Verknüpfungen bei jeder Änderung zu brechen drohen und bei der niemand mit Sicherheit sagen kann, welche Version die aktuelle ist. Solche Konstruktionen sind fehleranfällig, schwer prüfbar und binden im Abschluss enorm viel Zeit.
Jedox löst dieses Problem, ohne die Excel-Arbeitsweise aufzugeben: Die Logik wandert vom fragilen Zell-Geflecht in ein zentrales, dokumentiertes Modell, während die Anwender weiterhin in Excel oder im Web arbeiten. Aus vielen konkurrierenden Dateiversionen wird eine zentrale Wahrheit; aus mühsamer manueller Konsolidierung wird ein wiederholbarer Prozess; aus der Abhängigkeit von einer einzelnen Schlüsselperson wird eine wartbare, dokumentierte Lösung. Dieser Übergang ist oft der eigentliche Wertbeitrag – noch vor jeder KI-Funktion.
Stärken
  • Integrierte Plattform für Planung, Konsolidierung und Reporting
  • Tiefe Excel-Integration – vertraute Arbeitsweise bleibt erhalten
  • Write-back: echte Planung statt reiner Analyse
  • Schnelle In-Memory-OLAP-Berechnungen über viele Dimensionen
  • Herstellerneutral, offen für heterogene Systemlandschaften
  • Deutscher Anbieter mit EU-Datenhoheit als Option
  • Cloud, On-Premises und Hybrid frei wählbar
  • KI-gestütztes Forecasting und Prozessautomatisierung
Einschränkungen
  • Einführung erfordert fachliches Modellierungs-Know-how
  • Für reine Datenvisualisierung weniger stark als spezialisierte BI-Tools
  • Erfolg hängt an sauberer Datenversorgung aus Vorsystemen
  • Überkomplexe Modelle werden schwer wartbar
  • Tiefe SAP-Anbindung ist versions- und konfigurationsabhängig
  • Für kleine Unternehmen mit einfachen Planungen überdimensioniert
  • Lizenz- und Betriebskosten beim Anbieter zu prüfen
  • Legale Konsolidierung im Detail fachlich abzuklären

Wer im Unternehmen mit Jedox arbeitet

In der Praxis arbeiten mit Jedox mehrere Rollen zusammen. Das Controlling ist typischerweise der fachliche Eigentümer: Es modelliert die Planung, betreut den Prozess und wertet die Ergebnisse aus. Die Fachbereiche – Vertrieb, Produktion, Personal – liefern über Planungsmasken ihre Teilpläne und Annahmen zu, ohne die Technik dahinter kennen zu müssen. Die IT sorgt für die Datenanbindung, den Betrieb und die Governance.
Gerade im Mittelstand, wo wenige Personen viele Rollen tragen, ist eine klare Aufgabenteilung wichtig. Wir empfehlen, im Controlling gezielt Kompetenz für Modellierung und Pflege aufzubauen, damit die Lösung nicht dauerhaft von externer Unterstützung abhängt. Ein Werkzeug wie Jedox entfaltet seinen Wert erst, wenn die Fachabteilung es selbst weiterentwickeln kann – nicht, wenn jede Änderung ein Projekt auslöst.
Realistische Zeitplanung

Ein erster, klar umrissener Jedox-Use-Case – etwa die Ablösung einer bestimmten Excel-Planung inklusive Datenanbindung und Berichten – ist in vielen Mittelstandsprojekten in einigen Wochen bis wenigen Monaten produktiv umsetzbar. Der Aufbau einer breiten, integrierten Unternehmensplanung mit mehreren Fachbereichen und Konsolidierung ist dagegen ein Programm über mehrere Monate. Wer mit einem fokussierten Pilotprojekt startet und daraus lernt, baut die Plattform tragfähig aus.

Kapitel 09 · Kosten & DSGVO / Datenhoheit

Kosten, DSGVO und europäische Datenhoheit

Zwei Fragen begleiten jede Jedox-Entscheidung: Was kostet die Plattform, und wie steht es um Datenschutz und Datenhoheit? Bei beidem gilt: Verlässlich sind Prinzipien und Größenordnungen, nicht in Stein gemeißelte Zahlen. Als deutscher Anbieter hat Jedox beim Datenschutz zugleich ein starkes strukturelles Argument.

Die Kosten einer Jedox-Umgebung setzen sich in der Regel aus Lizenz- bzw. Abonnementgebühren – abhängig von Anwenderzahl, gewählten Modulen und Betriebsmodell – sowie aus Aufwänden für Einführung, Modellierung und laufenden Betrieb zusammen. Der Einführungsaufwand ist häufig der unterschätzte Posten: Ein durchdachtes Modell, saubere Datenanbindung und Anwenderschulung sind Investitionen, die über den Projekterfolg entscheiden. Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht; sie hängen zu stark vom Einzelfall ab und sind beim Anbieter oder einem autorisierten Partner zu erfragen.
Erwartungsmanagement zu Kosten

Wir nennen in diesem Artikel bewusst keine festen Preise, Nutzerzahlen oder Rabatte. Lizenzmodelle, Editionen und Konditionen unterscheiden sich je nach Anwenderzahl, Modulwahl, Betriebsmodell und Vertrag erheblich und ändern sich über die Zeit. Verlässlich ist nur das Prinzip: Es fallen Lizenz-/Abonnementkosten plus Einführungs- und Betriebsaufwände an – und der Einführungsaufwand ist meist größer als gedacht. Die konkreten Zahlen bitte beim Anbieter prüfen.

DSGVO und der Vorteil eines deutschen Anbieters

Beim Datenschutz spielt Jedox seine deutsche Herkunft als strukturellen Vorteil aus. Als in Freiburg ansässiges Unternehmen unterliegt Jedox europäischem Recht und kann seinen Kunden einen Betrieb mit EU-Serverstandort anbieten – die gespeicherten Daten liegen dann physisch in europäischen Rechenzentren. Anders als bei US-basierten Cloud-Anbietern entfällt damit ein wesentlicher Teil der Diskussion um Drittland-Transfers und die Reichweite ausländischer Zugriffsrechte. Für Unternehmen, denen europäische Souveränität wichtig ist, ist das ein gewichtiges Argument.
Ein zweiter, oft entscheidender Baustein ist die On-Premises- bzw. Hybrid-Option. Wer besonders schützenswerte Daten verarbeitet oder maximale Kontrolle wünscht, kann Jedox ganz oder teilweise im eigenen Rechenzentrum betreiben. Dann verlassen die Daten das Haus nicht – die Datenhoheit ist maximal. Diese Wahlfreiheit zwischen EU-Cloud, eigenem Betrieb und Mischformen ist ein Merkmal, das reine Cloud-Only-Anbieter nicht bieten und das im DACH-Markt regelmäßig den Ausschlag gibt.
Keine Rechtsberatung

Die folgenden Ausführungen sind eine allgemeine, technisch-organisatorische Einordnung aus der Beratungspraxis und stellen ausdrücklich keine Rechtsberatung dar. Für die verbindliche datenschutzrechtliche Bewertung Ihres konkreten Einsatzszenarios – insbesondere bei personenbezogenen oder besonders sensiblen Daten – ziehen Sie bitte Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine fachkundige Rechtsberatung hinzu.

Was bei der Datenschutzbetrachtung zu beachten ist

Auch bei einem europäischen Anbieter mit EU-Standort entbindet der Einsatz nicht von den üblichen Datenschutzpflichten. Es sind weiterhin ein Auftragsverarbeitungsvertrag abzuschließen, die Verarbeitungstätigkeiten zu dokumentieren, ein rollenbasiertes Rechtekonzept einzurichten und die Datenminimierung zu beachten. Der Vorteil des deutschen Anbieters liegt vor allem darin, dass die heikle Drittland-Frage entschärft ist und Vertragspartner sowie Support europäischem Recht und europäischer Sprache verpflichtet sind – nicht darin, dass Datenschutzpflichten entfielen.
Gerade weil in Planungs- und Controlling-Anwendungen häufig auch personenbezogene Daten verarbeitet werden – etwa in der Personalplanung mit Gehalts- und Mitarbeiterdaten –, lohnt sich eine sorgfältige Betrachtung. Wo besonders sensible Daten im Spiel sind, sollten eine Datenschutz-Folgenabschätzung und gegebenenfalls die On-Premises-Option geprüft werden. Diese Abwägung ist Teil jeder seriösen Vorab-Bewertung und sollte fachlich begleitet werden.
Datenschutz-Checkliste (orientierend)

Die folgenden Punkte gehören aus unserer Erfahrung in jede Jedox-Datenschutzbetrachtung – als Orientierung, nicht als abschließende rechtliche Prüfung:

Betriebsmodell
Bewusst zwischen EU-Cloud, On-Premises und Hybrid nach Schutzbedarf wählen
EU-Standort
Bei Cloud-Betrieb einen europäischen Serverstandort sicherstellen
AVV
Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen und prüfen
Datenminimierung
Nur wirklich benötigte personenbezogene Daten laden – im Zweifel pseudonymisieren
Zugriffsrechte
Rollenbasiertes Rechtekonzept und Protokollierung konsequent nutzen
DSFA prüfen
Bei sensiblen Daten (z. B. Personalplanung) Datenschutz-Folgenabschätzung erwägen
Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu Jedox

Diese Fragen tauchen in unseren Beratungsgesprächen am häufigsten auf – kurz und sachlich beantwortet.

Was genau ist Jedox – ein BI-Tool oder etwas anderes?
Jedox ist keine reine BI-Lösung, sondern eine Enterprise-Performance-Management-Plattform (EPM) mit Schwerpunkt auf Planung. Der entscheidende Unterschied zu Werkzeugen wie Power BI oder Tableau ist die Rückschreibung: In Jedox geben Nutzer Planwerte direkt ein, die in ein zentrales, mehrdimensionales Modell zurückfließen. Jedox verbindet Modellierung, Planung, Konsolidierung und Reporting in einer Plattform mit In-Memory-OLAP-Datenbank und tiefer Excel-Integration. Es ist also ein Planungswerkzeug mit starken Reporting-Fähigkeiten – nicht nur ein Analysewerkzeug.
Worin liegt der Unterschied zwischen Jedox und SAP Analytics Cloud?
Beide sind EPM-fähige Plattformen mit Planung und Rückschreibung. Der Hauptunterschied liegt in der Positionierung: SAP Analytics Cloud ist eng an die SAP-Welt gebunden und entfaltet dort ihre größten Stärken, während Jedox sich bewusst herstellerneutral versteht und in gemischten, heterogenen Systemlandschaften punktet. Für ein reines SAP-Haus kann SAC naheliegen; für eine heterogene Landschaft oder bei hohem Wert auf europäische Unabhängigkeit spricht vieles für Jedox. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Systemlandschaft und Datenstrategie ab.
Kann Jedox Microsoft Excel ersetzen – oder ergänzen?
Jedox ersetzt Excel nicht, sondern wertet es auf. Über ein Add-in wird Excel zu einem vollwertigen Jedox-Frontend, das live mit dem zentralen Modell verbunden ist: Werte werden gelesen und zurückgeschrieben, während vertraute Excel-Funktionen erhalten bleiben. Der Vorteil: Die fehleranfälligen, verstreuten Excel-Verknüpfungen weichen einer zentralen, konsistenten Datenbasis, ohne dass die Anwender ihre gewohnte Arbeitsweise aufgeben müssen. Ergänzend steht eine Web-Oberfläche für Berichte, Dashboards und Planungsanwendungen bereit.
Ist Jedox DSGVO-konform und datenschutzfreundlich einsetzbar?
Als deutscher Anbieter aus Freiburg hat Jedox hier strukturelle Vorteile: Es unterliegt europäischem Recht und ermöglicht einen Betrieb mit EU-Serverstandort oder – für maximale Datenhoheit – ganz oder teilweise im eigenen Rechenzentrum (On-Premises/Hybrid). Damit ist die heikle Drittland-Frage weitgehend entschärft. Zu beachten bleiben die üblichen Pflichten wie Auftragsverarbeitungsvertrag, Rechtekonzept und Datenminimierung. Für die verbindliche Bewertung Ihres konkreten Falls – besonders bei sensiblen Daten wie in der Personalplanung – ist eine Prüfung durch Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine Rechtsberatung erforderlich. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Was bedeutet In-Memory-OLAP praktisch?
In-Memory bedeutet, dass die Daten im Arbeitsspeicher gehalten werden, was Berechnungen sehr schnell macht. OLAP steht für eine mehrdimensionale Datenstruktur (Cube), in der Kennzahlen entlang von Dimensionen wie Zeit, Produkt, Kostenstelle und Version organisiert sind. Praktisch heißt das: Sie können in Sekunden vom Gesamtergebnis auf einzelne Regionen, Produkte oder Monate hinabsteigen, Werte aus jedem Blickwinkel betrachten und – dank Rückschreibung – dort auch Planwerte eintragen. Diese Schnelligkeit und Flexibilität ist der Grund, warum sich Jedox besonders gut für interaktive Planung eignet.
Wie gut lässt sich Jedox an SAP und andere ERP-Systeme anbinden?
Jedox bietet ein integriertes ETL-Werkzeug und Konnektoren für gängige ERP- und CRM-Systeme, Datenbanken und Dateien, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der SAP-Integration – angesichts der SAP-Verbreitung im DACH-Raum ein wichtiges Argument. Wie tief und reibungslos die Anbindung im Einzelfall gelingt, hängt allerdings von SAP-Version, Systemkonfiguration und eingesetztem Konnektor ab. Wir empfehlen dringend eine technische Vorab-Prüfung der konkreten Systemlandschaft, bevor Zusagen gemacht werden – die Datenversorgung ist erfahrungsgemäß der kritischste Punkt jedes EPM-Projekts.
Lohnt sich Jedox auch für kleinere Unternehmen?
Das hängt vom Planungsbedarf ab, nicht allein von der Unternehmensgröße. Sobald mehrere Personen oder Abteilungen gemeinsam planen, Szenarien rechnen, mehrere Gesellschaften konsolidieren oder wiederkehrende Planungsrunden strukturieren müssen und die bestehende Excel-Landschaft an ihre Grenzen stößt, kann sich Jedox lohnen. Wer dagegen eine einfache Planung mit wenigen Positionen führt, die eine überschaubare Excel-Datei problemlos bewältigt, ist mit Jedox überdimensioniert. Die ehrliche Antwort liefert eine kurze Bedarfsanalyse: erst der Use-Case, dann die Tool-Entscheidung.
Wie unterstützt INAGRO bei der Einführung von Jedox?
Wir begleiten Jedox-Projekte herstellerneutral und ganzheitlich: von der ehrlichen Vorab-Bewertung, ob Jedox (oder eine Alternative wie SAP Analytics Cloud) zu Ihren Zielen passt, über die Definition des ersten Use-Cases, die Anbindung der Vorsysteme und den Modellaufbau bis hin zu Frontends, Workflows, Schulung und Governance. Wir achten besonders auf eine saubere Datenversorgung, ein wartbares Modell und einen datenschutzkonformen Betrieb – inklusive der Frage, welches Betriebsmodell (EU-Cloud, On-Premises oder Hybrid) zu Ihrem Schutzbedarf passt. Umfang und ein transparentes Angebot stimmen wir nach einem unverbindlichen Erstgespräch auf Ihre Situation ab.

Jedox strategisch einführen

Bereit für eine integrierte Unternehmensplanung?

Von der herstellerneutralen Vorab-Bewertung über den ersten Use-Case und die Anbindung Ihrer Vorsysteme bis zu Modellierung, Workflows, Schulung und Datenschutz – INAGRO begleitet Sie auf jedem Schritt. Mit ehrlicher Beratung, Controlling-Verständnis und Blick für europäische Datenhoheit. Pragmatisch, strukturiert und mit messbarem Ergebnis.

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