Wissensdatenbank · ERP-Systeme im Vergleich

oxaion

Das ERP-System des deutschen Anbieters oxaion aus Ettlingen: eine modulare Komplettlösung für den fertigenden und handelnden Mittelstand mit Schwerpunkt auf Los- und Serienfertigung, technischem Handel und Service — verfügbar als Cloud-Betrieb und On-Premise, mit deutscher Entwicklung, deutschem Hosting und starkem Branchenfokus.

25 Min. Lesezeit
Aktualisiert · Juli 2026
Fachartikel · Expertenbeitrag
oxaion
INAGRO Wissensdatenbank · 36 ERP-Systeme
Anbieter
oxaion gmbh (Ettlingen, DE)
Typ
ERP für Mittelstand
Betriebsmodelle
Cloud & On-Premise
Fokus
Fertigung / Handel / Service
Stärke
Los-/Serienfertigung, PPS
Herkunft
Deutsche Entwicklung & Hosting
INAGRO Eignung KMU
Kapitel 01 · Überblick

Was ist oxaion – und für wen ist es gemacht?

<strong>oxaion</strong> ist ein ERP-System des deutschen Softwareanbieters oxaion aus dem baden-württembergischen Ettlingen. Es richtet sich gezielt an den fertigenden und handelnden Mittelstand und deckt mit einem modularen Aufbau die betriebswirtschaftlichen Kernprozesse eines Unternehmens ab — von der Materialwirtschaft über die Produktion und den Vertrieb bis hin zu Finanzwesen und Service. Anders als die großen internationalen Suiten positioniert sich oxaion bewusst als tiefe, praxisnahe Branchenlösung für ein klar umrissenes Marktsegment.

Der Anbieter blickt auf eine lange Historie im deutschen ERP-Markt zurück und ist über Jahre eng mit den Anforderungen mittelständischer Fertiger und technischer Händler gewachsen. Diese Nähe zur Zielgruppe prägt das Produkt: oxaion bringt viele branchentypische Prozesse bereits im Standard mit, statt sie erst über umfangreiche Anpassungen abbilden zu müssen. Für Unternehmen aus der Los- und Serienfertigung, dem Maschinen- und Anlagenbau, dem technischen Handel oder dem produktbegleitenden Service- und Ersatzteilgeschäft ist das ein wesentlicher Unterschied gegenüber generischen Systemen.
Ein zweiter Grundzug ist die deutsche Herkunft im doppelten Sinn: oxaion wird in Deutschland entwickelt und lässt sich in deutschen Rechenzentren betreiben. Für viele Mittelständler ist das kein Marketingargument, sondern ein handfester Vorteil bei Datenschutz, Datenhoheit und Support in der eigenen Sprache und Zeitzone. Das Thema greifen wir in Kapitel 09 ausführlich auf; hier genügt der Hinweis, dass die Anbieter- und Betriebsherkunft in der Auswahlentscheidung eine zunehmend gewichtige Rolle spielt.

Ein Branchen-ERP statt einer Universallösung

Der zentrale Unterschied zwischen oxaion und den großen Plattformen liegt in der Grundausrichtung. Wo universelle Suiten möglichst jede Branche und jede Unternehmensgröße bedienen wollen und dafür Breite und Konfigurierbarkeit betonen, setzt oxaion auf Tiefe in einem definierten Segment. Die Funktionslogik folgt den realen Abläufen eines Fertigungs- oder Handelsbetriebs im Mittelstand — inklusive der Feinheiten, die in generischen Systemen erst mühsam nachgebildet werden müssen. Das reduziert typischerweise den Anpassungsaufwand und verkürzt den Weg vom Standard zur produktiven Nutzung.
Diese Fokussierung hat eine Kehrseite, die man ehrlich benennen sollte: Ein Branchen-ERP ist außerhalb seines Kernsegments seltener die naheliegende Wahl. Unternehmen mit stark abweichenden Geschäftsmodellen — etwa reine Dienstleister ohne Produktbezug oder Konzerne mit hochkomplexen internationalen Konsolidierungsanforderungen — finden bei breiter aufgestellten Anbietern oft die passendere Ausgangsbasis. oxaion spielt seine Stärken genau dort aus, wo Fertigung, Handel und Service zusammenkommen und ein durchgängiger Prozess vom Angebot bis zur Nachserienbetreuung gefragt ist.

Die Rolle im ERP-Markt des DACH-Mittelstands

Im deutschsprachigen Raum existiert neben den bekannten Großanbietern eine lebendige Landschaft mittelständischer ERP-Hersteller, die sich über Branchentiefe und Kundennähe behaupten. oxaion gehört in dieses Feld der spezialisierten Anbieter, die weniger über Marktmacht als über Passgenauigkeit punkten. Für den Mittelstand ist das eine wichtige Alternative: Nicht jedes Unternehmen braucht — oder verkraftet — die Komplexität und die Kosten einer Konzernlösung. Häufig führt ein bedarfsgerecht zugeschnittenes System schneller und wirtschaftlicher zum Ziel.
INAGRO-Einschätzung
Der zentrale Punkt: oxaion ist kein Universal-ERP, sondern eine tiefe Branchenlösung für den fertigenden und handelnden Mittelstand. Die entscheidende Frage bei der Auswahl lautet daher nicht, ob oxaion viel kann, sondern ob das eigene Geschäftsmodell im Kernsegment des Systems liegt. Wer aus Los-/Serienfertigung, technischem Handel oder Service kommt, findet hier oft mehr Standardnähe und deutsche Datenhoheit als bei generischen Großplattformen.

Worum es in diesem Fachartikel geht

Dieser Beitrag ordnet oxaion herstellerneutral ein: die Editionen und Betriebsmodelle mit ihrer Positionierung (Kapitel 02), der Funktionsumfang mit den Kernmodulen ERP, PPS und Service (Kapitel 03), die Möglichkeiten in KI und Automatisierung (Kapitel 04), Integrationen und Ökosystem (Kapitel 05), die Abgrenzung zu Wettbewerbern (Kapitel 06), Einführung und Betrieb in der Praxis (Kapitel 07), der Einsatz im Mittelstand nach Branchen (Kapitel 08), Kosten sowie DSGVO und Datenhoheit (Kapitel 09) und häufige Fragen (Kapitel 10). Ziel ist nicht, für einen Anbieter zu werben, sondern eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu liefern.
Kapitel 02 · Editionen & Betriebsmodelle

Editionen & Betriebsmodelle im Überblick

oxaion lässt sich sowohl in der Cloud als auch klassisch im eigenen Rechenzentrum betreiben. Die Wahl des Betriebsmodells prägt Investitionsstruktur, Betriebsverantwortung und die Frage der Datenhoheit — und sollte früh, bewusst und dokumentiert getroffen werden.

Cloud-Betrieb und On-Premise: die zwei Grundwege

Wie viele deutsche Mittelstands-ERP bietet oxaion die beiden etablierten Bezugswege an. Beim Cloud-Betrieb wird das System in einem Rechenzentrum betrieben und als Service bereitgestellt; das Unternehmen bezieht die Nutzung in der Regel gegen eine laufende Gebühr und entlastet die eigene IT vom Betrieb der Infrastruktur. Bei der On-Premise-Variante läuft oxaion im eigenen oder einem dedizierten Rechenzentrum, das Unternehmen behält die volle Kontrolle über Betrieb, Wartungszeitpunkte und Datenhaltung, trägt dafür aber auch den entsprechenden Eigenaufwand.
Der Unterschied ist weniger technisch als strukturell. Der Cloud-Betrieb verschiebt das Kostenprofil von hohen Anfangsinvestitionen hin zu planbaren, aber dauerhaften laufenden Ausgaben und reduziert den internen Betriebsaufwand. On-Premise verlangt eine höhere Anfangsinvestition und ein eigenes Betriebs-Know-how, bietet dafür aber maximale Kontrolle. Beide Modelle haben ihre Berechtigung; welches passt, hängt von IT-Ressourcen, Investitionslogik, Sicherheitsanforderungen und der strategischen Haltung zur Datenhaltung ab.

Positionierung: bewusst im Mittelstand verankert

oxaion positioniert sich klar im mittelständischen Segment und nicht im Konzern- oder Kleinstunternehmensmarkt. Diese Positionierung ist kein Zufall, sondern eine strategische Entscheidung: Das Produkt ist auf die Prozessvielfalt, die Ressourcenrealität und die Budgetlogik mittelständischer Fertiger und Händler zugeschnitten. Für sehr kleine Betriebe kann der Funktionsumfang überdimensioniert sein, für sehr große Konzerne mit hochkomplexen internationalen Strukturen fehlt womöglich die Breite eines Konzern-ERP. Genau dazwischen — im typischen deutschen Industrie- und Handelsmittelstand — liegt der Sweet Spot.
Betriebsmodell Betrieb Kostenprofil Typische Eignung
Cloud-Betrieb Rechenzentrum / gemanagt Laufende Gebühr, planbar Schlanke IT, planbare Ausgaben
On-Premise Eigenes / dediziertes RZ Höhere Anfangsinvestition IT-Tiefe, maximale Kontrolle
Hybride Ansätze Kombination je nach Bedarf Gemischt Übergangs- und Sonderfälle
Hinweis zu Editionen & Konditionen
Hinweis: Der konkrete Zuschnitt von Editionen, Betriebsmodellen, Versionsständen und Lizenz- bzw. Abomodellen ändert sich und ist beim Anbieter zu prüfen. Die hier beschriebenen Unterschiede sind eine Orientierung, kein verbindlicher Leistungs- oder Preisstand und keine Rechtsberatung. Vor einer Auswahl gehören Datenstandort, Vertragslaufzeiten und mögliche Wechselkosten konkret geklärt.

Welches Modell zu welchem Profil passt

Eine grobe Faustregel hilft beim ersten Sortieren. Unternehmen mit schlanker IT-Mannschaft, dem Wunsch nach planbaren laufenden Kosten und ohne die Ambition, eigene Serverlandschaften zu betreiben, fühlen sich im Cloud-Betrieb häufig gut aufgehoben. Betriebe mit vorhandener IT-Tiefe, bestehender Infrastruktur oder besonders hohen Anforderungen an die eigene Kontrolle über Daten und Wartungsfenster tendieren eher zu On-Premise. Diese Entscheidung sollte allerdings nicht aus dem Bauch getroffen, sondern aus einer nüchternen Bewertung von Ressourcen, Kostenlogik und Datenschutzanforderungen abgeleitet werden.
Wichtig ist außerdem, das Betriebsmodell nicht mit der Einführungsstrategie zu verwechseln. Beide Fragen hängen zusammen, sind aber nicht identisch: Das Betriebsmodell legt fest, wo und wie das System künftig läuft; die Einführungsstrategie (Kapitel 07) beschreibt, wie man vom Ist-Zustand dorthin gelangt. Werden beide Fragen sauber getrennt und bewusst beantwortet, sinkt das Risiko, sich früh in eine schwer korrigierbare Richtung festzulegen. Gerade beim Betriebsmodell gilt: Ein späterer Wechsel ist möglich, aber selten ohne Aufwand — die erste Wahl sollte daher gut begründet sein.
Kapitel 03 · Funktionsumfang & Kernmodule

Funktionsumfang & die Kernmodule

Der eigentliche Wert eines ERP entscheidet sich an seinen Modulen und daran, wie gut sie zusammenspielen. oxaion bringt die betriebswirtschaftlichen Kernbereiche mit — mit erkennbarem Schwerpunkt auf Produktion und Service, den beiden Feldern, in denen sich die Branchenlösung von generischen Systemen absetzt.

Der kaufmännische ERP-Kern

Den Unterbau bildet ein klassischer ERP-Kern, der die grundlegenden kaufmännischen Prozesse abdeckt. Dazu zählen üblicherweise Materialwirtschaft und Beschaffung, Vertrieb und Auftragsabwicklung, Lager- und Bestandsführung sowie das Finanz- und Rechnungswesen mit Controlling. Diese Module bilden das Rückgrat, auf dem die branchenspezifischen Prozesse aufsetzen: Vom Kundenauftrag über die Beschaffung der benötigten Materialien bis zur Rechnungsstellung und Verbuchung soll ein durchgängiger, medienbruchfreier Prozess entstehen.
Entscheidend ist dabei weniger, dass diese Funktionen vorhanden sind — das ist bei jedem ernstzunehmenden ERP der Fall — sondern wie eng sie mit der Produktion und dem Service verzahnt sind. Der Mehrwert eines integrierten Systems liegt genau darin, dass Vertrieb, Einkauf, Fertigung und Finanzwesen auf einem gemeinsamen Datenbestand arbeiten und Informationen nicht zwischen Insellösungen hin- und herkopiert werden müssen. Diese Durchgängigkeit ist der eigentliche Grund, warum Unternehmen von gewachsenen Einzelanwendungen auf ein integriertes ERP wechseln.

PPS: Produktionsplanung und -steuerung als Schwerpunkt

Das Herzstück von oxaion für Fertigungsunternehmen ist die Produktionsplanung und -steuerung (PPS). Hier bildet das System die typischen Abläufe eines mittelständischen Fertigers ab: Stücklisten und Arbeitspläne, Fertigungsaufträge, Kapazitäts- und Terminplanung, Betriebsdatenerfassung sowie die Steuerung der verschiedenen Fertigungsarten. Der Fokus auf Los- und Serienfertigung ist dabei charakteristisch — also auf Betriebe, die in wiederkehrenden Losen oder Serien produzieren, oft mit variantenreichen Produkten und komplexen Stücklisten.
Für solche Unternehmen ist die Tiefe der PPS-Funktionen ein zentrales Auswahlkriterium. Generische ERP-Systeme decken die Produktion häufig nur oberflächlich ab und zwingen zu Zusatzsystemen oder aufwendigen Anpassungen. Ein branchenspezifisches ERP wie oxaion bringt dagegen mehr fertigungsnahe Logik bereits im Standard mit — von der Materialbedarfsplanung über die Feinplanung bis zur Rückmeldung aus der Werkstatt. Ob die konkrete Fertigungsart und -komplexität eines Betriebs im Standard abgebildet wird, sollte allerdings immer im Detail geprüft werden, denn genau hier entscheiden sich Aufwand und Passgenauigkeit.

Service- und Ersatzteilmanagement

Ein dritter, für viele Fertiger und technische Händler zunehmend wichtiger Bereich ist der Service. Das produktbegleitende Geschäft — Wartung, Instandhaltung, Ersatzteilversorgung, technischer Außendienst — entwickelt sich in vielen Mittelstandsbetrieben von der Nebensache zum eigenständigen Ertragsbringer. oxaion adressiert diesen Bereich mit Funktionen für die Abwicklung von Serviceaufträgen, die Verwaltung von Ersatzteilen und die Unterstützung des Außendienstes, sodass sich der Lebenszyklus eines Produkts vom Verkauf über die Nutzung bis zur Nachserienbetreuung durchgängig abbilden lässt.
Diese Integration von Produktion, Handel und Service unter einem Dach ist ein wesentliches Argument für ein Branchen-ERP. Wer Maschinen oder technische Produkte herstellt oder vertreibt und zugleich ein Service- und Ersatzteilgeschäft betreibt, profitiert davon, dass Stammdaten, Bestände und Kundeninformationen nicht mehrfach gepflegt werden müssen. Der Servicetechniker greift auf dieselbe Datenbasis zu wie der Vertrieb und die Fertigung — ein Vorteil, der sich in schnelleren Reaktionszeiten und verlässlicheren Auskünften niederschlägt.
Einordnung zum Funktionsumfang
Standard prüfen, nicht nur Liste abhaken: Modullisten sagen wenig über die Passgenauigkeit aus. Entscheidend ist, ob die eigenen konkreten Prozesse — etwa die spezifische Fertigungsart, die Variantenlogik oder das Servicemodell — im Standard abgebildet werden. Ein Prozess-Workshop mit realen Fällen bringt hier mehr Klarheit als jede Funktionsübersicht.

Ergänzende Funktionsbereiche

Über den Dreiklang aus ERP-Kern, PPS und Service hinaus decken moderne Mittelstands-ERP typischerweise weitere Bereiche ab, die je nach Ausbaustufe und Bedarf hinzukommen. Dazu gehören etwa Funktionen für das Dokumentenmanagement, für Business Intelligence und Auswertungen, für mobile Anwendungen in Lager und Außendienst sowie Bausteine für das Kundenbeziehungsmanagement (CRM). Welche dieser Bereiche im konkreten Fall relevant und im gewählten Umfang enthalten sind, gehört zu den Punkten, die vor einer Entscheidung sauber abgeklärt werden sollten — idealerweise anhand der eigenen Prozesslandkarte statt anhand einer generischen Wunschliste.
Kapitel 04 · KI & Automatisierung

KI & Automatisierung im ERP-Kontext

Künstliche Intelligenz und Automatisierung sind auch im Mittelstands-ERP zum Thema geworden. Sinnvoll ist ein nüchterner Blick: Wo entsteht echter Nutzen, wo ist es Marketing — und wie prüft man beim Anbieter, was tatsächlich verfügbar und produktiv einsetzbar ist?

Automatisierung als der eigentliche Hebel

Bevor über KI im engeren Sinn gesprochen wird, lohnt der Blick auf die klassische Prozessautomatisierung — denn hier liegt im Mittelstand der größere und unmittelbarere Hebel. Ein integriertes ERP automatisiert bereits im Kern zahlreiche Abläufe: Bestellvorschläge aus der Bedarfsplanung, automatische Buchungen entlang des Prozesses, Workflow-gestützte Freigaben, Terminüberwachung oder die regelbasierte Weiterleitung von Vorgängen. Diese Formen der Automatisierung sind erprobt, gut kalkulierbar und entfalten ihren Nutzen unabhängig davon, ob man sie mit dem KI-Etikett versieht.
Der Wert liegt in der Entlastung von wiederkehrenden, fehleranfälligen Routinetätigkeiten. Wenn das System Bestellvorschläge erzeugt, statt dass ein Disponent Bestände manuell prüft, oder wenn Belege automatisch verbucht statt abgetippt werden, sinken Bearbeitungszeiten und Fehlerquoten. Diese Effekte sind für ein Mittelstandsunternehmen oft konkreter und schneller wirksam als anspruchsvolle KI-Szenarien — und sie sollten bei jeder Systembewertung an erster Stelle stehen.

KI-Funktionen: realistisch bewerten statt euphorisch kaufen

Im gesamten ERP-Markt — von den Großanbietern bis zu den Mittelstandsspezialisten — halten KI-Funktionen Einzug, etwa in Form von Prognosen, Anomalie-Erkennung, intelligenter Klassifizierung oder assistierender Bedienung. Für den Mittelstand gilt hier ein Grundsatz der Nüchternheit: Nicht jede beworbene KI-Funktion ist im eigenen Anwendungsfall reif, produktiv nutzbar oder wirtschaftlich sinnvoll. Entscheidend ist, sich konkret zeigen zu lassen, welche Funktionen im gewählten Release tatsächlich verfügbar sind, welche Datenbasis sie voraussetzen und welchen messbaren Nutzen sie im eigenen Betrieb stiften.
Sinnvolle Einsatzfelder für datengestützte Verfahren im Fertigungs- und Handelsumfeld sind zum Beispiel die Bedarfs- und Absatzprognose, die vorausschauende Planung von Instandhaltung und Service, die Optimierung von Beständen oder die Erkennung von Auffälligkeiten in Prozessen und Daten. Ob und in welcher Ausbaustufe oxaion solche Funktionen bereitstellt, ist beim Anbieter zu erfragen — pauschale Aussagen wären hier unseriös. Wichtig ist die Haltung, KI nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug für einen klar benannten Nutzen zu betrachten.
Hinweis zu KI-Funktionen
Konkret nachfragen: Der KI-Funktionsumfang von ERP-Systemen entwickelt sich schnell und unterscheidet sich je nach Release und Ausbaustufe erheblich. Welche Funktionen produktiv verfügbar sind, welche Datenqualität sie brauchen und wo sie in der EU verarbeitet werden, sollte beim Anbieter erfragt und anhand realer Anwendungsfälle bewertet werden — nicht aus Broschüren übernommen.

Voraussetzung für jeden Nutzen: saubere Daten

Ob klassische Automatisierung oder KI — beides steht und fällt mit der Datenqualität. Bestellvorschläge sind nur so gut wie die hinterlegten Bedarfe und Bestände, Prognosen nur so verlässlich wie die zugrunde liegende Historie. Wer Automatisierung oder KI produktiv nutzen will, muss zuvor in saubere Stamm- und Bewegungsdaten investieren. Diese Erkenntnis ist unspektakulär, aber sie ist der wahre Erfolgsfaktor: Ein technisch fortschrittliches System entfaltet seinen Wert erst auf einer verlässlichen Datenbasis. Datenpflege und klare Verantwortlichkeiten für die Datenqualität gehören deshalb an den Anfang jeder Automatisierungsinitiative, nicht ans Ende.
Kapitel 05 · Integrationen & Ökosystem

Integrationen & das Ökosystem

Ein ERP steht nie allein. Ob es sich sauber in die vorhandene und künftige Systemlandschaft einfügt, entscheidet mit über den Projekterfolg. Für den Mittelstand zählen offene Schnittstellen, gängige Standards und ein tragfähiges Partner- und Supportnetz.

Schnittstellen zur bestehenden Systemlandschaft

Kein Mittelständler betreibt sein ERP im luftleeren Raum. Rund um das Kernsystem existieren typischerweise weitere Anwendungen: ein Dokumentenmanagementsystem, ein CRM, Systeme für Lohn und Personal, E-Commerce- und Shop-Systeme, Werkzeuge für Konstruktion und Entwicklung (CAD/PLM) sowie in der Produktion die Maschinen- und Betriebsdatenerfassung. Ein zeitgemäßes ERP muss sich mit diesen Systemen verbinden lassen — über standardisierte Schnittstellen, Datenaustauschformate und, zunehmend erwartet, über offene Programmierschnittstellen (APIs).
Für die Auswahl bedeutet das: Es reicht nicht, den Funktionsumfang des ERP zu prüfen; ebenso wichtig ist die Frage, wie gut es sich in die eigene Landschaft einfügt. Welche Systeme müssen angebunden werden, welche Schnittstellen sind bereits vorhanden, wie werden Daten synchron gehalten? Diese Punkte gehören früh geklärt, weil Schnittstellen erfahrungsgemäß zu den aufwendigeren und teureren Themen eines ERP-Projekts zählen — ein Muster, das sich quer durch den gesamten ERP-Markt zieht.

Branchennahe Anbindungen im Fertigungsumfeld

Gerade im Fertigungs- und Handelsumfeld sind bestimmte Integrationen besonders relevant. Die Anbindung an die Produktion — Betriebs- und Maschinendatenerfassung, gegebenenfalls Manufacturing-Execution-Systeme — schließt die Lücke zwischen der Planung im ERP und der realen Fertigung. Die Anbindung an Logistik und Versand, an elektronischen Datenaustausch (EDI) mit Lieferanten und Kunden sowie an Zahlungs- und Bankprozesse rundet die durchgängige Prozesskette ab. Ein Branchen-ERP hat hier oft den Vorteil, dass branchentypische Anbindungen bereits erprobt und im Kundenumfeld etabliert sind.

Anbieter, Partner und Support als Teil des Ökosystems

Zum Ökosystem gehört nicht nur die Technik, sondern auch das Umfeld aus Anbieter, Implementierungspartnern und Support. Bei einem mittelständischen deutschen Anbieter wie oxaion ist dieses Umfeld oft überschaubarer und persönlicher als bei den globalen Großplattformen mit ihren riesigen, aber auch unübersichtlichen Partnernetzen. Für viele Mittelständler ist das ein Vorteil: kurze Wege, deutschsprachiger Support in der eigenen Zeitzone und Ansprechpartner, die die Branche kennen. Die Kehrseite ist eine geringere Zahl alternativer Dienstleister, was die Abhängigkeit vom Anbieter und seinem Partnerkreis erhöhen kann.
Praxis-Hinweis zu Integrationen
Landschaft vor Funktion kartieren: Erstellen Sie vor der Auswahl eine ehrliche Landkarte der Systeme, die angebunden werden müssen, und klären Sie für jedes die verfügbaren Schnittstellen und den Synchronisationsbedarf. Schnittstellen sind ein klassischer Kostentreiber — wer sie früh benennt, vermeidet böse Überraschungen im Projektverlauf.
Kapitel 06 · Abgrenzung zu Wettbewerbern

Abgrenzung: wann oxaion passt — und wann nicht

oxaion konkurriert weniger mit den globalen Suiten als mit anderen mittelständischen ERP-Anbietern und mit generischen Cloud-Plattformen. Ein ehrlicher Vergleich hilft, die eigene Liga realistisch einzuschätzen und den Bedarf statt des Markennamens zur Entscheidungsgrundlage zu machen.

oxaion gegenüber den globalen Großplattformen

Gegenüber den internationalen Schwergewichten — etwa den großen Suiten von SAP oder Microsoft — positioniert sich oxaion als schlankere, branchennähere und leichter beherrschbare Alternative für den Mittelstand. Wo die Großplattformen mit maximaler Breite, globaler Skalierung und riesigen Partnernetzen punkten, setzt oxaion auf Passgenauigkeit im definierten Segment, überschaubaren Betrieb und deutsche Datenhoheit. Für einen typischen mittelständischen Fertiger, der keine konzernweite internationale Konsolidierung braucht, ist die Funktionstiefe einer Großplattform oft überdimensioniert — und der damit verbundene Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.

oxaion gegenüber anderen Mittelstands-ERP

Der eigentliche Wettbewerb findet im Feld der spezialisierten Mittelstandsanbieter statt. Der deutschsprachige Raum verfügt über eine ganze Reihe etablierter ERP-Hersteller, die sich — ähnlich wie oxaion — über Branchentiefe und Kundennähe behaupten. Die Unterschiede liegen hier weniger in der grundsätzlichen Ausrichtung als in den bedienten Branchen, der Prozesstiefe in einzelnen Bereichen, dem Betriebsmodell und der Unternehmenskultur des Anbieters. Für die Auswahl heißt das: Der Vergleich innerhalb dieses Feldes ist relevanter als der Vergleich mit den Großplattformen, und er sollte anhand der eigenen konkreten Prozesse geführt werden.
Aspekt oxaion Globale Großplattform Generische Cloud-Suite
Sweet Spot Fertigungs-/Handelsmittelstand Großunt. / Konzern Breit, wenig branchentief
Fertigungstiefe (PPS) Hoch Sehr hoch Eher gering
Einstiegshürde Moderat Hoch Niedriger
DE-Datenhoheit DE-Anbieter/-Hosting Abhängig vom Modell Oft international
Partner-/Supportnetz Überschaubar, persönlich Sehr groß Variabel

Wann oxaion klar die richtige Wahl ist

oxaion spielt seine Stärken aus, wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen: ein Geschäftsmodell im Kernsegment aus Los-/Serienfertigung, technischem Handel und Service; ein mittelständischer Zuschnitt ohne die Komplexität eines internationalen Konzerns; der Wunsch nach hoher Standardnähe und geringem Anpassungsaufwand; sowie ein Bedürfnis nach deutscher Datenhoheit, deutschsprachigem Support und einem überschaubaren, persönlichen Anbieterverhältnis. In diesen Konstellationen ist ein fokussiertes Branchen-ERP dem generischen oder überdimensionierten System meist überlegen.

Wann eine andere Lösung besser passt

Ebenso ehrlich muss man die Grenzen benennen. Für Unternehmen, deren Geschäftsmodell deutlich außerhalb des Kernsegments liegt — reine Dienstleister ohne Produktbezug, Handelsbetriebe mit ganz anderem Profil oder Konzerne mit hochkomplexen internationalen Anforderungen — ist ein breiter aufgestellter oder international skalierender Anbieter oft die passendere Wahl. Auch sehr kleine Betriebe mit sehr einfachen Prozessen finden manchmal in schlankeren Lösungen einen schnelleren Einstieg. Eine ERP-Entscheidung sollte dem tatsächlichen Bedarf folgen, nicht der Bekanntheit eines Namens.
Ehrliche Einordnung
Passung schlägt Größe: Weder das größte noch das bekannteste ERP ist automatisch das beste. Die Frage lautet nicht „Welches ist das mächtigste System?“, sondern „Welches passt am besten zu unseren Prozessen, unserer Größe, unserem Budget und unseren Datenschutzanforderungen?“. Für Fertiger und technische Händler im Mittelstand gehört oxaion in die engere Auswahl — die endgültige Wahl entscheidet der Prozessabgleich.
Kapitel 07 · Einführung & Betrieb

Einführung & Betrieb in der Praxis

Eine ERP-Einführung ist ein Transformations-, kein reines IT-Projekt. Der Erfolg entscheidet sich weniger an der Software als an Vorbereitung, Prozessarbeit, Datenqualität und der Einbindung der Menschen. Ein strukturierter Fahrplan macht das Vorhaben steuerbar.

Die typischen Phasen einer Einführung

Unabhängig vom gewählten System und Betriebsmodell folgt eine ERP-Einführung einem bewährten Phasenschema. Die folgenden Schritte sind herstellerneutral formuliert und lassen sich auf oxaion ebenso anwenden wie auf andere Mittelstands-ERP.
01
Analyse & Zieldefinition
Ist-Aufnahme der Prozesse, ehrliche Bestandsaufnahme der bestehenden Systeme und Daten, klare Ziele und Erfolgskriterien. Daraus Anforderungen ableiten und das Betriebsmodell (Cloud/On-Premise) vorentscheiden. Ein Prozess-Workshop mit realen Fällen bringt mehr als eine abstrakte Anforderungsliste.
02
Auswahl & Konzeption
System und Partner anhand des Prozessabgleichs bewerten, nicht anhand von Funktionslisten. Soll-Prozesse definieren, konsequent zwischen wenigen differenzierenden (individuell) und vielen standardisierbaren Prozessen trennen. Datenschutz- und Berechtigungskonzept früh aufsetzen.
03
Realisierung, Datenmigration & Test
Konfiguration, notwendige Anpassungen und Schnittstellen umsetzen; Altdaten bereinigen und valide übernehmen. Strukturierte Tests mit früh eingebundenen Key Usern. Datenqualität und Schnittstellen sind erfahrungsgemäß die teuren Themen — hier nicht sparen.
04
Go-live & Hypercare
Geplanter Produktivstart mit intensiver Begleitphase: aufkommende Fehler schnell beheben, Prozesse nachjustieren, Anwenderfragen ernst nehmen. Change Management und Schulung sind jetzt erfolgskritisch — Akzeptanz entscheidet über den realen Nutzen.
05
Betrieb, Optimierung & Weiterentwicklung
Stabilen Betrieb sicherstellen, Verantwortlichkeiten und Governance etablieren, Updates planbar einarbeiten. Nutzen messen und weitere Funktionen (Auswertungen, Automatisierung, Service) schrittweise erschließen.

Standardnähe als wirtschaftlicher Hebel

Der größte Kostentreiber und das größte Risiko einer ERP-Einführung liegen in der Anpassungstiefe. Jede über den Standard hinausgehende Individualisierung erhöht Projekt- und spätere Betriebskosten und erschwert künftige Updates. Erfolgreiche Mittelstandsprojekte trennen daher konsequent zwischen den wenigen Prozessen, die wirklich einen Wettbewerbsvorteil darstellen und individuelle Abbildung rechtfertigen, und der großen Mehrheit der Prozesse, die ohne Schaden standardisiert werden können. Gerade bei einem Branchen-ERP wie oxaion, das viele branchentypische Abläufe bereits im Standard mitbringt, ist dieser Hebel besonders wirksam — vorausgesetzt, die Organisation lässt sich darauf ein.

Der menschliche Faktor: Change Management

Ein ERP-Wechsel verändert Arbeitsweisen, Oberflächen und Verantwortlichkeiten. Menschen reagieren auf solche Veränderungen mit Skepsis, und Projekte, die Schulung, Kommunikation und Einbindung der Fachbereiche als Nebensache behandeln, ernten nach dem Go-live Produktivitätseinbrüche und Workarounds. Erfolgreiche Einführungen investieren früh in Akzeptanz: Key User werden eingebunden, der Nutzen wird greifbar gemacht, und es gibt eine ehrliche Hypercare-Phase, in der Probleme ernst genommen und schnell gelöst werden. Diese Erkenntnis gilt für jedes ERP — die Technik lässt sich projektieren, Akzeptanz muss man verdienen.
Eng damit verbunden ist die Wahl des richtigen Umsetzungspartners. Gerade im Mittelstand entscheidet die Qualität der Beratung oft stärker über den Projekterfolg als das System selbst. Hilfreich sind Partner mit nachweisbarer Erfahrung in der eigenen Branche und Unternehmensgröße, die nicht nur das System kennen, sondern auch die typischen Prozesse und die Realität knapper interner Ressourcen. Ein Partner, der konsequent zum Standard rät und individuelle Sonderwünsche kritisch hinterfragt, schützt das Budget besser als einer, der jeden Wunsch erfüllt.
Praxis-Hinweis zur Einführung
Reihenfolge zählt: Prozessarbeit, Datenqualität und Change Management gehören an den Anfang, nicht ans Ende. Die teuersten Überraschungen entstehen, wenn Datenmigration und Schnittstellen zu spät betrachtet und die Akzeptanz der Anwender unterschätzt werden. Lieber etwas mehr Vorlauf als ein überstürzter Go-live unter Termindruck.
Kapitel 08 · Einsatz im Mittelstand

Einsatz im Mittelstand: Branchen & Anwendungsfälle

oxaion ist im typischen deutschen Industrie- und Handelsmittelstand zu Hause. Ein Blick auf die konkreten Branchen und Anwendungsfälle zeigt, wo das System seine Branchentiefe ausspielt — und was das für die Auswahlentscheidung bedeutet.

Kernbranchen: wo oxaion seinen Sweet Spot hat

Die Zielbranchen von oxaion ergeben sich unmittelbar aus dem Funktionsschwerpunkt. Besonders passend ist das System für Unternehmen aus der Los- und Serienfertigung — Betriebe, die in wiederkehrenden Losen oder Serien produzieren, oft mit variantenreichen Produkten und mehrstufigen Stücklisten. Ebenso im Fokus stehen der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektro- und Metallindustrie sowie der technische Groß- und Fachhandel, bei dem Beschaffung, Lager, Vertrieb und häufig ein angeschlossenes Servicegeschäft eng ineinandergreifen.
Gemeinsam ist diesen Branchen, dass sie einen durchgängigen Prozess vom Angebot über die Beschaffung und Fertigung bis zum Vertrieb und zur Nachserienbetreuung benötigen — und dass ihre Prozesse zu komplex für einfache Standardsoftware, aber selten so vielschichtig wie in einem internationalen Konzern sind. Genau dieses Segment adressiert oxaion mit seiner Branchentiefe.
Los- & Serienfertigung

Variantenreiche Produkte, mehrstufige Stücklisten, wiederkehrende Fertigungsaufträge: Die PPS bildet Planung, Kapazitäten und Rückmeldung durchgängig ab.

Kernsegment
Maschinen- & Anlagenbau

Komplexe Produkte mit langem Lebenszyklus, Projektbezug und angeschlossenem Service- und Ersatzteilgeschäft unter einem Dach.

Hohe Passung
Technischer Handel

Beschaffung, Lager, Vertrieb und Kundenservice greifen ineinander; branchentypische Anbindungen an Lieferanten und Logistik sind erprobt.

Hohe Passung
Service & Ersatzteile

Wartung, Instandhaltung, Außendienst und Ersatzteilversorgung als eigenständiges Ertragsfeld — auf gemeinsamer Datenbasis mit Fertigung und Handel.

Wachstumsfeld

Realistische Erwartungen an interne Ressourcen

Mittelständler unterschätzen häufig, wie viel internes Engagement eine ERP-Einführung bindet. Fachbereiche müssen Prozesse beschreiben, Tests durchführen und neue Abläufe lernen — parallel zum Tagesgeschäft. Externe Beratung kann viel abnehmen, aber nicht die Entscheidungen und nicht das Prozesswissen. Wer hier keine Kapazitäten freistellt, riskiert Verzögerungen, schlechte Datenqualität und Akzeptanzprobleme. Eine ehrliche Ressourcenplanung — inklusive der Frage, ob das Projekt jetzt überhaupt gestemmt werden kann — gehört zu den ersten Schritten und nicht ans Ende.
Für den Mittelstand ist zudem die Größenordnung ein Vorteil eines fokussierten Anbieters. Ein System, das auf die eigene Unternehmensgröße und Branche zugeschnitten ist, überfordert die Organisation seltener als eine überdimensionierte Konzernlösung. Die Kunst liegt darin, den eigenen Bedarf realistisch einzuschätzen: weder in die Falle zu tappen, aus Prestige ein zu großes System zu wählen, noch aus Sparsamkeit ein zu einfaches, das den realen Prozessen nicht gewachsen ist. oxaion adressiert genau die Mitte dieses Spektrums.

Vom Angebot bis zur Nachserie: der durchgängige Prozess

Der eigentliche Nutzen eines integrierten Branchen-ERP zeigt sich im durchgängigen Prozess. Ein Kundenauftrag löst die Bedarfsplanung aus, die wiederum Beschaffung und Fertigung anstößt; die produzierten Güter werden ausgeliefert und fakturiert; im Anschluss übernimmt der Service die Betreuung mit Wartung und Ersatzteilen. Wenn all diese Schritte auf einem gemeinsamen Datenbestand ablaufen, entfallen Medienbrüche, Doppelerfassungen und Abstimmungsverluste. Dieser Effekt ist im Fertigungs- und Handelsmittelstand der zentrale Grund, von gewachsenen Insellösungen auf ein integriertes System zu wechseln — und er ist der Maßstab, an dem sich jede ERP-Auswahl messen lassen sollte.
Kapitel 09 · Kosten & DSGVO / Datenhoheit

Kosten & DSGVO / Datenhoheit

Zwei Themen entscheiden im Mittelstand oft über die Auswahl: die realistische Gesamtrechnung eines ERP-Projekts und die Frage nach Datenschutz und Datenhoheit. Bei einem deutschen Anbieter mit deutschem Hosting ist der zweite Punkt ein handfester Vorteil — der erste verlangt eine nüchterne, vollständige Kalkulation.

Wie sich die Gesamtkosten zusammensetzen

Der häufigste Kalkulationsfehler besteht darin, die Lizenz- oder Abokosten für die Gesamtkosten zu halten. Tatsächlich ist die Software oft der kleinere Posten; die Einführung und der laufende Betrieb dominieren die Gesamtrechnung. Zu den relevanten Kostenblöcken gehören typischerweise:
  • Lizenz oder Abo — je nach Betriebsmodell einmalig oder laufend; die konkreten Konditionen sind beim Anbieter zu erfragen.
  • Beratung und Implementierung — meist der größte Einzelposten: Konzeption, Konfiguration, Anpassung, Test, Integration.
  • Datenmigration und -bereinigung — Altdaten zu konsolidieren, zu bereinigen und valide zu übernehmen ist regelmäßig aufwendiger als geplant.
  • Schnittstellen und Anpassungen — Anbindungen an bestehende Systeme und individuelle Erweiterungen.
  • Infrastruktur und Betrieb — bei On-Premise; beim Cloud-Betrieb dafür laufende Gebühren über die gesamte Laufzeit.
  • Schulung, Change Management und interne Ressourcen — die Zeit der eigenen Fachbereiche ist ein realer, oft unbezifferter Aufwand.
Konkrete Preise lassen sich seriös nicht pauschal angeben — sie hängen von Unternehmensgröße, Anwenderzahl, Modulumfang, Betriebsmodell und Anpassungstiefe ab und sind im Einzelfall beim Anbieter zu erfragen. Verlässlich ist nur die Botschaft dahinter: Wer nur die Software-Konditionen betrachtet und die Umsetzung „nebenbei“ einplant, unterschätzt das Projekt strukturell. Ein belastbares Budget enthält außerdem einen Risikopuffer für die erfahrungsgemäß teuren Themen Datenqualität und Schnittstellen.
Kosten-Hinweis
Realistisch und vollständig kalkulieren: Lizenz oder Abo ist nur ein Baustein. Plant man Beratung, Datenmigration, Schnittstellen, Schulung und Stabilisierung nicht von Anfang an mit ein, entstehen die berüchtigten unterschätzten Projektkosten. Konkrete Preise gehören direkt beim Anbieter erfragt und über den gesamten Lebenszyklus (mehrere Jahre) betrachtet — nicht nur für das erste Jahr.

DSGVO & Datenhoheit: der Vorteil eines deutschen Anbieters

Beim Datenschutz spielt oxaion einen strukturellen Vorteil aus: Als deutscher Anbieter mit der Möglichkeit des Betriebs in deutschen Rechenzentren liegt die Datenverarbeitung im Geltungsbereich der DSGVO und im deutschen Rechtsraum. Für mittelständische Unternehmen, die sensible Personal-, Kunden- und Geschäftsdaten verarbeiten, ist das mehr als ein Wohlfühlargument. Es reduziert die Komplexität bei der datenschutzrechtlichen Bewertung, vermeidet die Unsicherheiten rund um Drittlandtransfers und erleichtert die Zusammenarbeit mit den eigenen Datenschutz- und Compliance-Verantwortlichen.
Gleichzeitig ist die Herkunft allein kein Freibrief. Datenschutz und Datenhoheit müssen konkret vertraglich und technisch geregelt werden — unabhängig davon, wie deutsch ein Anbieter ist. Entscheidend sind der vereinbarte Datenstandort, ein sauberer Auftragsverarbeitungsvertrag, ein durchdachtes Berechtigungskonzept und geregelte Verantwortlichkeiten. Die deutsche Herkunft macht diese Punkte einfacher zu erfüllen, ersetzt sie aber nicht.
DSGVO- & Datenhoheits-Setup

Auch bei einem deutschen Anbieter gehören Datenschutz und Datenhoheit von Beginn an sauber aufgesetzt — das ist eine organisatorische Pflicht und keine Rechtsberatung:

Datenstandort & Hosting
DE- bzw. EU-Betriebsort prüfen und vertraglich festhalten
Auftragsverarbeitung (AVV)
mit Anbieter bzw. Betreiber abschließen
Berechtigungskonzept
nach Need-to-know, sauber rollenbasiert
Protokollierung & Audit
für nachvollziehbare, revisionssichere Abläufe
Sensible Daten
Personal-/Finanzdaten klassifizieren und Zugriffe einschränken
Governance & Lebenszyklus
Verantwortlichkeiten, Aufbewahrung und Datenpflege festlegen
Einordnung zu Datenschutz & Kosten
Keine Rechtsberatung: Die hier genannten Punkte zu DSGVO und Datenhoheit sind eine organisatorische Orientierung und ersetzen keine rechtliche Prüfung. Für die verbindliche Bewertung von Datenschutz, Verträgen und Kosten sind die eigenen Datenschutz- und Rechtsverantwortlichen sowie der Anbieter einzubeziehen. Konkrete Konditionen und der aktuelle Leistungsstand sind stets beim Anbieter zu verifizieren.

Stärken und Grenzen nüchtern abgewogen

Stärken
  • Tiefe Branchenlösung für Fertigung, Handel und Service im Mittelstand
  • Starke PPS für Los- und Serienfertigung im Standard
  • Durchgängiger Prozess vom Angebot bis zur Nachserienbetreuung
  • Deutscher Anbieter mit deutschem Hosting: DSGVO und Datenhoheit
  • Cloud und On-Premise als flexible Betriebsmodelle
  • Überschaubarer, persönlicher Support in Sprache und Zeitzone
Einschränkungen
  • Außerhalb des Kernsegments seltener die naheliegende Wahl
  • Kleineres Partner- und Dienstleisternetz als globale Plattformen
  • Für sehr große, international komplexe Konzerne womöglich zu schmal
  • Gesamtkosten und Aufwand wie bei jedem ERP nicht zu unterschätzen
  • KI-Reifegrad je nach Release individuell zu prüfen
  • Für sehr kleine, einfache Betriebe potenziell überdimensioniert
Kapitel 10 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zu oxaion

Was ist oxaion in einem Satz?
oxaion ist ein ERP-System des deutschen Anbieters oxaion aus Ettlingen, das gezielt den fertigenden und handelnden Mittelstand adressiert — mit Schwerpunkt auf Los- und Serienfertigung, technischem Handel und Service, modularem Aufbau sowie den Betriebsmodellen Cloud und On-Premise.
Für welche Unternehmen ist oxaion geeignet?
Der Sweet Spot liegt im mittelständischen Fertigungs- und Handelsumfeld: Los- und Serienfertiger, Maschinen- und Anlagenbau, Elektro- und Metallindustrie sowie technischer Groß- und Fachhandel, häufig mit angeschlossenem Service- und Ersatzteilgeschäft. Für reine Dienstleister ohne Produktbezug, sehr kleine Betriebe oder international hochkomplexe Konzerne ist oft eine andere Lösung passender.
Läuft oxaion in der Cloud oder On-Premise?
Beides. oxaion lässt sich als Cloud-Betrieb (in einem Rechenzentrum bereitgestellt, laufende Gebühr, entlastete IT) oder On-Premise (im eigenen oder dedizierten Rechenzentrum, höhere Anfangsinvestition, maximale Kontrolle) betreiben. Die Wahl hängt von IT-Ressourcen, Kostenlogik und Datenschutzanforderungen ab; der konkrete Zuschnitt ist beim Anbieter zu prüfen.
Was sind die Kernmodule von oxaion?
Den Unterbau bildet ein kaufmännischer ERP-Kern (Materialwirtschaft, Vertrieb, Lager, Finanz- und Rechnungswesen). Charakteristisch sind der Schwerpunkt auf der Produktionsplanung und -steuerung (PPS) für Los- und Serienfertigung sowie das Service- und Ersatzteilmanagement. Weitere Bereiche wie Dokumentenmanagement, Auswertungen, mobile Anwendungen und CRM kommen je nach Ausbaustufe hinzu.
Wie stark ist oxaion in der Fertigung?
Die Produktionsplanung und -steuerung ist ein Kernschwerpunkt: Stücklisten, Arbeitspläne, Fertigungsaufträge, Kapazitäts- und Terminplanung sowie Betriebsdatenerfassung — mit Fokus auf Los- und Serienfertigung, oft variantenreich und mehrstufig. Ob die konkrete Fertigungsart und -komplexität des eigenen Betriebs im Standard abgebildet wird, sollte in einem Prozess-Workshop mit realen Fällen geprüft werden.
Bietet oxaion KI-Funktionen?
Im gesamten ERP-Markt halten KI- und Automatisierungsfunktionen Einzug, etwa für Prognosen, Bestandsoptimierung oder Anomalie-Erkennung. Welche Funktionen in oxaion im gewählten Release produktiv verfügbar sind, welche Datenbasis sie brauchen und wo sie verarbeitet werden, ist beim Anbieter zu erfragen und anhand realer Anwendungsfälle zu bewerten. Der größere und unmittelbarere Hebel liegt im Mittelstand ohnehin meist in der klassischen Prozessautomatisierung.
Wie ist es um Datenschutz und Datenhoheit bestellt?
Als deutscher Anbieter mit der Möglichkeit des Betriebs in deutschen Rechenzentren bietet oxaion einen strukturellen Vorteil bei DSGVO und Datenhoheit: Die Datenverarbeitung liegt im deutschen Rechtsraum, Drittlandthemen entfallen weitgehend. Die konkrete Umsetzung — Datenstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag, Berechtigungskonzept — muss dennoch vertraglich und technisch geregelt werden. Das ist eine organisatorische Orientierung und keine Rechtsberatung.
Was kostet oxaion?
Seriöse Pauschalpreise gibt es nicht: Die Kosten hängen von Unternehmensgröße, Anwenderzahl, Modulumfang, Betriebsmodell und Anpassungstiefe ab und sind beim Anbieter zu erfragen. Wichtig ist eine vollständige Rechnung über den gesamten Lebenszyklus — Lizenz oder Abo, Beratung, Datenmigration, Schnittstellen, Schulung und Betrieb. Die reine Software ist oft der kleinere Posten.
Wie unterscheidet sich oxaion von SAP oder Microsoft?
oxaion positioniert sich als schlankere, branchennähere Mittelstandslösung mit deutscher Datenhoheit, während die globalen Großplattformen mit maximaler Breite, internationaler Skalierung und riesigen Partnernetzen punkten. Für einen typischen mittelständischen Fertiger ohne konzernweite internationale Konsolidierung ist die Funktionstiefe einer Großplattform oft überdimensioniert. Der relevantere Vergleich findet meist innerhalb des Felds der mittelständischen ERP-Anbieter statt.
Wie lange dauert eine oxaion-Einführung?
Das hängt stark von Umfang, Modulen, Anpassungstiefe, Datenqualität und Betriebsmodell ab und reicht von vergleichsweise schlanken, standardnahen Einführungen bis zu umfangreicheren Projekten. Pauschale Zahlen sind unseriös — verlässlich wird die Schätzung erst nach einer ehrlichen Analyse der eigenen Prozesse und Datenlage. Standardnähe verkürzt die Einführung spürbar.

ERP-Auswahl & -Einführung strategisch angehen

Brauchen Sie eine ehrliche oxaion-Bewertung?

Wir prüfen herstellerunabhängig, ob und wo sich oxaion für Ihr Unternehmen rechnet: Eignung im Kernsegment, Betriebsmodell, Modul- und Prozessabgleich, Kosten-Realität sowie Datenschutz- und Datenhoheits-Setup – pragmatisch und auf den Mittelstand zugeschnitten.

Seit 2006 am Markt

Erfahrung aus über 100 Digitalprojekten

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