Wissensdatenbank · ERP-Systeme im Vergleich

WIKINGER

Warenwirtschaft und ERP eines deutschen Anbieters mit klarem Fokus auf Handel und Mittelstand: Warenwirtschaft, Auftragsabwicklung und Lager als Kern, ergänzt um Integrationen zu Shop, Marktplatz und Buchhaltung — eine praxisorientierte Lösung für händlernahe Prozesse im DACH-Raum.

25 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
WIKINGER
INAGRO Wissensdatenbank · 36 ERP-Systeme
Anbieter
Deutscher Software-Anbieter
Typ
Warenwirtschaft / ERP
Fokus
Handel & Mittelstand
Kernmodule
Warenwirtschaft, Auftrag, Lager
Betrieb
On-Prem / Cloud (beim Anbieter prüfen)
Datenhoheit
DE-Anbieter / DE-Hosting möglich
INAGRO Eignung KMU
Kapitel 01 · Überblick

Was ist WIKINGER – Warenwirtschaft und ERP im Handel

<strong>WIKINGER</strong> ist eine Warenwirtschafts- und ERP-Lösung eines deutschen Software-Anbieters, die sich schwerpunktmäßig an Handelsunternehmen und den Mittelstand richtet. Im Zentrum stehen die klassischen händlernahen Prozesse: Artikel- und Warenstammdaten, Einkauf und Beschaffung, Auftrags- und Verkaufsabwicklung sowie Lager- und Bestandsführung — ergänzt um Schnittstellen zu Online-Shop, Marktplatz und Buchhaltung.

Um WIKINGER richtig einzuordnen, hilft eine begriffliche Klärung. Eine Warenwirtschaft (WaWi) verwaltet den Fluss von Waren durch ein Unternehmen — vom Einkauf über die Lagerung bis zum Verkauf. Ein ERP-System (Enterprise Resource Planning) geht darüber hinaus und integriert weitere Unternehmensbereiche wie Finanzen, Controlling oder Personal in einem gemeinsamen Datenmodell. In der Praxis verschwimmen diese Grenzen: Viele handelsorientierte Systeme wie WIKINGER sind im Kern eine leistungsfähige Warenwirtschaft, die durch angrenzende Module und Integrationen ERP-Charakter gewinnt. Der genaue Funktionsumfang und die Modulgrenzen sollten immer beim Anbieter geprüft werden, da sich Produktzuschnitt und Editionen im Zeitverlauf ändern.
Der entscheidende Punkt für die Einordnung ist der Branchenfokus Handel. Anders als generalistische Großsysteme, die für nahezu jede Branche konfigurierbar sind, ist WIKINGER von seiner Herkunft her auf die typischen Anforderungen des Groß- und Einzelhandels sowie händlernaher Dienstleister zugeschnitten. Das zeigt sich in der Nähe zu Themen wie Sortimentsverwaltung, Preisfindung, Rabattstrukturen, Bestandsoptimierung und der Anbindung von Verkaufskanälen. Wer ein System für tiefe, mehrstufige Fertigungsprozesse sucht, ist dagegen oft bei anderen Lösungen besser aufgehoben — dazu mehr in Kapitel 06.

Warenwirtschaft, ERP und wo WIKINGER dazwischen steht

Die häufigste Verwirrung bei Handelssystemen entsteht an der Frage, ob es sich um eine reine Warenwirtschaft oder um ein vollwertiges ERP handelt. Die ehrliche Antwort lautet: Das ist weniger eine Produkteigenschaft als eine Frage des Zuschnitts und der genutzten Module. WIKINGER deckt die warenwirtschaftlichen Kernprozesse ab und lässt sich über angrenzende Funktionen und Integrationen zu einem System ausbauen, das den Alltag eines Handelsbetriebs weitgehend abbildet. Ob dabei alle typischen ERP-Bereiche — etwa eine tiefe Finanzbuchhaltung — im System selbst liegen oder über angebundene Fachlösungen abgedeckt werden, unterscheidet sich je nach Konstellation und sollte konkret beim Anbieter erfragt werden.
Für die Praxis ist diese Grauzone weniger problematisch, als sie klingt. Entscheidend ist nicht das Etikett WaWi oder ERP, sondern ob das System die realen Prozesse eines Unternehmens sauber abbildet und mit den umgebenden Systemen zusammenspielt. Ein Handelsbetrieb, dessen Wertschöpfung im Einkaufen, Lagern und Verkaufen liegt, braucht vor allem eine starke Warenwirtschaft mit verlässlichen Schnittstellen — und genau dieses Profil bedient WIKINGER.

Für wen WIKINGER gedacht ist

Die typische Zielgruppe sind mittelständische Handelsunternehmen im DACH-Raum, die eine strukturierte, praxisnahe Warenwirtschaft suchen und Wert auf einen deutschen Anbieter mit deutschsprachigem Support legen. Das reicht vom wachsenden Fachhändler, der seine Prozesse aus Insellösungen und Tabellen in ein durchgängiges System überführen will, bis zum etablierten Groß- oder Onlinehändler, der mehrere Verkaufskanäle in einer Warenwirtschaft bündeln möchte. Ob die Lösung im Einzelfall passt, hängt von Sortiment, Kanalstruktur, Belegvolumen und Integrationsbedarf ab — Aspekte, die eine strukturierte Auswahl klären sollte.
INAGRO-Einschätzung
Der zentrale Punkt: WIKINGER ist im Kern eine handelsorientierte Warenwirtschaft mit ERP-Charakter, kein generalistisches Fertigungs-ERP. Seine Stärke liegt in der sauberen Abbildung von Einkauf, Auftrag und Lager sowie in der Anbindung von Verkaufskanälen. Wer diesen Fokus mit dem eigenen Bedarf abgleicht, trifft eine deutlich fundiertere Entscheidung als über den Markennamen — konkrete Funktions- und Editionsdetails immer beim Anbieter prüfen.

Worum es in diesem Fachartikel geht

Dieser Beitrag ordnet WIKINGER herstellerneutral ein: Editionen und Betriebsmodelle sowie die Marktpositionierung (Kapitel 02), der Funktionsumfang mit den Kernmodulen Warenwirtschaft, Auftrag und Lager (Kapitel 03), KI- und Automatisierungsthemen (Kapitel 04), Integrationen und Ökosystem rund um Shop und Marktplatz (Kapitel 05), die Abgrenzung zu Wettbewerbern zwischen Handels-WaWi und Fertigungs-ERP (Kapitel 06), Einführung und Betrieb (Kapitel 07), der Einsatz im mittelständischen Handel (Kapitel 08), Kosten sowie DSGVO und Datenhoheit (Kapitel 09) und häufige Fragen (Kapitel 10). Ziel ist eine sachliche Entscheidungsgrundlage, keine Werbung — und keine erfundenen Detailzahlen: Wo es auf konkrete Konditionen ankommt, gilt der Hinweis, beim Anbieter zu prüfen.
Kapitel 02 · Editionen & Positionierung

Editionen, Betriebsmodelle & Positionierung

WIKINGER ist kein einzelnes, starres Paket, sondern eine Lösung, die sich in Umfang und Betriebsart an unterschiedliche Handelsprofile anpassen lässt. Wer die Optionen und die Marktposition versteht, kann die grundsätzliche Passung einschätzen — die genauen Editions- und Betriebsvarianten gehören jedoch beim Anbieter verifiziert.

Betriebsmodelle: On-Premise, Cloud und Hybrid

Wie bei den meisten etablierten Warenwirtschaftssystemen stellt sich auch bei WIKINGER zuerst die Frage nach dem Betriebsmodell. Grundsätzlich kommen drei Ansätze in Betracht, deren konkrete Verfügbarkeit und Ausgestaltung beim Anbieter zu prüfen sind. Beim On-Premise-Betrieb läuft das System auf eigener Infrastruktur im Unternehmen; das bietet maximale Kontrolle und Datenhoheit, verlangt aber eigenes Know-how für Betrieb, Wartung und Backups. Bei einem Cloud- oder gehosteten Modell übernimmt der Anbieter oder ein Partner den Betrieb, was den internen Aufwand senkt und ortsunabhängigen Zugriff erleichtert. Ein hybrider Ansatz kombiniert beides, etwa indem der Kern lokal betrieben wird, während einzelne Dienste oder Kanalanbindungen aus der Cloud kommen.
Die Wahl des Betriebsmodells ist keine reine Technikfrage, sondern eine strategische Entscheidung mit Folgen für Kosten, Datenschutz und interne Ressourcen. Ein Handelsbetrieb ohne eigene IT-Mannschaft profitiert oft von einem gehosteten Modell, während ein Unternehmen mit hohen Datenschutzanforderungen und vorhandener Infrastruktur den lokalen Betrieb bevorzugen kann. Wichtig ist, dass diese Entscheidung bewusst und dokumentiert fällt und nicht aus Gewohnheit — und dass die tatsächlich angebotenen Modelle und ihre Konditionen direkt beim Anbieter erfragt werden.

Editions- und Ausbaustufen

Handelssysteme wie WIKINGER sind in der Regel so aufgebaut, dass ein Grundsystem die Kernprozesse abdeckt und weitere Funktionen über zusätzliche Module oder Ausbaustufen ergänzt werden. Dieses Baukastenprinzip erlaubt es, mit einem überschaubaren Funktionsumfang zu starten und das System mit dem Unternehmen wachsen zu lassen. Für die Praxis bedeutet das: Der relevante Umfang ergibt sich nicht aus einer pauschalen Editionsbezeichnung, sondern aus der konkreten Zusammenstellung der benötigten Module. Welche Stufen und Pakete es gibt, was jeweils enthalten ist und wie sich Erweiterungen zuschalten lassen, ist ein zentraler Punkt für das Auswahlgespräch mit dem Anbieter.
Betriebsmodell Betrieb / Verantwortung Datenhoheit Typisches Profil
On-Premise Eigene Infrastruktur, interner Betrieb Sehr hoch, volle Kontrolle IT-Ressourcen vorhanden, hohe Schutzanforderungen
Cloud / gehostet Anbieter oder Partner betreibt Vertraglich geregelt, Hosting prüfen Wenig interne IT, ortsunabhängiger Zugriff
Hybrid Aufgeteilt zwischen intern und extern Je nach Aufteilung Kern lokal, einzelne Dienste ausgelagert
Hinweis zu Editionen & Konditionen
Hinweis: Editions-Zuschnitt, Modulgrenzen, Betriebsmodelle und Lizenz- oder Abomodelle können sich ändern und variieren je nach Konfiguration. Die hier beschriebenen Varianten sind eine Orientierung, kein verbindlicher Leistungs- oder Preisstand und keine Rechtsberatung. Vor einer Auswahl gehören der tatsächliche Funktionsumfang, Datenstandort und Hosting sowie Vertragslaufzeiten konkret beim Anbieter geprüft.

Marktpositionierung im Handelssegment

WIKINGER positioniert sich im Umfeld der handelsorientierten Warenwirtschaftssysteme für den Mittelstand — einem Marktsegment mit zahlreichen Wettbewerbern, von schlanken Cloud-Warenwirtschaften bis zu breiter aufgestellten Mittelstands-ERP-Systemen. Die Positionierung solcher Lösungen ergibt sich weniger aus einer einzelnen Funktion als aus dem Gesamtbild: Branchennähe zum Handel, Reife der Kernprozesse, Qualität der Kanalanbindungen und die Verankerung als deutscher Anbieter mit deutschsprachigem Support. Innerhalb dieses Feldes richtet sich WIKINGER an Unternehmen, die eine praxiserprobte, händlernahe Warenwirtschaft einer generalistischen Allzwecklösung vorziehen.
Für eine belastbare Einordnung im Wettbewerb empfiehlt sich, die eigene Anforderungsliste als Maßstab zu nehmen und mehrere Systeme daran zu messen, statt sich auf Produktbeschreibungen zu verlassen. Gerade im dicht besetzten Handelssegment liegen die Unterschiede oft im Detail — etwa in der Tiefe der Preis- und Rabattlogik, der Flexibilität der Lagerverwaltung oder der Bandbreite der verfügbaren Schnittstellen. Diese Details lassen sich nur in einem konkreten Auswahl- und Demoprozess beurteilen und sollten direkt am eigenen Anwendungsfall geprüft werden.
Kapitel 03 · Funktionsumfang & Kernmodule

Funktionsumfang & Kernmodule

Das Herz von WIKINGER sind die klassischen Handelsprozesse: Warenwirtschaft, Auftragsabwicklung und Lager. Diese drei Bereiche greifen ineinander und bilden den durchgängigen Fluss vom Einkauf über den Verkauf bis zur Auslieferung ab. Der genaue Leistungsumfang je Modul sollte beim Anbieter geprüft werden.

Warenwirtschaft: Artikel, Einkauf und Preise

Die Warenwirtschaft ist das Fundament. Hier werden die Artikel- und Warenstammdaten geführt — mit Eigenschaften wie Artikelnummern, Kategorien, Einheiten, Lieferantenzuordnungen und Preisen. Auf dieser Basis laufen die Einkaufs- und Beschaffungsprozesse: Bestellungen an Lieferanten, Wareneingang, Preis- und Konditionsverwaltung sowie die Pflege von Lieferantenbeziehungen. Ein besonders handelsrelevanter Aspekt ist die Preis- und Rabattlogik, also die Fähigkeit, differenzierte Preise, Staffeln, Kunden- und Mengenrabatte oder Aktionspreise abzubilden. Wie tief und flexibel diese Logik im Einzelnen ist, gehört zu den entscheidenden Prüfpunkten und sollte am eigenen Sortiment getestet werden.
Ein durchdachtes Warenwirtschaftsmodul schafft Transparenz über den gesamten Warenfluss und ist die Voraussetzung dafür, dass nachgelagerte Prozesse wie Auftragsabwicklung und Bestandsführung auf verlässlichen Daten aufsetzen. Die Qualität der Stammdatenpflege entscheidet dabei maßgeblich über den späteren Nutzen: Ein System ist immer nur so gut wie die Daten, die es verwaltet. Ein sauberes Stammdatenkonzept — welche Felder gepflegt werden, wer verantwortlich ist, wie Dubletten vermieden werden — gehört daher an den Anfang jeder Einführung.

Auftragsabwicklung: vom Angebot bis zur Rechnung

Die Auftrags- und Verkaufsabwicklung bildet den kaufmännischen Kernprozess ab: von der Angebotserstellung über den Auftrag und den Lieferschein bis zur Rechnung. In einem integrierten System hängen diese Belege zusammen, sodass sich ein Auftrag durchgängig verfolgen und ohne Medienbrüche in die nachfolgenden Schritte überführen lässt. Für Handelsunternehmen sind dabei Themen wie Teillieferungen, Sammelrechnungen, Retouren und Gutschriften relevant — Vorgänge, die im Handelsalltag regelmäßig anfallen und sauber abgebildet sein wollen.
Je nach Kanalstruktur kommen Aufträge aus unterschiedlichen Quellen: aus dem stationären Verkauf, aus dem Online-Shop, über Marktplätze oder aus dem telefonischen und schriftlichen Kundenkontakt. Ein Vorteil einer integrierten Warenwirtschaft ist, dass diese Aufträge in einem System zusammenlaufen und einheitlich abgewickelt werden können. Wie umfassend WIKINGER die verschiedenen Belegarten und Sonderfälle unterstützt und welche Automatisierungsgrade dabei möglich sind, sollte im Detail beim Anbieter geklärt werden.

Lager und Bestand: Verfügbarkeit im Griff

Das Lagermodul verwaltet Bestände, Lagerorte und Warenbewegungen. Zentrale Themen sind die Bestandsführung (welcher Artikel liegt in welcher Menge an welchem Ort), die Verbuchung von Zu- und Abgängen, die Inventur sowie idealerweise die Unterstützung von Kommissionierung und Versandvorbereitung. Für den Handel ist die Bestandsgenauigkeit besonders wichtig: Über- oder Unterbestände führen unmittelbar zu Kosten oder Umsatzverlust, und bei mehreren Verkaufskanälen muss der verfügbare Bestand konsistent gehalten werden, um Überverkäufe zu vermeiden.
Mit wachsender Größe steigen die Anforderungen an das Lager: mehrere Standorte, Lagerplatzverwaltung, Chargen- oder Seriennummern, mobile Datenerfassung per Scanner. Nicht jedes Handelsunternehmen benötigt alle diese Funktionen, aber es lohnt sich, den eigenen aktuellen und absehbaren Bedarf ehrlich einzuschätzen und mit dem Leistungsumfang abzugleichen. Welche Lagerfunktionen WIKINGER im Standard mitbringt und welche über Zusatzmodule verfügbar sind, ist ein weiterer Punkt für das Anbietergespräch.
Praxis-Hinweis zu den Kernmodulen
Zusammenspiel zählt: Der eigentliche Wert einer Warenwirtschaft liegt nicht in einzelnen Funktionen, sondern im reibungslosen Zusammenspiel von Warenwirtschaft, Auftrag und Lager auf einer gemeinsamen Datenbasis. Prüfen Sie im Auswahlprozess die durchgängigen Prozesse — vom Einkauf bis zur Auslieferung — an konkreten, eigenen Beispielen, nicht nur die Funktionsliste.

Weitere Funktionsbereiche

Über die drei Kernmodule hinaus decken handelsorientierte Warenwirtschaften typischerweise weitere Bereiche ab oder binden sie an: Kundenverwaltung und einfache CRM-Funktionen, Auswertungen und Reporting zu Umsatz, Beständen und Beschaffung, sowie Schnittstellen zur Buchhaltung. Der genaue Zuschnitt unterscheidet sich von System zu System und Edition zu Edition. Für WIKINGER gilt wie generell: Welche dieser Funktionen im Standard enthalten sind, welche als Zusatzmodul verfügbar sind und welche über angebundene Fachlösungen abgedeckt werden, ist qualitativ zu verstehen und im konkreten Fall beim Anbieter zu verifizieren.
Kapitel 04 · KI & Automatisierung

KI & Automatisierung im Handel

Automatisierung ist im Handel kein Selbstzweck, sondern ein Hebel gegen Fehler, Aufwand und Zeitverlust in repetitiven Prozessen. KI-Funktionen kommen in Warenwirtschaftssystemen zunehmend hinzu — hier lohnt allerdings ein nüchterner Blick darauf, was echten Nutzen stiftet und was Marketing ist.

Wo Automatisierung im Handel den größten Nutzen stiftet

Der größte und verlässlichste Nutzen von Automatisierung liegt in den wiederkehrenden, regelbasierten Abläufen des Handelsalltags. Dazu zählen etwa die automatische Erzeugung von Bestellvorschlägen bei Unterschreiten von Mindestbeständen, die regelbasierte Zuordnung eingehender Aufträge, die automatische Aktualisierung von Beständen über alle Verkaufskanäle hinweg oder die Verarbeitung von Belegen ohne manuelle Nacherfassung. Diese Automatisierungen sparen Zeit, senken Fehlerquoten und entlasten Mitarbeitende von monotonen Tätigkeiten — und sie funktionieren, weil die zugrunde liegenden Regeln klar definierbar sind.
Für WIKINGER gilt, dass der konkrete Automatisierungsgrad und die verfügbaren Regelmechanismen beim Anbieter zu prüfen sind. Sinnvoll ist, im Auswahlprozess die eigenen zeitfressenden Routineprozesse zu identifizieren und gezielt zu fragen, wie das System diese unterstützt. Der Wert einer Automatisierung bemisst sich nicht an ihrer technischen Raffinesse, sondern daran, ob sie einen konkreten, häufigen und heute manuellen Prozess wirksam entlastet.

KI-Funktionen: realistische Erwartungen

Rund um Künstliche Intelligenz sind die Erwartungen im Markt derzeit hoch, und Anbieter werben zunehmend mit KI-Funktionen. Im Kontext einer Handels-Warenwirtschaft sind realistische Einsatzfelder etwa die datengestützte Absatz- und Bedarfsprognose, die Optimierung von Beständen und Bestellmengen, die Erkennung von Mustern in Verkaufsdaten oder die Unterstützung bei der Klassifizierung und Pflege von Artikeldaten. Solche Funktionen können echten Mehrwert bieten, setzen aber eine ausreichende und saubere Datenbasis voraus — ohne gute Daten liefert auch die beste Analyse keine belastbaren Ergebnisse.
Bei der Bewertung von KI-Versprechen empfiehlt sich gesunde Skepsis. Entscheidend ist nicht, ob ein System das Etikett KI trägt, sondern ob eine konkrete Funktion ein reales Problem messbar besser löst als der bisherige Weg. INAGRO empfiehlt, KI-Funktionen an einem konkreten Anwendungsfall zu erproben und den Nutzen kritisch zu hinterfragen, statt Buzzwords als Entscheidungskriterium zu nehmen. Welche KI-gestützten Funktionen WIKINGER heute tatsächlich bietet und in welcher Reife, ist beim Anbieter zu erfragen.
Einordnung zu KI & Automatisierung
Nutzen vor Etikett: Der sichere Gewinn liegt in der Automatisierung klarer, wiederkehrender Prozesse. KI-Funktionen können darüber hinaus Mehrwert schaffen, hängen aber stark von Datenqualität und Anwendungsfall ab. Prüfen Sie konkrete Funktionen an eigenen Beispielen — und verlassen Sie sich nicht auf allgemeine Versprechen. Den tatsächlichen Funktionsstand beim Anbieter erfragen.

Datenqualität als Voraussetzung

Ob Automatisierung oder KI: Beide stehen und fallen mit der Qualität der zugrunde liegenden Daten. Ein automatischer Bestellvorschlag ist nur so gut wie die gepflegten Mindestbestände und Lieferzeiten, eine Absatzprognose nur so verlässlich wie die historischen Verkaufsdaten. Deshalb ist die Investition in saubere Stamm- und Bewegungsdaten kein Nebenschauplatz, sondern die eigentliche Voraussetzung dafür, dass moderne Funktionen ihren Wert entfalten. Wer Automatisierung einführen will, sollte zuerst die Datenbasis in Ordnung bringen — sonst automatisiert er im schlimmsten Fall Fehler.
Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Integrationen & Ökosystem: Shop und Marktplatz

Kein Handelssystem steht für sich allein. Der Wert einer Warenwirtschaft im Multichannel-Handel entscheidet sich maßgeblich an ihren Schnittstellen — zu Online-Shop, Marktplätzen, Zahlungs- und Versanddienstleistern sowie zur Buchhaltung. Welche Anbindungen WIKINGER konkret bietet, ist beim Anbieter zu prüfen.

Shop- und Marktplatz-Anbindung

Für viele Handelsunternehmen ist die Anbindung an den Online-Shop und an Marktplätze die geschäftskritischste Integration überhaupt. Die Warenwirtschaft soll idealerweise die zentrale Instanz sein, in der Artikel, Preise und Bestände gepflegt werden — und diese Daten sollen automatisch an die Verkaufskanäle fließen, während Bestellungen aus diesen Kanälen zurück in die Warenwirtschaft laufen. Gelingt das reibungslos, entsteht ein durchgängiger Kreislauf, der Doppelarbeit und Fehler vermeidet und Überverkäufe durch inkonsistente Bestände verhindert.
In der Praxis liegt der Teufel im Detail: Wie werden Artikeldaten und Varianten übertragen, wie synchron sind die Bestände wirklich, wie werden Preise und Aktionen abgeglichen, und wie robust ist die Anbindung bei hohem Bestellvolumen? Diese Fragen entscheiden über den Alltagsnutzen und lassen sich nur konkret beantworten. Für WIKINGER sollten die unterstützten Shop-Systeme und Marktplätze, die Art der Anbindung und die Synchronisationslogik im Detail beim Anbieter erfragt und idealerweise an einem realistischen Szenario getestet werden.

Schnittstellen zu Buchhaltung, Versand und Zahlung

Neben den Verkaufskanälen sind weitere Anbindungen für einen durchgängigen Handelsprozess wichtig. Die Buchhaltungsschnittstelle sorgt dafür, dass Rechnungs- und Belegdaten ohne Medienbruch ins Finanzwesen fließen — sei es in eine integrierte Buchhaltung oder in eine angebundene Fachlösung. Anbindungen an Versanddienstleister ermöglichen die effiziente Erzeugung von Versandetiketten und die Rückführung von Sendungsstatus, und Zahlungsanbindungen schließen den Kreis zum Zahlungseingang. Jede dieser Schnittstellen reduziert manuelle Arbeit und Fehlerquellen — und jede will im Auswahlprozess auf Verfügbarkeit und Reife geprüft werden.
Integrationsfeld Zweck Warum relevant
Online-Shop Artikel, Preise, Bestände, Bestellungen Zentrale Datenpflege, konsistente Verfügbarkeit
Marktplätze Kanalübergreifender Verkauf Überverkäufe vermeiden, Reichweite bündeln
Buchhaltung Beleg- und Rechnungsdaten Medienbruchfreie Finanzprozesse
Versand Etiketten, Sendungsstatus Effiziente Auslieferung
Zahlung Zahlungsabgleich Vollständiger Order-to-Cash-Kreislauf

Offenheit, Standards und Zukunftssicherheit

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die grundsätzliche Offenheit eines Systems. Verfügt eine Warenwirtschaft über dokumentierte Schnittstellen (etwa eine API) und unterstützt sie verbreitete Standards, lässt sie sich flexibler in eine bestehende oder zukünftige Systemlandschaft einbinden — auch für Anbindungen, die der Anbieter nicht als fertige Standardschnittstelle mitliefert. Das reduziert das Risiko, bei künftigen Anforderungen an Grenzen zu stoßen oder in eine Abhängigkeit zu geraten. Wie offen WIKINGER in dieser Hinsicht ist, welche Schnittstellen dokumentiert sind und welche Partner- oder Integrationsangebote existieren, gehört zu den strategisch wichtigen Prüfpunkten und ist beim Anbieter zu klären.
Praxis-Hinweis zu Integrationen
Schnittstellen entscheiden mit: Im Multichannel-Handel ist die Qualität der Integrationen oft ebenso wichtig wie der Funktionsumfang der Warenwirtschaft selbst. Machen Sie die konkret benötigten Anbindungen (Shop, Marktplatz, Buchhaltung, Versand) zum festen Bestandteil des Auswahlprozesses und testen Sie sie an realistischen Datenmengen, statt sich auf Kompatibilitätslisten zu verlassen.
Kapitel 06 · Abgrenzung zu Wettbewerbern

Abgrenzung: Handels-WaWi vs. Fertigungs-ERP

Die wichtigste Weichenstellung bei der ERP-Auswahl im Mittelstand ist die Frage nach dem Grundtyp: Braucht das Unternehmen eine handelsorientierte Warenwirtschaft oder ein fertigungsstarkes ERP? Diese Unterscheidung ordnet WIKINGER im Wettbewerb ein.

Zwei Welten mit unterschiedlichem Fokus

Handelsorientierte Warenwirtschaften wie WIKINGER sind auf den Fluss von Fertigwaren optimiert: einkaufen, lagern, verkaufen. Ihre Stärke liegt in Sortimentsverwaltung, Preis- und Rabattlogik, Kanalanbindung und schneller Auftragsabwicklung. Fertigungs-ERP-Systeme hingegen sind darauf ausgelegt, Produktionsprozesse abzubilden — mit Stücklisten, Arbeitsplänen, Fertigungsaufträgen, Kapazitätsplanung und der Steuerung mehrstufiger Wertschöpfung. Ein produzierendes Unternehmen, das Rohstoffe zu Produkten verarbeitet, hat grundlegend andere Anforderungen als ein Händler, der fertige Ware weiterverkauft.
Diese Unterscheidung ist deshalb so folgenreich, weil ein System, das primär für den einen Zweck gebaut ist, den anderen oft nur eingeschränkt oder mit hohem Anpassungsaufwand abdeckt. Ein Fertigungs-ERP in einem reinen Handelsbetrieb kann überdimensioniert und unnötig komplex sein; eine reine Handels-Warenwirtschaft in einem produzierenden Unternehmen kann an fehlenden Fertigungsfunktionen scheitern. Die ehrliche Analyse der eigenen Wertschöpfung ist daher der erste und wichtigste Schritt jeder Auswahl.
Aspekt Handels-WaWi (Typ WIKINGER) Fertigungs-ERP Generalistisches Mittelstands-ERP
Kernfokus Einkauf, Lager, Verkauf Produktion, Wertschöpfung Breite Abdeckung
Sweet Spot Handel / Multichannel Produktion / Industrie Gemischte Profile
Fertigungstiefe Gering Sehr hoch Variabel
Handelsnähe Sehr hoch Mittel Mittel
Komplexität Fokussiert Hoch Mittel bis hoch

Wann WIKINGER die passende Kategorie ist

WIKINGER spielt seine Stärken aus, wenn die Wertschöpfung im Handel liegt: Ein Unternehmen kauft Ware ein, lagert sie, verkauft sie über einen oder mehrere Kanäle und wickelt Aufträge ab. Kommen mehrere Verkaufskanäle, ein wachsendes Sortiment und der Wunsch nach durchgängigen Prozessen hinzu, passt das Profil einer handelsorientierten Warenwirtschaft besonders gut. In diesen Fällen ist ein fokussiertes Handelssystem oft die wirtschaftlichere und schneller nutzbare Wahl als ein breites, komplexes Generalistensystem, dessen Fertigungs- und Sonderfunktionen ungenutzt bleiben.

Wann andere Systeme besser passen

Umgekehrt sollte man ehrlich sein: Sobald relevante Fertigungsprozesse ins Spiel kommen — eigene Produktion, mehrstufige Stücklisten, Arbeitspläne, Kapazitätsplanung — verschiebt sich das Anforderungsprofil, und ein fertigungsstarkes ERP oder ein breiteres Mittelstands-ERP kann die bessere Wahl sein. Auch bei sehr spezifischen Branchenanforderungen außerhalb des klassischen Handels lohnt der Blick auf spezialisierte Alternativen. Die Auswahl sollte dem tatsächlichen Bedarf folgen, nicht einer Vorliebe für einen bestimmten Anbieter — ein herstellerneutraler Vergleich mehrerer Kategorien schützt vor einer teuren Fehlentscheidung.
Ehrliche Einordnung
Kategorie vor Marke: Die erste Frage lautet nicht Welches Produkt, sondern welcher Systemtyp zur eigenen Wertschöpfung passt. Für einen Handelsbetrieb ist eine fokussierte Warenwirtschaft wie WIKINGER oft die richtige Kategorie; ein produzierendes Unternehmen ist meist mit einem Fertigungs-ERP besser bedient. Diese Weichenstellung vor der Produktauswahl klären.
Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Einführung & Betrieb in der Praxis

Auch das beste System entfaltet seinen Nutzen erst durch eine saubere Einführung und einen stabilen Betrieb. Gerade im Mittelstand entscheidet die Qualität des Vorgehens oft stärker über den Erfolg als das Produkt selbst. Die folgenden Phasen sind herstellerneutral formuliert.

Ein strukturierter Einführungs-Fahrplan

01
Analyse & Anforderungen
Ist-Aufnahme der bestehenden Prozesse in Einkauf, Auftrag und Lager, der genutzten Verkaufskanäle und der umgebenden Systeme. Anforderungen priorisieren (Muss/Kann) und die eigene Systemkategorie bestimmen — Handels-WaWi oder Fertigungs-ERP. Daraus einen realistischen Zeit- und Budgetrahmen mit Puffer ableiten.
02
Auswahl & Demo
Mehrere Systeme anhand der Anforderungsliste vergleichen und WIKINGER wie Alternativen an eigenen, realistischen Szenarien testen — inklusive der geschäftskritischen Integrationen (Shop, Marktplatz, Buchhaltung). Konkrete Funktions-, Editions- und Konditionsdetails direkt beim Anbieter erfragen.
03
Konzeption & Datenmigration
Soll-Prozesse festlegen, Stammdatenkonzept aufsetzen und die Datenmigration planen. Altdaten bereinigen und konsolidieren, statt Dubletten und Altlasten zu übernehmen. Datenschutz und Berechtigungskonzept früh mitdenken. Datenqualität ist erfahrungsgemäß der aufwendigste Punkt.
04
Einrichtung, Test & Schulung
System konfigurieren, Schnittstellen einrichten und strukturiert testen — Funktion, Integration und realistische Belegvolumina. Key User früh einbinden und Mitarbeitende schulen. Ein durchgespielter Testbetrieb an echten Prozessen deckt Lücken auf, bevor sie im Alltag teuer werden.
05
Go-live, Betrieb & Optimierung
Geplanter Produktivstart mit intensiver Begleitphase: aufkommende Fehler schnell beheben, Prozesse nachjustieren, Anwenderfragen ernst nehmen. Danach stabilen Betrieb sicherstellen, Auswertungen nutzen und das System schrittweise um weitere Funktionen und Automatisierungen erweitern.

Change Management und interne Ressourcen

Ein Wechsel der Warenwirtschaft verändert die tägliche Arbeit vieler Mitarbeitender — neue Oberflächen, neue Abläufe, neue Verantwortlichkeiten. Wer Schulung, Kommunikation und Einbindung der Fachbereiche als Nebensache behandelt, riskiert nach dem Go-live Produktivitätseinbrüche, Workarounds und Frust. Erfolgreiche Einführungen investieren früh in Akzeptanz, binden Key User ein und machen den Nutzen greifbar. Gleichzeitig ist ehrlich einzuplanen, dass ein solches Projekt interne Kapazitäten bindet, die parallel zum Tagesgeschäft fehlen — ein Aufwand, der in Angeboten von Dienstleistern nicht auftaucht, aber real ist.

Partnerwahl und laufender Betrieb

Die Qualität des Einführungspartners entscheidet im Mittelstand oft stärker über den Erfolg als das Produkt selbst. Hilfreich sind Partner mit nachweisbarer Erfahrung im Handel und in der eigenen Unternehmensgröße, die nicht nur das System kennen, sondern auch die typischen Prozesse und die Realität knapper Ressourcen. Für den laufenden Betrieb sind Themen wie Support, Updates, Wartung und Weiterentwicklung relevant: Wie erreichbar ist der Support, wie werden Aktualisierungen eingespielt, wie werden neue Anforderungen umgesetzt? Diese Punkte gehören zur Auswahl dazu und sollten mit Blick auf den mehrjährigen Betrieb beim Anbieter geklärt werden.
Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

Einsatz im mittelständischen Handel

Der mittelständische Handel ist das Kernrevier von WIKINGER — und zugleich ein Segment mit besonderen Rahmenbedingungen: gewachsene Prozesse, knappe IT-Ressourcen und der Wunsch nach einem verlässlichen, praxisnahen System. Hier zeigt sich, ob eine Warenwirtschaft wirklich passt.

Typische Ausgangslagen im Handelsmittelstand

Viele mittelständische Handelsunternehmen kommen aus einer gewachsenen Systemlandschaft: eine ältere Warenwirtschaft, ergänzt um Tabellen, Insellösungen und manuelle Prozesse. Mit zunehmender Größe, wachsendem Sortiment und neuen Verkaufskanälen stoßen solche Strukturen an Grenzen — Bestände sind nicht konsistent, Aufträge werden mehrfach erfasst, Auswertungen sind mühsam. Der Wunsch nach einer durchgängigen, integrierten Warenwirtschaft entsteht typischerweise aus diesem Leidensdruck heraus. Ein System wie WIKINGER adressiert genau diese Situation, indem es die Kernprozesse in einer gemeinsamen Datenbasis bündelt.

Standardnähe als wirtschaftlicher Hebel

Ein wiederkehrendes Thema im Mittelstand ist die Spannung zwischen individuellen Prozessen und dem Systemstandard. Viele Unternehmen verstehen ihre gewachsenen Abläufe als Wettbewerbsvorteil und wünschen sich, dass das System sich vollständig daran anpasst. Doch jede tiefe Anpassung erhöht Aufwand, Kosten und die Abhängigkeit von individuellen Lösungen — und erschwert spätere Updates. Erfolgreiche Projekte trennen konsequent zwischen den wenigen Prozessen, die wirklich differenzieren und Individualität rechtfertigen, und der Mehrheit, die sich ohne Schaden am Standard orientieren kann. Diese Disziplin ist der eigentliche Hebel für ein wirtschaftliches Projekt und einen wartbaren Betrieb.

Realistische Erwartungen und Grenzen

Für ein realistisches Bild gehören auch die Grenzen dazu. Eine handelsorientierte Warenwirtschaft ist kein Alleskönner: Für tiefe Fertigungsprozesse, hochkomplexe internationale Konzernstrukturen oder sehr spezielle Branchenanforderungen ist sie nicht die naheliegende Wahl. Innerhalb ihres Fokus — dem mittelständischen Handel — kann sie dagegen ihre Stärken voll ausspielen. Die Kunst liegt darin, den eigenen Bedarf ehrlich einzuordnen: Wer ein fokussiertes System für händlernahe Prozesse sucht, findet in dieser Kategorie eine wirtschaftliche und schnell wirksame Lösung; wer darüber hinausgehende Anforderungen hat, sollte breiter prüfen.
Sinnvoll ist außerdem, den Auswahlprozess herstellerneutral zu halten und WIKINGER an mehreren Alternativen zu messen. Für viele Handelsbetriebe wird ein fokussiertes Handelssystem die passende Antwort sein; andere stellen im Vergleich fest, dass ein breiteres oder spezialisierteres System ihren Bedarf besser trifft. Diese Frage offen zu prüfen, statt sie aus Gewohnheit oder Markenpräferenz zu überspringen, ist Teil einer seriösen Entscheidungsvorbereitung — und schützt vor einer Lösung, die entweder überdimensioniert oder unterdimensioniert ist.
Empfehlung für den Handelsmittelstand
Passung schlägt Umfang: Für den mittelständischen Handel ist entscheidend, dass ein System die realen Prozesse sauber abbildet und mit den Verkaufskanälen zusammenspielt — nicht, dass es möglichst viele Funktionen bietet. Prüfen Sie WIKINGER an Ihren konkreten Prozessen, halten Sie den Vergleich herstellerneutral und beziehen Sie interne Ressourcen ehrlich in die Planung ein.

Stärken und Grenzen im Überblick

Stärken
  • Klarer Fokus auf händlernahe Prozesse (Einkauf, Auftrag, Lager)
  • Deutscher Anbieter mit deutschsprachigem Support
  • Praxisnahe Warenwirtschaft für den Mittelstand
  • Integrationen zu Shop, Marktplatz und Buchhaltung (Umfang beim Anbieter prüfen)
  • Baukastenprinzip erlaubt Wachstum mit dem Unternehmen
  • DE-Anbieter und mögliches DE-Hosting als Vorteil bei Datenhoheit
Einschränkungen
  • Keine erste Wahl für tiefe Fertigungsprozesse
  • Funktions- und Editionsumfang variiert — Details beim Anbieter prüfen
  • Erfolg hängt stark von Datenqualität und Einführung ab
  • Integrationstiefe muss am eigenen Anwendungsfall getestet werden
  • Wie jedes System erfordert der Betrieb interne Ressourcen
  • Für sehr komplexe Konzernstrukturen ggf. zu fokussiert
Kapitel 09 · Kosten & DSGVO / Datenhoheit

Kosten & DSGVO / Datenhoheit

Am Ende jeder Auswahl stehen zwei nüchterne Fragen: Was kostet das System über seine Lebensdauer, und wie steht es um Datenschutz und Datenhoheit? Gerade bei einem deutschen Anbieter mit möglichem DE-Hosting ist Letzteres ein relevantes Argument — bei den Kosten gilt: keine erfundenen Zahlen, sondern die Struktur verstehen.

Kostenstruktur ehrlich betrachten

Bei Warenwirtschaftssystemen wird häufig der Fehler gemacht, nur auf den Lizenz- oder Abopreis zu schauen. Tatsächlich setzt sich der wirtschaftliche Gesamtaufwand aus mehreren Blöcken zusammen, die alle zusammen betrachtet gehören. Konkrete Preise werden hier bewusst nicht genannt, da sie stark von Edition, Modulen, Nutzerzahl, Betriebsmodell und Integrationsbedarf abhängen und beim Anbieter zu erfragen sind. Wichtig ist, die Kostenstruktur zu verstehen:
  • Lizenz- oder Abogebühren — je nach Betriebsmodell einmalig, laufend oder als Abonnement; abhängig von Modulen und Nutzerzahl.
  • Einführung und Beratung — Konzeption, Konfiguration, Schulung; oft ein erheblicher Posten, der nicht unterschätzt werden sollte.
  • Datenmigration — Altdaten bereinigen und übernehmen; erfahrungsgemäß aufwendiger als geplant.
  • Integrationen — Anbindung von Shop, Marktplatz, Buchhaltung, Versand; Aufwand je nach Anzahl und Reife.
  • Betrieb und Infrastruktur — bei On-Premise Hardware und interner Aufwand, bei Cloud laufende Gebühren.
  • Interne Ressourcen — Arbeitszeit der eigenen Mitarbeitenden für Projekt und Betrieb; real, auch wenn selten beziffert.
Eine belastbare Kostenbetrachtung trennt einmalige Projektkosten von laufenden Betriebskosten und betrachtet beide über einen realistischen Zeithorizont von mehreren Jahren. Cloud-Modelle verschieben das Verhältnis tendenziell hin zu planbaren, aber dauerhaften Abogebühren, während On-Premise höhere Anfangsinvestitionen und eigenen Betriebsaufwand bedeutet. Welche Variante über die Nutzungsdauer günstiger ist, lässt sich nur mit den konkreten Konditionen des Anbieters und dem eigenen Nutzungsprofil beantworten — nicht über einen Vergleich von Listenpreisen.

DSGVO, DE-Anbieter und DE-Hosting

Ein handfester Vorteil eines deutschen Anbieters mit der Möglichkeit von Hosting in Deutschland liegt im Bereich Datenschutz und Datenhoheit. Bei einem in Deutschland ansässigen Anbieter unterliegen Vertragsbeziehung und Datenverarbeitung dem deutschen und europäischen Rechtsrahmen, deutschsprachiger Support und Ansprechpartner sind gegeben, und die Frage nach dem Datenstandort lässt sich klar beantworten, wenn die Daten in einem deutschen oder europäischen Rechenzentrum liegen. Das reduziert die Komplexität, die bei außereuropäischen Anbietern durch Fragen des internationalen Datentransfers entsteht. Ob und in welcher Form DE-Hosting bei WIKINGER angeboten wird, ist beim Anbieter zu prüfen.
Wichtig ist die Einordnung: Ein deutscher Anbieter oder DE-Hosting entbindet nicht von den eigenen datenschutzrechtlichen Pflichten, sondern erleichtert deren Erfüllung. Der Abschluss eines Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV), ein sauberes Berechtigungskonzept, die Klassifizierung sensibler Daten und dokumentierte Verantwortlichkeiten bleiben Aufgabe des Unternehmens. Die folgenden Punkte sind eine organisatorische Orientierung und ausdrücklich keine Rechtsberatung — datenschutzrechtliche Fragen gehören mit den eigenen Datenschutz- und Compliance-Verantwortlichen geklärt.
DSGVO- & Datenhoheit-Setup

Datenschutz und Datenhoheit gehören von Beginn an sauber aufgesetzt — das ist eine organisatorische Pflicht und keine Rechtsberatung:

Datenstandort & Hosting
DE-/EU-Hosting prüfen und vertraglich festhalten
Auftragsverarbeitung (AVV)
mit Anbieter bzw. Betreiber abschließen
Berechtigungskonzept
nach Need-to-know, sauber rollenbasiert
Protokollierung & Audit
für nachvollziehbare, revisionssichere Abläufe
Sensible Daten
Kunden-/Personaldaten klassifizieren, Zugriffe einschränken
Verantwortlichkeiten
Rollen, Aufbewahrung und Lebenszyklus festlegen
Kosten- & Datenschutz-Hinweis
Realistisch kalkulieren, sauber absichern: Konkrete Preise hängen von Konfiguration und Betriebsmodell ab und gehören beim Anbieter erfragt — die hier genannte Struktur ist eine Orientierung, kein Preisstand. Beim Datenschutz erleichtert ein deutscher Anbieter mit DE-Hosting die Erfüllung der Pflichten, ersetzt sie aber nicht. Die Ausführungen sind keine Rechtsberatung.
Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu WIKINGER

Was ist WIKINGER in einem Satz?
WIKINGER ist eine Warenwirtschafts- und ERP-Lösung eines deutschen Anbieters mit Fokus auf Handel und Mittelstand, deren Kern die Prozesse Warenwirtschaft, Auftragsabwicklung und Lager bildet, ergänzt um Integrationen zu Shop, Marktplatz und Buchhaltung. Der genaue Funktions- und Editionsumfang ist beim Anbieter zu prüfen.
Ist WIKINGER eine Warenwirtschaft oder ein ERP-System?
Im Kern ist WIKINGER eine handelsorientierte Warenwirtschaft, die durch angrenzende Module und Integrationen ERP-Charakter gewinnt. Die Grenze zwischen WaWi und ERP ist fließend und hängt vom gewählten Zuschnitt ab. Entscheidend ist weniger das Etikett als die Frage, ob das System die eigenen Prozesse sauber abbildet — welche Bereiche im System selbst liegen und welche über angebundene Fachlösungen laufen, ist beim Anbieter zu klären.
Für welche Unternehmen ist WIKINGER gedacht?
Die typische Zielgruppe sind mittelständische Handelsunternehmen im DACH-Raum — vom wachsenden Fachhändler bis zum etablierten Groß- oder Onlinehändler —, die eine praxisnahe Warenwirtschaft suchen und Wert auf einen deutschen Anbieter mit deutschsprachigem Support legen. Ob die Lösung im Einzelfall passt, hängt von Sortiment, Kanalstruktur, Belegvolumen und Integrationsbedarf ab.
Welche Kernmodule bietet WIKINGER?
Die drei Kernbereiche sind Warenwirtschaft (Artikel, Einkauf, Preise), Auftrags- und Verkaufsabwicklung (Angebot, Auftrag, Lieferschein, Rechnung) und Lager (Bestandsführung, Warenbewegungen, Inventur). Diese greifen auf einer gemeinsamen Datenbasis ineinander. Weitere Funktionen wie Kundenverwaltung, Auswertungen und Buchhaltungsschnittstellen kommen je nach Zuschnitt hinzu — der genaue Umfang ist beim Anbieter zu prüfen.
Lässt sich WIKINGER an Online-Shop und Marktplätze anbinden?
Für handelsorientierte Warenwirtschaften ist die Anbindung an Shop und Marktplätze eine zentrale Funktion, damit Artikel, Preise und Bestände zentral gepflegt und Bestellungen automatisch zurückgeführt werden. Welche Shop-Systeme und Marktplätze WIKINGER konkret unterstützt, wie synchron die Bestände gehalten werden und wie robust die Anbindung bei hohem Volumen ist, sollte beim Anbieter erfragt und an einem realistischen Szenario getestet werden.
Eignet sich WIKINGER für produzierende Unternehmen?
WIKINGER ist auf den Handel ausgerichtet — einkaufen, lagern, verkaufen. Für tiefe Fertigungsprozesse mit Stücklisten, Arbeitsplänen und Kapazitätsplanung ist ein fertigungsstarkes ERP in der Regel die bessere Wahl. Die erste Frage der Auswahl sollte daher lauten, ob die eigene Wertschöpfung im Handel oder in der Produktion liegt; danach richtet sich die passende Systemkategorie.
Bietet WIKINGER KI- und Automatisierungsfunktionen?
Automatisierung wiederkehrender Prozesse — etwa Bestellvorschläge, Bestandssynchronisation oder Belegverarbeitung — ist im Handel besonders nützlich, und KI-Funktionen wie Bedarfsprognosen können darüber hinaus Mehrwert schaffen. Beide hängen stark von der Datenqualität ab. Welche Automatisierungs- und KI-Funktionen WIKINGER heute in welcher Reife bietet, ist beim Anbieter zu erfragen und am eigenen Anwendungsfall zu prüfen.
Wo werden die Daten gehostet, und wie steht es um die DSGVO?
Ein deutscher Anbieter mit möglichem DE-Hosting ist ein Vorteil für Datenschutz und Datenhoheit: Vertrag und Datenverarbeitung unterliegen dem deutschen und europäischen Rechtsrahmen, und der Datenstandort lässt sich klar bestimmen. Das entbindet aber nicht von eigenen Pflichten wie AVV, Berechtigungskonzept und Datenklassifizierung. Ob und wie DE-Hosting angeboten wird, ist beim Anbieter zu prüfen; diese Hinweise sind keine Rechtsberatung.
Was kostet WIKINGER?
Konkrete Preise hängen stark von Edition, Modulen, Nutzerzahl, Betriebsmodell und Integrationsbedarf ab und werden hier bewusst nicht genannt. Wichtig ist, die Gesamtkostenstruktur zu verstehen: Lizenz oder Abo, Einführung und Beratung, Datenmigration, Integrationen, Betrieb sowie interne Ressourcen. Eine belastbare Rechnung trennt einmalige Projekt- von laufenden Betriebskosten über mehrere Jahre — die konkreten Konditionen sind beim Anbieter zu erfragen.
Wie läuft eine WIKINGER-Einführung ab?
Bewährt ist ein strukturierter Fahrplan: Analyse und Anforderungen, Auswahl und Demo an eigenen Szenarien, Konzeption und Datenmigration, Einrichtung mit Test und Schulung sowie Go-live mit Begleitphase und anschließender Optimierung. Erfolgskritisch sind Datenqualität, das Testen der geschäftskritischen Integrationen, Change Management und ein erfahrener Umsetzungspartner. Interne Ressourcen sollten ehrlich eingeplant werden.

ERP- & Warenwirtschafts-Auswahl strategisch angehen

Brauchen Sie eine ehrliche Warenwirtschafts-Strategie?

Wir prüfen herstellerunabhängig, ob und wo sich WIKINGER für Ihren Handelsbetrieb rechnet: Systemkategorie und Eignung, Kernmodule, Integrationen zu Shop und Marktplatz, Kostenstruktur sowie Datenschutz- und Datenhoheit-Setup – pragmatisch und auf den Mittelstand zugeschnitten.

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