Wissensdatenbank · ERP-Systeme & Implementierungspartner

N+P Informationssysteme

Ein deutsches ERP-/IT-Systemhaus und Digitalisierungspartner für den Mittelstand: N+P entwickelt kein eigenes ERP-Produkt, sondern implementiert, integriert und betreut Standardsoftware (unter anderem im APplus-/Asseco-Umfeld) sowie CAD-, PLM- und PDM-Lösungen — ein Anbieterprofil, das sich klar von reinen Softwareherstellern unterscheidet.

25 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Anbieterprofil
N+P Informationssysteme
INAGRO Wissensdatenbank · 36 ERP-Systeme
Typ
ERP-/IT-Systemhaus (Partner)
Rolle
Implementierung & Integration
Eigenes ERP
Nein (Partnerlösungen)
ERP-Umfeld
u. a. APplus / Asseco
Weitere Felder
CAD / PLM / PDM, IT-Services
Zielgruppe
Mittelstand (DACH)
INAGRO Eignung KMU
Kapitel 01 · Wer ist N+P

Wer ist N+P Informationssysteme — und was macht ein Systemhaus aus?

<strong>N+P Informationssysteme</strong> ist ein deutsches ERP- und IT-Systemhaus, das sich als Digitalisierungspartner des Mittelstands versteht. Anders als ein klassischer Softwarehersteller vertreibt N+P nicht in erster Linie ein selbst entwickeltes ERP-Produkt, sondern führt Standardsoftware ein, passt sie an, integriert sie in vorhandene Landschaften und betreibt beziehungsweise betreut sie über den Lebenszyklus. Wer den Namen einordnen will, sollte deshalb die Frage „Welches Produkt ist das?“ durch die Frage „Welche Rolle spielt dieser Anbieter im Projekt?“ ersetzen.

Der Begriff Systemhaus beschreibt genau diese Rolle. Ein Systemhaus bündelt Beratung, Implementierung, Integration, Schulung und Betrieb rund um Software, die häufig von Dritten stammt. Es ist damit die Schnittstelle zwischen dem Hersteller einer Lösung und dem anwendenden Unternehmen: Es übersetzt betriebswirtschaftliche Anforderungen in eine konkrete Systemkonfiguration, verbindet verschiedene Werkzeuge miteinander und sorgt dafür, dass aus einer Standardsoftware ein für das jeweilige Unternehmen passender, funktionierender Prozess wird. Für den Mittelstand ist diese Rolle oft entscheidender als die Wahl des Produkts selbst, weil kaum ein Standardsystem ohne fachkundige Einführung seinen Nutzen entfaltet.
N+P adressiert dabei typischerweise produzierende und projektorientierte Unternehmen — also genau jene Betriebe, in denen ERP-Prozesse und technische Prozesse (Konstruktion, Entwicklung, Dokumentation) eng zusammenspielen. Diese Ausrichtung erklärt, warum das Haus neben der ERP-Kompetenz auch im Umfeld von CAD, PLM und PDM tätig ist: Es adressiert bewusst die Brücke zwischen kaufmännischer und technischer Welt, die in vielen Fertigungsunternehmen die eigentliche Schwachstelle der Digitalisierung ist.

Positionierung: Partner statt Hersteller

Die zentrale Positionierung von N+P lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es ist ein Implementierungs- und Integrationspartner, kein Softwarehersteller im engeren Sinne. Diese Unterscheidung ist keine Spitzfindigkeit, sondern hat unmittelbare Folgen für ein Auswahlprojekt. Wer einen Hersteller beauftragt, kauft primär ein Produkt und dessen Weiterentwicklung. Wer ein Systemhaus beauftragt, kauft primär Kompetenz, Verfügbarkeit und Verantwortung für das Gelingen der Einführung — das Produkt kommt in vielen Fällen von einem oder mehreren Partnern.
Für den Mittelstand ist das eine wichtige Nuance. Ein gutes Systemhaus ist herstellernah genug, um die eingesetzte Software tief zu beherrschen, und gleichzeitig unabhängig genug, um im Zweifel die Interessen des Kunden zu vertreten. Diese Doppelrolle prägt die gesamte Zusammenarbeit — von der Beratung über die Konfiguration bis zum laufenden Support. Sie ist auch der Grund, warum die Bewertung eines Systemhauses anderen Kriterien folgt als die Bewertung eines Produkts, ein Punkt, auf den dieser Beitrag in Kapitel 09 ausführlich zurückkommt.

Warum diese Einordnung für die ERP-Auswahl zählt

In der Praxis vermischen viele Unternehmen die Ebenen Produkt und Partner. Sie fragen „Welches ERP ist das beste?“ und übersehen, dass die Antwort maßgeblich davon abhängt, wer es einführt. Ein durchschnittliches Produkt in den Händen eines erfahrenen Systemhauses kann einem Unternehmen mehr nutzen als ein herausragendes Produkt ohne kompetente Begleitung. Genau deshalb lohnt es sich, ein Systemhaus wie N+P als eigene Kategorie zu betrachten und sein Profil sauber von dem der Softwarehäuser zu trennen, deren Lösungen es einsetzt.
INAGRO-Einschätzung
Der zentrale Punkt: N+P ist ein Systemhaus und Implementierungspartner, kein ERP-Hersteller. Wer den Anbieter bewerten will, prüft nicht Produkt-Features, sondern Beratungs-, Integrations- und Betriebskompetenz. Welche konkreten Partnerschaften, Referenzen und Leistungsbausteine aktuell gelten, sollte immer direkt beim Anbieter geprüft werden.

Worum es in diesem Anbieterprofil geht

Dieser Beitrag ordnet N+P Informationssysteme herstellerneutral als Systemhaus ein: das Portfolio und die Positionierung (Kapitel 02), die ERP-Kompetenz im Detail (Kapitel 03), die Rolle von KI, Automatisierung und Digitalisierungsberatung (Kapitel 04), Integrationen und das CAD-/PLM-/PDM-Ökosystem (Kapitel 05), die grundlegende Abgrenzung zwischen Systemhaus und Softwarehersteller (Kapitel 06), das typische Projektvorgehen (Kapitel 07), die Eignung im Mittelstand und die Zielbranchen (Kapitel 08), Datenhoheit sowie die Auswahl eines Implementierungspartners (Kapitel 09) und häufige Fragen (Kapitel 10). Ziel ist eine sachliche Entscheidungsgrundlage, keine Werbung für einen bestimmten Anbieter.
Kapitel 02 · Portfolio & Positionierung

Portfolio & Positionierung eines Systemhauses

Das Leistungsangebot eines Systemhauses wie N+P ist breiter als das eines Produktanbieters. Es reicht von der ERP-Implementierung über CAD/PLM bis zu klassischen IT-Services — verbunden durch den gemeinsamen Anspruch, betriebliche Prozesse durchgängig zu digitalisieren.

Die drei Kernfelder im Überblick

Grob lässt sich das Portfolio eines auf den produzierenden Mittelstand ausgerichteten Systemhauses in drei Kernfelder gliedern. Erstens die ERP-Implementierung und -Betreuung: Einführung, Anpassung, Integration und Support kaufmännischer Systeme, die Warenwirtschaft, Finanzen, Produktion und Vertrieb abbilden. Zweitens der Bereich CAD, PLM und PDM: Lösungen für Konstruktion, Produktlebenszyklus und die Verwaltung technischer Dokumente und Produktdaten. Drittens die IT-Services: Infrastruktur, Betrieb, Managed Services und begleitende Beratung, die den technischen Unterbau für die Fachanwendungen bilden.
ERP-Implementierung
Kernfeld

Einführung, Konfiguration, Integration und Betreuung kaufmännischer Standardsoftware — im Fertigungs- und Projektumfeld unter anderem im APplus-/Asseco-Kontext.

RollePartner
FokusProzesse
CAD / PLM / PDM
Kernfeld

Konstruktion, Produktlebenszyklus-Management und Produktdaten-/Dokumentenverwaltung — die technische Seite der Digitalisierung im produzierenden Umfeld.

WeltTechnik
ZielDurchgängigkeit
IT-Services
Kernfeld

Infrastruktur, Betrieb, Managed Services und begleitende Beratung als technischer Unterbau für die kaufmännischen und technischen Fachanwendungen.

ModusBetrieb
RolleEnabler
Hinweis zum Leistungsumfang
Hinweis: Der konkrete Zuschnitt des Portfolios, die eingesetzten Produkte, Partnerschaften und Service-Modelle ändern sich im Zeitverlauf. Die hier genannten Kernfelder sind eine grobe Orientierung, kein verbindlicher Leistungs- oder Preisstand. Aktuelle Bausteine, Verfügbarkeiten und Konditionen sollten direkt beim Anbieter geprüft werden.

Was diese Kombination besonders macht

Der eigentliche Mehrwert entsteht nicht aus den einzelnen Feldern, sondern aus ihrer Verbindung. In vielen produzierenden Unternehmen laufen die kaufmännische Welt (ERP) und die technische Welt (CAD/PLM) getrennt voneinander — mit doppelter Datenpflege, Medienbrüchen und Reibungsverlusten an den Übergängen. Ein Systemhaus, das beide Welten beherrscht, kann sie aufeinander abstimmen: Stücklisten, Artikelstämme, Zeichnungen und Änderungsstände lassen sich so führen, dass Konstruktion und Auftragsabwicklung auf einer konsistenten Datenbasis arbeiten. Genau diese Durchgängigkeit ist ein zentrales Verkaufsargument eines integrierten Systemhauses und zugleich der Grund, warum es sich schwer mit einem reinen Produktanbieter vergleichen lässt.

Positionierung im Markt der Anbieter

Im Markt der ERP-Anbieter lässt sich N+P damit einer bestimmten Kategorie zuordnen, die zwischen den großen Softwarehäusern und den reinen IT-Dienstleistern liegt. Es ist spezialisiert genug, um in seinen Fokusbranchen tiefes Prozesswissen mitzubringen, und breit genug aufgestellt, um ein Digitalisierungsvorhaben aus mehreren Blickwinkeln zu begleiten. Diese Positionierung spricht Unternehmen an, die keinen reinen Softwarelieferanten suchen, sondern einen Partner, der Verantwortung für das Zusammenspiel der Systeme übernimmt. Wie belastbar diese Positionierung im Einzelfall ist, hängt von aktuellen Referenzen, Kapazitäten und Zertifizierungen ab — auch das gehört zu den beim Anbieter zu prüfenden Punkten.
Für ein Auswahlprojekt ist außerdem hilfreich, das Portfolio nicht als Menü einzelner Produkte, sondern als aufeinander abgestimmtes Leistungsversprechen zu lesen. Ein Systemhaus, das ERP, CAD/PLM und IT-Betrieb aus einer Hand anbietet, kann Verantwortung an den Systemgrenzen übernehmen, statt sie zwischen mehreren Lieferanten hin- und herzuschieben. Diese Bündelung reduziert Schnittstellenrisiken, schafft aber auch eine gewisse Abhängigkeit — ein Spannungsfeld, das jedes Unternehmen für sich bewerten muss und das in Kapitel 08 und 09 wieder aufgegriffen wird.
Kapitel 03 · ERP-Kompetenz im Detail

ERP-Kompetenz: Implementierung im APplus-/Asseco-Umfeld

Die ERP-Kompetenz eines Systemhauses zeigt sich nicht in der Zahl der Features, sondern in der Fähigkeit, ein Standardprodukt sauber auf reale Prozesse abzubilden. Im Fertigungs- und Projektumfeld ist N+P unter anderem im Kontext von APplus/Asseco tätig — als Partner, nicht als Hersteller der Software.

APplus und Asseco richtig einordnen

Um die Rolle von N+P im ERP-Bereich zu verstehen, hilft eine klare Trennung. APplus ist ein ERP-Produkt, das im deutschsprachigen Fertigungsmittelstand verbreitet ist; Asseco steht als Anbietername für das Softwarehaus im Hintergrund dieses und weiterer Produkte. Der Hersteller entwickelt und pflegt die Software. Ein Systemhaus wie N+P tritt daneben als Implementierungspartner auf: Es kennt das Produkt tief, führt es bei Kunden ein, konfiguriert es entlang der jeweiligen Prozesse und übernimmt Integration, Schulung und Betreuung. Beide Rollen sind notwendig, aber unterschiedlich — und sie sollten in einem Auswahlprojekt nie verwechselt werden.
Diese Konstellation ist im Mittelstand die Regel und nicht die Ausnahme. Viele ERP-Hersteller vertreiben und implementieren ihre Produkte nicht ausschließlich selbst, sondern über ein Netz aus Partnern, die räumlich und branchlich näher am Kunden sind. Für das anwendende Unternehmen bedeutet das: Der tägliche Ansprechpartner ist in der Regel das Systemhaus, während der Hersteller die Produktbasis liefert. Welche Produkte N+P konkret im Portfolio führt und in welcher Partnerrolle, ändert sich mit der Zeit und sollte beim Anbieter verifiziert werden.

Was ERP-Implementierungskompetenz konkret bedeutet

Implementierungskompetenz ist ein oft strapazierter Begriff. Konkret umfasst sie mehrere Fähigkeiten, die zusammen den Unterschied zwischen einem gescheiterten und einem gelungenen ERP-Projekt ausmachen:
  • Prozessverständnis — die betriebswirtschaftlichen Abläufe eines Fertigungs- oder Projektunternehmens verstehen und im System sauber abbilden können.
  • Konfiguration statt Modifikation — das Standardprodukt so weit wie möglich über Einstellungen an die Anforderungen anpassen, statt tief in den Code einzugreifen.
  • Datenmigration — Stamm- und Bewegungsdaten aus Altsystemen bereinigt und valide übernehmen.
  • Integration — das ERP mit angrenzenden Systemen wie CAD/PLM, Warenwirtschaft, Zeiterfassung oder Versand verbinden.
  • Schulung und Begleitung — die Anwender befähigen und die kritische Phase nach dem Go-live eng begleiten.
Bemerkenswert ist, dass keine dieser Fähigkeiten in der Feature-Liste des Produkts steht. Sie sind Eigenschaften des Partners, nicht der Software — und genau deshalb entscheidet die Wahl des Systemhauses so stark über den Projekterfolg. Ein Produkt mit hervorragenden Funktionen nützt wenig, wenn niemand die Prozesse versteht, die Daten sauber überträgt und die Anwender mitnimmt. Umgekehrt kann ein solides Standardprodukt in erfahrenen Händen einen erheblichen Nutzen entfalten.

Fertigungsnähe als Unterscheidungsmerkmal

Die eigentliche Stärke eines auf die Fertigung spezialisierten Systemhauses liegt im Branchenwissen. Ein ERP im produzierenden Umfeld muss mit Stücklisten, Arbeitsplänen, Fertigungsaufträgen, Kapazitätsplanung, variantenreichen Produkten und der Verzahnung mit der Konstruktion umgehen. Ein Partner, der diese Prozesse aus vielen Projekten kennt, konfiguriert das System schneller und passgenauer als ein Generalist. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Nicht die theoretische Feature-Liste des Produkts entscheidet, sondern die Erfahrung des Partners mit vergleichbaren Prozessen. Ob N+P im Einzelfall die passende Branchenerfahrung mitbringt, lässt sich am besten über konkrete Referenzen aus der eigenen Branche und Unternehmensgröße prüfen.
Praxis-Hinweis zur ERP-Kompetenz
Partner vor Produkt: Im Mittelstand entscheidet häufig die Qualität des Implementierungspartners stärker über den Projekterfolg als die Wahl des ERP-Produkts. Prüfen Sie deshalb Branchenerfahrung, Referenzen in Ihrer Größenklasse und die Bereitschaft, den Standard konsequent zu nutzen — nicht nur die Feature-Liste der Software.
Kapitel 04 · KI, Automatisierung & Digitalisierungsberatung

KI, Automatisierung & Digitalisierungsberatung

Digitalisierung endet nicht mit der ERP-Einführung. Ein modernes Systemhaus begleitet Unternehmen zunehmend auch bei Automatisierung, datengetriebenen Prozessen und dem sinnvollen Einsatz von KI — als Beratung, nicht als Selbstzweck.

Automatisierung entlang der Prozesskette

Der naheliegendste Hebel liegt in der Automatisierung wiederkehrender Abläufe. Sobald ERP, CAD/PLM und angrenzende Systeme sauber integriert sind, lassen sich viele manuelle Schritte einsparen: automatische Übernahme von Konstruktionsdaten in die Auftragsabwicklung, regelbasierte Prüfungen, Workflows für Freigaben und Änderungen, elektronischer Belegfluss. Diese Automatisierung ist selten spektakulär, aber wirtschaftlich wirksam, weil sie Fehlerquellen reduziert und Fachkräfte von Routine entlastet. Ein Systemhaus, das die beteiligten Systeme ohnehin betreut, ist gut positioniert, solche Automatisierungspotenziale zu erkennen und umzusetzen.

KI als Werkzeug, nicht als Versprechen

Rund um KI ist die Erwartungshaltung im Mittelstand oft von Schlagworten geprägt. Sinnvoll ist ein nüchterner Blick: KI ist ein Werkzeug, das dort Wert stiftet, wo es auf einer soliden Daten- und Prozessbasis aufsetzt. Typische Ansatzpunkte sind die Auswertung großer Datenbestände, die Unterstützung bei Dokumenten- und Belegverarbeitung, Prognosen in Planung und Beschaffung oder Assistenzfunktionen in der täglichen Arbeit. Entscheidend ist die Reihenfolge: Ohne saubere Daten und klare Prozesse bleibt jede KI-Initiative Stückwerk. Ein seriöser Digitalisierungspartner beginnt deshalb bei den Grundlagen und nicht beim Buzzword.
Hinweis zu KI-Erwartungen
Realistisch bleiben: Der konkrete Umfang von KI- und Automatisierungsleistungen eines Anbieters lässt sich nicht pauschal beziffern und sollte anhand konkreter Anwendungsfälle beim Anbieter geprüft werden. KI ersetzt keine saubere Datenbasis — sie setzt sie voraus. Wer mit KI beginnt, bevor Daten und Prozesse stimmen, investiert an der falschen Stelle.

Digitalisierungsberatung als Klammer

Über den einzelnen Technologien steht die Digitalisierungsberatung als verbindende Klammer. Ihre Aufgabe ist es, aus einer Sammlung möglicher Werkzeuge eine sinnvolle Roadmap zu formen: Wo steht das Unternehmen heute, welche Prozesse lohnen die Digitalisierung zuerst, welche Investitionen zahlen sich am schnellsten aus, und in welcher Reihenfolge gehen die Bausteine ineinander über? Für den Mittelstand ist diese Beratungsleistung häufig wertvoller als jede einzelne Technologie, weil sie vor Fehlinvestitionen und übereilten Projekten schützt. Ein gutes Systemhaus bringt diese Beratungskompetenz mit — sie ist Teil dessen, was ein Systemhaus von einem reinen Software- oder Infrastrukturlieferanten unterscheidet.
Wichtig ist dabei, die Beratung nicht als losgelöstes Strategiepapier zu verstehen, sondern als etwas, das mit der Umsetzungsfähigkeit verbunden bleibt. Der Vorteil eines Systemhauses gegenüber einer reinen Strategieberatung liegt darin, dass es die empfohlenen Schritte auch umsetzen kann. Das erhöht die Realitätsnähe der Empfehlungen: Ein Partner, der später selbst liefern muss, wird kaum unrealistische Versprechen machen. Umgekehrt sollten Unternehmen darauf achten, dass die Beratung ergebnisoffen bleibt und nicht ausschließlich auf die eigenen Produkte des Anbieters hinausläuft — ein Spannungsfeld, das jede Systemhaus-Beratung begleitet.
Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Integrationen & das CAD-/PLM-/PDM-Ökosystem

Die eigentliche Kunst eines Systemhauses liegt in den Schnittstellen. Erst wenn ERP, CAD, PLM und PDM sauber zusammenspielen, entsteht die durchgängige Prozesskette, die produzierende Unternehmen suchen — und genau hier positioniert sich N+P.

Warum die Brücke zwischen kaufmännischer und technischer Welt zählt

In vielen Fertigungsunternehmen existieren zwei getrennte Datenwelten. Auf der kaufmännischen Seite verwaltet das ERP Aufträge, Artikel, Stücklisten, Bestände und Finanzen. Auf der technischen Seite entstehen in CAD die Konstruktionsdaten, in PLM (Product Lifecycle Management) wird der Produktlebenszyklus gesteuert, und in PDM (Product Data Management) werden Produktdaten, Zeichnungen und Dokumente verwaltet. Ohne Integration werden Stammdaten doppelt gepflegt, Änderungsstände geraten auseinander, und die Auftragsabwicklung arbeitet mit veralteten oder inkonsistenten technischen Informationen. Das kostet Zeit, erzeugt Fehler und untergräbt das Vertrauen in die Daten.

Was eine gute Integration leistet

Eine gelungene Integration sorgt dafür, dass Informationen genau einmal entstehen und von dort konsistent in alle beteiligten Systeme fließen. Konkret bedeutet das etwa:
  • Stücklisten-Übernahme — die in der Konstruktion entstehende Stückliste fließt strukturiert und ohne manuelle Nacherfassung ins ERP.
  • Artikel- und Stammdaten-Abgleich — Artikelnummern, Bezeichnungen und Materialien bleiben zwischen technischer und kaufmännischer Welt konsistent.
  • Dokumenten- und Zeichnungszugriff — die aktuelle, freigegebene Zeichnung ist am ERP-Auftrag verfügbar, ohne dass jemand danach suchen muss.
  • Änderungsmanagement — Konstruktionsänderungen werden nachvollziehbar bis in die Auftragsabwicklung durchgereicht.

Das Ökosystem als Ganzes betrachten

Der Wert eines Systemhauses liegt darin, dieses Ökosystem nicht als Ansammlung einzelner Werkzeuge, sondern als zusammenhängendes Ganzes zu denken. Jede zusätzliche Schnittstelle ist zugleich eine potenzielle Fehler- und Wartungsquelle; deshalb ist weniger oft mehr, und eine bewusst gestaltete, dokumentierte Integrationsarchitektur schlägt eine gewachsene Sammlung punktueller Verbindungen. Ein erfahrener Partner wägt ab, welche Systeme wirklich integriert werden müssen und wo eine losere Kopplung genügt. Diese Architekturentscheidung prägt die Wartbarkeit über Jahre — und ist einer der Punkte, an denen sich die Erfahrung eines Systemhauses in barer Münze auszahlt.
Ein zweiter, oft übersehener Aspekt ist die Update-Fähigkeit der Integration. Schnittstellen sind selten für die Ewigkeit gebaut: Sobald eines der beteiligten Systeme ein neues Release erhält, kann die Verbindung brechen, wenn sie nicht sauber und standardnah umgesetzt wurde. Ein erfahrenes Systemhaus setzt deshalb, wo möglich, auf definierte, dokumentierte Schnittstellen statt auf improvisierte Verbindungen — und plant von Anfang an ein, dass Integrationen mitgepflegt werden müssen. Welche konkreten Produkte, Konnektoren und Standards ein Anbieter unterstützt, ist beim Anbieter zu erfragen.
Einordnung zum Ökosystem
Schnittstellen sind kein Selbstzweck: Jede Integration muss auch betrieben und gepflegt werden. Klären Sie bei der Auswahl konkret, welche Systeme wie verbunden werden, wer die Schnittstellen verantwortet und wie sie bei Updates stabil bleiben. Welche konkreten Produkte und Konnektoren ein Anbieter unterstützt, ist beim Anbieter zu erfragen.
Kapitel 06 · Abgrenzung

Abgrenzung: Systemhaus/Partner versus Softwarehersteller

Die häufigste Verwechslung in ERP-Projekten betrifft die Rollen. Wer Systemhaus und Softwarehersteller nicht sauber trennt, stellt die falschen Fragen, bewertet nach den falschen Kriterien und verhandelt am falschen Punkt.

Zwei Rollen, zwei Geschäftsmodelle

Ein Softwarehersteller entwickelt ein Produkt, pflegt es, veröffentlicht Releases und verdient primär an Lizenzen oder Abonnements. Sein Wettbewerbsvorteil liegt in der Qualität und dem Funktionsumfang der Software. Ein Systemhaus beziehungsweise Implementierungspartner hingegen verdient primär an Leistung: Beratung, Einführung, Integration, Schulung und Betrieb. Sein Wettbewerbsvorteil liegt in Kompetenz, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit. N+P gehört in die zweite Kategorie — es setzt Produkte ein, die überwiegend von anderen entwickelt werden, und schafft seinen Wert dadurch, dass es diese Produkte für ein konkretes Unternehmen zum Laufen bringt.
Aspekt Softwarehersteller Systemhaus / Partner (z. B. N+P)
Kernprodukt Eigene Software Leistung rund um (Fremd-)Software
Erlösmodell Lizenz / Abonnement Beratung, Projekt, Service
Bewertungsmaßstab Funktionsumfang, Roadmap Kompetenz, Referenzen, Nähe
Ansprechpartner im Betrieb Meist indirekt Direkt und regional
Verantwortung fürs Gelingen Für das Produkt Für die Einführung

Warum die Abgrenzung praktische Folgen hat

Die Unterscheidung ist nicht akademisch. Sie ändert, welche Fragen im Auswahlprozess sinnvoll sind. Beim Hersteller fragt man nach Funktionsumfang, Release-Zyklen, Zukunftsfähigkeit und Lizenzmodell. Beim Systemhaus fragt man nach Branchenerfahrung, Referenzen in der eigenen Größenklasse, Verfügbarkeit von Beratern, Reaktionszeiten im Support und der Fähigkeit, das eigene Prozessumfeld zu verstehen. Wer ein Systemhaus wie einen Hersteller behandelt und nur nach Features fragt, verschenkt die Chance, die eigentlich entscheidenden Qualitäten zu bewerten.

Beide Ebenen zusammen denken

In der Praxis kauft ein Unternehmen fast immer beides gleichzeitig: ein Produkt und einen Partner. Deshalb müssen beide Ebenen bewertet werden — aber getrennt und mit den jeweils passenden Kriterien. Ein starkes Produkt mit einem schwachen Partner scheitert oft in der Einführung; ein durchschnittliches Produkt mit einem starken Partner kann dagegen sehr gut funktionieren. Für die Zusammenarbeit mit N+P bedeutet das: Man bewertet die Partnerqualität von N+P und die Produktqualität der eingesetzten Software (etwa im APplus-/Asseco-Umfeld) als zwei zusammenhängende, aber unterschiedliche Entscheidungen.
Praxis-Hinweis zur Abgrenzung
Zwei Entscheidungen, nicht eine: Bewerten Sie Produkt (Hersteller) und Partner (Systemhaus) getrennt. Beim Produkt zählen Funktion und Roadmap, beim Partner Kompetenz, Nähe und Verlässlichkeit. Erst beide Bewertungen zusammen ergeben ein realistisches Bild des Projektrisikos.
Kapitel 07 · Zusammenarbeit & Projektvorgehen

Zusammenarbeit & typisches Projektvorgehen

Wie ein Systemhaus arbeitet, ist selbst ein Auswahlkriterium. Ein strukturiertes, transparentes Vorgehen unterscheidet einen verlässlichen Partner von einem, bei dem Projekte in Verzug und Budgetüberschreitungen geraten.

Die Phasen eines Implementierungsprojekts

Auch wenn jedes Systemhaus seine eigene Methodik pflegt, folgen die meisten ERP- und Integrationsprojekte einer vergleichbaren Grundlogik. Die folgenden Phasen sind bewusst herstellerneutral formuliert und lassen sich auf die jeweils eingesetzten Produkte übertragen.
01
Analyse & Zieldefinition
Aufnahme der Ist-Prozesse, Klärung der Ziele und Anforderungen, Bewertung der bestehenden Systemlandschaft und Datenqualität. Am Ende steht ein gemeinsames Verständnis davon, was das Projekt erreichen soll und wo die kritischen Punkte liegen.
02
Konzeption & Lösungsdesign
Soll-Prozesse definieren, konsequent zwischen differenzierenden und standardisierbaren Abläufen trennen, Systemauswahl und Integrationsarchitektur festlegen. Datenschutz- und Berechtigungskonzept früh mitdenken statt nachträglich aufsetzen.
03
Realisierung & Integration
Konfiguration der Software, Aufbau der Schnittstellen zu CAD/PLM und Umsystemen, Datenmigration und -bereinigung. Erfahrungsgemäß sind Datenqualität und Schnittstellen die aufwendigen Themen — hier lohnt sich Sorgfalt.
04
Test, Schulung & Go-live
Strukturierte Tests mit früh eingebundenen Key Usern, Anwenderschulung, geplanter Produktivstart mit intensiver Begleitphase. Change Management ist jetzt erfolgskritisch — Akzeptanz entscheidet über den realen Nutzen.
05
Betrieb, Support & Weiterentwicklung
Stabiler Betrieb, definierter Support mit klaren Reaktionszeiten, planbare Einarbeitung von Updates und schrittweise Erschließung weiterer Potenziale (Automatisierung, Auswertungen). Das Projekt endet, die Partnerschaft nicht.

Woran sich gute Zusammenarbeit erkennen lässt

Über die reine Methodik hinaus zeigt sich die Qualität der Zusammenarbeit an weichen Faktoren, die im Vertrag selten stehen. Ein guter Partner kommuniziert transparent über Aufwand und Risiken, rät im Zweifel zum Standard statt zu teuren Sonderlösungen, benennt Probleme früh statt sie zu verschleiern und bindet die Fachbereiche des Kunden aktiv ein. Ein Warnsignal ist dagegen ein Partner, der jeden Sonderwunsch begeistert bejaht, ohne die Folgekosten zu benennen — denn jede Individualisierung erhöht Aufwand, Betriebskosten und Update-Risiko.

Die Rolle der eigenen Organisation

Ein häufig unterschätzter Punkt ist, dass die beste Zusammenarbeit scheitert, wenn das anwendende Unternehmen seinen Teil nicht leistet. Ein Systemhaus kann Prozesse konfigurieren, aber nicht die Entscheidungen und das Prozesswissen ersetzen. Wer keine internen Kapazitäten freistellt, keine Key User benennt und Entscheidungen verschleppt, gefährdet das Projekt unabhängig von der Qualität des Partners. Realistische Erwartungen an den eigenen Beitrag gehören deshalb an den Anfang jeder Zusammenarbeit — ein Punkt, den ein seriöser Partner offen anspricht, statt ihn zu beschönigen.
Ebenso lohnt es sich, die Zusammenarbeit von Beginn an auf Dauer anzulegen. Mit dem Go-live endet das Projekt, aber nicht die Beziehung: Updates, neue Anforderungen und der laufende Support begleiten das System über Jahre. Deshalb sollten Support-Modelle, Reaktionszeiten und Ansprechpartner bereits bei der Auswahl geklärt werden — nicht erst dann, wenn im Betrieb ein Problem auftritt. Ein transparent geregelter Betrieb ist Teil der Partnerqualität und verdient in der Bewertung dasselbe Gewicht wie die Einführung selbst.
Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

Einsatz im Mittelstand & Zielbranchen

Systemhäuser wie N+P richten sich gezielt an den Mittelstand — besonders an produzierende und projektorientierte Unternehmen. Hier ist der Bedarf an durchgängiger Digitalisierung hoch, die eigenen Ressourcen sind aber begrenzt.

Typische Zielbranchen

Der Fokus eines auf ERP und CAD/PLM spezialisierten Systemhauses liegt naturgemäß dort, wo kaufmännische und technische Prozesse eng verzahnt sind. Das trifft vor allem auf den produzierenden Mittelstand zu: Maschinen- und Anlagenbau, Metallverarbeitung, Elektrotechnik, Kunststoffverarbeitung sowie generell variantenreiche Fertigung und Auftragsfertigung. Ebenso relevant sind projektorientierte Unternehmen, bei denen jeder Auftrag ein eigenes kleines Vorhaben ist und Konstruktion, Kalkulation und Abwicklung Hand in Hand gehen müssen. In diesen Branchen entfaltet die Integration von ERP und technischer Welt den größten Nutzen.
Maschinen- & Anlagenbau

Variantenreiche Produkte, enge Verzahnung von Konstruktion und Auftragsabwicklung, hoher Integrationsbedarf zwischen ERP und CAD/PLM.

Durchgängige Prozesse
Metall- & Elektrotechnik

Fertigungssteuerung, Stücklisten und Arbeitspläne, in denen konsistente Stamm- und Änderungsdaten den Unterschied machen.

Datenkonsistenz
Projektfertigung

Auftragsbezogene Einzel- und Kleinserienfertigung, bei der Kalkulation, Konstruktion und Abwicklung eng abgestimmt sein müssen.

Projektsteuerung

Warum der Mittelstand einen Partner braucht

Große Konzerne verfügen oft über eigene IT-Abteilungen mit tiefem Systemwissen. Der Mittelstand tut das in der Regel nicht — und genau hier liegt die Berechtigung des Systemhaus-Modells. Mittelständische Unternehmen brauchen einen Partner, der das fehlende Spezialwissen einbringt, die Einführung stemmt und den laufenden Betrieb absichert, ohne dass das Unternehmen dafür eine eigene Mannschaft aufbauen muss. Die Nähe des Partners — räumlich, branchlich und kulturell — ist dabei ein realer Wert, weil kurze Wege und gegenseitiges Verständnis Projekte beschleunigen.

Grenzen und ehrliche Erwartungen

Zugleich sollte man die Grenzen offen benennen. Ein Systemhaus nimmt dem Mittelständler viel ab, aber nicht alles: Prozessentscheidungen, die Freistellung interner Ressourcen und die Bereitschaft zur Veränderung bleiben beim Unternehmen. Auch die Abhängigkeit von einem Partner ist ein Faktor, den man bewusst gestalten sollte — durch dokumentierte Systeme, geregelte Zugriffe auf die eigenen Daten und klare vertragliche Grundlagen. Ein guter Partner fördert diese Transparenz, statt Wissen zu monopolisieren. Ob N+P im konkreten Fall zur eigenen Branche, Größe und Kultur passt, lässt sich am besten in einem persönlichen Gespräch und über Referenzen klären.
Ehrliche Einordnung für den Mittelstand
Nähe ist ein Wert, Abhängigkeit ein Risiko: Ein spezialisiertes Systemhaus bringt genau das Wissen mit, das dem Mittelstand oft fehlt. Achten Sie zugleich darauf, die Kontrolle über Ihre Daten und die Dokumentation Ihrer Systeme zu behalten — Partnerschaft ja, Abhängigkeit mit Augenmaß.
Kapitel 09 · Datenhoheit & Auswahl des Partners

DSGVO, Datenhoheit & Auswahl eines Implementierungspartners

Bei der Zusammenarbeit mit einem Systemhaus geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Verantwortung für Daten. Wer einen Implementierungspartner auswählt, sollte Datenhoheit, Datenschutz und Auswahlkriterien von Anfang an sauber mitdenken.

Datenhoheit und Datenschutz im Systemhaus-Kontext

Ein Systemhaus, das ERP- und technische Systeme einführt, betreibt oder betreut, kommt zwangsläufig mit personenbezogenen und geschäftskritischen Daten in Berührung — von Mitarbeiter- und Kundendaten bis zu Konstruktions- und Kalkulationsdaten. Damit wird der Datenschutz zu einem zentralen Thema der Zusammenarbeit. Sobald ein Dienstleister Daten im Auftrag verarbeitet, ist in der Regel eine Auftragsverarbeitung vertraglich zu regeln; wo Systeme in der Cloud oder in einem Rechenzentrum betrieben werden, sind Datenstandort, Zugriffe und Verschlüsselung zu klären. Diese Punkte gehören vor Projektbeginn geklärt, nicht nachträglich.
DSGVO- & Governance-Setup mit einem Partner

Auch in der Zusammenarbeit mit einem Systemhaus müssen Datenschutz und Governance sauber geregelt sein — das ist eine organisatorische Pflicht und keine Rechtsberatung:

Auftragsverarbeitung (AVV)
mit dem Dienstleister vertraglich vereinbaren
Datenstandort & Betrieb
Ort der Verarbeitung prüfen und festhalten
Zugriffe & Berechtigungen
nach Need-to-know, sauber rollenbasiert
Datenhoheit & Export
Zugriff auf die eigenen Daten und Exit-Fähigkeit sichern
Dokumentation
Systeme und Konfigurationen nachvollziehbar dokumentieren
Verantwortlichkeiten
Rollen zwischen Kunde und Partner klar abgrenzen

Kriterien für die Auswahl eines Implementierungspartners

Die Auswahl eines Systemhauses folgt, wie in Kapitel 06 beschrieben, anderen Maßstäben als die Auswahl eines Produkts. Bewährte Kriterien sind:
  • Branchen- und Größenerfahrung — nachweisbare Referenzen aus vergleichbaren Unternehmen der eigenen Branche und Größenklasse.
  • Prozessverständnis — die Fähigkeit, die eigenen Abläufe zu verstehen, statt nur Software zu installieren.
  • Standardtreue — die Bereitschaft, zum Standard zu raten und Sonderwünsche kritisch zu hinterfragen.
  • Verfügbarkeit & Support — klare Reaktionszeiten, erreichbare Ansprechpartner, geregelter Betrieb.
  • Transparenz — offene Kommunikation über Aufwand, Risiken und Folgekosten.
  • Datenschutz & Datenhoheit — saubere vertragliche Grundlagen und die Sicherung des eigenen Datenzugriffs.

Keine Exakt-Preise, dafür belastbare Kriterien

Ein seriöser Vergleich von Systemhäusern lässt sich nicht auf einen Preis reduzieren. Der Aufwand einer ERP- oder Integrationseinführung hängt stark von Prozesskomplexität, Anpassungstiefe, Datenqualität und internen Ressourcen ab; pauschale Zahlen wären daher unseriös. Statt nach einem Fixpreis zu fragen, sollten Unternehmen ein transparentes Vorgehensmodell, eine ehrliche Aufwandseinschätzung mit Risikopuffer und eine nachvollziehbare Leistungsbeschreibung verlangen. Die konkreten Konditionen, Leistungsbausteine und Vertragsmodelle sind immer beim Anbieter zu erfragen und im Einzelfall zu prüfen.
Realistische Empfehlung

Ein Implementierungspartner wird nach Kompetenz, Referenzen, Transparenz und Datenschutz-Reife ausgewählt, nicht nach dem niedrigsten Angebotspreis. Klären Sie Datenhoheit, Auftragsverarbeitung und Exit-Fähigkeit früh — und lassen Sie sich konkrete, nachprüfbare Aussagen geben. Die hier genannten Hinweise sind eine Orientierung und keine Rechtsberatung.

Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu N+P Informationssysteme

Was ist N+P Informationssysteme in einem Satz?
N+P Informationssysteme ist ein deutsches ERP-/IT-Systemhaus und Digitalisierungspartner für den Mittelstand, das kein eigenes ERP-Produkt vertreibt, sondern Standardsoftware (unter anderem im APplus-/Asseco-Umfeld) sowie CAD-, PLM- und PDM-Lösungen einführt, integriert und betreut.
Ist N+P ein ERP-Hersteller?
Nein. N+P ist ein Systemhaus und Implementierungspartner, kein Softwarehersteller im engeren Sinne. Es setzt Produkte ein, die überwiegend von anderen Anbietern entwickelt werden, und schafft seinen Wert durch Beratung, Einführung, Integration, Schulung und Betrieb. Diese Rolle sollte in einem Auswahlprojekt klar von der eines Herstellers getrennt werden.
Was hat N+P mit APplus und Asseco zu tun?
APplus ist ein im Fertigungsmittelstand verbreitetes ERP-Produkt, Asseco steht als Anbietername für das dahinterstehende Softwarehaus. N+P tritt in diesem Umfeld als Implementierungspartner auf: Es kennt das Produkt, führt es bei Kunden ein und übernimmt Konfiguration, Integration und Betreuung. Der Hersteller liefert die Software, das Systemhaus bringt sie beim Unternehmen zum Laufen. Welche Partnerrollen und Produkte aktuell gelten, sollte beim Anbieter geprüft werden.
Welche Leistungen bietet ein Systemhaus wie N+P?
Typischerweise drei Kernfelder: die ERP-Implementierung und -Betreuung, den Bereich CAD/PLM/PDM (Konstruktion, Produktlebenszyklus, Produktdaten) und klassische IT-Services (Infrastruktur, Betrieb, Managed Services). Der Mehrwert entsteht aus der Verbindung dieser Felder zu durchgängigen Prozessen. Der konkrete Leistungszuschnitt ändert sich im Zeitverlauf und ist beim Anbieter zu erfragen.
Was bedeuten CAD, PLM und PDM?
CAD (Computer-Aided Design) ist die rechnergestützte Konstruktion. PLM (Product Lifecycle Management) steuert den Produktlebenszyklus von der Idee bis zur Ausmusterung. PDM (Product Data Management) verwaltet Produktdaten, Zeichnungen und Dokumente. Ein Systemhaus im Fertigungsumfeld verbindet diese technische Welt mit dem kaufmännischen ERP, damit Daten nur einmal entstehen und konsistent fließen.
Warum ist die Wahl des Partners so wichtig?
Im Mittelstand entscheidet die Qualität des Implementierungspartners oft stärker über den Projekterfolg als die Wahl des Produkts. Ein durchschnittliches Produkt in den Händen eines erfahrenen Partners kann mehr nutzen als ein herausragendes Produkt ohne kompetente Begleitung. Deshalb sollten Produkt und Partner getrennt und mit den jeweils passenden Kriterien bewertet werden.
Wie läuft ein Projekt mit einem Systemhaus typischerweise ab?
In der Regel in Phasen: Analyse und Zieldefinition, Konzeption und Lösungsdesign, Realisierung und Integration, Test/Schulung/Go-live sowie Betrieb, Support und Weiterentwicklung. Datenqualität und Schnittstellen sind erfahrungsgemäß die aufwendigen Themen, Change Management ist rund um den Go-live erfolgskritisch. Der eigene Beitrag (Ressourcen, Entscheidungen, Key User) ist dabei entscheidend.
Für welche Unternehmen eignet sich N+P?
Vor allem für den produzierenden und projektorientierten Mittelstand — etwa Maschinen- und Anlagenbau, Metall- und Elektrotechnik, variantenreiche Fertigung und Auftragsfertigung. Dort ist die Integration von ERP und technischer Welt besonders wertvoll. Ob N+P zur konkreten Branche, Größe und Kultur passt, klärt man am besten über Referenzen und ein persönliches Gespräch.
Was ist beim Datenschutz mit einem Systemhaus zu beachten?
Sobald ein Dienstleister Daten im Auftrag verarbeitet, ist in der Regel eine Auftragsverarbeitung vertraglich zu regeln. Zu klären sind außerdem Datenstandort und Betriebsort, Zugriffe und Berechtigungen, die Sicherung der eigenen Datenhoheit und Exit-Fähigkeit sowie eine saubere Dokumentation. Diese Punkte gehören vor Projektbeginn geklärt. Das ist eine organisatorische Orientierung und keine Rechtsberatung.
Was kostet die Zusammenarbeit mit einem Implementierungspartner?
Pauschale Preise sind unseriös, weil der Aufwand stark von Prozesskomplexität, Anpassungstiefe, Datenqualität und internen Ressourcen abhängt. Statt eines Fixpreises sollte man ein transparentes Vorgehensmodell, eine ehrliche Aufwandseinschätzung mit Risikopuffer und eine nachvollziehbare Leistungsbeschreibung verlangen. Konkrete Konditionen und Vertragsmodelle sind immer direkt beim Anbieter zu prüfen.

ERP-Auswahl & Implementierungspartner strategisch angehen

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